In der vorliegenden Studienarbeit soll der Faktor Stress während der beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang mit verstärktem Essen untersucht werden. Dazu wird zunächst ein Überblick über den aktuellen Stand der Forschung wiedergegeben.
Die heutige Arbeitswelt in Deutschland verlangt von ihren Beschäftigten immer mehr ab. Multitasking, starker Termin- und Leistungsdruck oder sich ständig wiederholende Arbeitsvorgänge, die zu einer einseitigen Belastung führen oder den Mitarbeiter mental abstumpfen lassen können, führen dabei das Feld der Belastungen an. Die moderne Industriegesellschaft fordert ein schnelles hektisches Leben. Menschen leiden aufgrund dieser Faktoren immer mehr unter zunehmenden Stress und seinen gesundheitlichen Folgen.
Gleichzeitig nimmt die Anzahl an Menschen mit Übergewicht zu. Dies belegt die Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) vom Robert-Koch-Institut aus dem Jahre 2012. DEGS1 liefert aktuelle Daten zum Thema Übergewicht / Adipositas und ist eine repräsentative Stichprobe bei den 8152 Personen untersucht, befragt und getestet wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie und Stand der Forschung
2.1. Stress
2.2. Emotionales Essen
2.3. Essverhalten der Geschlechter
2.4. Das Fünf Faktoren Modell
3. Hypothesen
4. Methode
5. Ergebnisse
5.1. Deskriptive Ergebnisse
5.2. Item- und Reliabilitätsanalyse
5.2.1. Stress am Arbeitsplatz
5.2.2. Emotionales Essen
5.2.3. Neurotizismus
5.3. Überprüfung der Skalen auf Normalverteilung
5.4. Hypothesenüberprüfung
5.4.1. Erste Hypothese
5.4.2. Zweite Hypothese
5.4.3. Dritte Hypothese
6. Diskussion und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen arbeitsbedingtem Stress und emotionalem Essverhalten bei Beschäftigten in Deutschland. Dabei wird analysiert, ob hohe Stressbelastungen im Berufsalltag zu einer gesteigerten Nahrungsaufnahme oder ungesünderem Ernährungsverhalten führen, welche Rolle das Geschlecht hierbei spielt und inwieweit das Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus als Prädiktor für emotionales Essen dienen kann.
- Analyse des Einflusses von beruflichem Stress auf das Essverhalten
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede bei emotionalem Essen
- Prüfung von Neurotizismus als Vorhersagefaktor für stressbedingtes Essen
- Empirische Datenerhebung mittels selbstentwickeltem Fragebogen
- Statistische Hypothesenprüfung mittels Spearman-Rangkorrelation und Mann-Whitney-U-Test
Auszug aus dem Buch
2.2. Emotionales Essen
Essen von Nahrung hat neben der Hungersättigung auch andere Funktionen. So dient Essen nicht selten auch der Affektregulation z.B. im Sinne einer Koppelung negativer emotionaler Zustände und der Nahrungsaufnahme (z.B. Eltern trösten ihre Kinder durch das Angebot von Süßigkeiten)“ (vgl. Herpertz, 2008). Veränderungen des Essverhaltens bei emotionaler Aktivierung werden, wie Befragungen zeigen, häufig erlebt. Dabei fällt auf, dass die Wirkungen von Emotionen auf das Essverhalten in Abhängigkeit von Person- und Emotionsmerkmalen variieren. Frauen berichten häufiger als Männer emotionsbedingte Veränderungen des Essverhaltens (Pudel & Richter, 1980; Pudel, 1984; Spillman, 1990). Ein und dieselbe Emotion kann bei verschiedenen Personen unterschiedliche, sogar entgegengesetzte Wirkungen auf das Essverhalten entfalten. In der Tat berichten Befragte, dass negative Emotionen und Stress das Essverhalten steigern oder hemmen, wobei die jeweilige Häufigkeit von Untersuchung zu Untersuchung schwankt. (Vgl. M. Macht, 2005)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung von Stress am Arbeitsplatz und Übergewicht in der modernen Industriegesellschaft als Ausgangspunkt der Forschung.
2. Theorie und Stand der Forschung: Erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen zu Stress, emotionalem Essen, den Unterschieden zwischen den Geschlechtern und dem Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit.
3. Hypothesen: Formuliert auf Basis der theoretischen Erkenntnisse drei zentrale Hypothesen über den Zusammenhang von Stress, Geschlecht, Neurotizismus und dem Essverhalten.
4. Methode: Beschreibt das methodische Vorgehen bei der Konstruktion eines eigenen Fragebogens zur Erfassung von Stressfaktoren, Essverhalten und Neurotizismus.
5. Ergebnisse: Präsentiert die deskriptiven Daten der Stichprobe sowie die durchgeführten Reliabilitätsanalysen und statistischen Tests zur Hypothesenüberprüfung.
6. Diskussion und Zusammenfassung: Fasst die Studienergebnisse zusammen, reflektiert die Limitationen der Untersuchung und zieht ein Fazit zu den aufgestellten Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
Stress am Arbeitsplatz, Emotionales Essen, Affektregulation, Arbeitsbelastung, Ernährungspsychologie, Neurotizismus, Big Five, Geschlechterunterschiede, Bewusstsein der Nahrungsaufnahme, Stressoren, Coping-Strategien, Statistikanalyse, Fragebogenstudie, Arbeitsstress, Leistungsdruck.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie beruflicher Stress das Essverhalten von Beschäftigten beeinflusst und ob Menschen in Stresssituationen dazu neigen, als Coping-Mechanismus emotional zu essen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind Stress am Arbeitsplatz, emotionales Essverhalten, geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Stressbewältigung durch Essen sowie der Einfluss der Persönlichkeitseigenschaft Neurotizismus.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, ob ein positiver Zusammenhang zwischen beruflichem Stress und emotionalem Essen existiert, ob Frauen öfter zu diesem Verhalten neigen als Männer und ob Neurotizismus emotionales Essen vorhersagen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Studie mittels eines selbstentwickelten Online-Fragebogens durchgeführt. Die Daten wurden mit statistischen Verfahren wie Spearman-Korrelationen, Mann-Whitney-U-Tests und Regressionsanalysen ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Einbettung in Stress- und Ernährungsmodelle, die detaillierte Darstellung der durchgeführten Reliabilitätsanalysen des Fragebogens und die anschließende empirische Überprüfung der drei aufgestellten Hypothesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Stress am Arbeitsplatz, Emotionales Essen, Affektregulation, Neurotizismus, Coping-Strategien und Ernährungspsychologie sind die Kernbegriffe.
Welche spezifische Rolle spielt der Neurotizismus in der Studie?
Neurotizismus wird als Persönlichkeitsmerkmal aus dem Fünf-Faktoren-Modell betrachtet, um zu prüfen, ob instabilere Personen eher zu emotionalem Essen neigen als stabilere.
Was schlussfolgert der Autor bezüglich des Einflusses von Geschlecht?
Entgegen der Erwartung konnte die Studie keinen signifikanten Unterschied zwischen Männern und Frauen in Bezug auf emotionales Essen unter Stress feststellen, weshalb die diesbezügliche Alternativhypothese abgelehnt wurde.
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- Florian Haffstein (Author), 2015, Stress am Arbeitsplatz und Emotionales Essen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346999