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Multiperspektivität in der Gegenwartsliteratur. Eine Untersuchung mit Martin Niessens "Die Tage von Gezi"

Titel: Multiperspektivität in der Gegenwartsliteratur. Eine Untersuchung mit Martin Niessens "Die Tage von Gezi"

Hausarbeit , 2015 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maya Eisel (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was genau ist überhaupt Multiperspektivität bezogen auf die Literaturwissenschaft? Bedeutet Multiperspektivität lediglich, dass mehrere Figuren nebeneinander als Erzähler existent sind? „Wer jedoch in der Forschungsliteratur nachsehen möchte, was es mit dem multiperspektivischen Erzählen genau auf sich hat, wird keine klaren Antworten finden“. So kommt es bereits bei der Definition von Multiperspektivität zu Unklarheiten und einer Vielzahl an Fragen.

Hinzu kommt die schwierige Frage, was denn Multiperspektivität überhaupt für den Rezipienten bedeutet. Ist er dazu befähigt, die für ihn geltende Wahrheit herauszuarbeiten oder wird diese durch den Text vorgegeben, sodass es nur den Anschein erweckt als hätte der Rezipient beliebig viel Spielraum in seiner eigenen Interpretation? Auf diese Fragen möchte die vorliegende Arbeit trotz oder gerade wegen der begrifflichen Unklarheiten in der Forschungsliteratur Antworten finden und somit für ein klareres Verständnis von Multiperspektivität sorgen.

Dazu werden zunächst unterschiedliche Definitionen und die daraus resultierenden definitorischen Probleme herausgearbeitet. Nach der Aufstellung erster Ansätze hinsichtlich der Bedeutung von multiperspektivischem Erzählen für den Rezipienten, werden diese kritischer betrachtet und ausgeweitet. Dies geschieht durch das Vorstellen von unterschiedlichen Typen und Erscheinungsformen von Multiperspektivität und die daraus resultierende Bedeutung für den Leser des multiperspektivischen Textes. Dieser Aspekt leitet bereits zu der Wirkung und der Funktion von Multiperspektivität über. Die erschlossenen, theoretischen Erkenntnisse werden nun praktisch auf den Beispielroman "Die Tage von Gezi" von Martin Niessen angewendet. Aus Gründen des Umfangs an theoretischen Erkenntnissen dient dieser lediglich als kurze Veranschaulichung.

Die vorliegende Arbeit ist stark literaturgestützt, sodass der Großteil der Erkenntnisse auf dem Buch Multiperspektivisches Erzählen: zur Theorie und Geschichte der Perspektivenstruktur im englischen Roman des 18. Bis 20. Jahrhunderts, welches von Vera und Ansgar Nünning verfasst wurde, basiert. Das Werk behandelt alle für diese Arbeit wichtigen Aspekte und bedient sich dabei an den Aussagen weiterer unterschiedlicher Autoren, auf dessen Literatur sich meine Arbeit außerdem zum Teil stützt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Multiperspektivität

2.1 Eine Definition und definitorische Probleme

2.2 Bedeutung von Multiperspektivität für den Rezipienten

2.3 Unterschiedliche Typen und Erscheinungsformen

2.4 Wirkung und Funktion

3 Ein Romanbezug: Martin Niessen – Die Tage von Gezi

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Multiperspektivität in der Literaturwissenschaft und analysiert, wie die Pluralisierung von Erzählperspektiven die Wahrnehmung und Interpretation des Lesers beeinflusst. Ziel ist es, trotz begrifflicher Unklarheiten in der Forschungsliteratur eine differenzierte Systematik zu erarbeiten und diese praktisch auf den Roman Die Tage von Gezi von Martin Niessen anzuwenden.

  • Theoretische Grundlagen und definitorische Abgrenzung der Multiperspektivität.
  • Die Rolle und Macht des Rezipienten bei der Sinnkonstitution.
  • Typologie und Erscheinungsformen des multiperspektivischen Erzählens.
  • Funktionen von Perspektivenwechseln und ihre steuernde Wirkung auf den Leser.
  • Praktische Analyse der Perspektivenstruktur in Martin Niessens Die Tage von Gezi.

Auszug aus dem Buch

2.4 Wirkung und Funktion

Um den theoretischen Teil dieser Arbeit abzuschließen, wird nun herausgearbeitet, warum ein Autor unterschiedliche Perspektiven wählt. Dabei findet man bei unterschiedlichen Texten immer ähnliche Wirkungen von Multiperspektivität. Zunächst lassen sich die Gründe für einen Autor, sich mehrerer Perspektiven zu bedienen, in zwei Typen klassifizieren. Während der erste Grund im Interesse „an der zeitlichen Folge des aus beschränkten Perspektiven Erzählten“ liegt, findet man eine zweite Begründung beim Summieren von Einzelperspektiven und dem daraus resultierenden Ganzen. Aus der zweiten Begründung folgt, dass aufgrund „der beschränkten Einzelperspektiven das Wissen des Lesers gerade auf dem Stand [gehalten wird], der den Appetit nach mehr Informationen weckt“. Dadurch, dass sich das Geschehen erst nach und nach mit dem Summieren der Einzelperspektiven fügt, erreicht der Autor also eine gewisse Spannung, die von Anfang bis Ende aufrecht gehalten wird.

Findet man im auktorialen Roman einen direkten Weg zur Wahrheit, so erlauben sowohl der personale als auch der Ich-Roman „keine Rückschlüsse auf den Wahrheitsgrad“. Daher bleibt es hier dem Leser überlassen, Entscheidungen darüber zu treffen, „ob die Wirklichkeit in den einzelnen Medien übereinstimmend, ergänzend oder widersprechend gespiegelt wird“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die begrifflichen Unklarheiten der Multiperspektivität ein und definiert das Ziel, diese durch eine theoretische Fundierung und eine praktische Romananalyse zu klären.

2 Multiperspektivität: Dieses Kapitel erarbeitet Definitionen, analysiert die Rolle des Rezipienten und systematisiert verschiedene Typen sowie Funktionen des multiperspektivischen Erzählens.

3 Ein Romanbezug: Martin Niessen – Die Tage von Gezi: Die theoretischen Erkenntnisse werden auf den Roman von Martin Niessen angewendet, um die Erzählstruktur und die Steuerung des Leserinteresses zu untersuchen.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Multiperspektivität ein komplexes Instrument zur Rezeptionssteuerung ist, das den Leser zu einer aktiven Rolle bei der Sinnbildung animiert.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Monographien, Aufsätze und Sammelbände.

Schlüsselwörter

Multiperspektivität, Erzählperspektive, Rezipient, Narratologie, Fokalisierung, Perspektivenstruktur, Martin Niessen, Die Tage von Gezi, Rezeptionsästhetik, Leerstellentheorie, Literaturwissenschaft, Erzählinstanz, Romananalyse, Sinnkonstitution, Erzähltheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem literaturwissenschaftlichen Konzept der Multiperspektivität und untersucht, wie dieses Phänomen definiert, typisiert und in Romanen funktional eingesetzt wird.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition der Multiperspektivität, die Rolle des Lesers als aktiver Sinnstifter sowie die formale Klassifizierung von Erzählweisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Klarheit in die begrifflichen Unklarheiten der Forschungsliteratur zu bringen und durch die Analyse eines konkreten Beispielromans aufzuzeigen, wie Multiperspektivität funktioniert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten theoretischen Analyse, die auf narratologischen Modellen (u.a. von Vera und Ansgar Nünning) aufbaut und diese auf ein konkretes Textbeispiel anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Definitionen, Typologien, Funktionen) und eine praktische Analyse des Romans "Die Tage von Gezi".

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erzählperspektive, Rezeptionssteuerung, Fokalisierung und Perspektivenstruktur geprägt.

Wie unterscheidet der Autor zwischen verschiedenen Typen der Multiperspektivität?

Der Autor unterscheidet primär zwischen multiperspektivisch erzählten, fokalisierten und strukturierten (collageartigen) Texten.

Welche Rolle spielt der Leser in einem multiperspektivischen Text?

Der Leser wird als aktiver Interpret gesehen, der eine Synthetisierungsleistung erbringen muss, um aus den verschiedenen Perspektiven ein stimmiges Gesamtbild zu konstruieren.

Warum ist der Roman "Die Tage von Gezi" ein geeignetes Beispiel für diese Analyse?

Der Roman nutzt verschiedene Reflektorfiguren und eine spezifische zeitliche/lokale Anordnung, um das Geschehen der Gezi-Park-Proteste multiperspektivisch und spannungsreich abzubilden.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Interpretationsspielraums?

Der Autor schlussfolgert, dass der Leser zwar eine aktive Rolle spielt, ihm aber durch die strukturelle Organisation des Textes und die Rezeptionssteuerung dennoch Grenzen gesetzt sind.

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Details

Titel
Multiperspektivität in der Gegenwartsliteratur. Eine Untersuchung mit Martin Niessens "Die Tage von Gezi"
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Gegenwartsliteratur
Note
1,3
Autor
Maya Eisel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V350869
ISBN (eBook)
9783668373877
ISBN (Buch)
9783668373884
Sprache
Deutsch
Schlagworte
multiperspektivität gegenwartsliteratur eine untersuchung martin niessens tage gezi
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maya Eisel (Autor:in), 2015, Multiperspektivität in der Gegenwartsliteratur. Eine Untersuchung mit Martin Niessens "Die Tage von Gezi", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350869
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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