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Das Recht der Tiere auf Leben im Kontext des Präferenzutilitarismus von Peter Singer

Titel: Das Recht der Tiere auf Leben im Kontext des Präferenzutilitarismus von Peter Singer

Hausarbeit , 2015 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jessica Schlemmer (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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„Ich kann mir meine Schmerzen aussuchen, Tiere nicht“ – Mit diesem provokantem Slogan ruft die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. zu einer vegetarischen/veganen Lebensweise und dem Stoppen von Tierquälerei auf. Der Markt für sogenannte „Veggie-Produkte“ boomt und Vegetarier oder Veganer sein, liegt total im Trend. Und tatsächlich scheint sich der Konsum von Fleisch in ganz Europa zunehmend zu verringern. Jedoch werden trotz diesem Rückgangs Tiere weiterhin für Versuchszwecke gequält und allein in Deutschland jährlich 750 Millionen Tiere geschlachtet.

Doch auch wenn man eine vegetarische oder vegane Lebensweise ohne Fleischkonsum verfolgt, so besitzt vermutlich fast jeder die eine oder andere Lederhandtasche oder auch einen Ledergürtel und isst ab und zu – wenn auch unbewusst- gelatinehaltige Gummibärchen. Somit stellt sich die Frage, ist diese Art unseres Umgangs mit Tieren moralisch vertretbar? Lange Zeit war die Auffassung, dass es keine direkten moralischen Gründe gegen das Töten von Tieren gibt, in der westlichen Philosophie unangefochten.

Tiere wurden in unserer Gesellschaft, durch fehlende empirische Erkenntnisse bezüglich der Bioethik, nicht als moralische Mitglieder unserer Gemeinschaft betrachtet, sondern als maschinenartige Wesen ohne jegliche Empfindungsfähigkeit, wie es René Descartes beschreibt. Auch Kant war der Ansicht, dass Tiere im Gegensatz zu Menschen über kein Selbstbewusstsein verfügen würden. Genauso schreibt Ottfried Höffe den Tieren keine Rechte zu, da sie weder Zurechnungsfähigkeit noch die Fähigkeit, Rechtsbeziehungen einzugehen, besitzen und plädiert somit für die Beibehaltung des Anthropozentrismus. Dagegen tritt der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer als Advokat der Tiere auf und entwickelt eine Ethik, welche sich mit dem Wohlergehen der Tiere beschäftigt.

Zu Beginn dieser Arbeit möchte ich einen kurzen Einblick in die grundlegenden Positionen der Tierethik gewähren, um anschließend den von Singer vertretenen Präferenzutilitarismus und das darin zentrale Prinzip der gleichen Interessensabwägung zu beschreiben. Zum besseren Verständnis werde ich mich jedoch zuvor kurz dem klassischen Utilitarismus nach Jeremy Bentham und John Stuart Mill, seinen zwei wichtigsten Vertretern, widmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der klassische Utilitarismus

2.1 Jeremy Bentham

2.2 John Stuart Mill

3. Die tierethischen Grundpositionen

4. Peter Singer und der Präferenzutilitarismus

4.1 Zur Person Peter Singers

4.2 Präferenzutilitarismus

4.3 Das Prinzip der gleichen Interessensabwägung

4.4 Speziezismus und seine Erscheinungsformen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das moralische Verhältnis des Menschen zu Tieren aus der Perspektive der Tierethik, wobei insbesondere der Präferenzutilitarismus von Peter Singer kritisch beleuchtet wird. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit der moderne Umgang mit Tieren, etwa als Nahrungsmittel oder in der Forschung, auf Basis des Gleichheitsprinzips und des Schutzes vor Leid ethisch gerechtfertigt werden kann.

  • Grundlegende Positionen der Tierethik (Anthropozentrismus vs. Physiozentrismus)
  • Klassischer Utilitarismus nach Bentham und Mill
  • Einführung in Peter Singers Präferenzutilitarismus
  • Analyse des Speziezismus und seiner gesellschaftlichen Erscheinungsformen
  • Ethische Reflexion von Tierversuchen und Fleischkonsum

Auszug aus dem Buch

4.4.2 Tiere als Nahrung

Bei der Nutzung von Tieren als Nahrungsmittel handelt es sich um die häufigste und älteste Form des Umgangs zwischen Mensch und Tier. Bis heute dominiert die Einstellung, dass Tiere dem Menschen hauptsächlich als Mittel zu unserem Zweck dienen. Eskimos oder andere Urvölker, dessen Überleben abhängig von der Jagd ist, könnten sich damit rechtfertigen, dass ihr eigenes Interesse über dem der Tiere steht. Dieser Blickwinkel lässt sich jedoch keineswegs mit dem Fleischkonsum von industrialisierten Gesellschaften vergleichen. Dort werden Tiere zu Tausenden in Massenbetrieben gehalten, die entgegen dem Interesse der Tiere stehen. Der Mensch kann sich hier nicht mit dem Überlebensinteresse rechtfertigen, denn er könnte sich ebenso von fleischlosen Alternativen ernähren. Fleisch zählt in Industriestaaten zu Luxusartikeln, welche der Mensch nachweislich nicht für eine gesunde und ausgewogene Ernährung braucht. Es wird lediglich konsumiert, weil der Mensch seinen Geschmack liebt und er das menschliche Interesse am Fleischgenuss höher als das Interesse der Tiere nicht zu leiden stellt.

Aber nicht nur der schlussendliche Tötungsakt zeigt wozu der Mensch für ein bloßes Geschmackserlebnis in der Lage ist, sondern auch das Leid was wir ihnen während sie leben zufügen, macht unseren Speziezismus deutlich. Damit Fleisch so günstig wie möglich angeboten werden kann, akzeptieren wir grausame Methoden der Fleischproduktion und beengende, unzuträgliche Bedingungen unter denen Tiere gehalten werden, welche ihrem Interesse an Wohlbefinden drastisch entgegenstehen. Kastration, die Trennung von Muttertier und Jungtier, das Auflösen von Herden, Brandmarkung, der Transport und schließlich das Schlachten an sich – all das steht nicht im Interesse der Tiere und bringt Leiden mit sich. Handelt man nun nach dem Prinzip der gleichen Interessensabwägung, so wäre der Fleischkonsum also nur dann moralisch richtig, wenn das Fleisch ohne Leiden produziert wurde. Dies ist jedoch kaum praktisch umzusetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Problematik des Tierkonsums und der Tierethik ein und stellt die Relevanz einer utilitaristischen Betrachtung für den moralischen Umgang mit Tieren dar.

2. Der klassische Utilitarismus: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des Utilitarismus durch Bentham und Mill, wobei der Fokus auf der Maximierung des Gesamtnutzens und der Minimierung von Leid liegt.

3. Die tierethischen Grundpositionen: Hier werden anthropozentrische und physiozentrische Sichtweisen gegenübergestellt, um das Spannungsfeld der moralischen Bewertung von Natur und Tier zu verdeutlichen.

4. Peter Singer und der Präferenzutilitarismus: Dieses zentrale Kapitel analysiert Singers Ethik, den Präferenzutilitarismus, das Gleichheitsprinzip sowie das Konzept des Speziezismus als Diskriminierungsform gegenüber Tieren.

Schlüsselwörter

Tierethik, Utilitarismus, Präferenzutilitarismus, Peter Singer, Speziezismus, Gleichheitsprinzip, Interessensabwägung, Tierversuche, Fleischkonsum, Bioethik, Anthropozentrismus, Physiozentrismus, Leidvermeidung, moralischer Status, Tierrechte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der moralischen Bewertung des menschlichen Umgangs mit Tieren und untersucht, wie verschiedene ethische Theorien, insbesondere der utilitaristische Ansatz, hierbei argumentieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Abgrenzung von Tierethik-Modellen, der Kritik am Speziezismus sowie der Analyse von Mensch-Tier-Interaktionen wie Tierhaltung und Tierversuchen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob die Nutzung von Tieren unter Berücksichtigung des Gleichheitsprinzips und der Leidensfähigkeit moralisch haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse und Literaturarbeit, um die utilitaristischen Thesen von Peter Singer systematisch zu erläutern und auf aktuelle ethische Konflikte anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen utilitaristischen Grundlagen, die Abgrenzung verschiedener ethischer Grundpositionen zur Natur sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Singers Konzepten von Präferenzen und Speziezismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Tierethik, Präferenzutilitarismus, Speziezismus, Interessensabwägung und die ethische Einordnung von Tierleid.

Wie definiert Peter Singer den Begriff des Speziezismus?

Singer versteht Speziezismus als eine Diskriminierung, bei der Lebewesen allein aufgrund ihrer Artenzugehörigkeit benachteiligt werden, vergleichbar mit Rassismus oder Sexismus.

Welchen Stellenwert nimmt die Empfindungsfähigkeit in dieser Arbeit ein?

Sie gilt als das entscheidende Kriterium für die Aufnahme in den moralischen Kreis derer, deren Interessen bei Handlungen berücksichtigt werden müssen.

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Details

Titel
Das Recht der Tiere auf Leben im Kontext des Präferenzutilitarismus von Peter Singer
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Der Zweifel in der Philosophie
Note
1,7
Autor
Jessica Schlemmer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V350481
ISBN (eBook)
9783668370630
ISBN (Buch)
9783668370647
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peter Singer Utilitarismus Jeremy Bentham Präferenzutilitarismus Recht der Tiere John Stuart Mill Tierethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jessica Schlemmer (Autor:in), 2015, Das Recht der Tiere auf Leben im Kontext des Präferenzutilitarismus von Peter Singer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350481
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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