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Die Sprache der Fußballberichterstattung im Fernsehen

Title: Die Sprache der Fußballberichterstattung im Fernsehen

Term Paper , 2002 , 44 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christina Quast (Author)

Communications - Specialized communication
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„Noch eine gute knappe Minute zu spielen.“ Der Satz eines Fußballkommentators, seinen Namen und das habe ist vergessen. Nur der eine Satz ist im Gedächtnis geblieben.
Der Fußball schien nicht nur wegen der „guten knappen Minuten“ für eine Arbeit über seine spezifische Sprache geeignet, sondern aus mehreren Gründen. Fußball ist unbestritten die beliebteste Sportart in Deutschland, weshalb die Fußballsprache am ausgeprägtesten und verbreitetsten ist, was sich auf deren Darstellung in der Literatur auswirkt. Trotzdem gestaltete sich die Literatursuche nicht ganz problemlos. Viele Untersuchungen zur Fußballsprache sind älter als 15 Jahre und beschäftigen sich vorrangig mit den Printmedien, was mich dazu bewogen hat, Literatur erst ab 1970 zu berücksichtigen bzw. in wenigen Fällen auch die zur Presse. Ich habe mich unterdessen für das Medium Fernsehen entschieden, weil die Betrachtung der drei Medienbereiche mit Sicherheit den Umfang der Arbeit gesprengt hätte.
Das erste im Fernsehen übertragene Fußballspiel fand 1936 zwischen Deutschland und Italien statt. Bis in die 50er Jahre wurde der Fußball im Fernsehen von Hörfunkreportern kommentiert, die ihre Gewohnheit, im Radio pausenlos zu reden und zu schildern, auf das neue Medium übertrugen. Heute ist die Diskussion so weit gediehen, dass die Notwendigkeit des Kommentars ganz infrage gestellt wird. Vielleicht kann meine Arbeit auch zu dieser Diskussion einen Beitrag leisten.
Aus diesem Grund ist nach einer allgemeinen Klassifizierung der Sportsprache ein gesamtes Kapitel der Charakteristik der Fußballberichterstattung im Fernsehen gewidmet, denn „je nach Art des Vermittlungsmediums entstehen unterschiedliche Erfordernisse für die sprachliche Realisierung.“ Zur Beurteilung der Sprache halte ich es für unverzichtbar, auch die technischen Produktionsbedingungen sowie die besondere Kommunikationssituation zu betrachten. Erst danach wird auf verschiedenen Merkmale der Fußballsprache eingegangen. Dabei ist es nicht meine Absicht, den Kommentar sprachwissenschaftlich zu zerlegen, sondern zu erarbeiten, welche Funktionen die Merkmale erfüllen und mit welcher Absicht sie vom Kommentator eingesetzt werden.
Ich betrachte ausschließlich den Kommentar während der Spielzeit; Vor-, Nach- und Halbzeitanalysen bleiben unberücksichtigt, ebenso der Einsatz eines Co-Kommentators.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sportsprache

2.1 Die Fachsprache

2.2 Der Jargon

2.3 Der Fachjargon

3. Berichterstattung und Kommentator

3.1 Das Verhältnis von Bild und Ton

3.2 Bedingungen und Anforderungen

3.3 Live-Berichterstattung

3.4 Zeitversetzte Berichterstattung

4. Unterhaltung, Emotionalität und Spannung durch den Kommentator

5. Besonderheiten der Sprache

5.1 Hyperbolik und Superlativ

5.2 (Kriegs-)Metaphorik

5.3 Hintergrundinformationen

5.4 Regelerläuterungen

5.5 Bewertungen

5.6 Bezeichnung der Akteure und direkte Ansprache

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen sprachlichen Merkmale der Fußballberichterstattung im Fernsehen. Ziel ist es, die Funktionen und Absichten zu analysieren, die hinter der Verwendung bestimmter sprachlicher Mittel durch Sportkommentatoren während der Spielzeit stehen.

  • Charakterisierung und Klassifizierung der Sportsprache, des Jargons und des Fachjargons im Fußball.
  • Analyse des Einflusses der technischen Produktionsbedingungen des Fernsehens auf die sprachliche Gestaltung.
  • Untersuchung von Unterhaltungs-, Emotionalitäts- und Spannungsaspekten durch den Kommentar.
  • Kritische Betrachtung sprachlicher Besonderheiten wie Hyperbolik, Metaphorik und Regelerläuterungen.
  • Evaluation des Verhältnisses zwischen positiven und negativen Bewertungen sowie deren sprachliche Vermittlung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Verhältnis von Bild und Ton

Das Fernsehen verfügt, im Gegensatz zum Hörfunk oder den Printmedien, gleichzeitig über einen Bild- und Tonkanal. Der Ton wiederum setzt sich zusammen aus einer akustischen Kulisse (Geräusche, Musik) und Sprache, die klar den höchsten Stellenwert einnimmt.

Trotzdem ist das Bild im Fernsehen die vorrangige Informationsquelle, es dominiert, „weil es, unabhängig von Ton, allein die Aussage über das Ereignis macht, machen kann. Ton ist immer komplementär, von untergeordneter Bedeutung, auch für das Verstehen der Rezipienten.“48 Der Zuschauer kann anhand des Bildes den Spielverlauf verfolgen, welches auch „die quantitativ umfassendere Informationsfunktion“49 hat, während Hattig den Fernseh-Ton als „unterentwickelt“ und von „untergeordneter Bedeutung“ einstuft50.

Das Bild bildet demzufolge die Grundlage einer Fußballübertragung im Fernsehen, was einerseits bedeutet, dass der Kommentator die Wirklichkeit des Spiels nicht erst zu schaffen braucht 51, andererseits muss er sich der „unschlagbaren Autorität des Bildes“52 unterwerfen. Der Kommentator hat es mit einer Bildvorlage zu tun, auf die er seinen Kommentator abstimmen muss, da „die verbale Verdopplung des ohnehin Sichtbaren beim Fernsehkommentar ebenso überflüssig ist“53, sich eine Schere zwischen Text und Bild aber ebenfalls negativ auf die Informationsvermittlung auswirkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation der Autorin sowie die Begründung für die Wahl des Mediums Fernsehen und umreißt den wissenschaftlichen Rahmen der Analyse.

2. Sportsprache: Dieses Kapitel differenziert zwischen Fachsprache, Jargon und Fachjargon als grundlegende Bestandteile der Kommunikation über Fußball.

3. Berichterstattung und Kommentator: Hier werden die medialen Bedingungen des Fernsehens, insbesondere das Zusammenspiel von Bild und Ton, sowie die Unterschiede zwischen Live- und zeitversetzter Übertragung untersucht.

4. Unterhaltung, Emotionalität und Spannung durch den Kommentator: Dieses Kapitel widmet sich der Aufgabe des Reporters, durch sprachliche Mittel den Unterhaltungswert und die dramaturgische Spannung zu steigern.

5. Besonderheiten der Sprache: Die einzelnen rhetorischen Merkmale wie Metaphorik, Bewertungen und Regelerläuterungen werden detailliert auf ihre Funktion hin analysiert.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die sprachliche Leistung des Kommentators trotz Kritik an einigen Stilmitteln für das Fernseherlebnis unerlässlich bleibt.

Schlüsselwörter

Fußballberichterstattung, Sportsprache, Sportjargon, Fernsehkommentar, Medienkommunikation, Sportjournalismus, Bild-Ton-Verhältnis, Live-Berichterstattung, Metaphorik, Superlativ, Regelerläuterung, Emotionalisierung, Unterhaltungsfunktion, Sportrezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Sprache der Fußballberichterstattung im Fernsehen, insbesondere wie Kommentatoren ihre Sprache einsetzen, um das Spielgeschehen für Zuschauer aufzubereiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Differenzierung von Fachsprache und Jargon, die Rolle des Bildes im Fernsehen, die Erzeugung von Spannung und Emotionen sowie der Einsatz von Metaphern und Bewertungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Funktionen und Absichten der sprachlichen Gestaltung im Fußballkommentar aufzuzeigen und zu analysieren, statt den Kommentar rein sprachwissenschaftlich zu zerlegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Literaturanalyse, die auf bestehenden Untersuchungen zur Sportberichterstattung und Fußballsprache ab 1970 basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die medien-technischen Rahmenbedingungen des Fernsehens, die Funktion des Kommentators als mehrwissender Erzähler und die spezifischen sprachlichen Werkzeuge, die er zur Kommentierung nutzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fußballberichterstattung, Sportjargon, mediale Distanz, Spannungssteigerung, Fachsprache und die Rolle des Kommentators als verbaler Verstärker.

Warum spielt das Bild im Fernsehen eine so dominante Rolle?

Das Bild ist die vorrangige Informationsquelle, da es die Spielhandlung unmittelbar wiedergibt. Der Kommentar ist daher bildbegleitend oder bildergänzend und muss sich der Autorität des Bildes unterordnen.

Wie unterscheidet sich die Live-Berichterstattung von Kurzberichten?

Live-Übertragungen sind simultan zum Spielgeschehen und setzen den Reporter unter Druck, während Kurzberichte eine nachträgliche Selektion und Verdichtung der Höhepunkte erlauben, was dem Kommentator mehr Zeit zur inhaltlichen Formung gibt.

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Details

Title
Die Sprache der Fußballberichterstattung im Fernsehen
College
University of Dortmund
Grade
2,0
Author
Christina Quast (Author)
Publication Year
2002
Pages
44
Catalog Number
V35011
ISBN (eBook)
9783638350679
Language
German
Tags
Sprache Fußballberichterstattung Fernsehen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Quast (Author), 2002, Die Sprache der Fußballberichterstattung im Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35011
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