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Robert A. Dahls Beitrag zur Elitismus vs. Pluralismus Kontroverse in der Community Power Forschung

Title: Robert A. Dahls Beitrag zur Elitismus vs. Pluralismus Kontroverse in der Community Power Forschung

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christian Jacobi (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

[...] Doch wer sind eigentlich die Träger
politischer Macht und von welch einer Macht- und Einflußstruktur dieser politischen bzw.
administrativen Eliten muß auf nationaler bzw. lokaler Ebene ausgegangen werden? Gestalten
sich die Macht- und Einflußstrukturen im Berliner Bundestag oft als hoch komplex und aus
der Ferne nur schwer überschaubar, so bietet die Kommunalpolitik in Gemeinderäten bessere
Möglichkeiten für eine erkenntnisbringende Machtstruktur-Analyse.
Die Politikwissenschaft begann sich aus diesem Grund schon vor einigen Jahrzehnten im
Rahmen einer demokratietheoretischen Debatte intensiv für das politische System der
Gemeinde zu interessieren. Ausgehend von den USA machte es sich die sogenannte
Community Power Forschung zur Aufgabe zu ergründen, welche Machtstrukturen in
kommunalen Gemeinwesen anzutreffen sind. Zur Beantwortung dieser demokratietheoretisch
bedeutsamen Fragestellung haben zwei verschieden argumentierende Theorie-Schulen jeweils
die Bedeutung der These der Prädominanz starrer Machteliten bzw. die These einer
pluralistischer Machtverteilung hervorgehoben.
Die vorliegende Arbeit will zum einen das Spannungsfeld aufzeigen, in dem sich die
Community Power Forschung zwischen elitistischen und pluralistischen Ansätzen befunden
hat. Vor diesem Hintergrund soll zum zweiten dargestellt werden, daß der bekannte USPolitikwissenschaftler
Robert A. Dahl zwangsläufig zu einer ablehnenden Haltung der von
den sogenannten Elitisten formulierten Thesen zur lokalen Machtstruktur kommen mußte und
daß Dahl mit seinen Beiträgen die Community Power Forschung entscheidend bereichert hat.
Im folgenden zweiten Kapitel sollen der Gegenstandsbereich der Community Power
Forschung und die Position der Elitisten erläutert werden, um im Hauptteil der Arbeit die
Kritik Dahls am Modell einer herrschenden Elite in kommunalpolitischen Machtstrukturen
genauer charakterisieren zu können. Das vierte Kapitel will mittels einiger Beobachtungen
des Autors die vorangegangenen abstrakten Überlegungen durch einen kurzen Diskurs zu den
Machtstrukturen im Freiburger Rathaus ergänzen und auf einige Geme inde-Macht Aspekte
aufmerksam machen, die nach Meinung des Autors einer (noch) eingehenderen
wissenschaftlichen Untersuchung zugeführt werden könnten. Einige Schlussbetrachtungen
greifen zum Ende noch einmal kurz die zentralen Problemstellungen dieser Arbeit auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Community Power als Gegenstandsbereich demokratietheoretischer Betrachtungen

2.1. Ziele und wichtige Vertreter der frühen Community Power Forschung in den USA und Deutschland

2.2. Position und Forschungsmethodik der Elitisten in der Community Power Debatte

III. Robert A. Dahls Beitrag zur Elitismus vs. Pluralismus Kontroverse in der Community Power Forschung

3.1. Dahls Verortung als demokratietheoretischer Pluralist

3.2. Dahls Machtbegriff und seine Kritik an der Position der Elitisten

3.3. Die New Haven Studie als Antwort der Pluralisten: Dahls Ziele und Forschungsmethodik

3.4. Community Power und Probleme bürgerlicher Kompetenz und Partizipation

IV. Wenn Dahl über Freiburg geschrieben hätte: Community Power im Freiburger Rathaus

V. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen elitistischen und pluralistischen Ansätzen in der Community Power Forschung. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Robert A. Dahl durch seinen Machtbegriff und seine empirische Methodik die Debatte um lokale Machtstrukturen maßgeblich beeinflusste und welche Implikationen sich daraus für die Analyse kommunalpolitischer Systeme ergeben.

  • Die Kontroverse zwischen Elitismus- und Pluralismustheorien.
  • Robert A. Dahls kritische Auseinandersetzung mit der herrschenden Elite-Theorie.
  • Vergleich der Forschungsmethoden (Reputationstechnik vs. Entscheidungstechnik).
  • Die Bedeutung bürgerlicher Kompetenz und Partizipation für demokratische Prozesse.
  • Anwendung des pluralistischen Modells auf das Beispiel der Freiburger Kommunalpolitik.

Auszug aus dem Buch

3.2. Dahls Machtbegriff und seine Kritik an der Position der Elitisten

Im Gegensatz zu der eher deskriptiv-statischen Definition von Macht, auf die Elitisten wie Hunter und Mills rekurrierten, formulierte Dahl in Anlehnung an Joseph Schumpeters These vom „Konkurrenzkampf um die politische Führung“ eine formal-prozessorientierte Konzeption von Macht bzw. Einfluß „als einer Relation [...] bei der der eine Akteur einen anderen veranlaßt, auf eine Weise zu handeln, wie er andernfalls nicht gehandelt hätte“. Es handelt sich hierbei um ein Machtkonzept, das stark kausal argumentiert und bei dem „der Beeinflussende Zugang zu bestimmten Ressourcen, eine Machtbasis, und darüber hinaus Mittel zur Umsetzung dieser Ressourcen in aktuelle Einflußversuche“ benötigt. Besonders zu unterstreichen ist in diesem Zusammenhang bereits die Tatsache, daß es Dahl also um aktuelle Einflußversuche vornehmlich in wichtigen kommunalen Einscheidungen geht, bei denen sich Träger politischer bzw. administrativer Macht aktiv mit der Absicht konkreter Beeinflussung gegenüberstehen.

Mit einem solchen dynamischen Machtbegriff operierend und unter dem Hintergrund seiner starken pluralistischen Grundauffassungen war es unvermeidlich, daß Dahl auf mehreren Ebenen in Konflikt mit den von den Elitisten vorgebrachten Positionen geraten mußte. Dahls Kritik entzündete sich hierbei zum einen an den von der Seite der Elitisten vorgebrachten Forschungsergebnissen, d.h. konkret an der Behauptung, es gäbe eine starre Machtelite in kommunalpolitischen Arenen. Zum zweiten befand Dahl das Forschungsinstrumentarium als ungeeignet, mittels dessen die Elitisten zu ihren Ergebnissen gelangten. Beide Kritik-Bereiche müssen zum besseren Verständnis von Dahls Positionen im folgenden genauer dargestellt werden.

Kapitelzusammenfassungen

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Community Power Forschung ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Spannungsfeld zwischen elitistischen und pluralistischen Ansätzen anhand des Beitrags von Robert A. Dahl aufzuzeigen.

II. Community Power als Gegenstandsbereich demokratietheoretischer Betrachtungen: Das Kapitel skizziert die Entstehung der Community Power Forschung in den USA und Deutschland sowie die Debatte um die theoretischen Grundlagen und methodischen Herangehensweisen.

2.1. Ziele und wichtige Vertreter der frühen Community Power Forschung in den USA und Deutschland: Hier werden die zentralen Ziele der frühen Forschung sowie wichtige Studien und Vertreter erläutert, die die Machtverteilung in kommunalen Gemeinwesen untersuchten.

2.2. Position und Forschungsmethodik der Elitisten in der Community Power Debatte: Dieses Kapitel analysiert den Forschungsansatz der Elitisten, insbesondere den Einsatz der Reputationstechnik zur Identifizierung von Machteliten.

III. Robert A. Dahls Beitrag zur Elitismus vs. Pluralismus Kontroverse in der Community Power Forschung: Ein Überblick über die Rolle Robert A. Dahls als führender Pluralist und sein systematischer Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit kommunalen Machtstrukturen.

3.1. Dahls Verortung als demokratietheoretischer Pluralist: Erläuterung von Dahls theoretischem Fundament und seiner Position innerhalb der pluralistischen Schule.

3.2. Dahls Machtbegriff und seine Kritik an der Position der Elitisten: Analyse von Dahls prozessorientiertem Machtbegriff und seiner methodischen sowie inhaltlichen Kritik am Modell der herrschenden Elite.

3.3. Die New Haven Studie als Antwort der Pluralisten: Dahls Ziele und Forschungsmethodik: Darstellung der New Haven Studie als empirische Antwort auf die Elitisten und Vorstellung der von Dahl entwickelten Entscheidungstechnik.

3.4. Community Power und Probleme bürgerlicher Kompetenz und Partizipation: Untersuchung der Zusammenhänge zwischen lokaler Machtausübung, Bürgerkompetenz und Partizipationsnotwendigkeiten.

IV. Wenn Dahl über Freiburg geschrieben hätte: Community Power im Freiburger Rathaus: Eine Anwendung der theoretischen Überlegungen Dahls auf die lokale Machtstruktur der Stadt Freiburg am Beispiel konkreter kommunalpolitischer Entscheidungen.

V. Schlussbetrachtungen: Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse der Arbeit und ein Ausblick auf die Relevanz der Community Power Forschung im 21. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Community Power, Elitismus, Pluralismus, Robert A. Dahl, Machtstruktur, Demokratie, Partizipation, Entscheidungstechnik, Reputationstechnik, kommunale Politik, politische Macht, Bürgerkompetenz, Machtelite, New Haven, Freiburg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische und methodische Kontroverse zwischen elitistischen und pluralistischen Ansätzen innerhalb der sogenannten Community Power Forschung, insbesondere unter Berücksichtigung der Beiträge von Robert A. Dahl.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Definition von Macht in kommunalen Systemen, der Vergleich zwischen der Reputationstechnik (Elitisten) und der Entscheidungstechnik (Pluralisten) sowie die Rolle der bürgerlichen Partizipation.

Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Robert A. Dahl die Elitismus-Theorien kritisch hinterfragte und warum er zu einer pluralistischen Sichtweise der lokalen Machtverhältnisse gelangte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die Fachliteratur auswertet und Dahls empirische Ansätze auf eine konkrete Fallstudie (Freiburg) überträgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung von Dahl, seine Kritik an der "Ruling Elite"-Hypothese, die Vorstellung seiner New Haven Studie und eine reflexionsreiche Anwendung seiner Theorien auf das Freiburger Rathaus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Community Power, Elitismus, Pluralismus, Machtstruktur, Entscheidungstechnik und Partizipation.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Freiburger Oberbürgermeisters im Sinne Dahls?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Oberbürgermeister trotz seines großen Einflusses keine Machtelite im Sinne der Elitisten-Theorien darstellt, da er für seine Entscheidungen stets auf parlamentarische Mehrheiten angewiesen ist.

Warum ist das Thema "Bürgerkompetenz" in dieser Arbeit so wichtig?

Dahl betont, dass ein pluralistisches System nur dann effektiv funktionieren kann, wenn die Bürgerschaft kompetent ist und aktiv an politischen Prozessen teilnimmt, um Machtträger zu kontrollieren.

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Details

Title
Robert A. Dahls Beitrag zur Elitismus vs. Pluralismus Kontroverse in der Community Power Forschung
College
University of Freiburg  (Wissenschaftliche Politik)
Grade
2,0
Author
Christian Jacobi (Author)
Publication Year
2002
Pages
24
Catalog Number
V35097
ISBN (eBook)
9783638351287
Language
German
Tags
Robert Dahls Beitrag Elitismus Pluralismus Kontroverse Community Power Forschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Jacobi (Author), 2002, Robert A. Dahls Beitrag zur Elitismus vs. Pluralismus Kontroverse in der Community Power Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35097
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