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Judith Butler und die Veränderbarkeit der Geschlechterkategorien

Titel: Judith Butler und die Veränderbarkeit der Geschlechterkategorien

Hausarbeit , 2015 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Folgenden soll gezeigt werden, inwiefern der Ansatz Butlers die Möglichkeit bietet, zur Veränderung der Geschlechterkategorien beizutragen.
Das Buch "Das Unbehagen der Geschlechter" dient der folgenden Analyse als Grundlage. Zum Verständnis ihrer Arbeitsweise soll einführend Butlers Analyserahmen beschrieben werden. Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit Butlers kritischer Auseinandersetzung mit den Begriffen Geschlecht (sex) und Geschlechtsidentität (gender). Daran anschließend richtet sich die Untersuchung auf die kulturelle Konstruktion der beiden Kategorien. Im Fokus steht dabei der Einfluss verschiedener Konzepte wie die Heterosexuellen Matrix und die Zwangsheterosexualität. Gefolgt von einem Einblick in Butlers Ansatz zur Performativität der Geschlechter, welcher in ihre politische Strategie der parodischen Wiederholung führt. Am Ende dieser Arbeit wird auf die kritische Rezeption Butlers Theorie eingegangen, um einige Schwierigkeiten ihrer Theorie darzulegen, die für die Beantwortung der einleitenden Frage von Bedeutung sind. Abschließend wird sich jedoch zeigen, dass trotz der Einwände, die aber größtenteils durch die verschiedenen Standpunkte der Kritiker ergeben, Butlers Theorie einen geeigneten Ansatz bietet, die Geschlechterkategorien aufzubrechen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Butlers kritische Methode

2. Diskurs als Rahmen der Kritik

2.1. Geschlecht gleich Geschlechtsidentität?

3. Geschlecht als Effekt des hegemonialen Diskurses

3.1. Die Macht der Normen

3.2. Die Grenzen des Menschlichen

3.3. Umkehr zwischen Ursache und Effekt

3.4. Die produktive Kraft der Gesetze

4. Geschlecht als performativer Effekt

4.1. Butlers Strategie der Subversion

5. Kritik an Butlers Geschlechtertheorie

6. Fazit: Grenzen und Möglichkeiten der Veränderbarkeit der Geschlechterkategorien durch Butlers Theorie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Judith Butlers Theorie zu Geschlechternormen und -kategorien, um zu analysieren, inwiefern ihr Ansatz dazu beitragen kann, die starren Strukturen der Geschlechterverhältnisse aufzubrechen und Spielräume für eine Veränderbarkeit dieser Kategorien zu eröffnen.

  • Kritische Analyse von Geschlecht (sex) und Geschlechtsidentität (gender)
  • Einfluss des hegemonialen Diskurses und der Zwangsheterosexualität
  • Konzept der Performativität und subversiven Wiederholung
  • Auseinandersetzung mit theoretischer Kritik an Butlers Ansatz
  • Potenzial der Entnaturalisierung von Geschlechterkategorien

Auszug aus dem Buch

4. Geschlecht als performativer Effekt

Nach Butlers Analyse der Gesetze handelt es sich bei dem System der Heterosexuellen Zweigeschlechtlichkeit folglich nicht um etwas was auf eine innere Wahrheit oder Substanz zurückzuführen ist, sondern um eine kulturelle Konstruktion. Diese Konstruktion der Kohärenz zwischen Geschlecht (sex), Geschlechtsidentität (gender) und heterosexuellem Begehren ist daher nur ein Ideal, welches durch seinen phantasmischen Charakter nie erreichbar ist. Man kann nur versuchen sich diesem Ideal, dieser Norm immer wieder anzunähern, denn die vollständige Verkörperung ist unmöglich. Wenn sich diese Ideale als Prozess erweisen, dann bergen sie natürlich immer auch die Möglichkeit einer Verfehlung in sich. (Vgl. ebd. 181)

»Die Tatsache, daß Heterosexualität immer dabei ist, sich selbst zu erklären, ist ein Indiz dafür, daß sie ständig gefährdet ist, das heißt, daß sie um die Möglichkeit des eigenen Kollapses ›weiß‹: daher ihr Wiederholungszwang, der zugleich ein Verwerfen dessen ist, was ihre Kohärenz bedroht. Daß sie dieses Risiko niemals beseitigen kann, bezeugt ihre tiefgreifende Abhängigkeit von der Homosexualität.« (Butler 1996, 28)

Nach Butler vollzieht sich dieser Prozess durch performative Akte der Wiederholung der Norm. Der Begriff der Performativität ist zurückzuführen auf den Sprachphilosophen John L. Austin. Er besagt, dass Sprache die Fähigkeit hat, durch Bezeichnung herzustellen, was sie lediglich nur zu benennen vermag. Ihre Kraft zieht sie daraus, dass sie sich auf existierende Konventionen bezieht (Austin 1972). Für Butler ist die Performativität der Geschlechtsidentität ein wiederholtes sprachliches Tun, das eine produktive und generative Auswirkung auf die Realität der Geschlechter hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wissenschaftliche Umstrittenheit biologischer Geschlechterunterschiede und führt in Judith Butlers Ziel ein, Geschlechterkategorien durch Dekonstruktion aufzubrechen.

1.1. Butlers kritische Methode: Dieses Unterkapitel beschreibt Butlers Nutzung von Genealogie und Dekonstruktion als Instrumente, um Kontingenz und Widersprüche in diskursiven Systemen freizulegen.

2. Diskurs als Rahmen der Kritik: Hier wird der Diskursbegriff als machtvolle Praktik erläutert, in der Wissen und Identität erzeugt werden, wodurch eine vordiskursive Realität als kulturelles Konstrukt entlarvt wird.

2.1. Geschlecht gleich Geschlechtsidentität?: Dieses Kapitel hinterfragt die feministische Trennung von sex und gender als Fixierung eines binären Systems und plädiert für eine radikale Loslösung beider Begriffe.

3. Geschlecht als Effekt des hegemonialen Diskurses: Das Kapitel analysiert, wie Geschlecht nicht als Ursache, sondern als Effekt kultureller Konstruktionen fungiert, die durch hegemoniale Diskurse reguliert werden.

3.1. Die Macht der Normen: Die heterosexuelle Matrix wird als dominantes Deutungsmuster beschrieben, das ein Ideal der Kohärenz zwischen Geschlecht, Identität und Begehren erzwingt.

3.2. Die Grenzen des Menschlichen: Butler argumentiert hier, dass Identität und der Status als Person untrennbar mit der geschlechtlichen Einordnung verbunden und damit diskursiv erzeugt sind.

3.3. Umkehr zwischen Ursache und Effekt: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Zwangsheterosexualität nicht als natürliche Ursache, sondern als disziplinierendes System fungiert, das binäre Identitäten rechtfertigt.

3.4. Die produktive Kraft der Gesetze: Es wird untersucht, wie Verbote wie das Inzesttabu nicht nur restriktiv wirken, sondern produktiv Identitäten und Begehren erst erzeugen.

4. Geschlecht als performativer Effekt: Dieses Kapitel beschreibt Geschlecht als Ergebnis einer fortlaufenden, performativen Wiederholung von Normen, die als natürlich erscheinen, aber phantasmisch bleiben.

4.1. Butlers Strategie der Subversion: Anhand von Travestie und Drag wird aufgezeigt, wie parodistische Wiederholung die Kontingenz und Unnatürlichkeit hegemonialer Geschlechteridentitäten offenlegen kann.

5. Kritik an Butlers Geschlechtertheorie: Das Kapitel widmet sich der akademischen Kontroverse um Butlers Theorie, insbesondere den Vorwürfen der Entkörperung und des fehlenden Subjektbegriffs.

6. Fazit: Grenzen und Möglichkeiten der Veränderbarkeit der Geschlechterkategorien durch Butlers Theorie: Das Fazit resümiert Butlers Beitrag zur Entnaturalisierung von Geschlecht und deren Potenzial, trotz Kritik neue Spielräume für kulturelle Geschlechtskonfigurationen zu schaffen.

Schlüsselwörter

Judith Butler, Geschlecht, Geschlechtsidentität, Performativität, Diskurs, Zwangsheterosexualität, Dekonstruktion, Heterosexuelle Matrix, Macht, Subversion, Genealogie, Körper, kulturelle Konstruktion, Identität, Geschlechterkategorien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die geschlechtertheoretischen Ansätze von Judith Butler, insbesondere deren Ziel, die als natürlich wahrgenommenen Geschlechterkategorien als soziale und diskursive Konstrukte zu entlarven.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Identität, der Macht des Diskurses, der Rolle der Heterosexualität als regulative Norm und der Möglichkeit zur subversiven Veränderung dieser Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern Butlers Theorie des performativen Geschlechts die starre Zweigeschlechtlichkeit aufbrechen kann und welche Möglichkeiten dies für die Veränderbarkeit von Geschlechterverhältnissen bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Butlers Werken (insb. Das Unbehagen der Geschlechter), unter Anwendung von Methoden der Dekonstruktion und Genealogie sowie der Analyse fachwissenschaftlicher Kritiken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Diskursmacht, die Dekonstruktion der Verbindung von Geschlecht und Identität, das Konzept der performativen Wiederholung sowie die kritische Reflexion des Ansatzes durch andere Theoretiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Performativität, Diskurs, heterosexuelle Matrix, Entnaturalisierung, Subversion und kulturelle Konstruktion geprägt.

Wie begegnet Butler dem Vorwurf der Entkörperung des Subjekts?

Butler reagiert darauf, indem sie den Körper nicht als bloßen Text, sondern als Materialisation von Diskursen begreift und betont, dass die Leugnung einer vordiskursiven Wirklichkeit nicht gleichbedeutend mit der Leugnung der Materialität ist.

Warum ist die Travestie laut Butler eine subversive Strategie?

Die Travestie zeigt laut Butler die Imitationsstruktur von Geschlechterrollen auf und beweist, dass es kein ursprüngliches, natürliches Geschlecht gibt, wodurch die Stabilität hegemonialer Identitäten infrage gestellt wird.

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Details

Titel
Judith Butler und die Veränderbarkeit der Geschlechterkategorien
Hochschule
Universität Hamburg  (Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Soziale Strukturen im internationalen Vergleich
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V346903
ISBN (eBook)
9783668361539
ISBN (Buch)
9783668361546
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Judith Butler Geschlechter Gender Sex
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2015, Judith Butler und die Veränderbarkeit der Geschlechterkategorien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346903
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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