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Vertragsschluss bei Internet-Auktionen

Title: Vertragsschluss bei Internet-Auktionen

Seminar Paper , 2004 , 34 Pages , Grade: vollbefriedigend - 11 Pkt.

Autor:in: Christoph Ohrmann (Author)

Law - Civil / Private / Law of Obligation / Property Law
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Internet-Auktionen erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit und verzeichnen in Deutschland ein kontinuierliches Wachstum. Als vor mehr als fünf Jahren die ersten Unternehmen sich einen virtuellen Marktplatz schufen und die Zahl der Internetzugänge noch gering war, konnte noch keiner die explosionsartige Entwicklung vorhersehen. Einstmals als Tummelplatz für private Sammelbegeisterte belächelt, ist das Ersteigern im Internet heutzutage längst salonfähig und für viele Menschen zum Hobby geworden. Mittlerweile leben mehr als 10.000 Menschen hierzulande hauptberuflich vom professionellen Anbieten und Ersteigern. Der Weltmarktführer eBay registrierte im 3. Quartal 2003 mehr als 11 Millionen Nutzer allein in Deutschland und steigerte im darauf folgenden Geschäftsjahr seinen Umsatz weltweit auf über 800 Millionen US Dollar. Somit ist erkennbar, dass Internet-Auktionen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor und Bestandteil unserer modernen Gesellschaft geworden sind, bieten sie dem Kunden doch die Möglichkeit, einfach und bequem von zu Hause aus Waren zu erstehen. Doch gerade dieser Umstand birgt auch Risiken für den Verbraucher in sich. Meist versteckt sich sein Vertragspartner hinter einem ominösen, nichts sagendem Benutzernamen und auch die Ware kann er nicht, wie gewohnt, in die Hände nehmen und auf Qualität und Funktionstauglichkeit begutachten. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, sind vom Gesetzgeber Normen für den Verbraucherschutz im elektronischen Geschäftsverkehr erlassen worden. Insbesondere die Regelungen des Fernabsatzes, §§ 312b ff. und deren statuierte Pflichten im elektronischen Rechtsverkehr sollen den Verbraucher schützen. Gegenstand dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie und unter welchen Voraussetzungen ein Vertragsschluss bei einer Internet- Auktion zustande kommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

I. Ablauf einer typischen Internet-Auktion

II. Begriffsbestimmungen

1. Nutzer der Auktionsplattform

2. Gegenstand der Internet-Auktion

3. Einbeziehung von AGB des Auktionshauses

III. Internet-Auktion als Versteigerung i.S.d. § 156

1. Zuschlag durch Verkäufer

2. Zuschlag durch Zeitablauf

3. Ergebnis

B. Vertragsschluss

I. Zustandekommen des Vertrages

1. Angebot

2. Angebot unter Bedingungen

3. Annahme

4. Ausnahmemodell Sofortkauf

II. Stellvertretung

1. Stellvertretung nach § 164 Abs. 1

2. Handeln unter fremden Namen

3. Handeln unter falschem Namen

III. Willensmängel

IV. Missbrauch von Nutzungsdaten

1. Abweichende Verteilung der Beweislast

2. Annahme eines Anscheinsbeweises / Anscheinsvollmacht

V. Onlinekauf regelmäßig Versendungskauf i.S.d. § 447

C. Verbraucherschutz

I. Unternehmer auf Verkäuferseite

1. Qualifizierung der Unternehmerstellung

2. Informationspflichten

3. Widerrufsrecht

4. Verschweigen der Unternehmerstellung

5. Zukunft des bestehenden Fernabsatzrechts

II. Gewährleistungsrechte

1. Ausschluss oder Beschränkung der Gewährleistung

2. Falsche oder unvollständige Angebotsbeschreibung

3. Missbräuchliche Beendigung eines Angebots

E. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die juristischen Rahmenbedingungen des Vertragsschlusses bei Internet-Auktionen unter besonderer Berücksichtigung der Anwendbarkeit des allgemeinen Zivilrechts sowie der spezifischen Regelungen zum Verbraucherschutz.

  • Qualifizierung von Internet-Auktionen als Vertragstyp
  • Wirksamkeit von Angebot und Annahme im Online-Auktionsverfahren
  • Rechtliche Bewertung von Willensmängeln und Missbrauch bei Nutzungsdaten
  • Abgrenzung der Unternehmerstellung zur Anwendung von Fernabsatzvorschriften

Auszug aus dem Buch

1. Angebot

Fraglich ist, worin gemäß § 145 das Angebot besteht. Hierzu kommen verschiedene Lösungsansätze in Betracht: Zunächst könnte die Freischaltung der Angebotsseite als bloße invitatio ad offerendum angesehen werden. Das Einstellen des Verkäufers könnte aber auch eine antizipierte Annahmeerklärung des Höchstgebotes darstellen. Zuletzt ist zu untersuchen, ob nicht das Freischalten der Angebotsseite bereits ein an sich rechtsverbindliches Angebot auf Abschluss eines Kaufvertrages ist.

a) Das Einstellen der Transaktion könnte eine invitatio ad offerendum darstellen. Der Käufer würde dann durch sein Gebot auf die Auktion ein verbindliches Angebot zum Vertragsschluss abgeben, welches der Verkäufer annimmt. Da diese Regelung insbesondere den Unternehmer vor einer Unzahl von Vertragsabschlüssen schützen soll, ist zu prüfen inwieweit der Einsteller der Transaktion schutzwürdig ist. Grundsätzlich obliegt es der Entscheidung des Verkäufers, ob und wie viele Gegenstände er einstellt. Er kann also durch die Bestimmung der Anzahl die Zahl der Vertragsschlüsse kontrollieren und ist nicht einem besonderen Risiko ausgesetzt, dass er nicht alle potentiellen Käufer befriedigen kann und sich diesen gegenüber schadenersatzpflichtig macht. Daher ist die Annahme, das Einstellen der Transaktion sei lediglich eine Aufforderung zur Abgabe von Angeboten, im Ergebnis abzulehnen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Einführung in die wirtschaftliche Bedeutung und die Problematik von Internet-Auktionen sowie Darstellung der Zielsetzung der Arbeit.

B. Vertragsschluss: Detaillierte Untersuchung des Zustandekommens von Kaufverträgen im Internet, insbesondere unter Aspekten der Stellvertretung und Willensmängel.

C. Verbraucherschutz: Analyse der Schutzvorschriften für Verbraucher bei Käufen von Unternehmern, inklusive Informationspflichten und Gewährleistungsrechten.

E. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass das geltende BGB-Recht zur Lösung der auftretenden Probleme ausreicht und der Verbraucherschutz durch die Fernabsatzregeln gewährleistet ist.

Schlüsselwörter

Internet-Auktionen, Vertragsschluss, BGB, Fernabsatzrecht, Verbraucherschutz, Versteigerung, Angebot, Annahme, Unternehmerstellung, Gewährleistung, Widerrufsrecht, elektronische Signatur, Missbrauch, AGB, Kaufvertrag

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtlichen Aspekte und die Einordnung von Internet-Auktionen in das deutsche Zivilrecht, insbesondere den Prozess des Vertragsschlusses zwischen den Parteien.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Im Zentrum stehen die dogmatische Einordnung des Auktionsverfahrens, Fragen der Stellvertretung, die Behandlung von Irrtümern, Beweislastverteilung bei Missbrauch und der Verbraucherschutz bei gewerblichen Verkäufern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, unter welchen Voraussetzungen ein Vertrag bei einer Internet-Auktion zustande kommt und wie die beteiligten Parteien – insbesondere Verbraucher – rechtlich geschützt sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine juristische Analyse, die geltendes Recht (BGB) auf die Gegebenheiten des Internets anwendet, ergänzt durch die Auswertung aktueller Rechtsprechung und Literatur.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Angebots- und Annahmeprozesse, die Problematik der AGB-Einbeziehung, die Stellvertretung, Fälle von Irrtümern, die Haftung bei Missbrauch von Daten sowie die speziellen Pflichten bei Fernabsatzgeschäften mit Unternehmern.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Internet-Auktion, Vertragsschluss, Fernabsatzrecht, Verbraucherschutz, Gewährleistung, Angebot, Annahme.

Warum lässt sich eine Internet-Auktion nicht als Versteigerung nach § 156 BGB einordnen?

Da bei Internet-Auktionen das für eine Versteigerung wesentliche Element des Zuschlags durch den Versteigerer fehlt, können sie rechtlich nicht als solche qualifiziert werden.

Wie bewertet der Autor die Zukunft des Fernabsatzrechts in Bezug auf Internet-Auktionen?

Der Autor sieht das geltende Recht als ausreichend an, plädiert jedoch für eine flächendeckende Einführung qualifizierter elektronischer Signaturen, um Rechtssicherheit bei Missbrauch oder Identitätsfragen zu erhöhen.

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Details

Title
Vertragsschluss bei Internet-Auktionen
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Grade
vollbefriedigend - 11 Pkt.
Author
Christoph Ohrmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V34680
ISBN (eBook)
9783638348331
Language
German
Tags
Vertragsschluss Internet-Auktionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Ohrmann (Author), 2004, Vertragsschluss bei Internet-Auktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34680
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