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Frau oder Arbeiterin? - Die proletarische Frauenbewegung und die ´ökonomische Frage´

Title: Frau oder Arbeiterin? - Die proletarische Frauenbewegung und die ´ökonomische Frage´

Seminar Paper , 2000 , 19 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Michael Aust (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Einleitung

Kind oder Karriere? Die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Arbeit, von ,,privaten" Pflichten und beruflicher Selbständigkeit wird heute vielerorts diskutiert. In Partnerschaften, auf der politischen Ebene (z.B. bei der Einrichtung von Kindertagesstätten) und in der Wirtschaft (z.B. beim Thema Babyurlaub für den Mann) wird die Berufstätigkeit der Frau zum elementaren Thema. Frauenorganisationen und Parteien haben dezidierte Meinungen zur Sache.
Interessant dürfte es sein, die Diskussion um das Thema Frauenarbeit, die sich erst mit der industriellen Revolution aus dem Bannkreis der Familie löst und in die Sphäre der Gesellschaft wandert, in einer Zeit zu beleuchten, in der die Weichen für den Zug der Moderne gelegt wurden. Die Wende vom 19. Zum 20. Jahrhundert war eine Aufbruchszeit, vieles veränderte sich dramatisch: Die Städte, die Wissenschaft, die Gesellschaft. Fortschritt, Wachstum, aber auch Krise waren die Slogans der Epoche. ,,Vieles war in Bewegung geraten, und die Richtung war durchaus offen" schreibt H.U. Thamer(1). Auch soziale Standards wurden überprüft: Industrialisierung und Kapitalismus hatten Gewinner und Verlierer geschaffen, neue Erfindungen und Fortschritt gebracht und neue Lebens- und Wohnverhältnisse kreirt. Eine neue Gesellschaft brachte neue Konflikte und suchte nach neuen Formen des Zusammenlebens: ,,Niemand wußte genau, was im Werden war; niemand vermochte zu sagen, ob es eine neue Kunst, ein neuer Mensch, eine neue Moral oder vielleicht eine Umschichtung der Gesellschaft sein sollte."2
In dieser Aufbruchsphase bahnte sich auch die Frage nach dem Verhältnis der Geschlechter einen Weg in die Öffentlichkeit der Gesellschaft. Frauenbewegungen mit unterschiedlichem Impetus und unterschiedlichen Zielsetzungen entstanden.
[...]
_____
1 Thamer, Hans-Ulrich: Der Januskopf der Moderne, in: Halbzeit der Moderne. Katalog zur Ausstellung im Westfälischen Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, Münster 1992, S. 169-183, hier: S. 169.
2 Thamer: Januskopf, S. 169

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Frauenarbeit am Ende des 19. Jahrhunderts

2.1 Die ,,natürliche Ordnung" der Geschlechter

2.2 Fabrik und Familie

3. Die Proletarische Frauenbewegung und das Thema ,,Arbeit"

3.1 Proletarische Frauen - zwischen Assoziation und Antifeminismus

3.2 Clara Zetkins Rede in Paris

4. Emanzipation als ,,ökonomische Frage"

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis der proletarischen Frauenbewegung zur Frauenarbeit um die Jahrhundertwende. Ziel ist es, die ökonomischen Ursachen des Geschlechterstreits zu analysieren und zu klären, inwiefern die industrielle Entwicklung und die damit verbundene neue Arbeitsweise zur Entstehung der „Frauenfrage“ als gesellschaftliches Problem beitrugen.

  • Historische Einordnung der Frauenarbeit im 19. Jahrhundert
  • Die Auswirkungen der Industrialisierung auf Geschlechterrollen und Familienstrukturen
  • Die Rolle der proletarischen Frauenbewegung und ihr Verhältnis zur Sozialdemokratie
  • Analyse des „Manifests“ von Clara Zetkin zur „ökonomischen Frage“

Auszug aus dem Buch

2. Frauenarbeit am Ende des 19. Jahrhunderts

,,Die ganze Entwicklung der Frauenarbeit [...] muß jedem, der nicht blind ist oder sein will, das Eine klar vor Augen führen: Keine andere Erscheinung in der Neuzeit wirkt so revolutionierend wie sie", schrieb Lily Braun, die selbst in der Proletarischen Frauenbewegung aktiv war, in ihrer Untersuchung der ,,Frauenfrage" um die Jahrhundertwende.

Um das Revolutionäre, das für Braun in der Frauenarbeit lag, zu verstehen, soll zunächst ein Einstieg in das Geschlechterverhältnis im späten 19. Jahrhundert gegeben werden. Dazu wird in einem ersten Teil das damals prägende Frauenbild nachgezeichnet werden. Das Bild als psychische Entität, als Ordnung stiftender Faktor in den Köpfen der Zeitgenossen, veränderte sich nicht so rasant wie die wirtschaftliche Realität. Im Mittelpunkt steht die These von Duden / Hausen, dass die zunehmende Abhängigkeit der Frauen und die Minderbewertung ihrer Arbeit mit der industriekapitalistischen Entwicklung und ihrer ,,Institutionalisierung" des bürgerlichen Frauenbilds zusammenhängt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Aufbruchszeit um die Jahrhundertwende und führt in die Problematik der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung ein.

2. Frauenarbeit am Ende des 19. Jahrhunderts: Dieses Kapitel analysiert das traditionelle Frauenbild und die tiefgreifenden Veränderungen durch den Übergang zur industriellen Produktionsweise.

2.1 Die ,,natürliche Ordnung" der Geschlechter: Der Abschnitt untersucht die Verankerung traditioneller Rollenbilder in Psyche und Alltag sowie deren Legitimierung als vermeintlich natürliche Ordnung.

2.2 Fabrik und Familie: Hier wird der Einfluss der Fabrikarbeit auf den Alltag der Arbeiterinnen und die damit verbundene Doppelbelastung durch häusliche Pflichten thematisiert.

3. Die Proletarische Frauenbewegung und das Thema ,,Arbeit": Dieses Kapitel widmet sich der Organisation arbeitender Frauen und deren Forderungen im Kontext der Sozialdemokratie.

3.1 Proletarische Frauen - zwischen Assoziation und Antifeminismus: Der Fokus liegt auf dem Spannungsfeld zwischen dem Streben nach Selbsthilfe und dem innerhalb der Arbeiterbewegung vorherrschenden Antifeminismus.

3.2 Clara Zetkins Rede in Paris: Eine Analyse von Zetkins Rede als programmatisches Manifest, das Frauenarbeit als ökonomische Notwendigkeit begreift.

4. Emanzipation als ,,ökonomische Frage": Das Fazit fasst zusammen, dass die industrielle Produktion die Frauenfrage zur gesellschaftlichen Herausforderung machte und die ökonomische Unabhängigkeit als Voraussetzung für Befreiung definiert.

Schlüsselwörter

Frauenarbeit, Proletarische Frauenbewegung, Industrialisierung, Geschlechterrollen, ökonomische Frage, Sozialdemokratie, Clara Zetkin, Emanzipation, Arbeitsmarkt, Doppelbelastung, bürgerliches Frauenbild, Arbeitsteilung, Kapitalismus, Arbeiterinnen, Frauenfrage.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den historischen Wandel der Frauenarbeit um die Jahrhundertwende und die Art und Weise, wie die proletarische Frauenbewegung auf die neuen ökonomischen Herausforderungen reagierte.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Stellenwert der Arbeit in der Frauenfrage zu klären und zu analysieren, ob der Begriff „Frau oder Arbeiterin“ einen realen Widerspruch oder eine historische Notwendigkeit darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse. Insbesondere die Rede von Clara Zetkin auf dem Arbeiterkongress 1889 dient als zentrale Quelle zur Erarbeitung der theoretischen Positionen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der Einfluss der Industrialisierung auf die Geschlechterverhältnisse, die soziale Lage der Fabrikarbeiterinnen und die Rolle der marxistischen Emanzipationstheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Arbeitsbedingungen um 1900, die Untersuchung der proletarischen Frauenbewegung zwischen Selbstorganisation und Widerständen sowie die Interpretation von Clara Zetkins Thesen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Frauenarbeit, ökonomische Unabhängigkeit, Geschlechterrollen, Proletariat und die marxistische Sicht auf die gesellschaftliche Stellung der Frau.

Warum spielt das „natürliche“ Frauenbild eine so große Rolle für die Autorin?

Weil dieses Bild maßgeblich dazu beitrug, gesellschaftliche Zustände zu rechtfertigen und die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern festzuschreiben, was die Emanzipation der Frauen erschwerte.

Inwiefern beeinflusste das Sozialistengesetz die Organisation von Arbeiterinnen?

Das Gesetz stellte ein bedeutendes juristisches Hindernis dar, das die Gründung und Arbeit von proletarischen Frauenassoziationen massiv erschwerte und die Organisationsformen prägte.

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Details

Title
Frau oder Arbeiterin? - Die proletarische Frauenbewegung und die ´ökonomische Frage´
College
University of Münster  (Geschichte)
Course
Proseminar Neuere Geschichte
Grade
sehr gut
Author
Michael Aust (Author)
Publication Year
2000
Pages
19
Catalog Number
V3480
ISBN (eBook)
9783638121415
Language
German
Tags
Frau Arbeiterin Frauenbewegung Frage´ Proseminar Neuere Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Aust (Author), 2000, Frau oder Arbeiterin? - Die proletarische Frauenbewegung und die ´ökonomische Frage´, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3480
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