Dieser Beitrag nimmt sich den Übergang Spaniens von der Diktatur unter Franco zu dem demokratischen Staat, wie wir ihn heute vorfinden, zum Thema. Im Verlauf der Schilderungen werden die Besonderheiten und Merkmale des Transitionsprozeßes deutlich werden.
Im folgenden wird ein grober Überblick über Rahmenbedingungen, Voraussetzungen, Hauptprobleme und Phasen des Demokratisierungsprozesses geliefert werden. Später werde ich mich einzelner elementarer Aspekte des Übergangs widmen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Der Übergang im Überblick
1.2 Die Kultur während der Transición
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den historischen Übergangsprozess Spaniens von der Franco-Diktatur zur modernen parlamentarischen Demokratie (die „Transición“). Dabei wird untersucht, wie dieser politische Systemwechsel durch einen „paktierten Übergang“ gelang und welche Rolle dabei sowohl politische Akteure als auch soziokulturelle Entwicklungen und die Kulturpolitik spielten.
- Analyse der Phasen und Rahmenbedingungen der Demokratisierung in Spanien.
- Untersuchung der Rolle politischer Akteure und des Konsensprinzips (Consenso).
- Darstellung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Transformationsphase.
- Betrachtung der kulturellen Entwicklung und der Veränderung der Zensur- und Förderpolitik.
- Einordnung des spanischen Modells im Kontext europäischer Transformationsprozesse.
Auszug aus dem Buch
Politische und elektoriale Vorgänge in der Transición
Angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen im Juni 1977 begannen sich zu Anfang dieses Jahres zahlreiche parteipolitische Umstrukturierungen zu vollziehen. Die ehemalige franquistische Einheitspartei Movimiento Nacional wurde aufgelöst. An ihre Stelle trat die neu gegründete Allianza Popular (heute bekannt als Partido Popular) unter ihrem charismatischen Führer Manuel Fraga Iribarne. Die sozialistische Arbeiterpartei (psoe) konnte unter dem jungen Felipe Gonzales verschiedene sozialistische Flügel vereinen. Ergänzt wurde das linke Parteienspektrum durch die Kommunistische Partei(pce).
Ministerpräsident Adolfo Suárez vereinte in seiner Unión de centro Democrático die Parteien, die die Mitte des politischen Spektrums besetzten und bildet mit ihnen eine Wahlkoalition.
Diese Koalition war es auch, die in den Wahlen einen klaren Sieg davon trug. An die zweite Stelle gelangte die psoe. Weit abgeschlagen fanden sich die Parteien der Extreme, die Rechte und die Linke. In dieser Wahlkonstellation kommt die gemäßigte Haltung der spanischen Bevölkerung zum Ausdruck: den politischen Extremen wird eine klare Absage erteilt, man sucht Stabilität in einer Politik der Mitte und der Kompromisse.
Hauptaufgabe der neuen Regierung war die Ausarbeitung einer demokratischen Verfassung. Nach intensiven Diskussionen kam es im Oktober 1978 zur Verabschiedung der Verfassung und am 6. Dezember schließlich zur Billigung durch die Bevölkerung in einem Volksreferendum.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Übergangs Spaniens von der Diktatur zur Demokratie unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und Problemstellungen.
1.1 Der Übergang im Überblick: Analyse der politischen Phasen des Regimewechsels, der Rolle von König Juan Carlos und der Politik des Konsenses sowie des Wahlergebnisses von 1982 als Abschluss der Transition.
1.2 Die Kultur während der Transición: Untersuchung der Entwicklung des kulturellen Lebens, der Aufhebung der Zensur, der Rolle des neu geschaffenen Kulturministeriums sowie der sprachlichen und legislativen Neuregelungen im postfranquistischen Spanien.
Schlüsselwörter
Spanien, Transición, Franco, Demokratisierung, Konsenspolitik, Verfassung von 1978, Adolfo Suárez, PSOE, UCD, Kulturpolitik, Zensur, Parteiensystem, Politische Transformation, Parlamentarismus, Regionale Autonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozess Spaniens nach dem Tod von Francisco Franco im Jahr 1975 und die Etablierung eines demokratischen Staates.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die politische Systemtransformation, die elektoralen Prozesse, die Bedeutung der Konsenspolitik zwischen Regierung und Opposition sowie die kulturelle Entwicklung im postfranquistischen Spanien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Besonderheiten des „paktierten Übergangs“ sowie die Faktoren zu identifizieren, die den Erfolg der spanischen Demokratisierung maßgeblich ermöglichten.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter zeitgeschichtlicher Fachliteratur sowie auf der Untersuchung politischer und kultureller Entwicklungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Analyse der Übergangsphasen (inklusive der Rolle der Parteien und der Verfassung von 1978) sowie eine Untersuchung des kulturellen Wandels, der Zensurthematik und der Etablierung neuer Kulturinstitutionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Transición, Konsenspolitik, Demokratisierung, Parteiensystem, sowie die Begriffe Reform und Bruch.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Kulturministeriums in der Anfangsphase?
Der Autor beschreibt die Rolle des nach 1977 geschaffenen Ministeriums als eher unglücklich, geprägt durch Überlastung mit fachfremden Aufgaben (soziale Wohlfahrt) und mangelnde personelle Qualifikation für die spezifische Kulturverwaltung.
Was zeichnet laut der Arbeit die spanische „Kultur des Wandels“ nach 1985 aus?
Nach 1985 wandelt sich die Kunst von einer „Kultur des Widerstandes“ (gegen Franco) hin zu einer stärker auf die Kunst selbst fokussierten, teils ironischen und narzisstischen Ausdrucksweise, die den humorvollen Umgang mit sozialen Themen sucht.
- Quote paper
- Christian Meister (Author), 2001, Spanien nach Franco - Die Transición, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3495