Was beinhaltet und steuert die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik? Wie greift der Staat angebotsorientiert in die Wirtschaftspolitik ein? Diese Fragestellungen werden im Rahmen dieser Seminararbeit untersucht und beantwortet.
Zunächst wird der Begriff angebotsorientierte Wirtschaftspolitik näher erläutert. Die Theorien des Gesamtangebots werden anhand der folgenden Modelle betrachtet: Das Modell der Lohnstarrheit, das Modell unvollkommener Informationen und das Preisstarrheiten-Modell. Im Anschluss werden die Maßnahmen der Angebotspolitik aus Sicht der Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik unterschieden.
Im vierten Kapitel stehen Inflation, Disinflation, Arbeitslosigkeit und die Phillips-Kurve im Mittelpunkt. Inflation und Arbeitslosigkeit werden am Beispiel der Vereinigten Staaten von Amerika näher thematisiert und anschließend der kurzfristige Tradeoff (Austauschbeziehung) zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit erläutert. Abgerundet wird das Kapitel mit einem Einblick in die Disinflation und das Opferverhältnis. Die Arbeit schließt mit einem Fazit und einer kritischen Würdigung ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Begriffsdefinition der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik
2 Theorien des Gesamtangebots
2.1 Das Modell der Lohnstarrheit
2.2 Das Modell unvollkommener Informationen
2.3 Das Preisstarrheiten-Modell
2.4 Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht
3 Maßnahmen der Angebotspolitik
3.1 Geldpolitik
3.2 Fiskalpolitik
3.3 Lohnpolitik
4 Inflation, Disinflation, Arbeitslosigkeit und die Phillips-Kurve
4.1 Phillips-Kurve
4.2 Beispiel anhand der Vereinigten Staaten von Amerika
4.3 Kurzfristiger Tradeoff
4.4 Disinflation und das Opferverhältnis
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die theoretischen Grundlagen sowie die wirtschaftspolitischen Instrumente der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik, um deren Wirkungsweise auf Beschäftigung und Inflation kritisch zu beleuchten und eine Einordnung im Kontext alternativer wirtschaftspolitischer Ansätze vorzunehmen.
- Theoretische Modelle des Gesamtangebots (Lohn- und Preisstarrheiten).
- Wirkungsweise von Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik in der Neoklassik.
- Analyse der Zusammenhänge zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit mittels Phillips-Kurve.
- Betrachtung der Kosten der Disinflation (Opferverhältnis).
- Historische Fallbetrachtung der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA.
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Modell der Lohnstarrheit
Die positiv steigende kurzfristige Gesamtangebotskurve wird hier anhand relativ starrer Nominallöhne bzw. Nominallohnträgheiten betrachtet. Dabei geht das Modell den Theorien nach, dass Löhne bei Gewerkschaften über längere Laufzeiten in Tarifverträgen festgelegt werden, bei impliziten Verträgen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Flexibilität der Löhne begrenzt ist oder die Lohnbildung durch soziale Gerechtigkeitsnormen beeinflusst wird. Somit passen sich die Geldlöhne nicht oder nur sehr verzögert an konjunkturelle Veränderungen an.
Was bedeutet dies für die Produktionsmenge (Output), wenn sich das Preisniveau erhöht? Wenn der Nominallohn starr ist, wird der Reallohn bei steigendem Preisniveau geringer. Die Beschäftigung wird sich hierdurch erhöhen, was zur Steigung der Produktion (mehr Output) führt. Angenommen wird, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei Tarifabschluss das Preisniveau noch nicht kennen, welches sich während der Vertragsdauer entwickelt. Beide Parteien bilden sich Vorstellungen über das erwartete Preisniveau, legen den Nominallohnsatz aufgrund des angestrebten Reallohnsatzes fest. Nachdem die Unternehmen das tatsächliche Preisniveau erfahren, zeigt sich dadurch der tatsächliche Reallohn. Der Reallohn ist niedriger als angestrebt, wenn das tatsächliche über dem erwarteten Preisniveau liegt. Liegt jedoch das tatsächliche unter dem erwarteten Preisniveau, ist der Reallohn höher als angestrebt. Zudem wird angenommen, dass die nachgefragte Arbeitsmenge die Beschäftigung bestimmt. Umso niedriger der Reallohn ist, desto mehr steigt die Beschäftigung. Durch steigende Beschäftigung steigt letztendlich die Produktion und das Einkommen. Im Ergebnis spiegelt die Gesamtangebotskurve in Abbildung 2 diese Änderungen wider.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Ausgangslage der 1970er Jahre und definiert die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik im Vergleich zum Keynesianismus.
2 Theorien des Gesamtangebots: Dieses Kapitel stellt verschiedene theoretische Modelle vor, die erklären, warum die kurzfristige Gesamtangebotskurve einen steigenden Verlauf nimmt.
3 Maßnahmen der Angebotspolitik: Hier werden die Instrumente der Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik aus neoklassischer Sicht hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Stabilitätseffekte analysiert.
4 Inflation, Disinflation, Arbeitslosigkeit und die Phillips-Kurve: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit sowie die Kosten, die mit der Senkung der Inflation einhergehen.
5 Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und plädiert für einen pragmatischen Mix aus Angebots- und Nachfragepolitik.
Schlüsselwörter
Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, Neoklassik, Gesamtangebot, Nominallohn, Preisstarrheiten, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Lohnpolitik, Phillips-Kurve, Inflation, Arbeitslosigkeit, Disinflation, Opferverhältnis, Gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht, Wirtschaftswachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen und praktischen Aspekte der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik als Gegenentwurf oder Ergänzung zu nachfrageorientierten Konzepten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Theorien des Gesamtangebots, Maßnahmen zur Stärkung der Angebotsseite sowie die Analyse der Phillipskurve und Disinflationsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung der Wirkungsweise der Angebotspolitik und die Beantwortung der Frage, wie der Staat angebotsorientiert in das wirtschaftliche Geschehen eingreifen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf ökonomischen Modellen (wie dem Modell der Lohnstarrheit) und empirischen Erkenntnissen, etwa aus den USA, basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Theorien des Gesamtangebots, konkrete wirtschaftspolitische Maßnahmen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Inflation und Arbeitsmarktphänomenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Angebotspolitik, Neoklassik, Preisstarrheit, Phillips-Kurve, Geldpolitik und Opferverhältnis.
Wie unterscheidet sich das Modell der Lohnstarrheit von anderen Erklärungsansätzen?
Das Modell der Lohnstarrheit erklärt den Verlauf der Angebotskurve durch verzögerte Lohnanpassungen in Tarifverträgen, während andere Modelle auf Informationsdefizite oder Preisstarrheiten der Unternehmen fokussieren.
Was besagt das Konzept des Opferverhältnisses in dieser Arbeit?
Das Opferverhältnis beschreibt die Kosten der Disinflation, gemessen am Verlust des gesamtwirtschaftlichen Outputs infolge notwendiger Maßnahmen zur Inflationssenkung.
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- Benedikt Braun (Author), 2015, Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik. Steuerung und Eingreifen durch den Staat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350711