Gabriele Wohmanns Kurzgeschichte "Verjährt". Darstellung einer privaten Beziehung oder Melancholie der Nachkriegszeit?


Hausarbeit, 2015
11 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die private Welt der Figuren in Wohmanns Kurzgeschichte Verj ä hrt

III. Realhistorische Bezüge und die Gesellschaft der Nachkriegszeit

IV. Fazit

V. Literaturhinweise

I. Einleitung

Es sind nicht die bedeutsamen Ereignisse der Weltgeschichte, die Gabriele Wohmann in ihren Prosatexten thematisiert, sondern die Schrecken und Katastrophen des alltäglichen Lebens. Ihr Augenmerk gilt insbesondere der Pathologie von Paarbeziehungen. In ihren Kurzgeschichten und umfangreichen Erzählwerken greift sie immer wieder triste Facetten des gesellschaftlichen Zusammenlebens, wie die Unfähigkeit zur Kommunikation und die Unbehaglichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen, auf. Sie zählt heute zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autorinnen. In ihrer ersten Erzählung Ein unwiderstehlicher Mann thematisiert Wohmann bereits Lebens- und Beziehungskrisen. Des Weiteren hat die Autorin Künstlerromane mit autobiographischen Hintergründen verfasst wie Sch ö nes Gehege und Fr ü hherbst in Badenweiler. In ihren späteren Werken greift die Autorin Themen wie Krankheit und Tod auf, wie der Roman Aber das war noch nicht das Schlimmste illustriert.1 Gabriele Wohmann schreibt Momentaufnahmen. In ihrer Kurzgeschichte Verj ä hrt, aus dem Jahre 1965, modelliert sie den alltäglichen Moment als „Summe eines Lebens“2, sodass sie durchaus den Genreregeln der klassischen Kurzgeschichte folgt. Der erste Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit widmet sich der Darstellung der Protagonisten, ihrer Schuldverstrickung und dem verzweifelten Versuch, sich durch die Tabuisierung der Vergangenheit, ein harmonisches Weiterleben zu sichern.

Folgt man der Ansicht Hans Wageners, so ist Wohmann keine politisch engagierte Autorin. Ihre Werke hätten „rein privaten Charakter, die großen historisch-politischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte in Deutschland würden nicht berücksichtigt“.3 Dass man dieser These nicht Folge leisten kann, soll im zweiten Teil dieser wissenschaftlichen Arbeit verdeutlicht werden. Der besagte Abschnitt soll auf die kollektive Haltung der Nachkriegsgesellschaft eingehen um zu verdeutlichen, inwiefern die Kurzgeschichte auf realhistorische Ereignisse und Bewusstseinszustände verweist.

[...]


1 Vgl. Bellmann, Werner/Hummel, Christine (Hg.): Deutsche Kurzprosa der Gegenwart. Stuttgart 2005. S. 239

2 Bönninghausen, Marion/Vogt, Jochen (Hg.): Literatur für die Schule. Ein Werklexikon zum 3 Deutschunterricht. Paderborn 2014. S. 843

3 Friesen Blume, Rosvitha: Ein anderer Blick auf den bösen Blick. Zu ausgewählten Erzählungen Gabriele Wohmanns aus feministisch-theoretischer Perspektive. Berlin 2007. S. 91

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Details

Titel
Gabriele Wohmanns Kurzgeschichte "Verjährt". Darstellung einer privaten Beziehung oder Melancholie der Nachkriegszeit?
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Klassische und moderne Kurzgeschichten
Note
2,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
11
Katalognummer
V350588
ISBN (eBook)
9783668372238
ISBN (Buch)
9783668372245
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gabriele, wohmanns, kurzgeschichte, verjährt, darstellung, beziehung, melancholie, nachkriegszeit
Arbeit zitieren
Nathalie Wagner (Autor), 2015, Gabriele Wohmanns Kurzgeschichte "Verjährt". Darstellung einer privaten Beziehung oder Melancholie der Nachkriegszeit?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350588

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