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Flüchtlinge in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945-1948. Eine kritische Betrachtung der politischen Integrationsmaßnahmen

Wohnung, Arbeit, Versorgung

Title: Flüchtlinge in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945-1948. Eine kritische Betrachtung der politischen Integrationsmaßnahmen

Term Paper , 2012 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sarah Heine (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Die Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung von etwa 15 Millionen Deutschen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches sowie Süd- und Osteuropa, in Folge der Niederlage des Deutschen Reiches im Zweiten Weltkrieg, ist einer der traurigen Höhepunkte des zwanzigsten Jahrhunderts, welches auf vielfältige Weise von massenhaften Bevölkerungsverschiebungen geprägt war.

In dieser Arbeit soll es weniger um die Gründe und die Wege beziehungsweise Umstände der Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung gehen. Vielmehr soll ein Fokus auf die Ankunft und die Integration der Menschen gelegt werden, welche die Gebiete westlich der Oder-Neiße-Linie lebend erreichten, und somit vor der Herausforderung standen, sich ein Leben fern ab der Heimat aufzubauen. Die Region Brandenburg in der SBZ, später DDR, soll als Betrachtungsgebiet dienen. Dort wo keine expliziten Daten für die Provinz Brandenburg vorliegen, wird die SBZ als Ganzes betrachtet. Dargestellt werden sollen zum einen die politischen Bemühungen der SMAD und der KPD/ SED in Bezug auf die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen. Zum anderen soll untersucht werden, wie diese Bemühungen tatsächlich bei der Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen sinnvoll und hilfreich waren. Die Frage, welche diese Arbeit beantworten will, ist die nach dem Gelingen der Integration.

Eine Gegenüberstellung von Anspruch und Wirklichkeit wird somit den Roten Faden bilden. Als Zeitraum habe ich die Jahre 1945 bis 1948 gewählt. Ab dem Jahre 1948 begann die Errichtung eines Gesellschaftsmodells nach stalinistischem Vorbild. Die Errichtung einer Diktatur des Proletariats hatte von nun an politischen Vorrang. Die Sorgen und Nöte der Vertriebenen und Flüchtlinge hatten bei diesem übergeordneten politischen Ziel keinen Raum und das Flüchtlings- und Vertriebenenproblem wurde als gelöst behandelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinition Flüchtling/ Vertriebener

3 Politisch-ideologischer Rahmen

4 Aufnahmesituation – Die Provinz Brandenburg nach dem Ende des zweiten Weltkriegs

5 Die Besatzungsmacht und die Vertriebenen- und Flüchtlingsproblematik – die Anfänge

6 Integrationsmaßnahmen

6.1 Die Vertriebenenlager – Erste Station der Integration

6.2 Wohnen

6.3 Arbeit

6.4 Versorgung

7 Zusammenfassung – Versuch einer Bewertung

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die politische und praktische Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in der sowjetisch besetzten Zone (SBZ), insbesondere in der Provinz Brandenburg, im Zeitraum von 1945 bis 1948. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Gelingen dieser Integration sowie auf die Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und der tatsächlichen Lebenswirklichkeit der Betroffenen.

  • Ankunftssituation und administrative Erstversorgung in der unmittelbaren Nachkriegszeit.
  • Politischer Rahmen und die Rolle der Besatzungsmacht (SMAD) bei der Eingliederung.
  • Die drei zentralen Integrationsbausteine: Wohnraumbeschaffung, Arbeitsmarktintegration und materielle Versorgung.
  • Kritische Analyse der Bodenreform als Instrument zur beruflichen Sesshaftmachung.
  • Bewertung des Einflusses der Sprachpolitik (Einführung des Begriffs "Umsiedler") auf den Integrationsprozess.

Auszug aus dem Buch

6.2 Wohnen

Die Wohnraumproblematik stellte sich mit der unmittelbaren Ankunft der Flüchtlinge und Vertriebenen als drängendes Problem dar. Die schwierige Wohnungssituation kann sowohl auf die Wohnungsbaupolitik der Nationalsozialisten als auch auf die schwere Kriegszerstörung sowie der hohen Anzahl Wohnungsbedürftigen zurückgeführt werden. So war die Fokussierung der Nationalsozialisten auf den Bau für den Krieg relevanter Bauten bereits im Jahre 1939 Grund für das Fehlen von einer Million Wohnungen in ganz Deutschland. Auf dem Gebiet der späteren SBZ wurden in den Jahren 1939 bis 1943 nur noch ein Viertel Wohnungen im Vergleich zu den Jahren 1933 bis 1938 gebaut, danach kam der Wohnungsneubau praktisch zum Erliegen. Des weiteren führte die Konzentration der Politik auf den Krieg auch dazu, dass alter Wohnungsbestand weder ersetzt noch Instand gesetzt werden konnte. In der SBZ waren über die Hälfte des Wohnraumes bereits vor 1900 erbaut worden. Der Anteil an Neuwohnungen, das heißt an Wohnraum der nach 1918 erbaut wurde, lag bei nur 25 Prozent. Hinzu kam, dass durch direkte Kriegseinwirkungen circa ein Fünftel des Wohnraumes völlig zerstört oder beschädigt war.

Zusammenrücken und Umverteilen waren die Schlagworte der Wohnraumbeschaffung. Da aufgrund materieller und finanzieller Voraussetzungen zunächst an eine Neuschaffung von Wohnraum nicht zu denken war, ging es um das Teilen und Abgeben von jenem Wohnraum, den es noch gab. In der SBZ wurde das vom Alliierten Kontrollrat am 18. März 1946 verabschiedete Gesetz zur Neuverteilung des Wohnraumes dadurch realisiert, dass der gesamte vorhandene Wohnraum der Verwaltung für Arbeits- und Sozialfürsorge unterstellt wurde. Ihr nachgeordnet gab es in jedem Ort Wohnungsausschüsse, welche für das Erfassen und die Verteilung des vorhandenen Wohnraumes zuständig waren. Leer stehenden Wohnungen waren meldepflichtig und die Wohnungsausschüsse waren berechtigt Wohnungen zu teilen, Einweisungen von Vertriebenen und Flüchtlingen in Wohnungen vorzunehmen, Wohnungen zu tauschen und das Herrichten von Wohnraum durch die Besitzer zu verlangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert den zeitlichen und räumlichen Fokus sowie die Forschungsfrage bezüglich der Integrationsmaßnahmen in der SBZ.

2 Begriffsdefinition Flüchtling/ Vertriebener: Erläutert die theoretische Abgrenzung der Begriffe anhand von Marion Frantzioch, insbesondere hinsichtlich der Entscheidungsfreiheit.

3 Politisch-ideologischer Rahmen: Analysiert die ideologischen Prämissen der SMAD und SED, welche die Assimilierung der Ankömmlinge durch Umerziehung und Schuldzuweisung forcierten.

4 Aufnahmesituation – Die Provinz Brandenburg nach dem Ende des zweiten Weltkriegs: Beschreibt das Chaos, die zerstörte Infrastruktur und die humanitäre Katastrophe in Brandenburg nach 1945.

5 Die Besatzungsmacht und die Vertriebenen- und Flüchtlingsproblematik – die Anfänge: Beleuchtet die Gründung der Zentralverwaltung für Deutsche Umsiedler (ZVU) und die administrativen Versuche der Steuerung.

6 Integrationsmaßnahmen: Untersucht kritisch die vier Säulen der Integration: Lagerwesen, Wohnraumbeschaffung, Arbeit und materielle Versorgung.

6.1 Die Vertriebenenlager – Erste Station der Integration: Beschreibt die Funktion der Auffang- und Quarantänelager bei der Registrierung und Seuchenkontrolle.

6.2 Wohnen: Analysiert die prekäre Wohnsituation und die staatlich verordnete Umverteilung als primäres Mittel der Wohnraumbeschaffung.

6.3 Arbeit: Untersucht die berufliche Eingliederung, die Bodenreform und die Rolle der Genossenschaften unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen.

6.4 Versorgung: Thematisiert die finanzielle Notlage der Vertriebenen und das Scheitern der staatlichen Almosenpolitik angesichts der Massenbedürftigkeit.

7 Zusammenfassung – Versuch einer Bewertung: Zieht ein Fazit über die Effektivität der staatlichen Integrationsversuche unter den gegebenen historischen Rahmenbedingungen.

Schlüsselwörter

SBZ, Flüchtlinge, Vertriebene, Integration, Provinz Brandenburg, SMAD, ZVU, Wohnraumbeschaffung, Bodenreform, Wohnungsnot, Arbeitsmarkt, Umerziehung, Umsiedler, Nachkriegszeit, Sozialhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Strategie und die praktischen Maßnahmen zur Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in der sowjetisch besetzten Zone in den Jahren 1945 bis 1948.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Wohnraum, Arbeit und materielle Versorgung unter Berücksichtigung des politisch-ideologischen Klimas der frühen SBZ.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, inwieweit die politischen Maßnahmen zur Integration der Vertriebenen tatsächlich erfolgreich waren und wo der Anspruch der Besatzungsmacht auf die Lebenswirklichkeit der Menschen traf.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf zeitgenössischen Berichten, Verordnungen der SMAD, Aktennotizen der ZVU sowie wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Integrationsbausteine Wohnen, Arbeit und Versorgung sowie die Funktion der Vertriebenenlager und die Auswirkungen der Bodenreform detailliert kritisch beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind SBZ, Integration, Umsiedler, Wohnraumbeschaffung, Bodenreform, SMAD und die Provinz Brandenburg.

Warum war der Begriff "Umsiedler" politisch so wichtig?

Er wurde von der sowjetischen Führung gezielt eingeführt, um Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Heimat zu unterbinden und die Sesshaftmachung als endgültig zu propagieren.

Inwieweit konnte die Bodenreform die Integration fördern?

Die Bodenreform ermöglichte zwar einigen Vertriebenen eine wirtschaftliche Existenzgrundlage, führte aber oft zu neuen Abhängigkeitsverhältnissen, da es an Inventar, Kapital und eigenem Wohnraum mangelte.

Was war das größte Hindernis bei der Wohnraumbeschaffung?

Das größte Hindernis war die enorme Kriegszerstörung bei gleichzeitigem Zuzug von Hunderttausenden, was dazu führte, dass die Integration meist nur durch Zwangseinweisungen und Zusammenrücken in bereits existierenden Wohnungen realisiert werden konnte.

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Details

Title
Flüchtlinge in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945-1948. Eine kritische Betrachtung der politischen Integrationsmaßnahmen
Subtitle
Wohnung, Arbeit, Versorgung
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Grade
1,3
Author
Sarah Heine (Author)
Publication Year
2012
Pages
23
Catalog Number
V350634
ISBN (eBook)
9783668371996
ISBN (Book)
9783668372009
Language
German
Tags
flüchtlinge sowjetischen besatzungszone eine betrachtung integrationsmaßnahmen wohnung arbeit versorgung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Heine (Author), 2012, Flüchtlinge in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945-1948. Eine kritische Betrachtung der politischen Integrationsmaßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350634
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