Katastrophenmanagement. Analyse eines MANV-Plans


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkurzungverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Ursprung

3. Begrifflichkeiten
3.1 MANV
3.2 Krise
3.3 Grofischadensereignis
3.4 Katastrophe
3.5 Alarmstufen
3.6 Schutzziele
3.6.1 Schutzzielarten

4. Rechtliche Grundlagen

5. Aufbau

6. Schutzziele

7. Einsatzleitung

8. Einsatzablauf

9. Dokumentation

10. Anhang und Checklisten

11. Fazit

Literaturverzeichnis

Abkurzungverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Ein MANV-Plan wird nach den gesetzlichen Grundlagen eines jeden Bundeslandes erstellt und besitzt demzufolge eine auf ein bestimmtes Bezugsgebiet begrenzte Gultigkeit, letzteres lasst sich aus demjeweiligen Plan ableiten. Der Plan soil alien Mitarbeitem im Bezugsgebiet Informationen zum Umgang mit GroBschadensereignissen liefern und einen Uberblick uber die zu treffenden MaBnahmen geben. Da wie eingangs erwahnt jeder Plan nur ein bestimmtes Gebiet betrifft, gibt es keine Musterlosung wie solch ein Plan auszusehen hat, welche Informationen uber die gesetzlichen Vorgaben hinaus in ihm enthalten sein mussen und es gibt ebenfalls keine einheitlichen Begrifflichkeiten und Standards zum Beispiel in der Festlegung der einzelnen Stufen. Es gibt Fachliteratur fur sogenannte Risikoanalysen, deren Ergebnis sicherlich eine Grundlage fur die Entwicklung oder Fortschreibung eines MANV-Plan sein kann. (Methode fur die Risikoanalyse im Bevolkerungsschutz 2010) Aber am Ende stimmt jeder Verantwortliche fur ein Bezugsgebiet seinen Plan auf die ortsublichen Verhaltnisse und Landeseigene Gesetzgebung ab.

2. Entstehung und Ursprung

Die Frage nach dem ersten MANV-Plan der Geschichte, lasst sich nur schwer beantworten. Die eigenen Recherchen im Internet und Bibliotheken brachten keinen wirklichen Erfolg. So lassen sich nur MutmaBungen anstellen, denen keine wirkliche nachvollziehbare Quelle zu Grunde gelegt werden kann. Aus unzahligen Seiten im Internet lasst sich herauslesen, dass einige groBe Unglucke in der Vergangenheit dazu gefuhrt haben konnten, dass MANV-Plane erstellt bzw. vorhandene uberarbeitet wurden. Als ein pragendes Beispiel gilt sicherlich das Flugungluck von Ramstein am 28. August 1988. Es stieBen drei Flugzeuge in der Luft zusammen, gingen in Flammen auf und ein brennendes Flugzeug rutschte in die Zuschauermenge. Das Ungluck forderte ca. 70 Todesopfer und rund 1000 Verletzte. Das ein Rettungsdienstbereich mit einem Ungluck dieses AusmaBes uberfordert ist, steht auBer Frage. Die Umsetzung eines Triagesystems wie wir es heute kennen wurde dadurch erschwert, dass die Amerikaner im Gegensatz zu den Deutschen nach dem Prinzip „load and go“ gearbeitet haben und somit eine Erstversorgung, geschweige denn einen koordinierten Abtransport unmoglich machten.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Flugtagungl%C3%BCck_von_Ramstein) Ein weiteres pragendes Ungluck waren die Terroranschlage vom 11. September 2001 in Amerika. Auch wenn kein direkter Bezug zu dem deutschen Rettungsdienst und seinen Komponenten herzustellen ist, gab dieses Ereignis doch sicherlich Anlass einige Strukturen in den MANV-Planen zu uberdenken, so nachzulesen in einem UMANV Konzept der Berufsfeuerwehr Koln (Anhang 1 - Einsatzkonzept UMANV). Die Aufzahlung lieBe sich sicherlich noch endlos weiterfuhren, das Ziel ist allerdings ein anderes und von daher werden im nachsten Kapitel einige notwendige Begrifflichkeiten definiert.

3. Begrifflichkeiten

Um im weiteren Verlauf der Arbeit keine Erklarungen zu den unterschiedlichen Begriffen zu geben, werden diese im dritten Kapitel zusammenfassend dargestellt. Die zur Definition hilfreiche DIN 13050:2015-04 ist online nicht abrufbar und auch in keiner vom Autor aufgesuchten Bibliothek verfugbar.

3.1 MANV

1st bei einem Schadensereignis eine groBe Anzahl von Betroffenen zu versorgen oder zu erwarten, spricht man von einem Massenanfall von Verletzen und/oder Erkrankten (MANY). Dabei kommt es zu einem Missverhaltnis zwischen der Anzahl der Betroffenen und/oder Erkrankten und den Kapazitaten des im Regelfall vorgehaltenen Rettungsdienstes. (Anhang 2 Konzept zur uberortlichen Hilfe bei MANY, S. 3f.)

3.2 Krise

Als Krise wird eine Situation bezeichnet, die vom Normalzustand abweicht und ein Potenzial mit sich bringt, dass fur Schaden an Schutzgutem sorgt oder sorgen kann, die mit einer normalen Organisation nicht mehr bewaltigt werden kann. (BBK-Glossar 2013, S. 17)

3.3 Grnfischadensereignis

Hier handelt es sich um ein Ereignis, dass mit einer groBen Anzahl von Verletzten, Erkrankten und anderen Betroffenen und/oder groBen Sachschaden einhergeht, aber noch unterhalb der Katastrophenschwelle liegt. (ebd., S. 14)

3.4 Katastrophe

Eine einheitliche Definition for den Begriff Katastrophe ist nicht leicht zu finden. Beinahe jedes Bundesland hat in seinem Katastrophenschutzgesetzt eine andere Definition. Was sich allerdings in alien Gesetzten und Verordnungen finden lasst, soil moglichst kurz zusammengefasst werden. Wird die Gesundheit oder das Leben einer Vielzahl von Menschen oder die naturlichen Lebensgrundlagen oder bedeutende Sachwerte in einem so auBergewohnlichen AusmaB geschadigt oder gefahrdet und kann diese Storung nicht beseitigt oder unterbunden werden ohne das, unter einheitlicher Fuhrung, Zusammenwirken aller im Katastrophenschutz mitwirkenden Behorden und Organisationen, so spricht man von einer Katastrophe. (ebd., S. 15)

3.5 Alarmstufen

Aus den MaBnahmeplanen fur den Massenanfall von Verletzten der einzelnen Rettungsdienstbereiche, gibt es verschiedene Alarmstufen. Diese treffen eine Aussage, mit wieviel Betroffenen in welcher Stufe zu rechnen ist und im weiteren Verlauf auch welche Krafte in welcher Anzahl zu alarmieren sind. Neben der individuell variierenden Anzahl der Betroffenen, ist auch der Begriff „Alarmstufen“ nicht einheitlich.

3.6 Schutzziele

Als Schutzziel lasst sich ein angestrebter Zustand eines Schutzgutes, dass bei einem Ereignis erhalten bleiben soil, definieren. Schutzziele sind in alien gesellschaftlichen Ebenen vorhanden und werden auch diskutiert. So ist aktuell die Begrenzung der Erderwarmung auf zwei Grad ein Schutzziel. (Methode fur die Risikoanalyse im Bevolkerungsschutz 2010, S. 60)

3.6.1 Schutzzielarten

Schutzziele lassen sich in strategische und operationalisierte Schutzziele unterteilen, wobei beide in einem hierarchischen Verhaltnis stehen. Das strategische Schutzziel bezieht sich auf ein Schutzgut und beschreibt dabei einen zu erreichenden Zustand. Diese Ziele werden recht unspezifisch formuliert und engen die SchutzmaBnahmen nicht ein. Demgegenuber stehen die operationalisierten Ziele. Diese konkretisieren die strategischen Ziele und stellen neben einem Bezug zu einem handelnden Akteur auch einen Bezug zu einem Sektor oder auch zu einer bestimmten Branche her. Das Ziel bei den Schutzzielen ist es, eine Grundlage fur den Umgang mit entsprechenden Situationen zu erlangen, den Aufbau von bestimmten Fahigkeiten zu erreichen und die bereichsubergreifenden Notwendigkeiten darzustellen. Die operationalisierten Schutzziele werden meist auch mit Schwellenwerten hinterlegt, um fur alle Beteiligten einen einheitlichen Stand zu erreichen.

4. Rechtliche Grundlagen

Der MaBnahmeplan „Massenanfall von Verletzten und/oder Erkrankten“ in der Fassung vom 19.04.2012 beruft sich auf das Brandenburgische Rettungsdienstgesetz (BbgRettG) vom 14. Juli 2008, die Verordnung uber den Landesrettungsdienstplan des Landes Brandenburg vom 24. Oktober 2011 und eine Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Landkreis Oder Spree und dem Land Berlin die dem Verfasser nicht vorliegt. Die in diesem MaBnahmeplan aufgefuhrten Gesetze sind alles Landesgesetze, Verweise auf Bundesgesetzen finden sich keine. Bei einem Blick ins Grundgesetz kann man einige Artikel finden, die einen Ruckschluss zum Bevolkerungsschutz zulassen. Zu erwahnen ist der Art. 2, Satz 2 GG in dem geschrieben wird, dassjeder,,[... ]das Recht auf Leben und korperliche Unversehrtheit hat“ (Der Deutsche Bundestag, S. 2). Der Staat hat das geschrieben und muss nun auch dafur Sorge tragen, dass einemjeden dieses Recht zuteilwird. Der nachste Artikel der einen Anhalt geben kann, ist der Artikel 20 GG Abs. 1. Dort steht, dass die BRD ein sozialer und demokratischer Staat ist (ebd., S. 7). Der damit verbundene Fursorgegedanke bedeutet fur den Staat eine Vielzahl von Verpflichtungen, denen er alleine kaum nachkommen kann. Um diesen Fursorgegedanken und die damit verbundenen Grundrechte umzusetzen und fur die Einhaltung zu sorgen, wurde mit dem Art. 30 GG eine Kompetenzverteilung zwischen Bund und Landern geschaffen, die den Bundeslandern die Ausubung und Erfullung der staatlichen Aufgaben ubertragt (ebd., S. 10). Der im Art. 73 Abs. 1 Satz 1 zu findende Passus ,,[...] Schutzes der Zivilbevolkerung“ (ebd., S. 18) bezieht sich ausschlieBlich auf die Verteidigung. Eine Ausnahme ist hier der Art. 35 GG, indem geregelt ist in welchen Fallen der Bund eingreifen darf und wann dieses Eingreifen wieder beendet werden muss (ebd., S. 11). Selbst das Gesetz uber den Zivilschutz und die Katastrophenhilfe des Bundes (ZSKG) bezieht sich in erster Linie auf den Verteidigungsfall (Kloepfer 2009, S. 157). Damit ist zum einen begrundet, dass der Katastrophenschutz (ausgenommen ist immer der Verteidigungsfall) reine Landersache ist und zum anderen warumjedes Bundesland eigene Katastrophenschutz- und Rettungsdienstgesetzte hat. Im weiteren Verlauf des Planes lassen sich weitere Verordnungen und Handlungsanweisungen finden und es gibt Passagen, die sich auf die FwDV 100 beziehen. Letztere ist im gesamten Dokument nicht naher benannt. Der Vollstandigkeit halber bietet es sich an, im Anhang einen dargestellt werden. So kann jedem Mitarbeiter die Moglichkeit eingeraumt werden, sich mit dem Inhalt vertraut zu machen und relevante Informationen im Bedarfsfall schnell abzurufen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Katastrophenmanagement. Analyse eines MANV-Plans
Hochschule
Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V351042
ISBN (eBook)
9783668378544
ISBN (Buch)
9783668378551
Dateigröße
683 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
katastrophenmanagement, analyse, manv-plans
Arbeit zitieren
Michael Moll (Autor), 2016, Katastrophenmanagement. Analyse eines MANV-Plans, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351042

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