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"Teutsche Ilias". Über den Missbrauch des Nibelungenliedes durch die Nationalsozialisten

Título: "Teutsche Ilias". Über den Missbrauch des Nibelungenliedes durch die Nationalsozialisten

Trabajo Escrito , 2005 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: M. A. Marc Andre Ziegler (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Im Zusammenhang mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, der Zeit des Nationalsozialismus, wurden sowohl der Text als auch der Stoffkreis des Nibelungenliedes immer wieder durch Vertreter und Anhänger des Hitler-Regimes zu Propagandazwecken missbraucht. Mit dem Ziel, die deutsche Bevölkerung während der verlustreichen Zeit des Krieges für die verbrecherischen Pläne der politischen Führung gefügig zu machen und ihr mittels eines deutschen Mythos das Gefühl einer nationalen Identität zu geben. Die Nationalsozialisten stilisierten die Helden des Nibelungenliedes zu deutschen Heroen, die urdeutsche Tugenden verkörperten, die litten, starben und somit wunderbar in ihre perverse Ideologie einer arischen Herrenrasse passten. So avancierte das Nibelungenlied zu einer Art Manifest germanisch-deutschen Selbstverständnisses und verlor durch diese Verfälschung seinen eigentlichen Charakter, nämlich den, eines mittelalterlichen Heldenepos.

Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel gesetzt, die entscheidenden Fehler in der Argumentation von Anbeginn des 20. Jahrhunderts hin zur nationalsozialistischen Despotie aufzuzeigen und anhand ausgewählter Beispiele das Ausmaß der faschistischen Propaganda zu beschreiben. Am Anfang der Untersuchung steht jedoch die Frage, inwieweit das Nibelungenlied überhaupt als deutsches Nationalepos angesehen und verstanden werden darf. In einem nächsten Schritt soll der Begriff der „Nibelungentreue“ näher erläutert werden, ehe dann die propagandistischen Auswüchse anhand zweier Beispiele ausführlich dargestellt werden. Im Mittelpunkt der Analyse steht die Rede Hermann Görings anlässlich des zehnten Jahrestages von Hitlers Machtergreifung, die er als Leiter der NS-Luftwaffe am 30. Januar 1943 im Reichsluftfahrtministerium hielt. Das darauf folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Bedeutung des Nibelungenliedes im zeitgenössischen Schulunterricht und dem auf diesem Wege propagierten, grundlegend falschen Geschichtsverständnis. Die beiden letzten Abschnitte behandeln die auffälligen Bedeutungsverschiebungen innerhalb der Personenkonstellation des Nibelungenliedes von der Zeit des Ersten Weltkrieges bis zur Nazi-Diktatur selbst.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Vorstellung und Begründung für die Wahl des Themas

1.1. Das Nibelungenlied als der „deutscheste aller deutschen Stoffe“

1.2. Die Rezeption des NL speziell im Nationalsozialismus

2. Was versteht man unter dem Begriff der „Nibelungentreue“

3. Beispiele für den propagandistischen Missbrauch des NL

3.1. Die Stalingradrede Hermann Görings vom 30. Januar 1943

3.2. Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“

4. Das Nibelungenlied im nationalsozialistischen Schulunterricht

5. Die Bedeutungsverschiebung von Siegfried zu Hagen?

6. Exkurs: Das Nibelungenlied und die Dolchstoßlegende

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den ideologischen Missbrauch des Nibelungenliedes durch die Nationalsozialisten, um das deutsche Volk während des Zweiten Weltkriegs für ihre verbrecherischen Pläne gefügig zu machen und eine nationale Identität auf Basis eines verfälschten germanischen Mythos zu stiften.

  • Analyse der Konstruktion des Nibelungenliedes als deutsches Nationalepos.
  • Untersuchung des Begriffs der „Nibelungentreue“ im Kontext nationalsozialistischer Ideologie.
  • Kritische Würdigung konkreter Propagandabeispiele wie der Stalingradrede Görings.
  • Betrachtung der pädagogischen Indienstnahme des Epos im nationalsozialistischen Schulunterricht.
  • Analyse der Bedeutungsverschiebungen der Heldenfiguren Siegfried und Hagen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Stalingradrede Hermann Görings vom 30. Januar 1943

Anlässlich des zehnten Jahrestages von Hitlers Machtergreifung hielt Hermann Göring, zu der Zeit Leiter der NS-Luftwaffe, eine Rede im Ehrensaal der Berliner Reichsluftfahrtbehörde. Obwohl er vor allem die Verdienste des Führers in den zurückliegenden zehn Jahren würdigen sollte, gab es für ihn und seine Zuhörer, junge Offiziere der Luftwaffe, nur ein Thema: Die Katastrophe von Stalingrad. In peinlicher Weise verglich er den Kampf der Burgunden mit dem der eingeschlossenen Deutschen im russischen Kessel. Er beschwor das alteuropäische Kriegsideal des Ausharrens bis zum bitteren Ende. Der Kampf um die Stadt wurde in eine zeitlose Sphäre des Heldentums gehoben. Zugleich sollte im Epos jedoch Trost für alle Entbehrungen gefunden werden. Überzogen pathetisch und geradezu lächerlich wortgewaltig spricht Göring: „Und aus all diesen gigantischen Kämpfen ragt nun gleich einem gewaltigen, monumentalen Bau Stalingrad, der Kampf um Stalingrad heraus. Es wird dies einmal der größte Heroenkampf gewesen sein, der sich jemals in unsere Geschichte abgespielt hat. Was dort jetzt unsere Grenadiere, Pioniere, Artilleristen, Flakartilleristen und wer sonst in dieser Stadt ist, vom General bis zum letzten Mann, wer da jetzt kämpft gegen eine gewaltige Übermacht um jeden Block, um jeden Stein, um jedes Loch, um jeden Graben, immer wieder kämpft ermattet, erschöpft – wir kennen ein gewaltiges heroisches Lied von einem Kampf ohnegleichen, das hieß ´Der Kampf der Nibelungen´. Auch sie standen in einer Halle von Feuer und Brand und löschten den Durst mit eigenem Blut – aber kämpften und kämpften bis zum letzten. Ein solcher Kampf tobt heute dort, und jeder Deutsche noch in tausend Jahren muß mit heiligen Schauern das Wort Stalingrad aussprechen und sich erinnern, dass dort Deutschland letzten Endes doch den Stempel zum Endsieg gesetzt hat.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorstellung und Begründung für die Wahl des Themas: Einleitung in die Thematik des propagandistischen Missbrauchs des Nibelungenliedes und Festlegung der methodischen Grundlagen.

1.1. Das Nibelungenlied als der „deutscheste aller deutschen Stoffe“: Analyse des historischen Prozesses, wie das Epos seit dem 19. Jahrhundert zum nationalen Mythos stilisiert wurde.

1.2. Die Rezeption des NL speziell im Nationalsozialismus: Untersuchung der rassistischen Umdeutung des Stoffes zur Stärkung der NS-Ideologie und des Führerkultes.

2. Was versteht man unter dem Begriff der „Nibelungentreue“: Dekonstruktion des politisch instrumentalisierten Treue-Begriffs und Gegenüberstellung mit der historischen Textvorlage.

3. Beispiele für den propagandistischen Missbrauch des NL: Vorstellung konkreter Fälle, in denen das Epos für politische Propaganda herangezogen wurde.

3.1. Die Stalingradrede Hermann Görings vom 30. Januar 1943: Analyse der peinlichen Verknüpfung der Schlacht von Stalingrad mit dem Kampf der Nibelungen durch Göring.

3.2. Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“: Erörterung der Rolle von Wagners Werk als ideologisches Modell für Hitler.

4. Das Nibelungenlied im nationalsozialistischen Schulunterricht: Aufzeigung der pädagogischen Vereinnahmung des Epos zur Erziehung zu blindem Gehorsam und Opferbereitschaft.

5. Die Bedeutungsverschiebung von Siegfried zu Hagen?: Untersuchung der wechselhaften Interpretation der Heldenfiguren Siegfried und Hagen in der deutschen Geschichte.

6. Exkurs: Das Nibelungenlied und die Dolchstoßlegende: Analyse, wie das Epos genutzt wurde, um die militärische Niederlage im Ersten Weltkrieg als Verrat umzudeuten.

7. Zusammenfassung: Abschließendes Plädoyer für einen kritischen und wissenschaftlich fundierten Umgang mit dem Nibelungenlied als historisches Erbe.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Nationalsozialismus, Propaganda, Nibelungentreue, Siegfried, Hagen, Rezeptionsgeschichte, Nationalepos, Stalingrad, Dolchstoßlegende, Richard Wagner, Ideologie, Geschichtsverständnis, Schulunterricht, deutscher Mythos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der instrumentellen Verfälschung und dem Missbrauch des Nibelungenliedes durch die Nationalsozialisten, um ideologische Ziele zu rechtfertigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Rezeptionsgeschichte des Epos, die Rolle der Heldenfiguren, die pädagogische Indienstnahme und die politische Propaganda im NS-Staat.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die systematischen Fehlinterpretationen und die bewusste Manipulation des mittelalterlichen Heldenepos durch das NS-Regime aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger literaturwissenschaftlicher Monografien und historischer Materialbände, um die Instrumentalisierung des Stoffes kritisch zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Begriffs der Nibelungentreue, Fallbeispiele der Propaganda wie Görings Stalingradrede und die Rolle des Epos in Schule und Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Nibelungenlied, Nationalsozialismus, Propaganda, Nibelungentreue, Siegfried, Hagen und Rezeptionsgeschichte.

Inwiefern wurde die Figur Siegfried instrumentalisiert?

Siegfried wurde als „nordischer Held“ und Vorbild für einen arischen Kämpfer umgedeutet, der mit Hitler gleichgesetzt wurde.

Welche Bedeutung hatte der „Dolchstoß“ in diesem Kontext?

Die Dolchstoßlegende nutzte die Nibelungensage, um die Niederlage im Ersten Weltkrieg als vermeintlichen Verrat von innen anstatt als militärisches Versagen darzustellen.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
"Teutsche Ilias". Über den Missbrauch des Nibelungenliedes durch die Nationalsozialisten
Universidad
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Curso
Das Nibelungenlied (Proseminar)
Calificación
1,0
Autor
M. A. Marc Andre Ziegler (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
19
No. de catálogo
V347156
ISBN (Ebook)
9783668364288
ISBN (Libro)
9783668364295
Idioma
Alemán
Etiqueta
teutsche ilias über missbrauch nibelungenliedes nationalsozialisten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M. A. Marc Andre Ziegler (Autor), 2005, "Teutsche Ilias". Über den Missbrauch des Nibelungenliedes durch die Nationalsozialisten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/347156
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