Einführung in die lateinische Grammatik (Latein 6. Klasse Gymnasium)

Theorie-Praxis-Reflexion


Unterrichtsentwurf, 2013
21 Seiten, Note: 2,0
Kevin Witte (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.
1.1 Vorstellung der Praktikumsschule.
1.2 Erwartungen an das Praktikum..

2. Hospitation.
2.1 Deskription.
2.2 Präskription.

3. Eigene Unterrichtsstunde planen.
3.1 Sachanalyse.
3.2 Rahmenbedingungen.
3.3 Didaktische Analyse.
3.4 Lernziele.

4. Eigene Unterrichtsstunde.
4.1 Deskription.
4.2 Präskription.

5. Fazit
5.1 Perspektiven für das weitere Studium..
5.2 Reflexion der Berufswahlentscheidung.

6. Literaturverzeichnis.
Anhang.
Protokolle.
Unterrichtsplanung.
Materialien.

1. Einleitung

1.1 Vorstellung der Praktikumsschule

Im Rahmen des Orientierungspraktikums besuchte ich ein Gymnasium in L. Diese Schule befindet sich unter der Trägerschaft der Stadt L.. Besonderheiten des Gymnasiums sind unter anderem Angebote von bilingualem Unterricht in den Fächern Geschichte und Biologie, eine ausgeprägte sportliche Orientierung, Schüleraustausch mit Ländern wie Thailand oder Polen und knapp 20 verschiedene AG´s.[1]

Die umfangreiche Liste der Zielsetzungen und Schwerpunkte der Schule charakterisiert sich durch den Wunsch, zahlreiche Fähigkeiten von Schülern[2] zu entwickeln. Dies reicht von sozialen Kompetenzen, etwa Toleranz, Solidarität und Teamgeist, bis hin zu individuellen Leistungsmöglichkeiten, Urteils- und Handlungskompetenz und Methodenkenntnis. Nicht nur ließen sich dieses Angestrebte im Unterricht implizit ausmachen, sondern spiegelt sich auch in den vielen außerunterrichtlichen Möglichkeiten für die Schülern wieder.[3]

1.2 Erwartungen an das Praktikum

Der wesentliche Grundgedanke mit dem ich mein Orientierungspraktikum begann, war die Erfahrungen meines Eignungspraktikums zu erweitern sowie zusätzliche Dinge abzudecken, zu denen ich dort noch keinen Kontakt hatte. Des Weiteren wollte ich zusätzliche Gewissheit vor dem Abschluss des Bachelorstudienganges erlangen, ob der Lehrberuf wirklich das richtige für mein zukünftiges Leben ist.

Im Detail erhoffte ich mir Einblicke in der Lehrtätigkeit für die unteren Klassen der Sekundarstufe II, sprich fünfte bis siebte Klasse, hatte ich doch bisher dort keinerlei Hospitationen oder Unterrichtsversuche. In dem Zusammenhang war mir wichtig herauszufinden ob ich mit jüngeren Schülern umgehen kann gleichwie auch mit Älteren.

2. Hospitation

2.1 Deskription

Schulstunde Latein, 6. Klasse; 18.09.2013

Frau P.

Ich begleitete eine 6. Klasse seit Beginn des Schuljahres in ihrem neuen Fach Latein. Die Lehrerin stieg in diese Stunde damit ein, dass sie zuerst in einem Unterrichtsgespräch einen zu bearbeitenden Text mit den Schülern besprach. Thematisch standen im Mittelpunkt die grammatikalische Analyse eines lateinischen Textes sowie das Erkennen der Textbausteine, zusätzlich zu der eigentlichen Übersetzung. Der Text war mit dem OHP an die Wand projiziert, die Lehrerin verwies explizit bei der Besprechung auf Besonderheiten, etwa Dativobjekten. Schüler wurden dabei von ihr dran genommen, auch wenn sie nicht selbständig aufzeigten. Schritt für Schritt wurde der Texte analysiert und im Detail durch die Lehrerin angeleitet, während die Schüler sich eifrig beteiligten.

Nach Analyse des Textes folgt eine Überleitung durch die Lehrerin, das gerade Erarbeitete wird kurz zusammengefasst und das neue Thema eingeführt. Damit zusammenhängend wird ein Bild mit dem OHP an die Wand projiziert und die Schüler sammeln unter Anleitung der Lehrerin, die auf spezifische Elemente verweist, Ideen. Es geht Frau P. dabei um reine Deskription, Aspekte die von den Schülern übersehen werden, werden durch Impulse in das Blickfeld gerückt. Ein Großteil der Schüler wird eingebunden bei dieser lockeren Übung, mit der die Lehrerin zum nächsten Thema überleitet, dem Aufbau römischer Häuser (Das Bild steht in diesem Zusammenhang und zeigt verschiedene Elemente eines römischen Hauses.).

Anschließend daran wird mit dem Buch gearbeitet. Die Schüler lesen abwechselnd aus einem deskriptiven (deutschen) Text vor. Die Lehrerin bespricht möglicherweise unbekannte Begriffe, etwa was Senatoren sind. Die Frage wird immer zuerst an die Schüler gegeben mit der Frage, was diese bereits zu den jeweiligen Begriffen wissen. Auch soll dann der Text mit eigenen Worten zusammengefasst werden durch die Schüler. (Der Text handelt von Senatoren und ihrem Klientel, zu welchen auch die beiden Protagonisten des Buches gehören, die auf eine Audienz bei einem Senator hoffen.) Zu diesem Bild (was zuvor besprochen wurde und auf dem OHP lag) und zu dem Text (der gerade gelesen worden war) gehört ein lateinischer Text. Dieser soll nun übersetzt werden. Frau P. leitet zu diesem kurz über. Wichtige lateinische Erscheinungsformen (etwa Adjektive, die hier zum ersten Mal auftauchen für die Schüler) werden an der Tafel festgehalten und kurz erläutert. Die Schüler sollen in der restlichen Zeit der Stunde (ca. 5 min.) in Partnerarbeit die ersten Sätze übersetzen, der Rest wird als Hausaufgabe aufgegeben. Die Lehrerin geht dabei noch mal durch die Reihen während die Schüler konzentriert und ruhig (soweit bei Partnerarbeit möglich) arbeiten.

Zuletzt wird das bisher geschaffte von einem Schüler vorgetragen, der Rest als Hausaufgabe aufgegeben. Die Lehrerin Frau P. fasst die Ergebnisse der Stunde, mit Fokus auf die Grammatik, noch einmal kurz zusammen und weist die Schüler auf bestimmte Dinge hin, die diese noch mal wiederholen sollen zur nächsten Stunde. Damit endet die Stunde kurz nach dem Schellen.

Schulstunde Philosophie, Q2; 18.09.2013

Herr K.

Seit Beginn des Schuljahres begleitete ich auch eine Klasse der Q2 Stufe in ihrem Philosophie-Unterricht. Das neue Thema war die Erkenntnistheorie, der Einstieg dazu stellte die Behandlung des naiven Realismus dar.

Der Lehrer Herr K. begann die Stunde mit der Verteilung von Arbeitsblättern (s. Anhang), der Arbeitsauftrag zu diesen Zetteln war, sie zu lesen und eine kurze Definition zu erstellen. Zuvor wurde noch die letzte Stunde im Unterrichtsgespräch zusammengefasst. Die Schüler arbeiten dann in Einzelarbeit konzentriert an der gestellten Aufgabe. Im anschließenden Unterrichtsgespräch werden die Definitionen mit reger Beteiligung an der Tafel gesammelt. Gleich im Anschluss daran sollen die Schüler eine kritische Position einnehmen gegenüber der Theorie, deren Definitionen sie soeben erarbeitet hatten. Die Schüler greifen selbstständig dabei auch auf einen Film zurück, welcher in der letzten Unterrichtsstunde angeschaut wurde.

Der Lehrer formuliert im Anschluss an dieser kurzen Diskussion das Ziel der nächsten Unterrichtsstunden: Gegenpositionen kennen lernen zum naiven Realismus. Als ersten Schritt werden dazu im Folgenden Arbeitsblätter verteilt (s. Anhang) die verschiedene Texte zu diesen Positionen enthalten. Für die morgige Stunde bespricht Herr K. bereits jetzt die Arbeitsaufträge im Frontalgespräch mit der Stufe. Es sollen in Gruppenarbeit eine Art Plakat erstellt werden, in dessen Mitte soll der naive Realismus kurz umrissen werden, außen herum sollen die Gegenposition(en) dargestellt werden. Dabei dürfen die Schüler eigene Konzepte entwickeln, wie sie die Inhalte darstellen möchten. Nach dem Vorausgriff auf die kommenden Stunden ist der Auftrag für den Rest der Stunde das lesen von den ersten beiden Seiten, zusätzlich zu den Aufgaben, in Einzelarbeit. Zudem sollen bereits die Gruppen gebildet werden zu maximal 4 Personen. Die Aufgaben auf den Zetteln sollen dabei schriftlich festgehalten werden und in Gruppen sollen sich die Schüler dann darüber austauschen. Während die Schüler in Einzelarbeit die Zettel bearbeiten, geht Herr K. herum und erkundigt sich nach den einzelnen Arbeitsfortschritten und eventuellen Problemen. Dabei setzt er immer wieder Impulse und Anregungen, er verweist manchmal auf besonders interessante Stellen.

Kurz vor dem Schellen wird die Hausaufgabe bekannt gegeben, die Schüler sollen den zweiten Text lesen und die Aufgaben Stichpunktartig beantworten. Die Absicht dahinter ist der sofortige Einstieg in die Diskussion in der folgenden Stunde. Damit endet diese Stunde.

2.2 Präskription

Die grundlegende Frage, die ich mir stellte, war, wie man Unterrichtseinstiege gestalten kann. Dabei habe ich vielfältige Möglichkeiten während der Hospitation beobachten können und kennen gelernt. Wesentliche Kriterien für die Bewertung dieser Beobachtungen liefert Meyer in seinem zweiten Band zu den Unterrichtsmethoden im entsprechenden Kapitel „Unterrichtseinstiege“.[4]

Schulstunde Latein, 6. Klasse; 18.09.2013

Frau P.

Wesentlicher Beobachtungsschwerpunkt dieser Stunde und untersuchter Aspekt war, wie Unterrichtseinstiege gestaltet werden können. Zu bedenken bei dieser speziellen Stunde, die hier bearbeitet wird, ist, dass die letzte Stunde am Tag zuvor war. Einige der dort erarbeiteten Inhalte sind also noch frisch in den Köpfen der Schüler gewesen, nichtsdestotrotz erfordert es einen adäquaten Unterrichtseinstieg. Wendet man die didaktischen Kriterien für einen guten Unterrichtseinstieg nach Meyer an, erkennt man einige der 5 Punkte wieder, die dort aufgezählt werden.[5] Zuerst der Aspekt des Orientierungsrahmens. Auch wenn die Lehrerin nicht die Themen der Stunde im Gesamtkontext verankerte (und somit schon vorgriff auf noch kommende, komplizierte grammatikalische Aspekte), so machte sie doch deutlich was in dieser Stunde passieren wird. Im Sinne der These Meyers (eine Orientierung im geplanten Unterrichtsverlauf bieten) wurde somit dieses Kriterium nicht nur erfüllt, sondern auch beachtet, dass leistungsschwächere Schüler mit einer komplexen und metasprachlichen Erörterung überfordert werden können.

Der zweite Punkt, „zum Kern der Sache kommen“[6] findet sich auch wieder – der zu Beginn der Stunde besprochene Texte führte zu einigen zentralen Themen der Stunde. Während der angeleiteten Analyse der grammatikalischen Funktion einzelner Wörter wurde nicht nur deutlich, dass jedes einzelne Wort bestimmt werden muss, sondern den Schülern fielen auch sofort unbekannte Objekte auf (in diesem Fall ein Dativobjekt und eine Pluralform) die Probleme bereiteten. Über diese Entdeckung/Problem führte die Lehrerin die Schüler zu einem der neuen Aspekte, die die Schüler in dieser Stunde lernen würden. Dem Vorverständnis der Schüler wurde eher eine untergeordnete Rolle beigemessen. Wobei dieser Punkt dahingehend Beachtung fand, als dass sich der Großteil der Schüler an der Textanalyse (die die Unterrichtseinstiegsaufgabe war) beteiligten und darüber das bereits vorhandene Wissen abgefragt wurde; ließ sich diese Aufgabe doch nur bewältigen, wenn zurückgegriffen wurde auf Kenntnisse aus vorherigen Stunden. Die Abfrage des Großteils der Schüler diente dabei nicht nur diesem Punkt, sondern auch dem folgenden, eine disziplinierte Arbeitshaltung herstellen. Da Frau P. kurzschrittig durch den Text ging und die Schüler immer nur wenige, kurze Aspekte beitrugen, konnte sie viele Schüler in die Übung mit einbinden; gleichsam mussten diese aufmerksam sein, nahm die Lehrerin sie doch auch dran, wenn sie nicht aufzeigten. So kam fast jeder einmal dran und trug etwas bei, eine Disziplin war hergestellt. Auf der anderen Seite war es nichtsdestotrotz eine lockere Arbeitsatmosphäre durch die freundliche Art von Frau P., häufig auch in Verbindung mit positiver Herangehensweise an Unwissen oder Fehlern. Der letzte Punkt Meyers, der handelnde Umgang mit dem neuen Thema, wurde durch die Art des Einstieges verwirklicht. Die Schüler erprobten sich an dem Text und versuchten selbstständig das Problem des noch unbekannten Dativ-Objektes zu lösen.

Betrachtet man im Gesamten den Unterrichtseinstieg und misst ihn an den 5 Kriterien Meyers, so kann man ihn als durchaus gelungen bezeichnen. Natürlich hätte es noch viele weitere Möglichkeiten gegeben solch einen Einstieg in das Thema zu vollführen, aber gerade mit den jüngeren Schülern ist ein entdeckendes Lernen und ein intuitiver Einstieg eine gute Wahl, auszumachen an der Begeisterung ihrer Beteiligung.

Schulstunde Philosophie, Q2; 18.09.2013

Herr K.

Die didaktischen Kriterien Meyers für einen guten Unterrichtseinstieg sollen auch auf diese exemplarische Stunde angewendet werden. Zusätzliche Bemerkungen zu dieser Stunde sind, unter anderem, dass es sich um eine sehr disziplinierte und kleinere Q2 Stufe handelt, der Lehrer unterrichtete den Kurs schon seit ungefähr 3 Jahren und kennt viele Schüler schon von vorher. Dies spielt bei der Bewertung auch eine Rolle, da es sich bei dieser Gruppe um ein „eingespieltes Team“ handelt.[7]

Explizit wurde zu Beginn der Stunde der Einstieg in die Gesamtthematik der Erkenntnistheorie vom Lehrer erläutert, er gab eine Verortung im Prozess der Behandlung dieses Themas an. er machte deutlich, dass sie sich zuerst mit dem naiven Realismus auseinander setzen werden, im Anschluss daran sich mit Gegenpositionen auseinander setzen und selbst entwickeln werden. Es gab keine direkte Erörterung was in dieser speziellen Stunde passieren wird – aber durch die Angabe darüber, was in der gesamten Unterrichtsreihe passieren wird, war eine Orientierung für die Schüler gegeben, wo sie sich befinden und was das Ziel ist.

Die zu Beginn der Stunde bearbeiteten Arbeitsblätter machten in ihrer Einfachheit gleich das Problem des naiven Realismus deutlich. Zuerst war die Aufgabe für die Schüler aber, für diese Theorie eine Definition zu geben, sie mussten sich also mit der Position zuerst einmal auseinander setzen. Da die Position wie auch die Texte einen einfachen Zugang bildeten, wurden die Schüler auf der einen Seite nicht überfordert, wurden aber auf der anderen Seite zugleich in die Thematik und Problematik der Erkenntnistheorie eingeführt.

Das Vorverständnis der Schüler wurde abgeprüft durch eine Wiederholung der letzten Stunde. In der vorherigen Stunde wurde ein Film geschaut in dem viele Aspekte die direkt oder indirekt mit Erkenntnistheorie zusammenhängen auf leicht verständliche Weise abgehandelt wurden. Der Lehrer besprach im Plenum die wesentlichen Punkte die den Schülern dort auffielen. Auch fand dieses Wissen wieder Einkehr, als die Definitionen die zu erstellen waren an der Tafel besprochen wurde, dort griffen die Schüler eigenständig auf Aspekte des Filmes zurück. Die disziplinierte Arbeitshaltung musste nicht erst in dieser Stunde eigens etabliert werden, die Schüler zeigten ein eigenes Interesse und Engagement dafür, in ruhiger Atmosphäre zu arbeiten. Obgleich einzelnen Gespräche im Flüsterton während der Definitionsarbeit geführt wurden, musste und war der Lehrer nicht dagegen vorgegangen – es bestand keine Notwendigkeit dazu, der Unterricht wurde nicht gestört. Auf positive Weise wurde so eine disziplinierte Arbeitshaltung erreicht, durch die lange Arbeitsgemeinschaft der Gruppe besaßen die einzelnen Schüler eine weit genug entwickelte Selbstdisziplin durch die keine Notwendigkeit zu einer erzwungenen Fremddisziplin bestand.[8]

Der handelnde Umgang wurde durch die Arbeitsaufgabe selbst umgesetzt – die Notwendigkeit sich intensiv mit der neuen Thematik auseinanderzusetzen ergab sich durch die Suche nach einer Definition.[9]

Durch die Kriteriengeleitete Bewertung dieses Unterrichtseinstieges wurden nicht nur viele Möglichkeiten und Ebenen eines Einstieges offenbar, sondern auch deutlich wie wichtig eine etablierte Lehrer-Schüler-Arbeitsgemeinschaft sein kann. Ebenso ließen sich im Vergleich zu der anderen exemplarischen Unterrichtsstunde die wesentlichen Unterschiede zu unterschiedlichen Altersstufen erkennen.

3. Eigene Unterrichtsstunde planen

3.1 Sachanalyse

Nach Rücksprache mit Frau P. legte ich mich darauf fest, die Unterrichtsreihe thematisch kohärent fortzusetzen (Es wurde mir auch freigestellt, eine Thematik nach Interesse auszuwählen). Die Schüler hatten erst in der dritten Woche Lateinunterricht. In diesem Zusammenhang führte ich die Einstiegsphase in die lateinische Sprache weiter fort. Dies umfasst größtenteils die lateinische Grammatik und die Systematik der Übersetzung. Das bedeutet, dass sich die Schüler, anders als etwa in der englischen Sprache, an die strenge Systematik gewöhnen sollen mit der lateinische Texte übersetzt werden müssen. Des Weiteren ist es zentral die Kenntnis von Deklinationen und Konjugationen zu erweitern. Eine eher untergeordnete Rolle spielt die Erweiterung des Wortschatzes, obgleich die Schüler bereits einige Wörter gelernt hatten, ist es wichtiger die grammatikalischen Grundlagen vorrangig zu vertiefen. Die Wichtigkeit der Grammatik zeigte sich auch im Abgleich mit den Kernlehrplänen für das Fach Latein in NRW.[10] Daraus ergab sich als thematischer Inhalt der Stunde die Sicherung des bereits gelernten, Nominativ und Akkusativ Singular; 3. Person Singular von Verben (Wiederholung). Die ersten Erscheinungsformen des Plurals bei Verben, Nomen und Adjektiven. Daraus folgend eine Erweiterung der Kenntnisse von Deklinationen und Konjugationen. Die Wichtigkeit im Lateinischen der systematischen Übersetzung, der immer eine grammatikalische Analyse des Textes vorrausgeht. Des Weiteren musste ein Fokus auf die Unterscheidung der Wortarten gelegt werden, obgleich den Schülern im Prinzip bekannt, so hatten sie doch Schwierigkeiten diese noch präzise auseinander zu halten. Des Öfteren warfen sie durcheinander was konjugiert und was dekliniert wird. Da dies aber ein wichtiger Punkt unter der Kategorie „Wortschatz“ des Lehrplanes ist, sollte es mit in den Unterricht einfließen. Die Problematik des Inhaltes dieser Stunde war, dass die bloße Grammatik nicht spannend für Schüler ist, eventuell als trocken empfunden werden könnte.

3.2 Rahmenbedingungen

Ich begleitete die 6. Klasse in ihrem Lateinunterricht seit Beginn des Schuljahres, dies erlaubte mir die einzelnen Schüler etwas besser kennen zu lernen. Auch wenn Frau P. es im Scherz formulierte, die Schüler „hatten noch Spaß an Latein“. In jeder vorherigen Stunde waren sie begeistert und motiviert, ebenso handelte es sich um eine bilinguale Stufe[11]. Das hatte zur Folge, dass die Klassenzusammensetzung vornehmlich aus sehr leistungsstarken Schülern bestand, die auch Leistung zeigen wollten. Dies wurde bereits in den davor liegenden Stunden deutlich. Ein weiterer Aspekt der der Planung der Stunde zugutekam, war, dass ich mir weniger Gedanken um Wissensstände (in Fach Latein) machen musste. Der bisherige Lernumfang war vergleichsweise gering, die Schüler befanden sich größtenteils auf demselben (fachlichem!) Wissenstand, hatten sie doch erst drei Wochen Latein gehabt.

Die Stunde würde in dem Klassenraum der 6b stattfinden, mittwochs, in der sechsten Stunde. Der Raum ist groß und hell, die Tische angeordnet in U-Form mit Öffnung Richtung Tafel. Der Raum ist ausgestattet mit einer herkömmlichen Tafel und einem OHP. Besonderheit dieser Stunde (und Woche) war es, dass die Hälfte der 6. Klasse sich auf Klassenfahrt befand. Somit waren nur 12 anstatt 25 Schüler anwesend. Dies spielte eine wesentliche Rolle für den eigentlichen Unterricht, weniger aber für die Planung selbst.

[...]


[1] Vgl. entsprechende Unterkategorien. http://www.antonius-gymnasium.de/ (Zugriff: 28.10.13)

[2] Aus Gründen der Ästhetik und Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet. Die weiblichen Formen sind implizit mitzulesen.

[3] Vgl. http://www.antonius-gymnasium.de/files/Schule/Schulprogramm/Antonius-Gymnasium-Leitbild.pdf (Zugriff: 28.10.13)

[4] Meyer: Unterrichtsmethoden II S. 122ff.

[5] Ebd. S. 129ff.

[6] Meyer: Unterrichtsmethoden II S. 131.

[7] Ich würde Herrn K. hier ein sehr gutes Klassenmanagement zuschreiben. Abseits von guten Vorbedingungen lässt sich ein effektiver und freundlicher Unterrichtsstil des Lehrers feststellen. Vgl. hierzu: Wellenreuther: Lehren S. 244ff.

[8] Meyer: Unterrichtsmethoden II S. 133.

[9] Ebenso wie in der vorherigen Präskription stammen die Kriterien aus: Meyer: Unterrichtsmethoden II S. 129ff.

[10] Vgl. Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 6, Sprachkompetenz: http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/lehrplaene/lehrplannavigator-s-i/gymnasium-g8/latein-g8/kernlehrplan-latein/kompetenzen/kompetenzen.html (Zugriff: 05.11.2013).

[11] Die Kinder – bzw. deren Eltern, meldeten die Schüler freiwillig dazu an, ihren Geschichts- und Biologieunterricht auf Englisch zu bekommen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Einführung in die lateinische Grammatik (Latein 6. Klasse Gymnasium)
Untertitel
Theorie-Praxis-Reflexion
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
21
Katalognummer
V351001
ISBN (eBook)
9783668375543
ISBN (Buch)
9783668375550
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführung, grammatik, latein, klasse, gymnasium, theorie-praxis-reflexion
Arbeit zitieren
Kevin Witte (Autor), 2013, Einführung in die lateinische Grammatik (Latein 6. Klasse Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351001

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