Nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine aktive Arbeitsmarktpolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Diese Arbeit ermöglicht einen Einblick in die politischen Aktivitäten in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik seit den 50er Jahren. Dabei wird im Zuge der Globalisierung die Rolle des Strukturwandels und im Rahmen der fortschreitenden Tertiarisierung die Bedeutung des Dienstleistungssektors besonders berücksichtigt.
Nach einer allgemeinen Einführung werden die arbeitsmarktpolitischen Entwicklungen in drei Zeitabschnitte gegliedert: Die 50er Jahre, die 60er und 70er Jahre und zuletzt die vom Strukturwandel geprägten 80er Jahre. Es wird heraus gearbeitet, welche Bedeutung und Eigendynamik die neuen Informationstechnologien entwickeln und wie sie sich auf unsere Gesellschaft auswirken. Wird es in den nächsten Jahren noch eine ‚normale’ Erwerbsgesellschaft geben?
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Begriffe der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
1.1. Definition der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik
1.2. Sozialstaatsprinzip
1.2.1. Phasen der Sozialpolitik seit 1949
1.2.2. Ordnung des Arbeitslebens
1.3. Soziale Marktwirtschaft
1.4. Sozialpolitik in der Sozialen Marktwirtschaft
2. Form und Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik in der BRD
2.1. Form der Arbeitsmarktpolitik seit den 1960er Jahren
2.1.1. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen unter der Regierung Kohl
2.1.1.1. Ausgangssituation nach der deutschen Wiedervereinigung
2.1.1.2. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen nach der deutschen Wiedervereinigung
2.2. Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen unter der Regierung Schröder
3. Strukturwandel
3.1. Strukturwandel nach der Drei-Sektoren-Theorie von Jean Fourastié
3.1.1. Die Rolle Deutschlands auf dem Weg in die Dienstleistungsgesellschaft
3.1.2. Erklärungsansatz für den schwierigen Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft
3.2. Globalisierung und neue Informationstechnologien
3.3. Der Einfluss von Globalisierung und der Informationsrevolution auf die volkswirtschaftliche Deutschlands und neue Formen der Beschäftigung
3.4. Demographische Aspekte des Strukturwandels
3.5. Der Trend zur Wissensgesellschaft und veränderte Qualifikationsanforderungen im Dienstleistungssektor
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht den Wandel der Arbeitsmarktpolitik und der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Hintergrund globaler Strukturveränderungen und der zunehmenden Tertiarisierung. Im Zentrum steht die Analyse, wie sich dieser Transformationsprozess auf die deutsche Arbeitswelt auswirkt und welche beschäftigungspolitischen Strategien dabei zur Anwendung kommen.
- Grundlagen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik im Sozialstaat.
- Chronologische Betrachtung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen von den 1960er Jahren bis zur Regierung Schröder.
- Analyse des Strukturwandels unter Anwendung der Drei-Sektoren-Theorie.
- Einfluss von Globalisierung und Informationstechnologie auf neue Beschäftigungsformen.
- Herausforderungen durch demographischen Wandel und veränderte Qualifikationsanforderungen.
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Erklärungsansatz für den schwierigen Übergang vom Industrie- zum Dienstleistungssektor
Mögliche Gründe für Probleme, die in der Beschäftigung im dritten Sektor in Deutschland auftreten, seien - so Baethge - zum Teil in den typischen Merkmalen der durch den Industrialismus stark geprägten Bundesrepublik zu finden. Er unterscheidet zwischen Merkmalen „auf der Unternehmensebene“ und Merkmalen „auf der gesellschaftlichen Ebene“. Zu ersterer gehören die Betriebs- und Arbeitsorganisationen der Unternehmen, für die ein hohes Maß an vertikaler Integrität charakteristisch ist, d. h. dass innerhalb eines Betriebes ein Produkt möglichst komplett abgewickelt wird. Das so geschaffene „Produktionsmodell“ schließt das Produktionskonzept, die normgebende Arbeitszeitordnung, die Berufsbildung und die individuelle Sozialisation in das Berufsleben und die über die Eigenorganisation in den Betrieben hinausgehenden industriellen Beziehungen ein.
Merkmale der gesellschaftlichen Ebene sind der “Familientypus mit klarer Rollenteilung“, die Rolle des Sozialversicherungssystems, die soziale Mobilität, die politisch-soziale Kooperation – als Beispiel sind hier die Gewerkschaften zu nennen - und ein „produktionistisches Arbeitsverständnis.“ Dieser Ausdruck beschreibt euphemistisch die viel diskutierte Hypothese, dass die Deutschen lieber materielle Güter herstellen als persönliche Dienste an Dritte zu leisten. Nach Baethge zeigen diese Merkmale „wie sehr die spezifisch deutsche Industriegesellschaft immer mehr war als eine rein ökonomische Produktionsverfassung, nämlich ein komplexes Sozialmodell, dass Produktionsorganisation, Lebensweisen und Formen gesellschaftlicher und politischer Integration kurzschloss.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffe der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der deutschen Arbeitsmarktpolitik und erläutert die Bedeutung des Sozialstaatsprinzips sowie der Sozialen Marktwirtschaft.
2. Form und Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik in der BRD: Es werden die zeitliche Entwicklung und die politischen Maßnahmen zur Arbeitsmarktregulierung von den 1960er Jahren bis hin zum Hartz-Konzept 2002 detailliert dargestellt.
3. Strukturwandel: Hier wird der langfristige Übergang von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft analysiert, wobei Faktoren wie Globalisierung, demographischer Wandel und Qualifikationserfordernisse im Vordergrund stehen.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarktpolitik, Sozialpolitik, Soziale Marktwirtschaft, Strukturwandel, Tertiarisierung, Dienstleistungsgesellschaft, Globalisierung, Informationstechnologie, Beschäftigungspolitik, Kündigungsschutz, Demographischer Wandel, Wissensgesellschaft, Qualifikationsanforderungen, Flexibilisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Veränderungen der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland sowie dem daraus resultierenden Strukturwandel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Globalisierung, technologischem Fortschritt (Informationsrevolution) und demographischem Wandel auf die Erwerbsbiographien und die Arbeitsmarktregulierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Wandel der Arbeitswelt durch globale wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturveränderungen nachzuzeichnen und zu bewerten, inwiefern die aktuellen politischen Ansätze hierauf adäquate Antworten liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, basierend auf ökonomischen und sozialwissenschaftlichen Theorien wie der Drei-Sektoren-Theorie von Jean Fourastié.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition sozialpolitischer Begriffe, eine chronologische Analyse der Arbeitsmarktpolitik (Regierung Kohl und Schröder) sowie eine tiefgehende Untersuchung der Ursachen und Folgen des Strukturwandels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitsmarktpolitik, Tertiarisierung, Strukturwandel, Soziale Marktwirtschaft und Wissensgesellschaft charakterisiert.
Was ist das sogenannte "Mainzer Modell"?
Das Mainzer Modell war eine politische Maßnahme, die durch staatliche Zuschüsse zu den Sozialversicherungsbeiträgen Anreize für die Schaffung von Stellen im Niedriglohnsektor setzen sollte.
Welches Problem beschreibt das "produktionistische Arbeitsverständnis"?
Es beschreibt die Hypothese, dass die deutsche Gesellschaft durch das industrielle Erbe eher auf die Produktion materieller Güter fixiert ist, was den Übergang zu einer Dienstleistungskultur erschwert.
- Quote paper
- Yvonne Metzger (Author), 2003, Wandel der Arbeitsmarktpolitik und Aspekte der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34724