Logistische Aspekte einer zentralen/dezentralen eProcurementabwicklung für eine Region


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

10 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Logistische Ziele der Beschaffung

2 eProcurement
2.1 Eignung des eProcurement für die Güterbeschaffung
2.2 Ausprägungsformen von eProcurement
2.2.1 Katalogbasierte Beschaffungssysteme
2.2.2 Elektronische Marktplätze

3 Regionale Einkaufsgemeinschaften

4 Fazit und Ausblick

Quellenverzeichnis

1 Logistische Ziele der Beschaffung

Der Beschaffungsbegriff subsumiert all diejenigen Aktivitäten, die zur Versorgung einer organisatorischen Einheit mit Material, Dienstleistungen, Betriebs- und Arbeitsmitteln aus externen Quellen durchgeführt werden müssen. Primäres Ziel des Beschaffungsmanagements ist die Unterstützung der übergeordneten Unternehmensziele. Der Logistik als prozessorientierter Querschnittsfunktion fällt im Umfeld der Beschaffung neben der viel zitierten Aufgabe der zeitpunkt-, mengen- und ortsgerechten Bereitstellung benötigter Güter auch die Organisation der damit einhergehenden Informationsströme zu. Bei der Wahrnehmung all dieser Aufgaben steht stets die Verfolgung des Kostenminimierungsziels im Vordergrund. Beschaffungsfunktionen lassen sich im Wesentlichen in strategische und operative Aufgaben unterscheiden. Die strategische Beschaffung beinhaltet u.a. Aufgaben der Beschaffungsmarktbearbeitung i.S.v. Marktforschung, sowie Analyse, Bewertung und Auswahl von Lieferanten, Aushandeln von Rahmenverträgen mit Zulieferern und Pflege der Lieferbeziehungen. Zu den wesentlichen Aspekten der operativen Beschaffung gehören Bedarfsermittlung und Bestandskontrolle, sowie die Lieferantenauswahl in Fällen, in denen durch das strategische Beschaffungsmanagement kein Lieferant festgelegt wurde. Darüber hinaus sind der Bestellvorgang selbst, die Überwachung der Bestellung, und die Zahlungsabwicklung Bestandteile der operativen Beschaffungsfunktion. Abhängig davon, ob der Lieferant die Verantwortung für die (transport-) logistische Abwicklung trägt, oder ob ein Logistikdienstleister zwischengeschaltet ist, sind auch Transportaufgaben diesem Bereich zuzuordnen [BOGA04, S. 48ff.].

In der Praxis lässt sich beobachten, dass ein Ungleichgewicht in der Verteilung zwischen strategischen und operativen Beschaffungstätigkeiten vorherrscht. So verwenden die mit Beschaffungsaufgaben betrauten Mitarbeiter einen Großteil der verfügbaren Zeit auf die operativen Beschaffungsaktionen strategisch unbedeutender Güter [KEUP02, S. 181].

2 eProcurement

Grundgedanke des eProcurement-Prinzips ist neben einer Verbesserung hinsichtlich der Faktoren Zeit, Kosten und Qualität primär die Entlastung des Einkaufs von operativen Aufgaben. Diese werden zum großen Teil dezentralisiert und automatisiert, d.h. Beschaffungsprozesse werden dort angestoßen, wo der Bedarf entsteht und nicht mehr zentral über den Einkauf koordiniert. Dort werden somit Ressourcen zur besseren Ausführung strategischer Funktionen, wie z.B. der zentralen Aushandlung von Rahmenverträgen frei. Durch die Automation der Beschaffung können die einzelnen Bearbeitungsschritte eines Bestellvorgangs teilweise verkürzt oder eliminiert werden, was insgesamt eine Prozesskostenreduktion zur Folge hat.

2.1 Eignung des eProcurement für die Güterbeschaffung

Im Gegensatz zur bereits seit Jahren vielfach elektronisch gestützten Bestellabwicklung für Güter, die direkt am Wertschöpfungsprozess beteiligt sind, erfolgen Beschaffungsprozesse für indirektes Material meist noch traditionell. Unter indirektem Material versteht man nicht-produktive Güter, wie sie unter anderem im administrativen Büroumfeld anzutreffen sind, sowie MRO-Güter (Maintenance, Repair and Operations) und C-Teile, die zwar einen großen Teil des Artikelspektrums repräsentieren, gleichzeitig jedoch nur einen kleinen Teil des Beschaffungsvolumens ausmachen. Doch gerade in diesem Bereich bietet sich die automatisierte Deckung der Bedarfe an, da diese Artikel zum Großteil hoch standardisiert sind und folglich von vielen Lieferanten angeboten werden. Der Aufwand eines einzigen Beschaffungsvorgangs für ein solches nicht-produktives Gut ist beträchtlich. Unabhängig vom Wert des Gutes liegen die Kosten zwischen 50 und 150 € [BOGA04, S. 51].

Führt man sich nun die Tatsache vor Augen, dass aufgrund der Vielfalt der betroffenen indirekten Güter zahlreiche ähnlich geartete Beschaffungsprozesse durchgeführt werden müssen, so leuchtet sofort ein, dass eine Automatisierung dieser Vorgänge v.a. hinsichtlich der Prozesskosten ein nicht unbeträchtliches Einsparungspotential beinhaltet und somit zur Effizienzsteigerung beitragen kann.

Abb.1 zeigt den Zusammenhang zwischen dem Grad der Standardisierbarkeit eines Produkts und dem Anteil der Prozesskosten an den gesamten Beschaffungskosten sowie den daraus resultierenden Eignungsgrad bestimmter Produktgruppen für eine Automatisierung [KEUP02, S. 184].

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Logistische Aspekte einer zentralen/dezentralen eProcurementabwicklung für eine Region
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Veranstaltung
Hauptseminar Logistik
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
10
Katalognummer
V34763
ISBN (eBook)
9783638348867
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logistische, Aspekte, Region, Hauptseminar, Logistik
Arbeit zitieren
Christine Krätschmer (Autor), 2004, Logistische Aspekte einer zentralen/dezentralen eProcurementabwicklung für eine Region, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34763

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