In dieser Arbeit möchte ich mich mit der Berichterstattung über Kuba in der spanischen Presse befassen. Die Arbeit gliedert sich in zwei Hauptkapitel, die dann jeweils wieder in verschiedene Unterkapitel aufgeteilt sind. Gleichzeitig soll im Rahmen dieser Einleitung auch darauf hingewiesen werden, dass zu dem oben genannten Thema weder deutschsprachige noch spanischsprachige Literatur existiert. Diese Tatsache hat die Ausarbeitung der Arbeit ungemein behindert. Als Konsequenz daraus ergab sich, dass keine objektive Recherchearbeit möglich war. Das erste Kapitel der Arbeit widmet sich dem Beginn der spanische Presse sowie
der Entwicklung, die sie ab dem Jahr 1975 durchgemacht hat. Die Probleme und Konflikte, mit denen sich die Zeitungen aus der Ära Franco nach dessen Tod konfrontiert sahen, sollen genauso kurz angesprochen werden wie die Neugründung anderer Zeitungen nach dem Tod des Diktators. Im Rahmen dieser Präsentation wird auch gleichzeitig ein kurzer Überblick über den Stand der spanischen Tagespresse in der spanischen Gesellschaft der Gegenwart gewährt. Für diesen Überblick stehen repräsentativ die vier größten überregionalen spanischen Tageszeitungen. Zu nennen sind hierbei „El País“, „El Mundo“, „La Vanguardia“ und „ABC“. Das erste Hauptkapitel der Arbeit wird mit einer genaueren Vorstellung der zuvor erwähnten Zeitungen beendet. Das zweite Kapitel dieser Arbeit beruht ausschließlich auf meiner subjektiven Meinung, die in manchen Punkten noch durch die Meinung von Kommilitonen oder befragten spanischen Bekannten untermauert wird. Den hier präsentierten Ergebnissen liegen somit keine empirische n Studien zugrunde. Anhand eines ausgesuchten Themas soll die jeweilige Haltung eines der Vertreter der vier großen überregionalen Tageszeitungen aufgezeigt und analysiert werden. Im Rahmen dessen geht es nicht nur ausschließlich um das Geschriebene, sondern auch um die Gesamtaufmachung der jeweiligen Tageszeitung in Bezug auf das gewählte Thema. Im Anschluss an diese Analyse soll der Versuch angestellt werden, anhand eines in der Tageszeitung „El País“ erschienenen Artikels den Wechsel von einer kubafreundlichen hin zu einer kubakritischen Berichterstattung dieser Zeitung aufzuzeigen. Die Arbeit wird mit einem Schlusswort beendet, indem noch einmal die im zweiten Hauptkapitel erlangten Ergebnisse gesondert vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Die Anfänge der spanischen Presse
2. Die spanische Presse von 1975 bis heute
3. Vertreter der spanischen Print – Medien
3.1. ABC
3.2. La Vanguardia
3.3. El Mundo
3.4. El País
4. Haltung der Printmedien gegenüber Kuba
5. "El niño balsero"
5.1. La Vanguardia
5.2. El Mundo
5.3. El País
6. Exekution auf Kuba
6.1. ABC
6.2. La Vanguardia
6.3. El Mundo
6.4. El País
7. 45 Jahre Fidel Castro
7.1. „Tres generaciones con Castro“ (El País, 08.01.2004)
7.2. Fazit
8. Email an die Redaktionen
9. Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berichterstattung der vier führenden spanischen Tageszeitungen über Kuba. Dabei soll analysiert werden, wie sich die Haltung der Medien – insbesondere von „El País“ – im Laufe der Zeit wandelte und welche Rolle dabei politische Ereignisse sowie die subjektive redaktionelle Ausrichtung spielen.
- Entwicklung und aktueller Stand der spanischen Presselandschaft
- Vergleichende Analyse der Kuba-Berichterstattung in ABC, La Vanguardia, El Mundo und El País
- Untersuchung spezifischer Fallbeispiele (Elián González, Exekution auf Kuba, Fidel Castros Jubiläum)
- Einfluss der historischen Verbundenheit Spaniens mit Kuba auf die Medienberichterstattung
- Rolle subjektiver Faktoren und politischer Ausrichtungen bei der journalistischen Kommentierung
Auszug aus dem Buch
5. „El niño balsero“
In diesem Kapitel soll ein Vergleich zwischen der Berichterstattung dreier spanischen Tageszeitungen über den Fall des kubanischen Jungen Elián González angestellt werden. Hierbei soll neben der Aufmachung der Berichterstattung auch ein besonderes Augenmerk auf die Art der Berichterstattung eines jeden Blattes gerichtet werden. Die spanische Presse hat generell sehr viel über den Fall Elián González berichtet.
Auffällig ist, dass die spanischen Zeitungen ihr Augenmerk hauptsächlich auf die Interessen der beiden beteiligten Länder richten und nicht so sehr auf die Interessen der Familien. So schreibt beispielsweise die Tageszeitung „El País” am 15 April 2001: „Castro usa el caso del niño balsero para cohesionar a los cubanos". Auch wird in dem gleichen Artikel ein kubanischer Dichter zitiert, der folgendermaßen über die USA spricht: „Welch Idioten! Sie wissen gar nicht was sie damit erreicht haben; sie haben uns (das kubanische Volk) für immer vereint.“
In diesem Artikel – sowie auch in anderen – versteifen sich die spanischen Journalisten sehr auf die kubanische Perspektive und berichten munter über die Beziehungen zwischen Fidel Castro und den USA und stellen dabei auch fest, dass die Geschichte des Elián González nur ein weiterer Meilenstein in der bereits schon turbulenten politischen Geschichte zwischen Fidel Castro und den USA wäre. „El País” bezieht in diesem Artikel auch ganz klar Stellung für den Vater. Das Blatt weist ganz deutlich darauf hin, dass Kuba sich in dieser Angelegenheit äußerst richtig verhalten würde, denn schließlich gehöre das Kind ja zu seinem Vater.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Kuba-Berichterstattung in Spanien ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Schwierigkeiten aufgrund mangelnder Fachliteratur.
1. Die Anfänge der spanischen Presse: Dieser Abschnitt gibt einen historischen Überblick über die Anfänge der Zeitungsgeschichte in Spanien ab dem Jahr 1621.
2. Die spanische Presse von 1975 bis heute: Das Kapitel beschreibt den Wandel der spanischen Presselandschaft während des Übergangs zur Demokratie nach Francos Tod.
3. Vertreter der spanischen Print – Medien: Hier werden die Profile und politischen Ausrichtungen der vier überregionalen Zeitungen ABC, La Vanguardia, El Mundo und El País vorgestellt.
4. Haltung der Printmedien gegenüber Kuba: Dieser Teil analysiert das allgemeine Medieninteresse an Kuba und führt erste Vermutungen über die Gründe für die hohe Präsenz des Themas an.
5. "El niño balsero": Ein detaillierter Vergleich, wie die verschiedenen Zeitungen über den Fall Elián González berichteten.
6. Exekution auf Kuba: Analyse der medialen Reaktionen auf die Hinrichtung dreier Kubaner im Jahr 2003.
7. 45 Jahre Fidel Castro: Untersuchung eines konkreten Artikels in „El País“ zum Jubiläum Castros, um den Wandel der Berichterstattung zu belegen.
8. Email an die Redaktionen: Dokumentation der eigenen Kontaktaufnahme mit den Redaktionen und Darstellung der erhaltenen Reaktionen.
9. Schlusswort: Zusammenfassung der Ergebnisse und abschließende Bewertung der subjektiven Analyse.
Schlüsselwörter
Spanische Presse, Kuba, Fidel Castro, Elián González, Medienanalyse, Zeitungsgeschichte, Transición, Journalismus, politische Ausrichtung, Berichterstattung, ABC, El País, El Mundo, La Vanguardia, Pressefreiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Art und Weise, wie überregionale spanische Tageszeitungen über Kuba berichten und wie sich diese Berichterstattung im Laufe der Zeit verändert hat.
Welche Medien stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die vier wichtigsten spanischen Zeitungen: „ABC“, „La Vanguardia“, „El Mundo“ und „El País“.
Was ist das primäre Forschungsziel der Arbeit?
Ziel ist es, die politische Haltung der Zeitungen gegenüber Kuba aufzuzeigen und insbesondere bei „El País“ einen Wandel von einer eher kubafreundlichen hin zu einer kritischeren Position nachzuweisen.
Welche Methode wird in der Analyse verwendet?
Der Autor stützt sich primär auf eine subjektive Analyse und den Vergleich journalistischer Texte sowie deren Gesamtaufmachung zu spezifischen Ereignissen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Presse, stellt die Zeitungen vor und untersucht anhand von Fallstudien wie dem „Fall Elián“ oder der „Exekution auf Kuba“ die mediale Darstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Untersuchung ist geprägt durch Begriffe wie spanische Presselandschaft, Kuba-Berichterstattung, regimekritische Medien und der Wandel der journalistischen Perspektive.
Warum wurde gerade der Fall Elián González als Fallbeispiel gewählt?
Dieser Fall wird genutzt, um aufzuzeigen, wie unterschiedlich die Zeitungen bei einem international beachteten Ereignis die Perspektiven der beteiligten Parteien (Kuba vs. Exilkubaner) gewichten und bewerten.
Welchen Einfluss hatte der Mangel an deutschsprachiger Literatur auf das Projekt?
Der Mangel an Literatur führte dazu, dass der Autor keine empirische Studie durchführen konnte und sich stattdessen auf seine eigene Recherche, den Vergleich von Artikeln und Expertenmeinungen aus dem Umfeld stützte.
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- Bjoern Doeringer (Author), 2004, Die Berichterstattung über Kuba in der spanischen Presse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34839