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Die Nibelungenklage - Sagenstoff in historischem Gewand?

Title: Die Nibelungenklage - Sagenstoff in historischem Gewand?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 20 Pages , Grade: 2 -

Autor:in: Peter Lindhorst (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die Nibelungenklage- ein mittelalterliches Werk, das von jeher einige Fragen aufgeworfen hat. So z.B., ob es sich bei diesem Werk um eine Fortsetzung des bekannten Nibelungenliedes handelte oder welche Wirkung man mit diesem von einem anonymen Dichter verfassten Werk erzielen wollte? Diese Arbeit befasst sich damit, ob sich in der Nibelungenklage historische Ereignisse wiederfinden, die sozusagen politische Ereignisse in ein historisches Gewand kleiden. Welche Parallelen erweisen sich zwischen Historie und Dichtung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung (1)

1 Grundsätzliches zur Nibelungenklage (1-4)

1.1 Inhalt, Gliederung und formale Aspekte der Nibelungenklage (1-2)

1.2 Datierung und Entstehungsort der Klage (2-3)

1.3 Überlieferung und Gattung der Klage (3)

1.4 Was will die Klage? (4)

2 Übertragung der Gedankenwelt des 13. Jahrhunderts auf das Nibelungenlied (4-7)

2.1 Unterschiedliche Erzählintention bei Lied und Klage (4-6)

2.2 Die Klage als Voraussetzung für der Verschriftlichung des Liedes (6-7)

2.3 Klage als Diskussionsbeitrag zum Nibelungenlied (7)

3 Die Wahrung von feudaler Ordnung in der Klage (7-8)

4 Historiographische Anklänge in der Nibelungenklage (8-13)

4.1 Funktion der Schrift (9-10)

4.2 Verquickung von Sage und Historia (10)

4.3 Dynastiekontinuität in der Klage (11)

4.4 Betonung des Nichts-Wissens (11)

4.5 Motivation der Aufzeichnung (12)

4.6 Informationsfülle der Klage (12-13)

4.7 Fehlender Mythos (13)

5 Die Klage als Kommentar zur Reichgeschichte? (13-14)

6 Gibt es deutliche literarische Aspekte in der Klage? (14-15)

7 Zusammenfassung (15-16)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die Nibelungenklage als Sagenstoff in einem historiographischen Erzählgewand betrachtet werden kann oder ob sie aktuelle politische Ereignisse des 13. Jahrhunderts in den Sagenstoff einbettet. Ziel ist es, die spezifische Erzählweise der Klage im Vergleich zum Nibelungenlied zu ergründen und ihren Beitrag zur nachträglichen Sinnstiftung zu analysieren.

  • Vergleich der Erzählintention von Nibelungenlied und Klage.
  • Die Funktion der Schrift und Augenzeugenschaft als historiographisches Element.
  • Stellung der Klage im christlichen Deutungsrahmen und zur feudalen Ordnung.
  • Untersuchung der Klage als Kommentar zur zeitgenössischen Reichgeschichte.

Auszug aus dem Buch

1.1 Inhalt, Gliederung und formale Aspekte der Nibelungenklage

Die Nibelungenklage knüpft an das Geschehen des Burgundenuntergangs am Hunnenhof in „konzeptionelle[r] Logik“ an, wobei zunächst, nach dem Prolog (v. 1-20), die Situation Kriemhilds rekapituliert wird (1.Teil: v. 20-586). Danach werden die Toten aufgefunden und beweint, wobei Handlungselemente des Liedes wiederholt werden. Die Trauer der Hinterbliebenen wird aufgezeigt und die Toten beklagt, wobei vor allem die Trauer über Rüdiger hervortritt, der als „vater alle tugende“ bezeichnet wird (2.Teil: v. 587-2493). Danach wird die Nachricht an die Höfe von Wien, Bechelaren, Passau und Worms überbracht, bevor Dietrich in seine Heimat zurückkehrt (3. Teil: v. 2494-4294). Der Epilog befasst sich schließlich mit der Verschriftlichung der maere, die von dem Passauer Bischof Pilgrim aufgegeben wird. Am Ende wird sich dann noch über das fehlende Wissen über das Schicksal Etzels ausgelassen.

Die Klage besteht aus vierhebigen Reimpaarversen, während das Lied Strophen aufweist. Außerdem weist die Klage eine größere Fülle an Einzelheiten bei Personen und Ereignissen auf. In der Forschung wurde die Klage allgemein als ästhetisch nicht so hochrangig wie das Lied angesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Fragestellung, ob die Nibelungenklage eher einer historiographischen Erzählweise folgt als einer rein literarischen.

1 Grundsätzliches zur Nibelungenklage: Klärung formaler, inhaltlicher und chronologischer Aspekte der Klage zur Vorbereitung der Hauptanalyse.

2 Übertragung der Gedankenwelt des 13. Jahrhunderts auf das Nibelungenlied: Analyse der veränderten Erzählintention und der Rolle der Klage als moralisierender Rahmen für das Lied.

3 Die Wahrung von feudaler Ordnung in der Klage: Untersuchung darüber, wie die Klage dynastische Kontinuität wiederherstellt und das gesellschaftliche System rechtfertigt.

4 Historiographische Anklänge in der Nibelungenklage: Vertiefte Analyse der Verwendung von Schrift, Quellenberufung und Augenzeugenschaft zur Historisierung der Sage.

5 Die Klage als Kommentar zur Reichgeschichte?: Erörterung der Indizien, die eine Verbindung der Klage zu politischen Ereignissen um 1200 nahelegen.

6 Gibt es deutliche literarische Aspekte in der Klage?: Untersuchung von Divergenzen zwischen historischen und literarischen Textformen in Bezug auf die Klage.

7 Zusammenfassung: Fazit der Arbeit mit der Bejahung der Ausgangsfrage, dass die Klage historiographische Züge gegenüber literarischen Vorbildern bevorzugt.

Schlüsselwörter

Nibelungenklage, Nibelungenlied, Historiographie, Geschichtsschreibung, Mittelalter, Epik, Feudalordnung, Pilgrim von Passau, Narrativik, Schuld und Sühne, christliches Erklärungsmodell, Literaturwissenschaft, Dynastiekontinuität, Überlieferung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Nibelungenklage im Kontext mittelalterlicher Historiographie und untersucht, ob sie den Sagenstoff gezielt in ein geschichtsschreiberisches Gewand kleidet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Erzählstrategien, die Funktion der Schriftlichkeit, die Aufrechterhaltung feudaler Strukturen sowie die intertextuellen Bezüge zur christlichen Weltchronistik des 13. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob die Klage eine historiographische Form wählt, um das Nibelungenlied nachträglich zu legitimieren und in den Wissenshorizont des 13. Jahrhunderts einzubinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text der Klage unter Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur auf erzähltechnische Merkmale und historiographische Topoi hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die formale Analyse der Klage, ihre Funktion als moralische Sinnstiftung, die Bedeutung der Augenzeugenschaft und die Suche nach zeitgeschichtlichen Anklängen an die Ära der Staufer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Nibelungenklage, Historiographie, mittelalterliche Epik, christliche Weltdeutung und feudale Ordnung definiert.

Wie unterscheidet sich die Klage in ihrer Erzählabsicht vom Nibelungenlied?

Während das Lied das Geschehen als factum brutum darstellt, liefert die Klage eine interpretative Deutung, die nach Ursachen fragt, Schuldzuweisungen vornimmt und das Ereignis in einen übergeordneten göttlichen Heilsplan einordnet.

Welche Rolle spielt Bischof Pilgrim bei der Historisierung der Klage?

Pilgrim fungiert in der Klage als maßgebliche Autorität und Auftraggeber, der durch die Überführung des Geschehens in eine schriftliche Form den Anspruch erhebt, das Ereignis als „wahre Geschichte“ zu beglaubigen.

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Details

Title
Die Nibelungenklage - Sagenstoff in historischem Gewand?
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Historiographisches Erzählen im MA
Grade
2 -
Author
Peter Lindhorst (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V34740
ISBN (eBook)
9783638348737
ISBN (Book)
9783638760133
Language
German
Tags
Nibelungenklage Sagenstoff Gewand Historiographisches Erzählen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Lindhorst (Author), 2003, Die Nibelungenklage - Sagenstoff in historischem Gewand?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34740
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