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Achim Landwehrs "Historische Diskursanalyse". Skizzierung einzelner Untersuchungsschritte und kritische Analyse

Eine Untersuchung mit Rhonda Zaharnas Essay "An Associative Approach to Intercultural Communication Competence in the Arab World"

Titel: Achim Landwehrs "Historische Diskursanalyse". Skizzierung einzelner Untersuchungsschritte und kritische Analyse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lisa Lindner (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In seiner zu einem Standardwerk avancierten "Historischen Diskursanalyse" wagt der deutsche Historiker und Sachautor Achim Landwehr nicht nur den Versuch, eine leicht verständliche Erklärung des Begriffes Diskurs zu formulieren sowie dessen Entstehungsgeschichte des Überblicks halber kurz zu umreißen, sondern er unternimmt in seiner Theorie auch einen Ausflug zu den Wurzeln der historischen Diskursanalyse, die außerhalb der Geschichtswissenschaften angesiedelt sind. Vor allem die Diskurstheorien in der Philosophie und Soziologie jenseits der 1960er Jahre sind Zentrum seiner Untersuchungen und sollen auch im Folgenden kurz umrissen werden.

Besonders spannend und wichtig für die hier vorliegende Arbeit ist jedoch vor allem Landwehrs Versuch, konkrete Untersuchungsschritte im Rahmen einer historischen Diskursanalyse zu formulieren, deren Skizzierung und Erprobung in der Praxis als Exkurs dieses Aufsatzes dienen soll. Indem er die einzelnen Arbeitsschritte zu einer erfolgreichen Diskursanalyse genau erklärt und durchexerziert, hofft er, den Zugang zum Begriff Diskurs zu öffnen und leichter verständlich zu machen.

Da ein solcher Ansatz der hier vorliegenden Arbeit allzu theorielastig erscheinen mag, soll in einem zweiten Teil Achim Landwehrs Formulierung zu einzelnen Untersuchungsschritten einer Diskursanalyse auf die Probe gestellt werden. Anhand eines Fallbeispiels – Rhonda Zaharnas Essay "An Associative Approach to Intercultural Communication Competence in the Arab World" – soll sich zeigen, ob Landwehrs theoretischer Ansatz auch in der Praxis Bestand hat.

Zaharnas Essay eignet sich insofern zur Analyse, als dass die amerikanische Autorin mit palästinensischen Wurzeln ganz im Zeichen der Interkulturalität und kulturellen Diversität den Ansatz vertritt, dass die arabische Welt aufgrund ihrer innerlichen Unterschiede kaum als kulturelle Einheit verstanden werden kann. Dennoch formuliert Zaharna ein Modell, in dem sie die Haltung, Sichtweise und Weltdeutung der Menschen aus der arabischen Welt festhält – auf der Basis eines westlichen Modells. Warum die Autorin derart große Probleme hat, die Entität der arabischen Welt als ein diskursives Konstrukt zu verstehen, das noch dazu durch den Westen generiert worden ist, soll mithilfe von Landwehrs Untersuchungsschritten überprüft werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. Die Sicherheit über die eigene Wirklichkeit – Kurze Begriffserklärung und Begriffsgeschichte von Diskurs

2. Der Diskursbegriff und seine Einbindung in unterschiedliche Kontexte – Vier Diskurstheorien im Überblick

2.1 Diskursethik nach Jürgen Habermas

2.2 Der Diskurs und seine Ordnungsfunktion bei Michel Foucault

2.3 Pierre Bourdieu – Sozialbeziehungen als symbolische Machtbeziehungen

2.4 Diskurs als strukturierte Totalität bei Ernesto Laclau und Chantal Mouffe

2.5 Zusammenfassende Erkenntnisse – Die historische Diskursanalyse als Ergebnis sozialer Kommunikationsprozesse

3. Untersuchungsschritte zur Diskursanalyse nach Achim Landwehr

3.1 Themenfindung

3.2 Korpusbildung

3.3 Kontextanalyse

3.4 Analyse von Aussagen und Texten

3.5 Zusammenfassende Erkenntnisse – Ergebnisse der Diskursanalyse

4. Rhonda Zaharna: An Associative Approach to Intercultural Communication Competence in the Arab World

4.1 Interkulturalität und kulturelle Diversität in der arabischen Welt

4.2 Exkurs Kultur und Kulturwissenschaft – ein Definitionsversuch

4.3 Associative View of Communication – Kategorisierung eines arabischen Weltverständnisses

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der historischen Diskursanalyse nach Achim Landwehr, indem sie dessen theoretisches Modell an dem Fallbeispiel des Essays „An Associative Approach to Intercultural Communication Competence in the Arab World“ von Rhonda Zaharna praktisch erprobt und kritisch hinterfragt.

  • Historische Diskursanalyse als Methode zur Identifizierung von Wissenskonstruktionen.
  • Die Bedeutung von Machtverhältnissen und Diskursen bei der Produktion von Wirklichkeit.
  • Kritische Reflexion der kulturellen Diversität in der arabischen Welt.
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen westlichen Modellen und außereuropäischen Identitätsentwürfen.
  • Evaluation von Möglichkeiten und Defiziten bei der praktischen Anwendung diskursanalytischer Schritte.

Auszug aus dem Buch

3.2 Korpusbildung

Ein weiterer Schritt zur Anleitung einer historischen Diskursanalyse ist der der Korpusbildung. „Wo aber finden sich nun Diskurse und wie lassen sie sich identifizieren? [...] Wo wird auf welche Weise und mit welchen Mitteln über etwas gesprochen, das den Anspruch erheben kann, der Sphäre des Wissens und der Wirklichkeit zuzugehören?“ Das sind die Fragen, denen man sich in jenem zweiten Schritt widmet. Man muss ein Korpus schaffen, in dem Texte, audiovisuelle Medien, Artefakte oder soziale Praktiken aufeinandertreffen, um so den Diskurs zu bestimmen. Um die Masse an potentiellen Medien bewältigen zu können, muss man bei der Sichtung vor allem auf Wiederholungen und Gleichförmigkeiten von Aussagen achten. „Denn es ist dieser Charakter diachroner Reihung und synchroner Häufigkeit von miteinander verbundenen Aussagen, der die Diskursanalyse empirisch begründet.“ Im Grunde ist ein Diskurs zunächst einmal nichts anderes als eine Ansammlung, ein Korpus von Einzeltexten. Indem sich seine Aussagen immer wieder in neuen Texten wiederfinden lassen, erneuert sich der Diskurs stetig und wird somit am Leben gehalten. Man unterscheidet dabei zwischen dem imaginären Korpus – die Gesamtheit an Äußerungen zum Diskurs, meist nur noch in einem kleinen Rest erhalten bzw. überhaupt recherchierbar –, dem virtuellen Korpus – dem Restbestand aller erhaltenen Beiträge zum Diskurs – und dem konkreten Korpus, was die Erstellung einer Auswahl durch gezielte Sammlung, Sichtung und Gewichtung beinhaltet. „Über die Zusammenstellung des Korpus gilt es sich selbst und allen anderen gegenüber stets Rechenschaft abzulegen, denn selbstverständlich verläuft die Materialauswahl nie objektiv.“

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung stellt das Ziel der Arbeit vor, die diskursanalytischen Schritte von Achim Landwehr an einem spezifischen Essay zu testen und auf ihre Praxistauglichkeit hin zu bewerten.

1. Die Sicherheit über die eigene Wirklichkeit – Kurze Begriffserklärung und Begriffsgeschichte von Diskurs: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Bedeutungsvarianten des Diskursbegriffs und zeigt auf, wie Diskursanalyse zur kritischen Hinterfragung von vermeintlich objektiver Wirklichkeit dient.

2. Der Diskursbegriff und seine Einbindung in unterschiedliche Kontexte – Vier Diskurstheorien im Überblick: Hier werden zentrale Diskurstheorien von Habermas, Foucault, Bourdieu sowie Laclau und Mouffe vorgestellt, um deren unterschiedliche theoretische Ansätze und Bedeutung für die historische Diskursanalyse zu verdeutlichen.

3. Untersuchungsschritte zur Diskursanalyse nach Achim Landwehr: Das Kapitel detailliert die praktischen Arbeitsschritte der Diskursanalyse, von der Themenfindung und Korpusbildung bis hin zur Kontext- und Textanalyse.

4. Rhonda Zaharna: An Associative Approach to Intercultural Communication Competence in the Arab World: Anhand des ausgewählten Essays wird die praktische Anwendbarkeit der zuvor erarbeiteten Analyseschritte auf die Thematik der arabischen kulturellen Identität überprüft.

ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das abschließende Kapitel resümiert die Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung und betont den Nutzen des Landwehrschen Modells für das Erkennen verborgener Strukturen.

Schlüsselwörter

Historische Diskursanalyse, Achim Landwehr, Rhonda Zaharna, Diskurs, Macht, Wirklichkeitskonstruktion, Korpusbildung, Kontextanalyse, Interkulturalität, kulturelle Diversität, arabische Welt, Identität, Orientalismus, Kommunikation, Habitus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Anwendung der historischen Diskursanalyse nach Achim Landwehr, um zu prüfen, wie theoretische Untersuchungsschritte in der Praxis zur Aufdeckung von gesellschaftlichen Wissenskonstruktionen beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Diskurstheorien der Philosophie und Soziologie, die methodischen Schritte der Diskursanalyse sowie die kritische Auseinandersetzung mit interkulturellen Kommunikationsmodellen in der arabischen Welt.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch die Erprobung des theoretischen Leitfadens von Achim Landwehr an einem konkreten Fallbeispiel, die Praxistauglichkeit sowie die möglichen Defizite dieses analytischen Ansatzes zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Als Methode dient die historische Diskursanalyse. Dabei werden theoretische Konzepte (u.a. von Foucault und Bourdieu) genutzt, um Untersuchungsschritte wie Themenfindung, Korpusbildung und Kontextanalyse systematisch auf das Fallbeispiel anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Diskurstheorien erläutert, anschließend die konkreten Untersuchungsschritte nach Landwehr detailliert und schließlich die praktische Analyse des Essays von Rhonda Zaharna durchgeführt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Diskursanalyse, Macht, Wirklichkeitskonstruktion, Interkulturalität, kulturelle Diversität und Orientalismus definieren.

Wie bewertet die Autorin den Ansatz von Rhonda Zaharna?

Die Autorin kritisiert, dass Zaharnas Essay zwar kulturelle Diversität thematisiert, dabei aber ein stark westlich geprägtes Modell verwendet, wodurch die kritische Reflexion des Themas als diskursives Konstrukt hinter den Möglichkeiten zurückbleibt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem imaginären, virtuellen und konkreten Korpus für die Analyse wichtig?

Diese Unterscheidung ist notwendig, um methodische Transparenz bei der Materialauswahl zu schaffen und zu verdeutlichen, dass die Erstellung eines Korpus ein interpretativer, nicht objektiver Prozess ist.

Welche Bedeutung kommt dem Orientalismus-Konzept von Edward W. Said in dieser Arbeit zu?

Das Konzept dient als kritischer Rahmen, um zu hinterfragen, wie westliche Diskurse über den Orient zur Konstruktion von Machtstrukturen und zur Hierarchisierung von Identitäten beigetragen haben.

Welches Fazit zieht die Arbeit über die Anwendbarkeit der Diskursanalyse?

Das Fazit lautet, dass Landwehrs Schritte zwar eine wertvolle Orientierungshilfe für komplexe Themen bieten, die praktische Durchführung jedoch stark davon abhängt, wie konsequent das zu analysierende Objekt selbst Argumentationspfaden folgt.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Achim Landwehrs "Historische Diskursanalyse". Skizzierung einzelner Untersuchungsschritte und kritische Analyse
Untertitel
Eine Untersuchung mit Rhonda Zaharnas Essay "An Associative Approach to Intercultural Communication Competence in the Arab World"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Professur für Geschichte und Theologie des christlichen Ostens)
Veranstaltung
HS Postkoloniale Geschichtsschreibung am Beispiel vom Nahen Osten und auf dem Balkan
Note
1,0
Autor
Lisa Lindner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V350038
ISBN (eBook)
9783668370470
ISBN (Buch)
9783668370487
Sprache
Deutsch
Schlagworte
achim landwehrs historische diskursanalyse skizzierung untersuchungsschritte analyse eine untersuchung rhonda zaharnas essay associative approach intercultural communication competence arab world
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Lindner (Autor:in), 2016, Achim Landwehrs "Historische Diskursanalyse". Skizzierung einzelner Untersuchungsschritte und kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350038
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Leseprobe aus  28  Seiten
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