Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Dyskalkulie, gibt eine genauere Beschreibung dieses Defizits und bietet Handlungsmöglichkeiten an, um im Unterricht angemessen mit betroffenen Schülern umzugehen und diese zu fördern.
Die Ursachen einer Dyskalkulie sind vielfältig. Hauptsächlich beeinflussen genetische Faktoren die Entwicklung „mathematischer Basisfertigkeiten“ und können eine Lernschwäche hervorrufen. Ohne geeignete Förderung wird die weitere Entwicklung der Rechenfertigkeiten gehemmt und somit dem Schüler die Erbringung ausreichender Schulleistungen in den höheren Klassen erschwert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie äußert sich Dyskalkulie/ die Rechenschwäche?
3. Möglichkeiten der Förderung
3.1 Fördermöglichkeiten in der Schule
3.1.1. Übungen für die Weiterentwicklung der mathematischen Vorkonzepte
3.1.2. Übungen zur Verbesserung der Fähigkeiten in Addition und Subtraktion
3.1.3. Übungen zur Verbesserung der Fähigkeiten in der Multiplikation
3.2 Fördermöglichkeiten zu Hause
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit analysiert das Phänomen der Dyskalkulie (Rechenschwäche), beschreibt detailliert die damit verbundenen Lernschwierigkeiten und leitet daraus konkrete pädagogische Handlungsoptionen für Lehrkräfte sowie präventive Unterstützungsmöglichkeiten für das häusliche Umfeld ab.
- Definition und Symptomatik der Dyskalkulie
- Ursachen und Auswirkungen auf den schulischen Lernprozess
- Spezifische Förderübungen für mathematische Vorkonzepte, Grundrechenarten und Multiplikation
- Pädagogische Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Einzelförderung
- Einbindung des Elternhauses zur Unterstützung mathematischer Basiskompetenzen
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Übungen für die Weiterentwicklung der mathematischen Vorkonzepte
Die zu den im 2. Kapitel erwähnten mathematischen Vorkonzepten gehörenden räumlich-geometrischen Fertigkeiten sind Basis dafür, dass das Kind in der Lage ist, ohne Anschauungsmaterial zu arbeiten. Dies beinhaltet, dass der Schüler sich die Handlungsabläufe, die bei bestimmten Aufgaben erforderlich sind, vorstellen kann (vgl. ebd. S.64 f.). Eine geeignete Übung dafür hat den Titel: „Muster nachmalen“ (ebd. S. 78). Hierbei malt der Lehrer einfache Formen (Kreise, Kreuze, Punkte) auf eine Folie, die sich auf einem kariertem Blatt Papier befindet. Zuerst darf der Schüler die Formen betrachten und auf seinem eigenen karierten Papier nachzeichnen. Danach befindet sich das vorgegebene Muster auf einem Papierblatt außerhalb des Raumes, sodass sich das Kind das Muster merken muss. Zum einen werden durch diese Übung das Kardinalzahlverständnis, das Ordinalzahlkonzept, und Vorkonzepte der Multiplikation und Addition gefördert. Zum anderen werden Fertigkeiten wie das Erkennen von Strukturen, die Feinmotorik und die visuelle Wahrnehmung geschult. Sollte die Feinmotorik der Kinder noch nicht ausreichend genug ausgeprägt sein, bietet sich an kariertes Papier mit doppelt so großen Kästchen oder Flipchartpapier zu verwenden (vgl. ebd. S. 79).
Bei der „Gedächtnisübung mit Ablenkung“ (Grünke &Simon 2010, S. 65) wird besonders „die Organisation des Kurzzeitgedächtnisses“ und „die visuelle Wahrnehmung“ (ebd, S.66) geschult. Der/die SchülerIn soll eine Ziffernfolge zunächst korrekt abschreiben. Eine weitere Ziffernfolge wird nun vom Lehrer notiert, die das Kind, ähnlich wie in der Aufgabe „Muster nachmalen“, auf ein Papier niederschreibt, das sich einige Meter entfernt befindet. Dabei muss sich das Kind nicht die komplette Ziffernfolge merken und kann seine Zahl schrittweise vervollständigen. Die Schwierigkeit bei dieser Übung liegt darin, dass sich die Lehrkraft nun jedes Mal in den Weg des Schülers/ der Schülerin stellt. Erst durch die Nennung eines „Passwortes“(ebd.) oder „Geheimcodes“ (ebd. S.77) darf der Schüler an der Lehrperson vorbei, um daraufhin seine Ziffernfolge fertigzustellen (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Lernstörungen ein und grenzt die Dyskalkulie als spezifische Störung der Rechenleistung von anderen Defiziten ab.
2. Wie äußert sich Dyskalkulie/ die Rechenschwäche?: Das Kapitel beschreibt typische Symptome und Fehlerquellen, wie etwa Schwierigkeiten bei mathematischen Vorkonzepten, Defizite im Transkodieren und eine hohe Fehleranfälligkeit bei der Nutzung primitiver Zählstrategien.
3. Möglichkeiten der Förderung: Hier werden allgemeine Prinzipien der Mathematikförderung erläutert, die auf dem Aufbau eines mathematischen Fundaments und einer positiven Lehrer-Schüler-Beziehung basieren.
3.1 Fördermöglichkeiten in der Schule: Dieser Abschnitt fokussiert auf unterrichtsbegleitende Lernspiele und strukturierte Übungen zur systematischen Verbesserung mathematischer Fertigkeiten.
3.1.1. Übungen für die Weiterentwicklung der mathematischen Vorkonzepte: Vorstellung konkreter Übungen zur Schulung der visuellen Wahrnehmung, Raumorientierung und des Kardinalzahlverständnisses.
3.1.2. Übungen zur Verbesserung der Fähigkeiten in Addition und Subtraktion: Präsentation von Methoden wie dem „Handrechnen“ und dem Einsatz von zweifarbigen Zehnerstangen zur Sicherung grundlegender Rechenoperationen.
3.1.3. Übungen zur Verbesserung der Fähigkeiten in der Multiplikation: Erläuterung von Verfahren zur Mengenvergleichung, Einmaleins-Training und der Veranschaulichung dezimaler Analogien.
3.2 Fördermöglichkeiten zu Hause: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Eltern durch alltägliche Aktivitäten, Spielmaterialien und strukturierte Lernsituationen präventiv das mathematische Verständnis des Kindes fördern können.
4. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit von Geduld, individueller Orientierung am Leistungsstand und einem langsamen, kleinschrittigen Vorgehen bei der Förderung rechenschwacher Kinder.
Schlüsselwörter
Dyskalkulie, Rechenschwäche, individuelle Förderung, mathematische Vorkonzepte, Grundrechenarten, Addition, Subtraktion, Multiplikation, Lernstörung, mathematisches Fundament, Förderpädagogik, Zahlverständnis, Fehleranalyse, schulisches Lernen, häusliche Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt das Thema Dyskalkulie und untersucht, wie betroffene Kinder sowohl im schulischen Kontext als auch durch Unterstützung im Elternhaus effektiv individuell gefördert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Definition und den Erscheinungsformen der Rechenschwäche stehen insbesondere didaktische Förderkonzepte für verschiedene Altersstufen und mathematische Kompetenzbereiche im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Defizit Dyskalkulie zu vermitteln und konkrete, praxisorientierte Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte und Eltern bereitzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung aktueller pädagogischer sowie heilpädagogischer Ansätze zur Förderung bei Rechenschwäche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Diagnose von Fehlerarten sowie die praktische Vorstellung konkreter Übungen für mathematische Vorkonzepte, die Grundrechenarten und die Einmaleins-Reihen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Dyskalkulie, Rechenschwäche, individuelle Förderung, mathematische Kompetenzen, Fehleranalyse und pädagogische Intervention.
Warum wird das Üben zu Hause durch Eltern oft als kontraproduktiv eingestuft?
Laut den zitierten Autoren mangelt es Eltern oft an der notwendigen fachdidaktischen Qualifikation, was dazu führen kann, dass Kinder falsche oder ineffiziente Rechenwege verinnerlichen.
Welche Rolle spielt die emotionale Ebene bei der Förderung?
Eine positive, geduldige und wertschätzende Beziehung zwischen Förderperson und Kind ist essentiell, da Leistungsdruck und zu hohe Erwartungen den Lernfortschritt eher hemmen als fördern.
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- Anonym (Author), 2015, Individuelle Förderung bei Dyskalkulie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350947