Diese Hausarbeit soll herausarbeiten, wie viel Interkulturalität in dem Buch von Paul Maar „Neben mir ist noch Platz“ steckt. Zuerst wird eine allgemeine Definition zu Interkulturalität gegeben. Es folgt eine kurze Inhaltsangabe über das Buch von Paul Maar „Neben mir ist noch Platz“, mit einer knappen Analyse der verwendeten Erzählstruktur und Sprache.
Danach folgt ein Einblick in die Kriterien zur Interkulturalität eines Buches nach Heidi Rösch. In den vier nächsten Unterpunkten wird das Buch von Paul Maar in Hinblick der vorangegangen Kriterien untersucht und abschließend wird ein Statement abgegeben, ob das Buch nach Heidi Rösch interkulturell ist. Im Fazit wird die aktuelle Notwendigkeit auf Grund der politischen und der heutigen Lebenssituation von interkultureller Literatur in der Schule thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Begriff Interkulturalität in Literatur
2.1 Interkulturalität in der Literatur nach Heidi Rösch
3. Inhaltsangabe und Hintergrundinformationen zum Buch Paul Maar - Neben mir ist noch Platz
3.1 Erzählstruktur und Sprache
3.2 Interkulturalität nach Heidi Rösch im Buch von Paul Maar - Neben mir ist noch Platz
3.2.1 Wissen
3.2.2 Können
3.2.3 Soziales Bewusstsein
3.2.4 Personales Bewusstsein
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial interkultureller Kinder- und Jugendliteratur am Beispiel des Romans „Neben mir ist noch Platz“ von Paul Maar. Ziel ist es, auf Basis der von Heidi Rösch entwickelten Kriterien (Wissen, Können, soziale und personale Bewusstheit) herauszuarbeiten, inwieweit das Werk interkulturelle Lernprozesse initiieren und Empathie sowie interkulturelle Kompetenzen bei jungen Lesern fördern kann.
- Grundlagen und Definitionen des Begriffs Interkulturalität in der Literatur.
- Die vier Kriterien der interkulturellen Literatur nach Heidi Rösch.
- Analyse der Erzählstruktur und Sprache in Paul Maars Kinderroman.
- Kritische Untersuchung des Romans hinsichtlich seiner interkulturellen Dimensionen.
- Bedeutung der interkulturellen Literatur für den modernen Schulunterricht.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Können
Das Buch „Neben mir ist noch Platz“ von Paul Maar bietet dem Leser eine Sicht der kindlichen Hauptperson Steffi, mit der sich deutsche Kinder problemlos identifizieren können. Die zweite Hauptperson Aischa wird als selbstbewusste Persönlichkeit gekennzeichnet, die ihre Familie und Kultur offen anspricht und dafür sogar fast die Freundschaft mit Steffi aufs Spiel setzt. Der Integrationsstand der Leser beeinflusst nun inwieweit sie sich mit einer Hauptfigur identifizieren können.
In dem Buch tragen beide Hauptfiguren eine andere Kultur und Paul Maar schafft es diese als gleichwertig darzustellen. Beide wohnen in derselben Straße, gehen auf dieselbe Schule und in dieselbe Klasse. Sie reden offen miteinander, beispielsweise diskutieren sie darüber ob das Wetter im Libanon oder in Deutschland schöner sei (Vgl. Maar 1996, S.12). Themen wie arm und reich und die Situation zwischen den Einheimischen mit ihrem Besitz und den Migranten/ innen mit ihrer weitgehend besitzlosen Übergangssituation werden gar nicht aufgegriffen (vgl. Riemhofer 2015, S.64). Die neue Freundin Aischa hat Steffi viel Neues und Unbekanntes gezeigt, sodass Steffi Vorbehalte und Ängste überwinden konnte. Somit konnte sie am Ende offen und aufgeschlossen auf die neue Mitschülerin zugehen.
Paul Maars Intention war es das Fremde näher zu bringen, um nicht vorab zu urteilen. Das eigene Selbst- und Fremdbild sollte wahrgenommen werden. Trotz der im Text postulierten Interkulturalität konnte sich Maar in seiner Darstellung nicht von herkömmlichen Klischees befreien. Bereits in der Darstellung der Lebensumstände beider Familien offenbarten sich altbekannte Stereotype. Das arme Migrantenkind trifft auf das finanziell wesentlich besser gestellte einheimische Kind und bestaunt dieses. Allerdings bedeutet es nicht, dass es den Migranten in ihrem Heimatland ebenfalls schlecht ging, aber nachdem Aischa Steffis Zimmer so bestaunte wird auch damalige Armut in Aischas Familie deutlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die pädagogische Bedeutung von interkultureller Kinder- und Jugendliteratur als Mittel zum Abbau von Vorurteilen im schulischen Kontext und stellt die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Zum Begriff Interkulturalität in Literatur: Dieses Kapitel definiert den Begriff der interkulturellen Literatur historisch und theoretisch, wobei verschiedene Ansätze, insbesondere jene von Heidi Rösch, vorgestellt werden.
3. Inhaltsangabe und Hintergrundinformationen zum Buch Paul Maar - Neben mir ist noch Platz: Es erfolgt eine inhaltliche Zusammenfassung des Romans sowie eine Analyse der Erzählweise und der gesellschaftlichen Hintergründe, die das Werk beeinflusst haben.
4. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, interkulturelle Literatur stärker in den Bildungsauftrag der Schule zu integrieren, um eine Atmosphäre der Akzeptanz zu schaffen.
Schlüsselwörter
Interkulturalität, Kinderliteratur, Paul Maar, Migration, Integration, Heidi Rösch, interkulturelle Kompetenz, Vorurteilsabbau, Schulpädagogik, Identitätsbildung, Empathie, Literaturdidaktik, Neben mir ist noch Platz, Stereotype, kulturelle Vielfalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Potenzial des Kinderromans „Neben mir ist noch Platz“ von Paul Maar, um interkulturelle Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen Interkulturalität, Migration, den Abbau von Vorurteilen, Identitätsbildung und die Rolle von Literatur in der pädagogischen Erziehung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern Paul Maars Werk die Kriterien für interkulturelle Literatur nach Heidi Rösch erfüllt und wie es zur Empathieentwicklung beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche und didaktische Analyse angewandt, die auf der theoretischen Grundlage der Kriterien von Heidi Rösch basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Interkulturalität, die Inhaltsangabe des Buches, die Analyse der Erzählstruktur sowie die systematische Überprüfung des Romans anhand der Kriterien Wissen, Können, soziale Bewusstheit und personale Bewusstheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interkulturalität, Kinderliteratur, Integration, interkulturelle Kompetenz und Literaturdidaktik charakterisiert.
Inwiefern spielt die Perspektive der Hauptfigur Steffi eine Rolle?
Steffi fungiert als Identifikationsfigur für deutsche Kinder; ihre kindliche Sichtweise ermöglicht einen Zugang zur Thematik, wobei jedoch auch kritisch hinterfragt wird, dass die Perspektive des geflüchteten Kindes (Aischa) im Vergleich dazu weniger beleuchtet wird.
Welche Rolle spielen Klischees in Paul Maars Roman laut der Analyse?
Die Autorin stellt fest, dass sich der Roman zwar dem Ziel des Perspektivwechsels verschreibt, dabei jedoch teilweise in bekannte Stereotype verfällt, was wiederum Anlass zur kritischen Reflexion über diese Klischees bietet.
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- Verena Witte (Author), 2016, Interkulturalität in der deutschen Gegenwartsliteratur. "Neben mir ist noch Platz" von Paul Maar, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347122