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Rembrandts späte Selbstbildnisse

Darstellung seines Bewusst-Seins oder Methode zum Bewusst-Werden?

Titel: Rembrandts späte Selbstbildnisse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Rembrandt Harmenszoon van Rijn war einer der bedeutendsten Maler des Niederländischen Barocks. Bis zu seinem Tod mit 63 Jahren fertigte er über achtzig Selbstbildnisse in Form von Gemälden, Radierungen oder Zeichnungen an. Sie stellen damit etwa ein Zehntel seines gesamten Schaffens dar. Diese Sammlung von Selbstporträts bietet für Kunsthistoriker die einmalige Möglichkeit einer Art Autobiografie. Besonders in den späten Werken wird ein schonungsloser Umgang in Darstellungen des Körpers und seiner Unzulänglichkeiten deutlich. Das Alter und die damit einhergehenden Makel und Gebrechen scheinen für den Künstler besonders interessant gewesen zu sein.

Das Ziel dieser Arbeit soll nicht sein, einen Überblick über die zahlreichen Selbstporträts in Rembrandts vollständigem Œuvre zu vermitteln. Nach einer knappen Vorstellung der außergewöhnlichen ersten Selbstbildnisse als Vergleichsmöglichkeit soll anschließend vielmehr der Fokus auf das Spätwerk gelegt werden, da diese Schaffensphase nachhaltig als tiefgreifend und bemerkenswert gilt. Die Selbstbildnisse sollen außerdem kurz in das Lebenswerk eingeordnet und ihre besondere Be-deutung erläutert werden.

Vorweg soll das Leben des Künstlers paraphrasiert werden, wobei der Schwerpunkt auf den Verlusten des Privatlebens gelegt wird. Hier ist herauszustellen, ob er seine intimen, vielleicht verzweifelten und einsamen Gedanken möglicherweise unterbewusst im Werk auslebt, oder sich mit voller Absicht skizzenhaft und mit deutlichen Alterserscheinungen darstellt.

Die Literaturlage zum Thema ist ausgeprägt und vielseitig. Das umfassende Leben und Schaffen Rembrandts wird in unzähligen Abhandlungen herausgestellt. Im Be-sonderen beschäftigen sich die Publikationen ausdrücklich mit den Selbstbildnissen des Niederländers da dieser Bestandteil seines Wirkens als meisterhaft angesehen wird und viele Interpretationsansätze offen hält.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS LEBEN REMBRANDTS

3. EINORDNUNG DER SELBSTBILDNISSE INS LEBENS- UND SPÄTWERK

4. FRÜHES SELBSTBILDNIS

5. SPÄTE SELBSTBILDNISSE

5.1. REMBRANDT SELBSTBILDNIS MIT ZWEI KREISEN, 1665 – 1669

5.2. REMBRANDT SELBSTBILDNIS, 1669

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Selbstbildnisse von Rembrandt van Rijn in sein Spätwerk einzuordnen und zu analysieren, ob und wie der Künstler seine privaten Verluste, sein Altern und seine innere Gefühlswelt in den Darstellungen verarbeitet. Die Untersuchung fokussiert sich dabei auf eine Auswahl repräsentativer Werke, um die künstlerische Entwicklung von einem experimentellen, frühen Stil hin zur tiefgründigen, emotionalen Ausdruckskraft seiner letzten Lebensjahre zu verdeutlichen.

  • Biografische Hintergründe und deren Einfluss auf das künstlerische Schaffen
  • Phasenmodell der künstlerischen Entwicklung nach Roger de Piles
  • Techniken des Spätwerks: Umgang mit Licht, Schatten und pastosem Farbauftrag
  • Die psychologische Dimension der Selbstdarstellung im Alter
  • Vergleich und Einordnung spezifischer Selbstbildnisse (1629, 1665-1669, 1669)

Auszug aus dem Buch

5. Späte Selbstbildnisse

Bei diesem Selbstbildnis (Abb. 2) handelt es sich um ein recht großes Öl-Gemälde auf Leinwand von 114,3 x 94 cm. Es ist in London zu finden. Das Bild hat keine Datierung, daher ist nicht bekannt ob der Künstler es als vollendet betrachtete. Rembrandt zeigt sich hier im Halbprofil, den Betrachter anblickend und ihm die rechte Schulter leicht zugewandt, stehend bis zur Taille. Ab der Hüfte verschwimmt der Körper mit dem diffusen Hintergrund. Der Künstler trägt einen schwarzen Mantel mit braunem Kragen und Ärmelsäumen, darunter ein rotes und ein weißes Unterkleid. Auf dem weißen Stoff unterhalb des Halses ist grob angedeutet eine goldene Kette zu sehen. In seiner linken, allerdings nicht auszumachenden, da so verschwommenen Hand hält der Mann eine Palette, Pinsel und Malstock, nur skizzenhaft und mit groben Pinselstrichen arrangiert.

Der von links einfallende Lichtkörper betont vor allem aber das Gesicht von Rembrandt. Weiß-gräuliche, schulterlange, dünne Locken kommen unter einem weißen Barett zum Vorschein. Das Licht fokussiert sich auf der Stirn und einem Teil der Kappe und diese bilden somit den hellsten Teil des Bildes, wie um die Weisheit und das Genie des Künstlers hervorzuheben, was Rembrandt in vorherigen Bildnissen eher vermieden hatte. Das Gesicht des Künstlers wirkt zwar mit pastosen Pinselstrichen grob gemalt, dadurch aber sehr detailrealistisch. Denn hiermit wird der Anschein der faltigen Stirn, der großporigen und scheinbar rot-fleckigen Haut verstärkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Rembrandts Selbstbildnissen als eine Art Autobiografie dar und erläutert das Ziel der Arbeit, den Fokus auf die tiefgreifende Entwicklung seines Spätwerks zu legen.

2. DAS LEBEN REMBRANDTS: Dieses Kapitel skizziert den Lebenslauf Rembrandts unter besonderer Berücksichtigung persönlicher Schicksalsschläge und finanzieller Verluste, die sein künstlerisches Schaffen maßgeblich beeinflussten.

3. EINORDNUNG DER SELBSTBILDNISSE INS LEBENS- UND SPÄTWERK: Es wird die Anzahl und Bedeutung der Selbstporträts erörtert sowie das Phasenmodell nach Roger de Piles auf Rembrandts künstlerische Entwicklung angewandt.

4. FRÜHES SELBSTBILDNIS: Eine detaillierte Analyse des Selbstbildnisses von 1629, welches als frühes Werk die experimentelle Auseinandersetzung mit Licht, Schatten und Mimik demonstriert.

5. SPÄTE SELBSTBILDNISSE: Dieser Abschnitt analysiert die späten Selbstporträts von 1665–1669 und 1669 hinsichtlich ihrer besonderen Maltechnik, der psychologischen Tiefe und der bewussten Abkehr von reinem Perfektionismus.

6. FAZIT: Das Fazit fasst die Entwicklung Rembrandts vom frühen Experimentieren hin zur weisen, emotionalen Selbstdarstellung zusammen und bestätigt, dass die Werke kein Ausdruck geistigen Verfalls, sondern ein bewusstes Bekenntnis zur künstlerischen Freiheit sind.

Schlüsselwörter

Rembrandt, Selbstbildnisse, Barock, Spätwerk, Maltechnik, Selbstdarstellung, Biografie, Kunstgeschichte, Licht und Schatten, Alterungsprozess, Ausdruckskraft, psychologische Analyse, Niederländische Malerei, Pinselduktus, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung der Selbstbildnisse von Rembrandt van Rijn, von seinen frühen Anfängen bis hin zu den tiefgründigen Werken seines Spätwerks.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Einfluss der persönlichen Lebensumstände, die Entwicklung des malerischen Stils (Licht, Schatten, Pinselduktus) sowie die Auseinandersetzung mit dem Alter und der Selbstdarstellung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, ob Rembrandt in seinen späten Selbstporträts private Verluste und persönliche Reflexionen unterbewusst verarbeitete oder sich bewusst mit seinem Altern künstlerisch auseinandersetzte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen Analyse spezifischer Werke im Kontext von Literaturrecherche und biografischen Daten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biografische Einführung, eine theoretische Einordnung der Phasen der Selbstdarstellung und eine detaillierte Einzelanalyse eines frühen Werks sowie zweier Hauptwerke aus dem Spätwerk.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Analyse wird durch Begriffe wie Selbstbildnis, Spätwerk, Chiaroscuro, Identität, psychologische Tiefe und künstlerische Freiheit geprägt.

Welche Bedeutung haben die "zwei Kreise" im Hintergrund des Selbstbildnisses von 1665–1669?

Die Bedeutung ist in der Forschung umstritten; sie werden jedoch häufig als Ausdruck ästhetischer Komposition oder als Symbol für das vollendete handwerkliche Genie des Künstlers interpretiert.

Warum verzichtet Rembrandt im Spätwerk auf die Darstellung seiner Hände?

Die Verweigerung des Blicks auf die Hände, trotz der Mitführung von Malerutensilien, unterstreicht Rembrandts bewusste Abkehr von der bloßen Demonstration handwerklicher Routine zugunsten einer Konzentration auf die Seele und das Wesen des Künstlers.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rembrandts späte Selbstbildnisse
Untertitel
Darstellung seines Bewusst-Seins oder Methode zum Bewusst-Werden?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V346759
ISBN (eBook)
9783668360440
ISBN (Buch)
9783668360457
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rembrandt Selbstbildnis Selbstportrait Selbstporträt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Rembrandts späte Selbstbildnisse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346759
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Leseprobe aus  16  Seiten
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