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Die Friedenssicherungsmodelle von Kant und der UNO

Eine kritische Betrachtung unter besonderer Beachtung des UN-Sicherheitsrates

Titel: Die Friedenssicherungsmodelle von Kant und der UNO

Hausarbeit , 2016 , 16 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marco Lehmann (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit sollen die Differenzen zwischen den beiden Friedenssicherungsmodellen, wie sie von Kant und von den Vereinten Nationen vorgebracht werden, betrachtet werden. Im Fokus wird dabei der UN-Sicherheitsrat stehen, insbesondere die Rolle seiner ständigen Mitglieder. Nachdem in Kapitel 2 der Arbeit Kants Friedensschrift und seine Vorstellung einer internationalen Friedensinstitution dargelegt und analysiert wird, folgt in Kapitel 3 die Untersuchung des Aufbaus und der Ziele der UNO. Schließlich werden in Kapitel 4 die zentralen Unterschiede aufgezeigt, und die Funktion des Sicherheitsrats wird tiefergehend beleuchtet.

Der Moral- und Rechtsphilosoph Immanuel Kant beendet seine 1795 veröffentlichte Friedensschrift „Zum ewigen Frieden“, in welcher er einen freiwilligen Föderalismus der Staaten zur internationalen Friedensicherung fordert, mit diesen Worten: „Wenn es Pflicht ist, wenn zugleich begründete Hoffnung da ist, den Zustand eines öffentlichen Rechts, obgleich nur in einer ins Unendliche fortschreitenden Annäherung wirklich zu machen, so ist der ewige Friede [...] keine leere Idee, sondern eine Aufgabe, die nach und nach aufgelöst, ihrem Ziele [...] beständig näher kommt.“ Ein solcher Bund freier Nationen scheint sich 150 Jahre später mit der Gründung der United Nations Organisation (UNO) verwirklicht zu haben. Tatsächlich finden sich zwischen den beiden Friedenssicherungsmodellen zahlreiche Parallelen und laut Albrecht bildet Kants Schrift „[...] aus deutscher Feder den wichtigsten Beitrag zur Idee von „Vereinten Nationen““.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. „ZUM EWIGEN FRIEDEN“

2.1 DIE PRÄLIMINARARTIKEL

2.2 DIE DEFINITIVARTIKEL

2.3 VÖLKERBUND NACH KANT

3. DIE UNITED NATIONS ORGANISATION

3.1 GRÜNDUNGSGESCHICHTE DER UNO

3.2 ZIELE UND GRUNDSÄTZE DER UNO

3.3 AUFBAU UND ORGANE DER UNO

4. ZENTRALE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN KANTS VÖLKERBUND UND DER UNO

5. FAZIT

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Friedenssicherung bei Immanuel Kant im Vergleich zur praktischen Umsetzung durch die Vereinten Nationen (UNO). Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Differenzen beider Modelle, insbesondere hinsichtlich der Rolle und Machtbefugnisse des UN-Sicherheitsrates.

  • Kants Friedensschrift „Zum ewigen Frieden“ als theoretisches Fundament.
  • Struktureller Aufbau, Ziele und Funktionsweise der Vereinten Nationen.
  • Die Sonderrolle und das Vetorecht der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates.
  • Kritische Gegenüberstellung von Kants Völkerbund-Konzept und der realpolitischen Praxis der UNO.

Auszug aus dem Buch

2.3 Völkerbund nach Kant

Hier soll nun der im zweiten Definitivartikel geforderte Völkerbund hinsichtlich Aufbau und Aufgaben genauer erläutert werden. Staaten im Naturzustand, also unbeeinflusst von äußeren Gesetzen, reizen sich laut Kant allein durch ihr Nebeneinander und gefährden so ständig die zwischenstaatliche Sicherheit. Um diesem Zustand endgültig zu entgehen, bedürfe es eines Völkerstaats, in welchem die Staaten ihre Souveränität aufgeben und sich „[...] zu öffentlichen Zwangsgesetzen bequemen [...]“.

Kant ist sich jedoch bewusst, dass keine Regierung der Welt zu einem solchen Souveränitätsverlust bereit wäre. Um das Ziel des ewigen Friedens realisierbar zu machen, plädiert er daher für das „[...] negative Surrogat eines den Krieg abwehrenden [...]“ Völkerbundes. Dieser soll ein freiwilliger Zusammenschluss von Republiken sein, der die Friedenssicherung zum primären Ziel hat. Nach außen blieben die Staaten dabei politisch souverän, müssen sich also keiner transnationalen Gewalt unterordnen.

Ein solcher Bund solle keine legitimierte Exekutivmacht besitzen und ein Austritt aus der Föderation sei jederzeit möglich. Während er den Mitgliedsstaaten innenpolitisch völlige Souveränität lässt, agiert er zwischenstaatlich als vermittelnde Instanz, ohne dabei „[...] die Möglichkeit, eine Entscheidung mit Waffengewalt durchzusetzen [...]“ zu besitzen. Neben der grundsätzlich friedlichen Natur der republikanischen Mitgliedsstaaten sieht Kant vor allem den Welthandel als verknüpfende und Abhängigkeit schaffende Kraft zur erfolgreichen Verwirklichung des Völkerbundes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema und Darlegung der zentralen Fragestellung, die den Vergleich der Friedenssicherungsmodelle von Kant und der UNO fokussiert.

2. „ZUM EWIGEN FRIEDEN“: Analyse der kantischen Friedensschrift, unterteilt in Präliminar- und Definitivartikel sowie das Konzept des Völkerbundes.

3. DIE UNITED NATIONS ORGANISATION: Darstellung der historischen Entstehung, der institutionellen Ziele und des Aufbaus der UNO mit Fokus auf Generalversammlung und Sicherheitsrat.

4. ZENTRALE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN KANTS VÖLKERBUND UND DER UNO: Untersuchung der Divergenzen, besonders hinsichtlich des Interventionsrechts und der Machtkonzentration im Sicherheitsrat.

5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Reflektion zur Reformbedürftigkeit der UNO angesichts der Machtinteressen der ständigen Sicherheitsratsmitglieder.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden, Völkerbund, Vereinte Nationen, UNO, Sicherheitsrat, Friedenssicherung, Vetorecht, Souveränität, Menschenrechte, Interventionsrecht, internationale Politik, Weltordnung, kollektive Sicherheit, Big Five

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Konzepte von Immanuel Kants Friedensschrift im Vergleich zur institutionellen Ausgestaltung der Vereinten Nationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit politischer Theorie, internationalem Recht, der Struktur von Weltorganisationen und der Rolle machtpolitischer Interessen in der globalen Friedenssicherung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Unterschiede zwischen Kants idealistischem Völkerbund und der realen Praxis der UNO herauszuarbeiten, wobei besonders die Rolle des UN-Sicherheitsrates kritisch hinterfragt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die politische Theorien (Kant) mit dem Gründungsdokument der Vereinten Nationen vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Kants Präliminar- und Definitivartikel, den Aufbau der UNO sowie die Unterschiede im Interventionsrecht und bei der Entscheidungsfindung im Sicherheitsrat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind der kantische Völkerbund, kollektive Sicherheit, das Vetorecht der ständigen Mitglieder und die Spannung zwischen Souveränität und globaler Friedenssicherung.

Warum spielt das Vetorecht der "Big Five" eine so große Rolle für den Autor?

Der Autor argumentiert, dass das Vetorecht ein wesentlicher Grund für die Machtkonzentration und die teilweise Lähmung der UNO ist, was dem Ideal der souveränen Gleichheit aller Mitglieder widerspricht.

Wie bewertet der Autor die Umsetzbarkeit einer Sicherheitsratsreform?

Der Autor schätzt eine baldige Reform als sehr schwierig ein, da die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates ihre privilegierten Positionen nicht aufgeben wollen und Reformen durch ihr Veto blockieren.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Friedenssicherungsmodelle von Kant und der UNO
Untertitel
Eine kritische Betrachtung unter besonderer Beachtung des UN-Sicherheitsrates
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in den politischen Liberalismus
Note
1,7
Autor
Marco Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V351189
ISBN (eBook)
9783668376533
ISBN (Buch)
9783668376540
Sprache
Deutsch
Schlagworte
UN UNO Kant Völkerbund Zum ewigen Frieden Menschenrechte Sicherheitsrat Friedensinstitution Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marco Lehmann (Autor:in), 2016, Die Friedenssicherungsmodelle von Kant und der UNO, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351189
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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