Diese Hausarbeit beschäftigt sich in erster Linie mit der Frage, ob überhaupt von einer Heeresreform des Marius im Sinne einer Zäsur in der bestehenden Ordnung des Heeres der römischen Republik zu sprechen ist. Der Forschungsdiskurs dieses und des letzten Jahrhunderts weist vielfältige Divergenzen in der Deutung des sehr gering vorliegenden Quellenmaterials auf. Das Thema enthält also nicht nur die Herausarbeitung einer geschichtlichen Frage, sondern zeigt auch eine interessante, sich verändernde Forschungsdiskussion auf.
In der Hausarbeit wird insbesondere diskutiert, ob es diese Reform überhaupt gegeben hat und die Begrifflichkeit angebracht ist. Das Wort „Reform“ ist also immer unter Vorbehalt (mit gedachten Anführungsstrichen) zu lesen. Die Hausarbeit bezieht sich im Einzelnen nicht ausführlich auf römisch-germanische Beziehungen und Interaktionen. Jedoch ist offensichtlich, dass eine militärische Reform von Marius, teilweise als Reaktion auf germanische Aggressionen und vorgenommen als Vorbereitung auf die Auseinandersetzung mit den Kimbern und Teutonen, zumindest einen impliziten Bezug auf die römisch-germanischen Beziehungen hat.
Inhaltlich erfolgt zunächst eine historische Kontextualisierung: dargestellt wird die Person des Gaius Marius. Es schließt sich daran eine kurze Ausführung über das römische Heer bis zu dieser Zeit an. Darauf folgt das Quellenkapitel. Es wird beabsichtigt die herangezogenen antiken Autoren kurz zu beschreiben und ihren methodischen Nutzen zu verdeutlichen. Anschließend werden die tatsächlich gemachten Veränderungen des Marius unter Zuzug der Forschungsmeinungen verschiedener Autoren und des Quellenmaterials herausgestellt. Dieser Abschnitt unterteilt sich in die reformierenden Tätigkeiten von 104 bis 102 n. Chr., in welchen Marius Veränderungen an der Standarte, der Mobilität und der Angriffswaffe seiner Soldaten vornahm. Der zweite Abschnitt betrachtet mögliche Veränderungen in der Rekrutierung und bei der Heeresstruktur. An letzter Stelle steht das zusammenfassende Fazit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die historische Kontextualisierung
Gaius Marius
Die Armee der römischen Republik
Die Quellen
Die Veränderungen durch Marius
Das Problem der Kontinuität
Die Reformtätigkeit 104-102 v. Chr.
Die Standarte
Die Mobilität
Das Pilum
Die möglichen Veränderungen
Die Rekrutierung
Die Kohorte
Fazit
Literaturverzeichnis
Quellen
Literatur
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Hauptfrage dieser Arbeit zur marianischen Heeresreform?
Die Arbeit untersucht, ob die Veränderungen durch Marius tatsächlich eine Zäsur (Reform) im Heer der römischen Republik darstellten oder ob Kontinuitäten überwogen.
Welche konkreten militärischen Änderungen werden Marius zugeschrieben?
Behandelt werden Veränderungen an der Standarte, der Mobilität der Soldaten, der Angriffswaffe (Pilum) sowie mögliche Neuerungen in der Rekrutierung und Heeresstruktur (Kohorte).
In welchem Zeitraum fanden diese Reformtätigkeiten statt?
Die Arbeit konzentriert sich insbesondere auf die Jahre 104 bis 102 v. Chr., in denen Marius wesentliche Anpassungen vornahm.
Welchen Einfluss hatten germanische Stämme auf die Reform?
Die Reformen werden im Kontext der Vorbereitung auf die Auseinandersetzungen mit den Kimbern und Teutonen sowie als Reaktion auf germanische Aggressionen betrachtet.
Warum ist die Quellenlage ein Problem für die Forschung?
Es liegt nur sehr wenig antikes Quellenmaterial vor, was zu vielfältigen Divergenzen in der wissenschaftlichen Deutung der Ereignisse führt.
- Quote paper
- Kevin Witte (Author), 2013, Die marianische Heeresreform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350997