Psychisch kranke Eltern. Entwicklungsrisiko für betroffene Kinder?

Eine Betrachtung am Beispiel der postpartalen Depression.


Hausarbeit, 2016

20 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit

2. Das Krankheitsbild der Depression
2.1 Depression mit postpartalem Beginn

3. Frühkindliche Entwicklung und Bindung
3.1 Frühkindliche Entwicklungsschritte
3.2 Bindung und postpartale Depression

4. Auswirkungen auf die Entwicklung des Säuglings
4.1 Mutter-Kind-Interaktion und postpartale Depression
4.2 Stil-Face Paradigma und emotionale Unter-/Überstimulierung
4.3 Kognitive und emotionale Entwicklung
4.4 Protektive Faktoren und Therapiemöglichkeiten

5. Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
5.1 Hamburger Eltern-Baby-Ambulanz und Tagesklinik

Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Kinder psychisch kranker Eltern führen ein Leben, welches sich zwischen Realitätsanforderungen und Wahnvorstellungen der Eltern, zwischen Verbleib in der eigenen Familie, einer Fremdunterbringung oder einer Unterbringung der Eltern in psychiatrischen Einrichtungen abspielen kann. Die Lebenssituation der Kinder kann in verschiedenster Weise von der eines Kindes gesunder Eltern abweichen und daher vielfältige Risiken mit sich bringen.“(Remschmidt und Mattejat 1994, S. 5).

Da der Umfang die verschiedenen psychischen Erkrankungen, und deren spezifische Auswirkungen auf die betroffenen Kinder aufzuzeigen, den Rahmen dieser Arbeit deutlich übersteigt, und sich grundsätzlich eine psychische Erkrankung der Mutter negativer auf die kindliche Entwicklung auswirkt, als eine väterliche (vgl. Lenz 2008, S. 11; Remschmidt und Mattejat 1994, S.67), konzentriert sich diese Betrachtung auf die besondere Situation von Kindern postpartal depressiv erkrankter Mütter – insbesondere auf deren Neugeborene.

Ein je nach Kontext umfangreiches Wissen über Symptome, Ursachen, Verlauf und Therapieformen stellt für Sozialarbeiter im sozialpsychatrischen und klinischen Arbeitsbereich eine wesentliche Grundlage dar, aber auch in psychosozialen Beratungssituationen wie in einer Schwangerschafts-, Erziehungs-, oder Partnerberatung können Sozialpädagogen mit dieser Thematik konfrontiert werden und sollten daher im Rahmen ihrer Ausbildung zumindest Grundkenntnisse über (postpartale) Depressionen erwerben, um sensibel und emphatisch auf Anzeichen einer Betroffenheit reagieren zu können.

1.1 Aufbau der Arbeit

Eingangs wird das Krankheitsbild der postpartalen Depression dargestellt. Die Auswirkungen auf den emotionalen Zustand der Mutter sowie die Ursachen für die Entstehung der Erkrankung können aufgrund der Konzentration der Arbeit auf die betroffenen Kinder nur am Rande erwähnt werden.

Anschließend an die Skizze des Krankheitsbildes werden frühkindliche Entwicklungs- und Bindungsgrundlagen dargestellt und in Verbindung zur depressiven mütterlichen Erkrankung gebracht, um über die Erläuterung der Mutter-Kind-Interaktion unter Berücksichtigung der depressiven Erkrankung Grundlagen für die folgend verbundenen Entwicklungsrisiken zu schaffen.

Abschließend geht diese Arbeit auf die möglichen Protektiven Faktoren der Kinder sowie die Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit, u.a. anhand des Beispiels der Hamburger Eltern-Baby-Ambulanz und Tagesklinik, ein.

2. Das Krankheitsbild der Depression

Eine Depression ist eine sog. „affektive“ Störung, d. h. eine Störung der gefühlsmäßigen Erregbarkeit. In der „Internationalen Klassifikation psychischer Störungen ICD-10“ werden affektive Störungen wie folgt beschrieben:

Depressive Störungen zeichnen sich häufig durch Freudlosigkeit, Energie- und Antriebsmangel, Wertlosigkeitsgefühle bis hin zu Suizidgedanken aus und die Betroffenen leiden oft schon nach minimaler Anstrengung unter deutlicher Müdigkeit und schränken somit ihre Aktivitäten ein (vgl. ICD-10, Kapitel V (F), S. 170).

2.1 Depression mit postpartalem Beginn

Die im Volksmund „Wochenbettdepression“ genannte Störung wird unter Medizinern auch als Postpartum - Depression (PPD) bezeichnet. Sie kommt jedoch nicht als eigenständiges Störungsbild in der ICD-10 oder im „Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen (DSM) IV“ vor.

Im DSM IV wird allerdings eine Zusatzcodierung „mit postpartalem Beginn“ vergeben, die an die Diagnose einer Störung angehängt werden kann, „[...] wenn sie innerhalb von vier Wochen nach einer Entbindung aufgetreten ist. Die Symptome der Depressiven, Manischen oder Gemischten Episoden mit Postpartalem Beginn unterscheiden sich nicht von denen affektiver Episoden, die nicht postpartal auftreten.“ (Falkai und Döpfner 2015, S. 251–252)

Postpartale Störungen können sowohl neurotischer als auch psychotischer Art sein, die Möglichkeit des postpartalen Auftretens anderer Störungen sollen hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden, ohne im Einzelnen näher darauf einzugehen.

Die Entsprechung im ICD ist die Klassifikation F53.0, die als „leichte psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett, nicht anderenorts klassifizierbar“ (ICD-10, Kapitel V (F), S. 242) gekennzeichnet wird. Sie soll laut ICD 10 jedoch nur vergeben werden, wenn sich die Erkrankung nicht einer der klassischen psychischen Störungen zuordnen lässt. Im ICD 10 wird ein Beginn in einem sechswöchigen Zeitraum nach der Entbindung als Diagnosekriterium angeführt (vgl. a.a.O., S. 266–267).

10-15% aller Frauen erkranken innerhalb der ersten vier Wochen nach der Entbindung an der so genannten Wochenbettdepression, die sich je nach Intensität der Erkrankung unter anderem durch Freudlosigkeit, Energie- und Antriebsmangel, Wertlosigkeits- und Schuldgefühle, bis hin zu Suizidgedanken oder –handlungen zeigt(vgl. Härtl, Müller und Friese 2006, S. 814). Diese Symptome, ebenso wie das Erkrankungsrisiko ist annähernd identisch zur Major Depression, dennoch stellt die postpartale depressive Erkrankung eine der Häufigsten im Wochenbett dar (ebd.).

Die postpartale Depression im Besonderen ist differenzialdiagnostisch abzugrenzen gegen den postpartalen „Baby-Blues“ und die postpartale Psychose sowie zur bipolaren postpartalen Depression. Stellenweise findet sich in der Literatur auch der Begriff "postnatale" Depression. Postnatal (lat. natus = geboren) bezieht sich jedoch auf das Neugeborene, nicht auf die Mutter(vgl. Lohse 2008, S. 45).

„Als wichtigster Risikofaktor für PPD zeigt sich in verschiedenen Studien eine erhöhte Vulnerabilität durch eine depressive Erkrankung oder andere psychische Erkrankung in der Vorgeschichte. So wird das Risiko für die Entwicklung einer PPD bei positiver Anamnese einer Major Depression mit 30–40% angegeben. Gezeigt werden konnte ein Zusammenhang zwischen prä- und postpartalen Ängsten und PPD. Als weiterer Risikofaktor zeigt sich eine familiäre Anamnese mit affektiven Störungen. Bildungsstand, geplante oder ungeplante Schwangerschaft, Geschlecht des Kindes, Geburtsmodus und Stillen scheinen hingegen keinen Einfluss zu haben.“ (Härtl, Müller und Friese 2006, S. 814)

In Bezug auf die familiär bedingte Vulnerabilität ist interessant, dass sich eine Häufung des Krankheitsbildes bei Töchtern, deren Mütter selbst an postpartaler Depression oder überhaupt an einer depressiven Störung erkrankt sind, aufzeigte. Deshalb könnte man zunächst annehmen, dass es sich hierbei um erbliche Faktoren und somit eine körperliche Disposition handelt. Erstaunlicherweise spielen die Väter jedoch keine so bedeutende Rolle bei der Weitergabe der Vulnerabilität wie die Mütter, obwohl sie doch zu ca. 50 % das Erbgut eines Menschen mitbestimmen. So liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei der familiären Häufung nicht um genetische, sondern eine soziale Weitergabe der Vulnerabilität handelt. Auch aus diesem Grund ist eine Behandlung so wichtig. Möglicherweise kann durch Früherkennung eine „transgenerationale“ Weitergabe vermieden werden (vgl. Gröhe, 2003, S.55).

Grundsätzlich erfolgt die Therapie der postpartalen Depression zunächst identisch mit einer depressiven Erkrankung in anderen Lebensabschnitten einer Frau, jedoch sollte die Postpartalzeit als besonderer Einflussfaktor entsprechende Beachtung finden. Im Zentrum der Behandlung steht die psychotherapeutische und/oder medikamentöse Behandlung mit kognitiver Verhaltenstherapie sowie trizyklischen Antidepressiva und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern(vgl. Härtl, Müller und Friese 2006, S. 814–818).

Festzuhalten aus der Perspektive des Kindes ist an dieser Stelle, dass alle Antidepressiva in die Muttermilch übergehen und daher eine Abwägung hinsichtlich des Abstillens notwendig ist, auch wenn das Stillen als Fürsorgeverhalten von Wichtigkeit ist. Studien hinsichtlich der Zusammenhänge von Serumspiegel des Kindes und postpartaler Verhaltensauffälligkeit haben insbesondere in Bezug auf Langzeiteffekte noch keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern können(vgl. a.a.O.)

3. Frühkindliche Entwicklung und Bindung

Um die Auswirkungen mütterlicher Depression auf die kindliche Entwicklung in der frühen Zeit umfassend verstehen zu können, ist es unumgänglich, sich mit frühlindlicher Entwicklung und der Bindung zwischen Mutter und Kind auseinanderzusetzen.

3.1 Frühkindliche Entwicklungsschritte

Ein basaler Bestandteil der psychoanalytischen Theoriebildung befasst sich mit dem Begriff der Triangulierung. Mutter und Kind bilden zunächst eine symbiotische Beziehungseinheit, eine Dyade. Im Laufe von mehreren Entwicklungsschritten erlangt das Kind die Fähigkeit zur Triangulierung, d.h. es kann einen Dritten, in der Regel den Vater, in seine Beziehungsmuster aufnehmen. Das Kind erlernt durch die Interaktion mit seiner Umwelt, drei Beziehungen zu verinnerlichen: Zunächst die zur Mutter, daraufhin die zum Vater und schließlich die Beziehung zu beiden Elternteilen. Diese Beziehungen werden vom Kind erlebt und innerpsychisch abgebildet, so dass sie auch im Verlauf des späteren Lebens noch die Basis für weitere Beziehungsgestaltung bilden. Bis zum Eintritt der ödipalen Phase zieht der Mensch seine Beziehungserfahrungen ausschließlich aus der Dyade mit der Mutter, was deutlich macht, warum die postpartale Depression Auswirkungen auf die Entwicklung haben kann. Der Vater lockert folgend als dritte Person die Dyade zwischen Mutter und Kind auf und ermöglicht dem Kind nach dem triadischen Konflikt eine eigene Identität zu finden (vgl. Ermann 2007, S. 59).

3.2 Bindung und postpartale Depression

Laut Bowlby ist der Mensch genetisch daraufhin angelegt, von Geburt an Bindungsbeziehungen aufzubauen. Aus der Perspektive der Evolution macht dies auch Sinn, da nur die Nähe zu einer Bezugsperson das Überleben des im Gegensatz zu vielen Tierarten noch sehr hilflosen Kleinstkindes sicherstellen kann. Die Mutter gilt als zentrale Bezugsperson und prägt die Bildung von Gefühlen und Verhaltensweisen des Kindes maßgeblich. Entscheidend für eine sichere Bindung ist die mütterliche Feinfühligkeit in Bezug auf die Wahrnehmung des Säuglings, die Interpretation der Äußerungen und entsprechend angemessene und prompte Reaktion(vgl. Ahnert und Maywald 2008, S. 28-32).

Kinder postpartal depressiv erkrankter Mütter haben demnach ein erhöhtes Risiko, eine unsichere Bindung in der Beziehung zu ihrer Mutter zu entwickeln, da die Mütter oft nicht in der Lage sind adäquat auf die Bedürfnisse zu reagieren. In einer Untersuchung von Murray (1992) konnte nachgewiesen werden, dass die Kinder postpartal erkrankter Mütter im Alter von 18 Monaten in auffälliger Häufung unsicher an ihre Mütter gebunden sind(vgl. Reck et al., S. 174).

Auf die Lund-Studie beziehend, bei der Näselund et al. (1984) die Beziehung von Kindern und Müttern mit einer psychischen Erkrankung untersuchten, stellten auch Mattejat und Remschmidt die Tatsache heraus, dass die Kinder depressiver Mütter im 1. Lebensjahr nahezu keine Angstreaktionen gegenüber einer fremden Person zeigten, was sich auf eine unsichere Bindung zwischen Kind und Mutter zurückführen lässt(vgl. Remschmidt und Mattejat 1994, S. 41).

Störungen der Mutter-Kind-Beziehung sind einer bilateralen Wechselwirkung unterlegen, es wirkt sich also nicht nur der psychische Zustand der Mutter auf ihr Kind aus, sondern auch die Reaktionen des Kindes sind Erfahrungswerte der Mutter, die sich auf späteren Umgang und Erziehungsverhalten auswirken können, und dann wiederum erneut das Kind betreffen (vgl. Riedel 2008, S. 65).

Bei den Müttern unsicher gebundener Kinder ist sogar häufig ein Verhalten zu beobachten, Körperkontakt zu vermeiden oder sogar zu unterbinden. Dies war auch bei einer depressiven Mutter (Swantje) der Fall, von der Gröhe berichtet: „Dabei [beim Stillen] hat das Baby, wie es viele Babys tun, sein Händchen auf die Brust der Mutter legen wollen. Sie schob die Hand sofort weg und tat dies, sooft er sie wieder berühren wollte, immer wieder bis zum Ende der Stillmahlzeit.“ (Gröhe 2003, S.136).

Elterliche Feinfühligkeit in ihren verschiedensten Ausprägungen und Erscheinungsbildern kann also als Hauptkriterium für die Prognose der Bindungsentwicklung und damit der Entwicklung des Säuglings, auf die im folgenden Abschnitt eingegangen wird, betrachtet werden.

4. Auswirkungen auf die Entwicklung des Säuglings

Da die Symptome der postpartalen Depression zumeist erst nach der Entlassung aus der Geburtsstätte auftreten, wird die Erkrankung häufig nicht erkannt und daher nicht behandelt. So kann die postpartale Erkrankung mit schwerwiegenden Komplikationen für Mutter, Kind und Familie verbunden sein (vgl.Härtl, Müller und Friese 2006, S. 814).

Durch die Depression sind die Möglichkeiten der Mutter auf die Emotionen des Säuglings zu reagieren, was nach Goodman und Gotlib (1999) essentiell für dessen neurophysiologische Entwicklung ist, deutlich eingeschränkt (vgl. Petermann 2000, S. 72). "Die Auswirkungen einer mütterlichen Depression sind bereits bei Säuglingen und Kleinkindern offensichtlich: Sie umfassen ein weitreichendes Spektrum von somatischen und psychomotorischen Entwicklungsverzögerungen bis hin zu Störungen der emotionalen Bindung, der affektiven Regulation und der expressiven Sprache." (a.a.O., S. 229).

Auch Lenz und Jungbauer bestätigten die These, dass sich die mütterlichen depressiven Symptome aufgrund mangelnder emotionaler Zuwendung und eingeschränkter Interaktion belastend auf die Entwicklung der Kinder auswirken: „eine geringere emotionale Beteiligung im Kontakt mit ihrem Kindern, weniger Stimulation der Kinder und weniger Interesse an den Aktivitäten der Kinder.“(Lenz und Jungbauer 2008, S. 98).

Die Interaktionsformen depressiver Mütter können sich sowohl negativ auf die soziale, kognitive und emotionale Entwicklung, als auch auf die Emotions- und Verhaltensregulation des Säuglings auswirken (vgl. Petermann 2000, S. 71). Eine besonders kritische Phase scheint die Zeit zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat zu sein, da die Kinder in diesem Alter den Eltern verstärkt emotionales Engagement abverlangen. Bei emotional nicht verfügbaren Eltern verschlechterte sich die Bindungsqualität der betroffenen Kinder dramatisch(vgl. Deneke und Lüders 2003, S. 177).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Psychisch kranke Eltern. Entwicklungsrisiko für betroffene Kinder?
Untertitel
Eine Betrachtung am Beispiel der postpartalen Depression.
Hochschule
Fachhochschule Kiel
Veranstaltung
Leben mit Verhaltensauffälligkeit und psychischer Krankheit
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V349868
ISBN (eBook)
9783668369535
ISBN (Buch)
9783668369542
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
psychisch, eltern, entwicklungsrisiko, kinder, eine, betrachtung, beispiel, depression
Arbeit zitieren
Annina Schmitz (Autor), 2016, Psychisch kranke Eltern. Entwicklungsrisiko für betroffene Kinder?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/349868

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Psychisch kranke Eltern. Entwicklungsrisiko für betroffene Kinder?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden