Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Fokus der interkulturellen Pädagogik auf Rassismus. Hierbei soll erarbeitet werden, weshalb interkulturelle Pädagogik sich mit Rassismus auseinandersetzt. Zunächst wird bezugnehmend auf Rassismus der Film „Selma“ von der Regisseurin Ava DuVernay aus dem Jahre 2014, der die Montgomery Märsche in der USA aus dem Jahre 1965 behandelt vorgestellt. Dieser Tag änderte die USA und ging in die Geschichte als „Bloody Sunday“ ein. Der gescheiterte Protestmarsch wegen des Wahlrechts wurde landesweit im Fernsehen übertragen, sorgte wegen ihrer Brutalität gegenüber den Schwarzen für Empörung und tausende strömten nach Alabama um Martin Luther King zu unterstützen. Darunter waren weiße, Kleriker sowie Afroamerikaner vorhanden.
In dem Zusammenhang wird zunächst das Rassismus Verständnis von Robert Miles, Alfred Schobert und Gabrielle Fuchs definiert und erläutert. Weiterhin wird die Rassenkonstruktion nach dem Soziologen Robert Miles erklärt und die Überlegungen von Etienne und Balibar bezüglich des Neo-Rassismus vorgestellt. Im nächsten Anschnitt erfolgt eine kurze Definition der interkulturellen Pädagogik und der Kritik an interkultureller Erziehung. Weiterhin soll unter Berücksichtigung der interkulturellen Pädagogik Rassismus erläutert und Lösungsansätze nach Melter und Mecherlich vorgestellt werden. Folglich werden hierbei auch neben der Erziehung und Bildung, politische Institutionen mitberücksichtigt werden. Im letzten Abschnitt wird die interkulturelle Erziehung in Deutschland dargelegt und abschließend erfolgt dann das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.Rassismus-Begriff nach Robert Miles
1.1 Rasse als Konstruktion
1.2 Rassismus nach Alfred Schobert und Gabrielle Fuchs
1.3 Neo- Rassismus nach Etienne Balibar, Guthmann und Bukow
2. Was ist interkulturelle Pädagogik?
2.1 Kritik an der interkulturellen Pädagogik
2.2 Berücksichtigung des Rassismus von der Interkulturellen Pädagogik nach Auernheimer, Memmi Albert und Guthmann
2.3 Rassismus kritische Bildungsarbeit von Paul Mecheril und Claus Melter
2.4 Erläuterung der Schritte zur kritischen Rassismus Arbeit
3. Interkulturelle Pädagogik in der Bundesrepublik Deutschland
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und den Fokus der interkulturellen Pädagogik im Hinblick auf Rassismus. Dabei wird analysiert, warum eine Auseinandersetzung mit rassistischen Strukturen in pädagogischen Kontexten notwendig ist, welche theoretischen Ansätze existieren und wie eine rassismuskritische Bildungsarbeit praktisch umgesetzt werden kann.
- Definition und theoretische Einordnung des Rassismus-Begriffs (Miles, Balibar, u.a.)
- Kritische Reflexion der interkulturellen Pädagogik und ihrer Tendenzen zur Ethnisierung
- Ansätze zur rassismuskritischen Bildungsarbeit und Selbstreflexion für Pädagogen
- Interkulturelle Erziehung im schulischen Kontext der Bundesrepublik Deutschland
Auszug aus dem Buch
1. Rassismus-Begriff nach Robert Miles
Robert Miles deutet darauf hin, dass bezugnehmend auf den Rassismus-Begriff vielseitige Erklärungsmuster und Verwendungen existieren. In dem Kontext deutet der Soziologe darauf hin, dass der Rassismus-Begriff ein ideologisches Erscheinungsbild sei, da der untersuchende Wert einer Terminologie „[...] durch sein Nutzen für die Beschreibung und Erklärung gesellschaftlicher Prozesse bestimmt ist.“ Weiterhin hebt Miles hervor, dass spezielle Eigenschaften vertreten sein müssen, die für das Verständnis des Rassismus-begriffs relevant sind. Laut Miles habe die vielseitige Deutung des Rassismus-Begriffs dazu geführt, dass außerhalb der Ideologie auch andere Praxisfelder mit einbezogen wurden. Somit gebe es keine klare Trennlinie und erschwere die „[...]Bestimmung von Determinationsverhältnissen [...]“ Folglich könne man daher keine Logikbasierte Verbindung zwischen Erkenntnis und Handlung herstellen.
Außerdem um gezielt gegen die Ideologien des Rassismus und dessen Exklusion mit der daraus entstehenden Ungleichheit zu agieren, solle man, so Miles, in der Lage sein Rassismus zu unterscheiden. Hinzukommend unterscheidet Miles „[...]die Eigenschaften des Rassismus-Begriffs[...]“ die „[...] als repräsentationales Phänomen[...]“ gilt von den Ausschließungspraxen. Hierbei sei nicht der funktionelle Wert, sondern die Ideologien von Bedeutung. Dies bezieht sich um bestimmte Gruppen, die bei Ressourcenknappheit und Arbeitsleistungen inkongruent behandelt werden, oder innerhalb der hierarchischen Verhältnisse systematisch über oder unter vertreten werden. Wichtig ist zu erachten, laut Miles, dass Ausschließungspraxen sich nur auf erkennbare Handlungen und Abläufe beziehen und nicht über das Wesen der Determinanten aussagen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Arbeit anhand des Films „Selma“ und Darstellung der Relevanz des Rassismus-Diskurses heute.
1.Rassismus-Begriff nach Robert Miles: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Rassismus-Begriff, seiner ideologischen Funktion und der Konstruktion von Differenz.
1.1 Rasse als Konstruktion: Erläuterung der Rassenkonstruktion als Kategorisierungssystem, das zur Abgrenzung und Identitätsbildung dient.
1.2 Rassismus nach Alfred Schobert und Gabrielle Fuchs: Definition von Rassismus durch spezifische Faktoren und die Rolle von Ausschließungspraxen im politischen und sozialen Kontext.
1.3 Neo- Rassismus nach Etienne Balibar, Guthmann und Bukow: Analyse des „differentalistischen Rassismus“, der kulturelle Differenzen anstelle biologischer Merkmale betont.
2. Was ist interkulturelle Pädagogik?: Grundlagen der interkulturellen Pädagogik, die auf Gleichheit und Anerkennung abzielen.
2.1 Kritik an der interkulturellen Pädagogik: Diskussion der Gefahr von Ethnisierung und „Othering“ durch die Fokussierung auf kulturelle Unterschiede.
2.2 Berücksichtigung des Rassismus von der Interkulturellen Pädagogik nach Auernheimer, Memmi Albert und Guthmann: Bedeutung von Selbstreflexion und der Auseinandersetzung mit Diskriminierung für Pädagogen.
2.3 Rassismus kritische Bildungsarbeit von Paul Mecheril und Claus Melter: Vorstellung von Leitmotiven für eine rassismuskritische Bildungsarbeit, die Strukturen hinterfragt.
2.4 Erläuterung der Schritte zur kritischen Rassismus Arbeit: Konkrete Handlungsschritte zur Implementierung rassismuskritischer Ansätze in Bildungsinstitutionen.
3. Interkulturelle Pädagogik in der Bundesrepublik Deutschland: Überblick über die bildungspolitische Verankerung der interkulturellen Erziehung in Deutschland.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Herausforderungen bei der Umsetzung antirassistischer Konzepte in der Praxis.
Schlüsselwörter
Rassismus, Interkulturelle Pädagogik, Rassenkonstruktion, Neo-Rassismus, Diskriminierung, Ethnisierung, Antirassismus, Selbstreflexion, Bildungsarbeit, Othering, Ausländerpädagogik, Ideologie, Soziologie, Migration, Institutionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Rassismus-Begriff im Kontext der interkulturellen Pädagogik und analysiert, wie pädagogische Ansätze auf rassistische Strukturen reagieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretische Definition von Rassismus, die Kritik an gängigen interkulturellen Bildungskonzepten sowie die Möglichkeiten einer rassismuskritischen Bildungsarbeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für Rassismus in Bildungseinrichtungen zu entwickeln und aufzuzeigen, wie Pädagogen durch Selbstreflexion und Strukturkritik aktiv gegen Diskriminierung vorgehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf Basis soziologischer und pädagogischer Fachliteratur verschiedene Rassismus-Definitionen und Konzepte vergleicht und kritisch bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung (u.a. Robert Miles), die Auseinandersetzung mit den Grenzen der interkulturellen Pädagogik und konkrete Strategien rassismuskritischer Bildungsarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Rassismus, Interkulturelle Pädagogik, Rassenkonstruktion, Selbstreflexion, Diskriminierung und rassismuskritische Bildungsarbeit.
Was besagt die Kritik von Paul Mecheril und Claus Melter an der interkulturellen Pädagogik?
Sie kritisieren, dass die interkulturelle Pädagogik durch die Fokussierung auf vermeintlich „andersartige“ Kulturen zur Ethnisierung und zum „Othering“ beiträgt, statt Rassismus strukturell zu dekonstruieren.
Warum ist die Selbstreflexion laut Albert Memmi für Pädagogen so wichtig?
Memmi betont, dass Rassismus nicht nur bei anderen gesucht werden darf. Die Aufdeckung eigener rassistischer Einstellungen ist laut ihm die Voraussetzung dafür, um Rassismus im eigenen Verhalten zu bekämpfen und seinen Rückgang bei anderen zu erreichen.
Welche Bedeutung hat der „Neo-Rassismus“ nach Etienne Balibar?
Balibar beschreibt damit eine neue Form des Rassismus, die nicht mehr auf biologischen Merkmalen basiert, sondern kulturelle Unterschiede als unvereinbar darstellt („Rassismus ohne Rassen“).
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- Anonym (Autor:in), 2016, Rassismus als Thema der Interkulturellen Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351107