Die Transformation der Deutschen Demokratischen Republik in einen demokratischen Staat erfolgte über die Integration in die Bundesrepublik Deutschland. In der Transformationsphase hatte man mit dem Dilemma der Gleichzeitigkeit, wenn auch nicht so extrem wie in der ehemaligen UDSSR, zu kämpfen. Dass heißt, es fand zumindest eine wirtschaftliche (Wechsel von Plan- zur Marktwirtschaft) sowie eine politische (Diktatur à Demokratie) Transformation zu Beginn der 1990er Jahre in Deutschland statt. Ich werde im Folgenden, basierend auf dem Werk „Die politische Integration Ostdeutschlands“ 1 von Alexander Thumfart, die Transformation der Regierung und Ministerien in Thüringen kurz darstellen. Die Übergangszeit der s. g. „Wende“ werde ich auslassen. Ich beginne meine Ausführungen mit der ersten Phase der Transformation in der genannten Dimension, welche Thumfart an der Wahl des Landtages in Thüringen im Jahre 1990 ansetzt. Danach gehe ich auf die zweite Phase, den Ausbau und die Spezifizierung der Thüringer Regierungspolitik, eine weitestgehende Konsolidierung im Hinblick auf die Transformation, ein, um dann einige derzeitige Trends der Thüringer Politik aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Phasen der Transformation der Regierung und Ministerien in Thüringen nach 1990
2.1. Bildung und Aufbau der Thüringer Regierung und Regierungsinstitutionen nach 1990
2.2. Ausbau und Spezifizierung der Thüringer Regierungspolitik
3. Gegenwärtige Tendenzen in der Thüringer Politik
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die politische Transformation der Thüringer Landesregierung und deren Ministerien nach 1990, ausgehend von der ersten Landtagswahl über die Konsolidierungsphase bis hin zu aktuellen politischen Tendenzen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und struktureller Herausforderungen.
- Struktureller Aufbau und Transformation der Landesregierung seit 1990
- Rolle der Staatskanzlei und ministerielle Zuständigkeiten
- Wirtschaftspolitische Herausforderungen und Strategien der Landesregierungen
- Entwicklung der Parteienlandschaft und Wahlergebnisse in Thüringen
Auszug aus dem Buch
2.1. Bildung und Aufbau der Thüringer Regierung und Regierungsinstitutionen nach 1990
Kommen wir zunächst zur ersten Phase der Transformation auf Ebene der Regierung und der Ministerien, zur Bildung und zum Aufbau der Regierung und dessen Institutionen im Freistaat Thüringen: Am 14. Oktober 1990, bei der Wahl zum Thüringer Landtag, kam es zu folgendem Wahlergebnis (Wahlbeteiligung lag bei 70,5%):
Der Wahlsieger CDU mit seinem Spitzenkandidaten Josef Duchac verkündete bereits am Wahlabend, dass die FDP der Wunschkoalitionspartner sei. Duchac wurde am 8. November 1990 als Ministerpräsident bestätigt; ebenso seine zehn vorgeschlagenen Minister, von denen acht aus der DDR kamen. Auffällig ist, dass von diesen acht Ministern, fünf seit Mitte der 60er bzw. 70er Jahre Mitglieder entweder der CDU-Ost bzw. der Blockparteien waren und, wie Duchac selbst, damals bereits politische Ämter in der DDR innehatten.
Die Zuständigkeiten und Kompetenzen der einzelnen Ministerien wurden auf den ersten Kabinettssitzungen festgelegt. Interessant ist, dass die am 20. November durch das Kabinett berufenen Staatssekretäre, durchweg aus Westdeutschland stammten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Transformation der DDR in einen demokratischen Staat und legt den Fokus auf die Entwicklung der Regierung und Ministerien in Thüringen basierend auf dem Werk von Alexander Thumfart.
2. Phasen der Transformation der Regierung und Ministerien in Thüringen nach 1990: Das Kapitel beschreibt den strukturellen Aufbau der Regierung nach der Wende, die Herausforderungen bei der personellen Besetzung sowie die wirtschafts- und sozialpolitischen Strategien der Kabinette Duchac und Vogel.
3. Gegenwärtige Tendenzen in der Thüringer Politik: Dieser Abschnitt analysiert die Entwicklungen nach dem Wechsel des Ministerpräsidenten hin zu Dieter Althaus und beleuchtet die Wahlergebnisse sowie den Politikverdruss bis zum Jahr 2004.
4. Fazit: Das Fazit resümiert die erfolgreiche demokratische Konsolidierung in Thüringen, weist jedoch auf die fortbestehenden Probleme wie Arbeitslosigkeit und die politische Herausforderung durch die PDS hin.
Schlüsselwörter
Transformation, Thüringen, Landesregierung, Ministerien, DDR, Demokratisierung, CDU, SPD, PDS, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Regierungsbildung, Wahlergebnisse, Konsolidierung, Aufbau Ost, Systemwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Transformationsprozess des Freistaates Thüringen nach der Wiedervereinigung, insbesondere im Hinblick auf den Aufbau der Regierungsstrukturen und Ministerien ab 1990.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind der Aufbau der Verwaltung nach 1990, die Entwicklung der Regierungspolitik unter den Ministerpräsidenten Duchac, Vogel und Althaus sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist es, die politische Transformation und die Konsolidierung der demokratischen Machtverhältnisse in Thüringen wissenschaftlich darzustellen und aktuelle politische Trends einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, insbesondere unter Heranziehung des Werkes von Alexander Thumfart zur politischen Integration Ostdeutschlands.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Phase des Aufbaus der Regierungsinstitutionen, den Ausbau der Regierungspolitik und eine kritische Betrachtung aktueller politischer Tendenzen im Freistaat.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Systemtransformation, Demokratisierung, Aufbauhilfen, Arbeitsmarktpolitik und politische Konsolidierung charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle der sogenannten "Aufbauhelfer" aus dem Westen?
Der Autor merkt kritisch an, dass die aus Westdeutschland entsandten Aufbauhelfer in Leitungspositionen teilweise als „Dominatoren“ wahrgenommen wurden, da sie versuchten, westdeutsche Verwaltungsroutinen eins zu eins zu übertragen.
Welche Prognose stellt der Autor für die politische Zukunft unter Dieter Althaus?
Der Autor prognostiziert, dass der Erfolg der Regierung Althaus maßgeblich von der Bewältigung der hohen Arbeitslosigkeit und der Neuverschuldung abhängt, andernfalls könnte die PDS weiter an Wählerstimmen gewinnen.
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- Robert Merker (Author), 2004, Transformation der Thüringer Landesregierung und Ministerien nach 1990, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35064