Auf den verschiedenen Märkten treten sich Anbieter und Nachfrager unter ganz unterschiedlichen Marktverhältnissen gegenüber. Die jeweilige Stärke der Marktteilnehmer hängt sowohl von ihrem Verhalten und damit von ihrer Preisbildung ab. Man hat nun diese Marktverhältnisse nach verschiedenen Kriterien untersucht. Als Ergebnis ist herausgekommen, daß sich das Verhalten der Marktteilnehmer stark am Verhältnis Anbieter und Nachfrager orientiert. Hieraus kann die jeweilige Marktform geschlossen werden.
Auf die Höhe der Preise und die Gestaltung der Bedingungen ist die jeweilige Marktform von wesentlichem Einfluß, d. h. wie viele Anbieter sich um die Gunst der Nachfrager bewerben und wie viele Nachfrager sich um die Leistungen der Anbieter bemühen. Anbieter und Nachfrager konkurrieren also untereinander. Wer einziger Anbieter eines Gutes auf dem Markt ist, verhält sich folglich anders als ein Anbieter mit vieler Konkurrenz. Preisbildung und Absatz der Unternehmung hängen folglich wesentlich von der Zahl und der wirtschaftlichen Macht (=Grad des Wettbewerbs) der einzelnen Marktteilnehmer ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Marktformenschema
1.2 Marktverhalten
2. Monopol
2.1 Preisbildung beim Monopol
3. Polypol
3.1 Preisbildung beim Polypol
4. Oligopol
4.1 Oligopolistischer Krieg
4.2 Friedliche Verhaltensweisen
4.3 Preisführerschaft
4.4 Preisabsprachen
4.5 Preisstarrheit
4.6 Preisdifferenzierung
4.7 Monopolistische Konkurrenz
5. Schlußgedanke
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Marktformen Polypol, Monopol und Oligopol. Ziel ist es, die ökonomischen Mechanismen der Preisbildung sowie die spezifischen Verhaltensweisen der Marktteilnehmer in Abhängigkeit von den jeweiligen Marktstrukturen zu analysieren.
- Grundlagen der Marktklassifizierung und Marktformenlehre
- Mechanismen der Preisbildung unter monopolistischen Bedingungen
- Verhaltensweisen und Preisstrategien im Polypol
- Strategische Interaktionen und Wettbewerbsformen im Oligopol
- Unterscheidung zwischen Anpassungs- und Strategieverhalten
Auszug aus dem Buch
1.1 Marktformenschema
Marktformen werden definiert als „Klassifizierungen von Märkten, die sich durch das Verhalten der Marktteilnehmer und damit durch eine besondere Art der Preisbildung unterscheiden.“(1)
Dies ergibt folgendes Marktformenschema:
Das MONOPOL ist eine Marktform, bei der sich das Angebot auf einen Anbieter und/oder die Nachfrage auf einen Nachfrager konzentriert.
Beim OLIGOPOL treten auf dem Markt nur wenige große Anbieter und/oder wenige große Nachfrager auf.
Beim POLYPOL sind auf der Seite des Angebots und auf der Seite der Nachfrager viele relativ kleine Marktteilnehmer vorhanden.
Das Problem bei diesem Marktformenschema ist, daß es sich auf den vollkommenen Markt bezieht. Dieser Markt setzt voraus:
• Vollkommen gleichartige (homogene) Leistungen der Anbieter
• Das Fehlen von Bevorzugungen (Präferenzen) bestimmter Anbieter durch die Nachfrager
• Volle Überschaubarkeit des Marktes (Markttransparenz)
• Keinerlei behördliche (kommunale, staatliche, überstaatliche) Eingriffe auf die Gestaltung der Preise und Geschäftsbedingungen.
Da in der Praxis diese Voraussetzungen nur bei wenigen Märkten auftreten, sind fast alle Märkte mehr oder weniger unvollkommene Märkte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Marktverhältnisse, Definition von Marktformen und die Bedeutung der wirtschaftlichen Macht für die Preisgestaltung.
1.1 Marktformenschema: Systematische Einordnung der Marktformen basierend auf der Anzahl der Anbieter und Nachfrager sowie Erläuterung der Annahmen des vollkommenen Marktes.
1.2 Marktverhalten: Differenzierung zwischen dem Anpassungsverhalten im Polypol und dem strategischen Verhalten in Monopol- und Oligopolsituationen.
2. Monopol: Untersuchung der Alleinanbieter-Situation und der Faktoren, die zur Entstehung von Monopolen führen.
2.1 Preisbildung beim Monopol: Analyse der gewinnmaximalen Preisgestaltung des Monopolisten unter Berücksichtigung der Nachfragekurve und der Grenzkosten.
3. Polypol: Beschreibung des Marktes mit vielen kleinen Anbietern, bei dem der einzelne Anbieter kaum Einfluss auf den Marktpreis hat.
3.1 Preisbildung beim Polypol: Erklärung des Mengenanpassers, der sein Gewinnmaximum bei gegebenem Marktpreis durch Anpassung der produzierten Menge erreicht.
4. Oligopol: Betrachtung der in der Praxis häufigsten Marktform, die durch gegenseitige Abhängigkeit der Anbieter gekennzeichnet ist.
4.1 Oligopolistischer Krieg: Analyse aggressiver Wettbewerbsstrategien wie Preiskämpfe zur Verdrängung der Konkurrenz.
4.2 Friedliche Verhaltensweisen: Strategien im Oligopol, die auf die Vermeidung von Preiskämpfen durch Beobachtung der Konkurrenzreaktionen abzielen.
4.3 Preisführerschaft: Erläuterung der Marktführerschaft, bei der sich kleinere Anbieter dem Preisdiktat eines großen Anbieters beugen.
4.4 Preisabsprachen: Untersuchung kartellähnlicher Verhaltensweisen zur gemeinsamen Gewinnmaximierung und deren schwierige Nachweisbarkeit.
4.5 Preisstarrheit: Analyse der Ursachen, warum sich Preise in Oligopolmärkten oft nur zögerlich verändern.
4.6 Preisdifferenzierung: Darstellung verschiedener Methoden zur Preisgestaltung basierend auf räumlichen, zeitlichen oder zielgruppenspezifischen Kriterien.
4.7 Monopolistische Konkurrenz: Beschreibung einer Marktform mit unendlich vielen Konkurrenten auf einem unvollkommenen Markt.
5. Schlußgedanke: Fazit der Hausarbeit und Hinweis auf die Komplexität des Themas.
Schlüsselwörter
Marktformen, Polypol, Monopol, Oligopol, Preisbildung, Marktverhalten, Mengenanpasser, Strategie, Wettbewerb, Grenzkosten, Grenzerlös, Preisdifferenzierung, Preisabsprachen, vollkommener Markt, Marktmacht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die ökonomischen Grundlagen der drei zentralen Marktformen: Polypol, Monopol und Oligopol.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Klassifizierung von Märkten, die Mechanismen der Preisbildung sowie das spezifische Marktverhalten der Anbieter in Abhängigkeit von der jeweiligen Konkurrenzsituation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung der Preisbildungsmodelle und die Verdeutlichung, wie die Marktstruktur das strategische Handeln der Unternehmen beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Literaturanalyse angewandt, die auf volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Standardwerken basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der drei Marktformen, ergänzt durch grafische Darstellungen zur Preisbildung und eine Erörterung spezieller Strategien wie Preisdifferenzierung und Oligopol-Verhaltensweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Marktformen, Preisbildung, Wettbewerb, Strategie und Marktmacht beschreiben.
Was unterscheidet das Verhalten im Polypol vom Verhalten im Monopol?
Im Polypol agiert der Anbieter als "Mengenanpasser", da er zu klein ist, um den Marktpreis zu beeinflussen. Der Monopolist hingegen handelt strategisch und legt seinen Preis unter Berücksichtigung der Nachfragereaktionen fest.
Was ist das Problem bei Preisabsprachen im Oligopol?
Preisabsprachen sind gesetzlich verboten, da sie den Wettbewerb einschränken und zu Lasten der Konsumenten gehen. Zudem sind sie in der Praxis aufgrund der notwendigen Geheimhaltung und der Anreize zum Ausbruch aus dem Abkommen schwer dauerhaft stabil zu halten.
- Citar trabajo
- Christian Hund (Autor), 1997, Marktformen: Polypol - Monopol - Oligopol, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346