Die Unterrichtseinheit „Wasserproblematik auf Mallorca“ kann im Lehrplan des Faches GSE unter dem Punkt 8.1.2 „Binnenmarkt Europa – Tourismus in Südeuropa“ eingeordnet werden. Doch sollen sie in der gesamten Sequenz nicht nur den Tourismus in Südeuropa mit seinen wirtschaftlichen Vorteilen kennen lernen, sondern diese Unterrichtseinheit soll sie auch – wie im Vorwort des Lehrplans erwähnt – „Aufschließen für gesellschaftliche Grund- und Zeitfragen“ und ihnen insbesondere „Wissen um den Wert und die Gefährdung der natürlichen und kulturellen Umwelt“ vermitteln, in ihnen die „Bereitschaft zur Mitverantwortung für die Erhaltung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen“ wecken1. Durch die Gliederung der Stunde und entsprechende Arbeitsblätter ergibt sich außerdem noch der Bezug zu 8.1.3 „Nachrichten aus Massenmedien auswerten und räumlich einordnen“. 1 HSLP, S.8
Inhaltsverzeichnis
A. Didaktische Analyse
1. Einordnung der Unterrichtseinheit in den amtlichen Lehrplan
2. Sachanalyse
a) Tourismus
b) Wasserproblematik auf Mallorca
3. Didaktische Analyse
B. Psychologische Analyse
1. Individuallage der Klasse
2. Sachstruktureller Entwicklungsstand
3. Sozialpsychologische Voraussetzungen
C. Lernzielanalyse
1. Didaktische Reduktion
2. Zielsetzung
3. Lernsequenzplanung
D. Methoden-Analyse
E. Literaturangaben
F. Darstellung des geplanten Unterrichtsablaufs
1. Plan der Durchführung
2. Tafelbild
3. Arbeitsblätter
4. OHP-Folie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit dient der detaillierten Vorbereitung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Negative Auswirkungen des Massentourismus in Südeuropa“, wobei der Fokus exemplarisch auf der Wasserproblematik Mallorcas liegt. Ziel ist es, den Schülern durch die Erarbeitung eines globalen Problemkreislaufs die Zusammenhänge zwischen lokalem touristischen Verhalten und globalen ökologischen Folgen zu vermitteln, um sie für eine nachhaltige Verantwortung zu sensibilisieren.
- Analyse der sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen des Massentourismus auf Mallorca.
- Verständnis der ökologischen Auswirkungen der Meerwasserentsalzung und der damit verbundenen Energieproblematik.
- Vermittlung der Agenda 21 und Förderung eines verantwortungsbewussten Handelns im globalen Kontext.
- Methodische Förderung durch arbeitsteilige Partnerarbeit und die Auswertung unterschiedlicher Medientypen.
Auszug aus dem Buch
b) Wasserproblematik auf Mallorca
Mallorca liegt als Teil Spaniens in der subtropischen Klimazone und ist deswegen sommerwarm und winterfeucht. Da jedoch die höchsten Touristenzahlen auf die Zeit Juli und August fallen (250.000-260.000 Touristen)8, also auf die Zeit des geringsten Niederschlags, kämpft Mallorca mit dem Problem in ausreichender Menge Trinkwasser zu beschaffen.
Nach der offiziellen Statistik gehen etwa 60% des Trinkwassers von Mallorca in die Landwirtschaft und nur sieben Prozent in den Tourismusbereich. Doch der Schein trügt: Kalkuliert man in den Wasserbedarf der Tourismusindustrie den Verbrauch der rund 100.000 illegalen, weil nicht angemeldeten Hotel- und Apartmentbetten auf der Insel mit ein, sieht die Bilanz Landwirtschaft versus Tourismus schon ganz anders aus. Experten gehen davon aus, dass etwa 40% des Süßwassers allein den Touristen zu Gute kommen9.
Deswegen liefern bisher zwei Meerwasserentsalzungsanlagen in der Bucht von Palma das fehlende Trinkwasser. Zwei weitere Anlagen entstehen. Zwar ist die künstliche Entsalzung teuer, der Kubikmeter entsalzten Meerwassers kostet die Gemeinden 70 Cent, während Brunnenwasser für 30 Cent zu haben ist, doch die Balearen gehören zu den wohlhabendsten Regionen Spaniens.
Doch das Umweltministerium der Balearen beklagt, dass Meerwasserentsalzung nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch einen hohen Preis habe, verbrauche sie doch Unmengen von Strom. In Mallorcas Kraftwerken werde für die Süßwasserproduktion immer mehr Dieselöl und Kohle verbrannt, entwichen immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre. Neben Flughafen und Zementwerken seien die Entsalzungsanlagen schon jetzt der größte Stromverbraucher der Insel10.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Didaktische Analyse: Dieses Kapitel ordnet das Thema in den Lehrplan ein und liefert eine fundierte Sachanalyse zu den Auswirkungen des Tourismus sowie der spezifischen Wasserproblematik auf Mallorca.
B. Psychologische Analyse: Hier erfolgt eine Bewertung der Klassenzusammensetzung, des Lernstands und der sozialen Voraussetzungen der M-Klasse 8d als Grundlage für die Unterrichtsplanung.
C. Lernzielanalyse: Das Kapitel definiert die didaktische Reduktion sowie die angestrebten Grob- und Feinziele der Unterrichtsstunde und bettet diese in den Gesamtkontext der Lernsequenz ein.
D. Methoden-Analyse: Diese Sektion beschreibt die methodischen Entscheidungen, insbesondere die arbeitsteilige Partnerarbeit zur Erarbeitung des globalen Kreislaufmodells.
E. Literaturangaben: Aufstellung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die Unterrichtsvorbereitung.
F. Darstellung des geplanten Unterrichtsablaufs: Dieser Teil enthält den detaillierten Zeitplan der Unterrichtsstunde, das Tafelbild sowie die verwendeten Arbeitsblätter und Lehrmaterialien.
Schlüsselwörter
Massentourismus, Mallorca, Wasserproblematik, Meerwasserentsalzung, Nachhaltigkeit, Agenda 21, Tourismusbranche, Klimaveränderung, Umweltbelastung, Wasserverbrauch, Didaktik, Geografieunterricht, Energiekonsum, Trinkwasserreserven.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt eine detaillierte Unterrichtsvorbereitung für das Fach GSE (Erdkunde) dar, die sich mit den negativen Auswirkungen des Massentourismus befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Tourismuswirtschaft, der Wasserknappheit auf Mallorca, den ökologischen Folgen der Meerwasserentsalzung und der Förderung eines nachhaltigen Bewusstseins.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Ziel ist es, Schülern die globalen Zusammenhänge ihres touristischen Handelns zu verdeutlichen und sie zu eigenverantwortlichem Handeln gemäß den Prinzipien der Agenda 21 zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht verwendet?
Die Unterrichtsgestaltung setzt auf arbeitsteilige Partnerarbeit, um durch verschiedene Informationsquellen einen komplexen globalen Kreislauf zu erarbeiten und zu visualisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in didaktische, psychologische und lernzielorientierte Analysen sowie die konkrete Darstellung des Unterrichtsverlaufs inklusive Materialen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Massentourismus, Wasserproblematik, Nachhaltigkeit und Umweltschutz charakterisiert.
Warum wird Mallorca als Fallbeispiel gewählt?
Mallorca dient als lebensweltnahes Beispiel, da viele Schüler das Ziel aus Urlaubserfahrungen kennen, was die Lernmotivation und den Transfer auf eigene Verhaltensweisen erhöht.
Welche Rolle spielt die Meerwasserentsalzung im Unterricht?
Sie wird kritisch beleuchtet, da sie zwar kurzfristig Trinkwasser liefert, aber ökologisch aufgrund des enormen Energiebedarfs und der damit verbundenen Treibhausgasemissionen problematisch ist.
Wie ist der Kreislauf in der Unterrichtsstunde aufgebaut?
Der Kreislauf verdeutlicht den Zusammenhang zwischen hoher Touristenzahl, hohem Wasserbedarf, der technischen Entsalzung, dem hohen Stromverbrauch und den resultierenden Folgen für die Klimaveränderung.
- Quote paper
- Alexandra Meier (Author), 2004, Wasserproblematik auf Mallorca, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34829