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Kooperation zwischen Staaten. Das Camp-David-Abkommen in der Analyse

Titel: Kooperation zwischen Staaten. Das Camp-David-Abkommen in der Analyse

Hausarbeit , 2016 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Fabian Herbst (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Nahe Osten gilt als eine der instabilsten Regionen der Welt: Seit seiner Gründung bis zum Jahr 1978 führte Israel aus den verschiedensten Gründen vier Kriege gegen seine Nachbarn.

Sowohl beim israelischen Unabhängigkeitskrieg, bei der Suez-Krise, beim Sechs-Tage-Krieg und auch beim Jom-Kippur-Krieg war Ägypten dabei einer der Hauptgegner Israels. Nach diesem Vierteljahrhundert der kriegerischen Auseinandersetzungen überraschte der ägyptische Präsident Sadat den Nahen Osten und die gesamte Welt, als er 1977 ankündigte, vor er Knesset sprechen zu wollen. Wenige Tage später reiste er in die israelische Hauptstadt und sprach vor den Abgeordneten: „Wir laden Sie ein, mit uns in Sicherheit und Frieden zusammen zu leben“.

Diese zuversichtlichen Worte führten aber zunächst zu keinem Fortschritt in den Beziehungen zwischen den beiden Staaten, da beide Seiten unterschiedliche Interessen verfolgten. So war es an den USA, die beiden Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen. Im Juli 1978 lud Carter sowohl seinen ägyptischen Amtskollegen als auch den israelischen Ministerprädienten Begin nach Camp David ein. Die im September 1978 stattfindenden Verhandlungen mündeten schließlich in das Camp-David-Abkommen.

Warum aber kam es zu diesem Abkommen mit dem folgenden Friedensvertrag? Warum unterzeichneten Ägypten und Israel nach über 25 Jahren des Kriegszustandes ein solches Abkommen? Warum also konnten sich Ägypten und Israel auf das Camp-David-Abkommen einigen?

Zur Beantwortung der Forschungsfrage ist die Arbeit folgendermaßen aufgebaut: Zu Beginn steht das Grundgerüst der Cooperation Theory, die versucht, Kooperation zwischen Staaten zu erklären. Die zentrale Hypothese wird schließlich anhand des Camp-David-Abkommens getestet. Dazu werden die Entwicklungen der Präferenzen Ägyptens und Israels im Vorfeld der Verhandlungen dargestellt. So kann festgestellt werden, mit welchen Präferenzen die beiden Staaten in die Verhandlungen gingen. Anschließend wird das Camp-David-Abkommen und dessen Ergebnisse beschrieben. Dadurch kann anschließend verglichen werden, ob die beiden Staaten ihre Präferenzen durchsetzen konnten. Im Sinne der Cooperation Theory kann so geprüft werden, ob der Nutzen des Abkommens die Kosten für sowohl Ägypten als auch für Israel überstiegen hat. Nur wenn dies der Fall ist, kann die Hypothese der Cooperation Theory angenommen werden und die Cooperation Theory erklären, warum sich Ägypten und Israel auf das Camp-David-Abkommen einigen konnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Von Kriegsgegner zu Vertragspartnern – Der Weg zum Camp-David-Abkommen zwischen Ägypten und Israel

2 Kooperation zwischen Staaten – Das Camp-David-Abkommen in der Analyse: Warum konnten sich Ägypten und Israel auf das Camp-David-Abkommen einigen?

2.1 Theorie: Cooperation Theory

2.2 Hypothese

2.3 Methodik

2.4 Empirie

2.4.1 Entwicklung der Machtverteilung im Nahen Osten

2.4.2 Präferenzen Ägyptens

2.4.3 Präferenzen Israels

2.5 Interessenkonstellation vor, bei und nach den Camp-David-Verhandlungen

2.5.1 Verhandlungsgegenstände

2.5.2 Verhandlungsergebnis

2.5.3 Vergleich zwischen Präferenzen vor den Verhandlungen und Verhandlungsergebnissen bzw. –folgen

2.5.4 Erklärungskraft der Cooperation Theory und Alternativerklärungen – Präferenzen Ägyptens und Israels und deren Umsetzung durch das Camp-David-Abkommen

2.6 Zusammenfassung und Fazit

3 Vier Jahrzehnte danach - Das Camp-David-Abkommen als Fundament der israelisch-ägyptischen Beziehungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht auf Basis der Cooperation Theory, warum Ägypten und Israel trotz ihrer historisch bedingten Feindseligkeit in der Lage waren, das Camp-David-Abkommen von 1978 zu schließen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Nutzen-Kosten-Abwägung beider Staaten im Hinblick auf ihre jeweiligen nationalen Präferenzen.

  • Anwendung der Cooperation Theory auf das Camp-David-Abkommen
  • Analyse der machtpolitischen Entwicklungen im Nahen Osten vor 1978
  • Gegenüberstellung der nationalen Präferenzen von Ägypten und Israel
  • Untersuchung der Interessenkonstellationen während der Verhandlungen
  • Bewertung des langfristigen Einflusses des Abkommens auf die bilateralen Beziehungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Theorie: Cooperation Theory

Um den Forschungsgegenstand zu untersuchen, wird die Cooperation Theory verwendet, da die Cooperation Theory nach Robert Keohane die Frage untersucht, warum es auch ohne einen Hegemon im Internationalen System Kooperation unter Staaten, wie hier zwischen Ägypten und Israel, gibt bzw. geben kann (Herbert 1996: 225). Die Cooperation Theory geht dabei davon aus, dass Kooperation zwischen Staaten möglich ist, auch wenn diese zunächst unterschiedliche Meinungen und Positionen bzw. Präferenzen und Ziele bei wichtigen Themen verfolgen (Keohane 1984: 50). Dabei fußt die Cooperation Theory auf Kernannahmen des Realismus bzw. des Neorealismus: Etwa, dass das Internationale System aus egoistischen Staaten besteht, die in diesem anarchischen System ihre Gewinne und Nutzen, beispielsweise im Sicherheitsbereich, maximieren wollen. Diese Nutzenmaximierung kann dabei ebenso über Kooperation geschehen. Auch bei der Cooperation Theory sind egoistisch-rationale Staaten als Akteure der Ausgangspunkt (Gehring 1995: 199). Allerdings ist auch in dieser anarchischen Konstellation unter egoistisch-rationalen Staaten Kooperation möglich. Kooperation ist genau dann denkbar, wenn „Interessenkonstellationen bestehen, in denen individuelles Handeln für alle beteiligten Akteure (und deshalb auch kollektiv) zu suboptimalen Ergebnissen führt. Unter dieser Bedingung besteht für eine Gruppe von Akteuren der Anreiz, sich gemeinsam aus einer problematischen Situation zu befreien“ (Gehring 1995: 199f.). Diese Emanzipation kann durch Kooperation zwischen diesen Akteuren bzw. Staaten geschehen. Kooperation kann sich dann also unter bestimmten Bedingungen auf der Basis komplementärer Interessen unter Staaten, wie etwa beim Thema Sicherheit, ausbilden (Herbert 1996: 225). Dabei ist Kooperation als ein Gut zu sehen, dass es für Staaten zu erhöhen gilt. Denn dieses Gut bietet die Chance, zu gemeinsamen Gewinnen bei den kooperierenden Staaten zu kommen (Herbert 1996: 226). Kooperation wird dadurch letztendlich zu einem potentiellen Ziel für alle Staaten (Herbert 1996: 228).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Von Kriegsgegner zu Vertragspartnern – Der Weg zum Camp-David-Abkommen zwischen Ägypten und Israel: Dieses Kapitel führt in die konfliktreiche Geschichte der ägyptisch-israelischen Beziehungen ein und erläutert den historischen Kontext, der zur Friedensinitiative von Präsident Sadat und den Verhandlungen in Camp David führte.

2 Kooperation zwischen Staaten – Das Camp-David-Abkommen in der Analyse: Warum konnten sich Ägypten und Israel auf das Camp-David-Abkommen einigen?: Das Kernkapitel analysiert mithilfe der Cooperation Theory die Hypothese, dass Akteure kooperieren, wenn der Nutzen die Kosten übersteigt, und stellt die unterschiedlichen Interessen und Präferenzen beider Staaten gegenüber.

3 Vier Jahrzehnte danach - Das Camp-David-Abkommen als Fundament der israelisch-ägyptischen Beziehungen: Abschließend wird untersucht, inwiefern das Abkommen auch heute, Jahrzehnte später, noch als stabiles Fundament für den Frieden und die diplomatische Kooperation zwischen den beiden Staaten fungiert.

Schlüsselwörter

Camp-David-Abkommen, Kooperation, Ägypten, Israel, Cooperation Theory, Naher Osten, Außenpolitik, Nutzenmaximierung, Präferenzen, Internationale Beziehungen, Friedensprozess, Sicherheitspolitik, Verhandlungsanalyse, Geopolitik, USA.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Camp-David-Abkommen von 1978 zwischen Ägypten und Israel aus der Perspektive der Cooperation Theory.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die machtpolitischen Interessen beider Staaten, die Rolle der USA, die regionale Sicherheitslage und die Frage, warum Staaten trotz langjähriger Feindschaft kooperieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu prüfen, ob die Cooperation Theory erklären kann, warum sich die ägyptische und die israelische Führung auf das Abkommen einigen konnten, obwohl ihre ursprünglichen Ziele nicht vollumfänglich erreicht wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einem kritischen Quellenstudium sowie der Auswertung von Expertenwissen, um die Präferenzordnungen der involvierten Akteure zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Es werden die Präferenzen von Ägypten und Israel vor den Verhandlungen, der Verlauf der Verhandlungsgegenstände und das tatsächliche Ergebnis des Abkommens im Abgleich mit der theoretischen Hypothese behandelt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Kooperation, Nutzenmaximierung, Interessenkonstellation, Präferenzordnung und das Camp-David-Abkommen.

Warum konnte die ursprüngliche Hypothese der Arbeit nicht vollständig bestätigt werden?

Die ursprüngliche Hypothese, wonach Akteure kooperieren, wenn der Nutzen die Kosten übersteigt, ließ sich für Ägypten empirisch nicht bestätigen, da Ägypten enorme politische Kosten in der arabischen Welt trug, ohne seine Kernziele wie die regionale Führungsrolle zu erreichen.

Welche angepasste Hypothese schlägt der Autor für das Modell vor?

Der Autor schlägt vor, die Hypothese dahingehend zu präzisieren, dass Kooperation bereits dann zustande kommt, wenn Akteure *erwarten*, dass der Nutzen die Kosten übersteigt, auch wenn die tatsächliche Umsetzung andere Ergebnisse liefert.

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Details

Titel
Kooperation zwischen Staaten. Das Camp-David-Abkommen in der Analyse
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Internationale Beziehungen)
Veranstaltung
International Politics of the Middle East
Note
2,3
Autor
Fabian Herbst (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V346693
ISBN (eBook)
9783668361416
ISBN (Buch)
9783668361423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Camp-David-Abkommen Friedensvertrag naher Osten Ägypten Israel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Fabian Herbst (Autor:in), 2016, Kooperation zwischen Staaten. Das Camp-David-Abkommen in der Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346693
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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