Soziale Medizin und HIV. Aufgaben der Sozialmedizin im Umgang mit der Krankheit


Ausarbeitung, 2016
16 Seiten, Note: 1,5
Anonym

Leseprobe

Inhalt

Soziale Medizin und HIV

1. Einleitung

2. HIV
2.1. Ein Einblick in die Krankheit
2.2. Die medizinische Entwicklung und der Status Quo
2.3. Umgang mit HIV und AIDS – womit Betroffene zu kämpfen haben

3. HIV & AIDS in der sozialen Medizin
3.1. Definition der sozialen Arbeit und Bereiche
3.2. Aufgaben im Bereich HIV und AIDS und Vorgehen
3.3. Zusätzlicher Herausforderung durch Zuwanderungen

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Soziale Medizin und HIV

1. Einleitung

So sehr HIV und AIDS als Begriffe auch eine geraume Zeit in jeder Munde waren, geriet diese Thematik im Laufe der Jahre langsam immer mehr in den Hintergrund. Andere Krankheiten, Katastrophen, politische Geschehnisse liefen dieser Geißel der Menschheit den Rang in der Öffentlichkeit ab. Berührungsängste wichen stetig vermehrter Aufklärung, Vorurteile konnten relativiert werden und schon fast könnte der Eindruck entstehen, diese schreckliche Krankheit gehöre nun einfach ‚zur Tagesordnung‘ bei der Gattung Mensch.

Die Öffentlichkeit hat sich anderen Themen zugewandt, doch liegt dies schlicht auch in der menschlichen Natur. Nichtsdestotrotz sind HIV und AIDS natürlich in der Forschung und der Medizin ein großes Thema und auch haben Erkrankte trotz diverser Fortschritte in der Forschung mit vielen Problemen zu kämpfen. Die gesundheitlichen Beschwerden liegen dabei auf der Hand, was die Allgemeinheit oftmals jedoch nicht wirklich wahrnimmt, sind die sozialen, bürokratischen und ‚organisatorischen‘ Beschwernisse erkrankter Menschen.

Wo nicht selten an diesem Virus Erkrankte relativ auf sich gestellt sind in Sachen soziales Umfeld, greift der Staat. Die soziale Arbeit sei nebenrangig an dieser Stelle genannt, vorrangig soll der Bereich der sozialen Medizin in Zusammenhang mit dieser Krankheit aufgezeigt werden.

In Sachen sozialer Arbeit ist hinlänglich bekannt, dass Städte, Kommunen und Beratungsstellen für alles Mögliche existieren, so natürlich auch im Speziellen für dieses Terrain.

Es wird Aufklärung geleistet – doch dies ist bei Weitem nicht alles, womit sich die soziale Arbeit und soziale Medizin in Sachen HIV auseinandersetzen muss. Auch diese Punkte werden im Laufe der folgenden Seiten aufgeführt und eingehender beleuchtet.

Neben Anlaufstellen für Aufklärung beschäftigt sich die soziale Medizin auch mit der Betreuung Erkrankter, Hilfe für Angehörige und muss sich mit weiteren ‚Nebenkriegsschauplätzen‘ herumschlagen – doch auch hierzu später.

Ebenso ist die soziale Medizin gefragt, wenn es sich um das Anteilnehmen am sozialen Leben, dem Arbeitsalltag et cetera für den Betroffenen handelt.

HIV bedeutet nicht nur für den Betroffenen ein immenses Maß an Belastung. Neben dem Umgang mit den Beschwerden, mitunter mühseligen Behandlungen darf weder der seelische Leidensdruck dieser Menschen vergessen werden, noch folgende Tatsache:

Nach wie vor müssen diese Menschen den Grundstock ihres Lebens meistern, Einkäufe erledigen, haben ein Mehr an Terminen hinter sich zu bringen, sich schlicht und ergreifend um eine Menge mehr Dinge zu kümmern als Gesunde.

Besonders in der Anfangszeit der Diagnose beginnt sozusagen der Auftakt in eine neue Lebensführung, Prioritäten verschieben sich und der Betroffene muss den Umgang mit allerlei neuen Aspekten lernen. An wen wendet sich ein Betroffener, wenn? Wie sind die gesetzlichen Vorgaben in der Arbeitswelt? Welche Auflagen hat ein Erkrankter zu erfüllen, will und kann er (noch) am Arbeitsleben teilnehmen?

Die soziale Medizin hat hier die Aufgabe, Menschen durch diesen Umbruch zu führen und Ratschläge für entsprechende Hilfe und Anlaufstellen zu geben – doch steht dahinter noch ein weiterer, immens wichtiger Punkt:

Das Erstellen von Gutachten für den Rentenversicherungsträger. Sozialmediziner können also in den verschiedensten Bereichen tätig sein. In der Aufklärung, direkter Hilfe oder eben von der Kasse bestellt. Auch psychischer Beistand muss nicht selten geleistet werden, was ebenso auf der Hand liegt, betrachtet man die enorme Belastung der kranken Person.

Im ersten Teil soll nun auf die Themen HIV und AIDS genauer eingegangen und auch die belastende Situation für mittelbar und unmittelbar Betroffene aufgezeigt werden. Im nächsten Teil wird sich der sozialen Medizin und ihren Aufgaben gewidmet. Dabei ist natürlich anzumerken, dass die Mitwirkung von Sozialmedizinern an sozialer Arbeit eher einen Randbereich darstellt, dem diese sich widmen (können).

Erst wird der Wirkungsbereich im Allgemeinen aufgezeigt, dann im Speziellen hinsichtlich der thematisierten Erkrankung.

Wie bereits angemerkt soll ebenso verdeutlicht werden, dass auf die soziale Medizin durch andere Punkte wie etwa den globalen Wandel zusätzliche Herausforderungen zukommen bzw. bereits zugekommen sind.

Abschließend wird auf die Frage eingegangen, ob der Umfang und die Ressourcen der sozialen Medizin ausreichen, den dargestellten Herausforderungen gerecht zu werden. Dazu ist es nötig, aufzuzeigen, wie dieser Berufskreis vorgehen muss, um an gesicherte Ergebnisse zu gelangen.

2. HIV

2.1. Ein Einblick in die Krankheit

HIV ist die Abkürzung für Humane Immundefizient-Virus und beschreibt einen Virus, der Immunschwäche bei Menschen bewirkt. Dabei wird das das HIV zu den Retroviren gezählt und an sich richtet dieser Virus noch keinen wirklichen Schaden an. Wird der Virus jedoch nicht behandelt, auch wenn er stillstehend agiert, führt er zum Ausbruch von AIDS. Seit Beginn der ´80er Jahre wurde das Virus immer verbreiteter, allerdings kann seit Ende der Neunziger auch Rückgang der Neuerkrankungen verzeichnet werden.

Es wird zwischen HIV-Typ 1 und 2 unterschieden, diese beiden Formen sind der heutigen Medizin und Forschung bislang bekannt. Von HIV-Typ 1 wurde zum ersten Mal durch das Pariser Institut Pasteur berichtet (Barré-Sinoussi und Chermann).

Auch der Wissenschaftler Robert Gallo stieß, mehr durch Zufall, auf einen Virus, der eine Immunschwäche, AIDS, auszulösen in der Lage ist (Gallo).

Mitte der 1980er Jahre entdeckte die Medizin eine weitere Form des HI-Virus, als Typ 2 bezeichnet. Es sollte knappe zwanzig Jahre dauern, bis der Mensch diesem Virus exakter auf die Spur kommen sollte und seinen Ursprung bei Schimpansen erforschte.

Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Ausscheidungen einiger Affen Anti-Körper gegen den SIV aufwiesen.

SIV ist der Terminus für die ‚Affen-Variante‘ des HI-Virus. Den schlussendlichen Ursprung stellt diese Erkenntnis jedoch auch nicht dar, infizierten sich die Affen bzw. Schimpansen doch Vermutungen der Wissenschaft zufolge im westafrikanischen Teil der Welt mit diesem Virus oder einem Vorläufer davon.

So mutierte bei infizierten Menschen im 20. Jahrhundert der SIV zum HI-Virus, der AIDS auslöst. Ungewöhnlich ist dabei, dass das Virus sich nicht an die ‚Ketten der Arten‘ hält, sondern Arten übersprungen hat. So griff dieser Virus vom Affen auf den Menschenaffen und so auf den Menschen über. Wie allerdings die Übertragung auf den Menschen möglich war, ist nach wie vor ungeklärt. Eine Vermutung ist die Nahrungsaufnahme durch erjagte Affen.

Des Weiteren existiert die Vermutung, dass die Übertragung auf den Menschen durch die Schluckimpfung stattgefunden hat, für deren Wirkstoff im Belgisch-Kongo Schimpansennieren zur Streckung verwendet wurden. So könnte das Virus in die menschliche Zivilisation gelangt und vom SIV zum HIV mutiert sein (Hooper).

Einig ist sich die Wissenschaft nicht, vieles spricht für jede der beiden Thesen, doch auch genug dagegen. Untersuchungen des Impfstoffes zur Schluckimpfung wiesen zum Beispiel keinerlei Virenbefall auf.

Die Vermehrung des Virus´ soll nach Erkenntnissen von Afrika über Haiti in die Vereinigten Staaten gelangt sein. Diese Annahme beruht auf der Erkenntnis, dass bereits vor 1960 HIV im afrikanischen Teil der Welt aufgetreten war (Lehnen-Beyel).

Beide Typen des HI-Virus können in weitere Subtypen unterteilt werden, dabei scheint es auffällig, dass Typ 1 mit dem Subtyp B der Gruppe B insbesondere unter Drogenkonsumenten, die ‚spritzen‘, und unter Homosexuellen verbreitet ist. Die beiden Urtypen des HI-Virus unterscheiden sich an sich kaum, der Verlauf von Typ 2 kann als langsamer angesehen werden.

Als Übertragung des Virus gilt nach wie vor der Austausch von Körperflüssigkeiten. Sei es durch Bluttransfusionen mit infiziertem Blut, verunreinigte Spritzen, (ungeschützten) Geschlechtsverkehr, allgemein die Aufnahme über Haut und Schleimhaut. ‚Spitzenreiter‘ sind dabei Transfusionen.

2.2. Die medizinische Entwicklung und der Status Quo

Die Forschung zeigte sich zuversichtlich, doch sollte bis zum heutigen Tage aus der Hoffnung, bald ein Heilmittel gegen den Ausbruch von AIDS, zu finden, nicht bewahrheiten.

Die Forschung fischt nicht vollends im Trüben, Erkrankte können durchaus behandelt werden, auch kann der Krankheitsverlauf verzögert und gemildert werden. Von Heilung ist die Menschheit jedoch noch ein ganzes Stück entfernt (Chance, Stand der medzinischen Forschung).

Auch ist es der Medizin gelungen bei der Entwicklung von Produkte gut voranzukommen, die einer Infektion vorbeugen. Nach derzeitigen Erkenntnissen bietet der Pharma-Markt bis dato rund zwanzig Grundstoffe um diese Krankheit zu behandeln.

Die Forschung belässt den Stand der Dinge natürlich nicht dabei, es wird nach wie geforscht und weitere Produkte befinden sich in der Entwicklung (Chance, Stand der medzinischen Forschung). Vorrangig ist dabei nicht nur, den Körper derart zu stärken, dass das Immunsystem besser gegen Angriffe vorgehen und sich der Körper stärker zur Wehr setzen kann.

Das Ziel dieser Forschungen ist zum einen die Beantwortung der Frage, ob das Immunsystem entsprechend angeregt werden kann und andererseits auch die Belastung durch und mit Viren im menschlichen Körper gesenkt werden kann.

Hier bewegt sich die Forschung im Bereich der Gentherapie und Schutzimpfungs-Forschung. Die Hauptproblematik, die die Zuversicht der Forscher, die vor Jahrzehnten noch herrschte, immens gedämpft hat, ist schlichtweg die Tatsache, dass das Virus über eine enorme Fähigkeit der Mutation verfügt, viele Mischtypen auftreten und sich das Virus sozusagen ständig ‚in genetischer Bewegung‘ befindet (Chance, Stand der medzinischen Forschung).

2007 gab es einen mehr als herben Rückschlag für die Forschung, als ein vermeintlicher Impfstoff, der zuversichtlich entwickelt worden war, die Anfälligkeit für eine Erlangung mit dem HI-Virus noch verstärkte. Auch weitere ernüchternde Versuche folgten.

Hoffnungen, in den nächsten Jahren eine Heilung oder eine ultimative Prävention zu finden, wurden ad acta gelegt.

Sie liegen nun darauf, den Krankheitsverlauf milder zu gestalten und auch das Ansteckungsrisiko durch einen Infizierten für andere zu senken. Die Viruslast an sich soll verringert werden um dies zu bewerkstelligen.

Zweites spielt auch enorme Rolle bei der Übertragung von Mutter auf Kind, sei es durch die Schwangerschaft selbst oder auch das Stillen. Die Senkung der Viruslast bedeutet dabei ein Herabsetzen der Virenzahl in der entsprechenden Körperflüssigkeit. Bisher kann also nicht davon ausgegangen werden, das Virus komplett in den Griff zu bekommen und auszumerzen, jedoch existieren Möglichkeiten, die Ansteckungsgefahr und somit auch weitere Verbreitung einzudämmen. Durch spezielle Untersuchungen wird dabei die Anzahl der Viren überprüft, dies geschieht im Zuge der antiretroviraler Therapien.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Soziale Medizin und HIV. Aufgaben der Sozialmedizin im Umgang mit der Krankheit
Note
1,5
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V347117
ISBN (eBook)
9783668366213
ISBN (Buch)
9783668366220
Dateigröße
757 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale, medizin, aufgaben, sozialmedizin, umgang, krankheit
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Soziale Medizin und HIV. Aufgaben der Sozialmedizin im Umgang mit der Krankheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347117

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