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Den Regeln zum Trotz. Chancengleichheit und Regeltreue in Agatha Christies "Alibi"

Titel: Den Regeln zum Trotz. Chancengleichheit und Regeltreue in Agatha Christies "Alibi"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Eva Heuft (Autor:in)

Anglistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Detektivroman begeistert weder mit ausgereifter Action noch mit gefühlvollen Romanzen. Vielmehr geht es in Kriminalromanen um die Arbeit des Detektivs, der damit betraut wird einen Mord aufzuklären und den Täter zu ermitteln.

Ermitteln ist hier das Stichwort: Den Großteil der Geschichte macht nicht der Mord, sondern die Jagd nach dem Mörder aus. Ununterbrochen wird der Leser dabei dazu animiert, das Puzzle zusammenzusetzen und ebenfalls Spurenlese und -deutung zu betreiben. Aus diesem Grund wurden unter anderem Leitfaden zur Konzeption von Detektivgeschichten von Knox und Van Dine entwickelt, die gewährleisten sollen, dass Detektiv und Leser die gleiche Möglichkeit erhalten, den Täter zu finden. Die Frage, die sich stellt, ist, ob diese Regeln tatsächlich dazu beitragen, dass der Leser die gleiche Chance hat, den Täter zu entlarven.

Agatha Christie, die „Queen of Crime“ (Keitel 2008, 29), gehört zu den bekanntesten Autoren weltweit. „Die Romane [...] gehören zu den innovativsten und originellsten, die die Gattung Kriminalroman hervorgebracht hat.“ (ebd.) Woher kommt diese Innovation, wenn doch das Regelwerk viele Vorgaben auferlegt, die letztlich auch Innovation einschränken? Christie folgt keinen Regeln. Sie ist vielmehr davon überzeugt, dass es im Schriftstellertum keine Reglementierung gibt. Trotzdem lässt sich feststellen, dass auch sie immer wieder auf bestimmte Narrationselemente zurückgreift.

Wiederkehrende Grundzüge und Regelkonformität sind jedoch noch keine Garantie dafür, dass der Leser selbst dazu fähig ist, das Geheimnis um den Täter zu lüften. Im Folgenden soll gezeigt werden, dass die Chancengleichheit auch bei Einhaltung der meisten Regeln und stereotypischer Anwendung der Narrationselemente in Christies Roman „Alibi“ nicht gewahrt werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Narration und Regeln im Golden Age

3. Chancengleichheit und Regeltreue in Christies Alibi

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den etablierten narrativen Konventionen des klassischen Detektivromans (Golden Age) und deren Anwendung in Agatha Christies Roman „Alibi“. Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die theoretischen Forderungen nach Chancengleichheit zwischen Leser und Detektiv in der Praxis des Romans tatsächlich gewahrt werden oder ob der Autor den Leser durch spezifische Erzählstrategien bewusst in die Irre führt.

  • Analyse der narrativen Strukturen im Detektivroman
  • Untersuchung der Regelwerke von Knox und Van Dine
  • Die Rolle der Watson-Figur als Erzählinstanz
  • Chancengleichheit und „Fairness“ im Kriminalroman
  • Dekonstruktion des Falls „Alibi“ hinsichtlich Regelkonformität

Auszug aus dem Buch

3. Chancengleichheit und Regeltreue in Christies Alibi

In „Alibi“ wird Mr. Roger Ackroyd, ein stolzes und wohlhabendes Familienoberhaupt ermordet. Zwar geht zunächst die Polizei davon aus, es mit einem leichten Fall zu tun zu haben, so stellt sich doch schnell heraus, dass er sich nicht so einfach wie gedacht entwickelt. Ackroyds Nichte, Flora, ruft früh Poirot zur Hilfe, der sich in dem kleinen King’s Abbot zum Ruhestand niedergelassen hat.

Das Milieu, in dem sich die Verdächtigengruppe befindet, entspricht dem Stereotypen des Kriminalromans: der Geldadel. Eine umfassende Dienerschaft ist ebenfalls beteiligt, wird verdächtigt, aber in Einklang mit Knox’ Regeln, stellt sich keiner der Diener als Mörder heraus. Der Leser taucht in eine scheinbar heile Welt, die durch den Mord gestört wird, in der aber auch nach und nach klar wird, dass alle Figuren sekundäre Geheimnisse aufweisen, welche ebenfalls die trügerische heile Welt als falsch entlarven. Einige dieser sekundären Geheimnisse sind ausschlaggebend dafür, dass Poirot es gelingt, den Fall zu lösen. Der Detektiv selbst ist es auch, der ausdrückliche auf verborgenes Wissen der beteiligten Figuren hinweist (vgl. Christie 2014, 91).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Genre des Detektivromans ein und erläutert die Bedeutung von Regelwerken wie denen von Knox und Van Dine für die Chancengleichheit des Lesers.

2. Narration und Regeln im Golden Age: Das Kapitel definiert das Golden Age des Krimis und diskutiert die wesentlichen Narrationselemente sowie die theoretischen Anforderungen an Detektivgeschichten hinsichtlich Fairness und Spielregeln.

3. Chancengleichheit und Regeltreue in Christies Alibi: Hier wird der Roman „Alibi“ detailliert auf seine Einhaltung bzw. Verletzung der zuvor vorgestellten Regeln untersucht, wobei insbesondere die Rolle des Ich-Erzählers als Täter im Fokus steht.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und schließt mit der Erkenntnis, dass Christie zwar bekannte Elemente nutzt, diese jedoch durch gezielte Regelverstöße unterläuft, um den Leser zu täuschen.

Schlüsselwörter

Kriminalroman, Golden Age, Agatha Christie, Alibi, Detektiv, Chancengleichheit, Regelwerk, S.S. Van Dine, Ronald Knox, Narration, Watson-Figur, Täterschaft, Spurenlese, Rätsel, Konsensfiktionen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit Agatha Christies Roman „Alibi“ die klassischen Regeln des Detektivromans einhält und ob für den Leser dabei die theoretisch geforderte Chancengleichheit bei der Aufklärung des Falls besteht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die narrativen Strukturen des Detektivromans der „Golden Age“-Ära, die theoretischen Regelwerke von Knox und Van Dine sowie die Analyse der Erzählweise in Bezug auf den Leserbezug.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Analyse, ob die „Fairness“-Prinzipien, die dem Leser eine gleichberechtigte Chance zur Tätersuche geben sollen, bei Christie zugunsten eines größeren Überraschungseffekts aufgegeben werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext („Alibi“) mit den theoretischen Vorgaben für das Genre Kriminalroman vergleicht und dekonstruiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Genres und eine konkrete Fallstudie zu „Alibi“, in der Merkmale wie die Watson-Figur, der Aufbau der Verdächtigung und die Rolle des Erzählers beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kriminalroman, Golden Age, Chancengleichheit, Detektivarbeit, narrative Regeln und die spezifische Täterschaftsstruktur bei Christie.

Wie spielt die Watson-Figur in „Alibi“ eine Rolle für den Leser?

In „Alibi“ übernimmt Dr. Sheppard die Rolle der Watson-Figur. Da er gleichzeitig der Täter ist und als Ich-Erzähler fungiert, wird der Leser durch das „Unerzählte“ gezielt in die Irre geführt, was das klassische Schema der Watson-Figur massiv durchbricht.

Welcher Regelverstoß wird in Bezug auf das Diktaphon genannt?

Die Unterschlagung des Wissens über das Diktaphon durch den Erzähler wird als ein schwerer Regelverstoß gewertet, da dem Leser damit ein für die Lösung des Falls entscheidendes Indiz vorenthalten wird.

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Details

Titel
Den Regeln zum Trotz. Chancengleichheit und Regeltreue in Agatha Christies "Alibi"
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Täter als Ermittler
Note
2,3
Autor
Eva Heuft (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V350619
ISBN (eBook)
9783668371859
ISBN (Buch)
9783668371866
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Agatha Christie Alibi Narration Krimi Golden Age Detektivgeschichten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Heuft (Autor:in), 2016, Den Regeln zum Trotz. Chancengleichheit und Regeltreue in Agatha Christies "Alibi", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350619
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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