Physiologische Wirkung des Tai Chi Quan


Seminararbeit, 2004

9 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Physiologische Wirkung von TC
2.1 Muskuläres Training
2.2 Atmung
2.3 Rücken und Gelenke

3 Zusammenfassung und Forschungsperspektiven

Literaturverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Durch den Begriff TC wird ein Bewegungssystem bezeichnet, dass ursprünglich aus einer taoistischen Kampfkunst entstanden ist. Wörtlich übersetzt bedeutet „Tai Chi“ „Der First-Balken“, also einer der wichtigsten Teile des Daches, welcher zugleich über allem thront sowie die Gewichte von beiden Dachflächen aushält und ausgleicht. Unter „Tai Chi Chuan“ versteht man sinngemäß „das Prinzip, das hinter allem steht“. „Chuan“ kann übersetzt werden mit „die leere Faust“ und deutet das Prinzip des Nachgebens in der Selbstverteidigung an.

Die heutige Ausübungsform besteht aus langsamen fließenden Bewegungen, die nach außen einen Anschein von Leichtigkeit und Konzentration haben. Dabei existieren viele Variationen (Schwertform, Soloform, Paarform, etc.), wobei ich auf die Solo-Form bezug nehmen werde, da ich diese in einem Seminar selbst kennen lernen konnte. Sie bedient sich, neben dem Körper selbst noch an einigen Gegenständen. Dies können Schwerter, Stöcke oder Fächer sein.

Aus der ursprünglichen kämpferischen Bedeutung ist eine Form entstanden, die der Erhaltung der allgemeinen Fitness und der Vorbeugung von Alltagskrankheiten[1] dient. Die größte Verbreitung ist in der VR China zu beobachten.

Zur Entstehung des TC ist nur wenig genaues zu sagen. Es ranken sich viele Geschichten und Theorien um die Entstehung, da es kaum schriftliche Überlieferungen gibt. Im folgendem Absatz ist beispielhaft die Entstehung des so genanten Yang-Stils kurz beschrieben, welcher am Verbreitesten ist und auf den sich die folgende Ausarbeitung beziehen wird.

Chen Wang Ting war das Oberhaupt seiner Familie und ein Meister der Shaolin- Kampfkunst. Er entwickelte aufgrund seiner Neugier und seines Interesses am Taoismus die ersten Tai Chi Bewegungen. Er hatte einen Diener, welcher Yang Cu Chan hieß. Dieser Diener war so fleißig und ehrlich zu seinem Meister, dass dieser ihn die Kunst des Tai Chi lehrte. Als Yang Cu Chan vierzig Jahre wurde, starb sein Meister und er kehrte in sein Heimatdorf zurück. Er bildete unter anderem den Schüler Wu Yu Xiang aus, der später den Wu- Stil entwickelte (1818- 1880). Er selbst ging nach Peking, um seine Technik einfacher und seine Bewegungen weicher zu machen. Sein Enkel Yang Cheng Fu (1838- 1942) entwickelte eine Technik, die heute oftmals verwendet wird und als Yang- Stil bekannt ist.

Viele Menschen, die TC neu kennen lernen, fragen sich, ob Tai Chi wirklich eine Wirkung hat, oder ob mal wieder der sprichwörtliche Glaube daran, „die Berge versetzt“ und das oft beschriebene gesteigerte Wohlbefinden nur eine Einstellungsfrage ist.

Im folgendem Teil werde ich auszugsweise auf die physiologische Wirkung eingehen, die sich bei regelmäßiger Ausübung von TC einstellt. Dabei beschränke ich mich nur auf einige Aspekte, da sonst der Rahmen dieser Arbeit gesprengt werden würde. Die Darstellungen beruhen dabei auf physiologische Erkenntnisse nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip, die durch ein Grundstudium Biologie und Sport erlangt wurden und in jeder Wissenschaftlicher Literatur beschrieben sind. So hoffe ich, diese Hauptfrage beantworten zu können.

2 Physiologische Wirkung von TC

Hierbei wird Bezug auf die Übung „Die Fünf Räder“ genommen, die aus fünf verschieden Sequenzen (Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall) zusammen gesetzt ist.

Durch die dynamischen Vor- Rückwärtsbewegungen werden viele Muskeln des Unter- und Oberkörpers gleichzeitig trainiert. Dabei wird zusätzlich statische Haltearbeit verrichtet. Es werden also die verschiedenen Muskelfasertypen angesprochen. Allerdings werden hauptsächlich die sogenannten Slow-Twitch-Fasern[2] trainiert, da durch die lange Zeitdauer die Ausübung eher im Ausdauerbereich liegt. Das muskuläre Training hat außerdem einen koordinativen Anspruch, da komplexe Bewegungsabläufe des ganzen Körpers absolviert werden.

Die regelmäßige Atmung hat eine beruhigende Wirkung, garantiert aber zusätzlich die Sauerstoffversorgung des Körpers. Durch die Aktivierung vieler Muskelgruppen wird die Durchblutung erhöht, da die beanspruchten Bereiche verstärkt versorgt werden müssen. Man erzielt also einen Effekt auf das Herzkreislauf-System. Trotzdem bleibt der Puls relativ niedrig, so dass eine Überbelastung ausgeschlossen werden kann.

[...]


[1] „Zivilisationskrankheiten“ , die hauptsächlich durch Bewegungsmangel, wie zu langes und falsches Sitzen, entstehen

[2] kontrahieren langsamer, können dafür aber die Kontraktion ohne zu ermüden für einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten und befinden sich meist in Muskeln, die für die Körperhaltung verantwortlich sind

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Physiologische Wirkung des Tai Chi Quan
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Sportwissenschaft und Motologie)
Veranstaltung
Bewegung und Gesundheit. Bewegungswissenschaftliche Reflektion gesundheitlicher Wirkung von Bewegung und Gesundheit
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V35022
ISBN (eBook)
9783638350747
ISBN (Buch)
9783656085010
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Physiologische, Wirkung, Quan, Bewegung, Gesundheit, Bewegungswissenschaftliche, Reflektion, Wirkung, Bewegung, Gesundheit
Arbeit zitieren
Stephan Hoppe (Autor), 2004, Physiologische Wirkung des Tai Chi Quan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35022

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