In Form von Verbänden sammeln sich Pfadfinder unterschiedlicher christlicher Glaubensrichtungen. Diese Jugendarbeit innerhalb der Verbände wird oftmals durch kirchliche Gelder unterstützt und zählt somit zum Bereich des kirchlichen und religiösen Ehrenamts. Der Engagementbereich hat, wie auch die Pfadfinderbewegung, die zunehmende Säkularisierung überlebt und übt weiterhin Einfluss auf wichtige Teilbereiche der Gesellschaft aus. Das Ehrenamt trägt den christlichen Glauben nach außen, verbindet die Zivilgesellschaft mit der Institution Kirche und hat allgemein auch Einflüsse auf andere Bereiche des freiwilligen Engagements. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Betrachtung der Jugendphase, da sich vor allem Bildung, Freunde und Freizeit prägend auf den späteren Lebensverlauf auswirken.
Daher werden in dieser Arbeit die verschiedenen Einflüsse des kirchlichen Ehrenamts auf die Jugendphase analysiert. Der erste Teil widmet sich der terminologischen Klärung und dem Stand der Wissenschaft in diesem Bereich. Darauf aufbauend werden die Arbeitshypothesen abgeleitet, die als Grundlage der empirischen Analyse dienen, und es erfolgt eine Beschreibung der Variablen, Daten und Methoden. Das vierte Kapitel widmet sich der empirischen Analyse, die sich auf die Untersuchung von Einzelaspekten beschränkt. Ziel dieser Arbeit ist es, Zusammenhänge zwischen der Jugendphase und dem kirchlichen Ehrenamt mit Hilfe ausgewählter Variablen aufzudecken. Daran schließt sich eine Diskussion der Ergebnisse an.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Einbettung
2.1 Definitionen
2.1.1 Kirchliches Ehrenamt
2.1.2 Jugendphase
2.1.3 Jugendarbeit
2.2 Theorie und Forschungsstand
2.3 Hypothesenableitung
3 Daten, Variablen und Methoden
3.1 Variablen
4 Empirische Analyse
5 Diskussion
6 Zusammenfassung
7 Literaturverzeichnis
8 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen Einflüsse des kirchlichen Ehrenamts auf die Jugendphase im Alter von 14 bis 21 Jahren, um Zusammenhänge zwischen ehrenamtlichem Engagement und verschiedenen persönlichen sowie sozialen Faktoren aufzudecken.
- Analyse des kirchlichen Ehrenamts und dessen Relevanz für Jugendliche
- Untersuchung von Einflüssen auf Persönlichkeitsbildung und Sozialisation
- Prüfung von Hypothesen zu Geschlecht, Bildung, Religionszugehörigkeit und Werten
- Empirische Auswertung auf Basis des Freiwilligensurveys 2014
- Erforschung des Kompetenzerwerbs durch ehrenamtliche Tätigkeit
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Kirchliches Ehrenamt
Folgt man der Definition des Brockhaus, ist Ehrenamt ein „öffentliches Amt, das ohne Entgelt ausgeübt wird, teils als Pflicht (Schöffe), teils freiwillig (Gemeindeämter)“ (Adams 2010, S. 260).
Enger als in der Brockhaus-Definition wird hier nur das freiwillige Ehrenamt weiter behandelt. Es lässt sich in verschiedene Bereiche unterteilen und ist in fast allen Teilbereichen der Gesellschaft vorzufinden. Die Ziele und Motivationen dahinter sind sehr vielfältig, jedoch spielt der Kontakt zu Mitmenschen, sowie die Hilfe und Unterstützung durch Menschen in ähnlicher Lebenslage eine entscheidende Rolle (Tesch-Römer et al. 2016, S. 25).
Zur weiteren begrifflichen Bestimmung ist eine Differenzierung der freiwilligen Tätigkeit notwendig. Da das Augenmerk dieser Arbeit auf dem kirchlichen Bereich liegt, beschränke ich mich auf eine engere Definition des kirchlichen Ehrenamts. Diese Sparte zählt zu den größten Bereichen der Freiwilligenarbeit in Deutschland (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2016, S. 29). Dies ist auch ein Ergebnis des Freiwilligensurveys, bei dem die verschiedenen Sektoren des Ehrenamts untersucht wurden. Die Facetten des kirchlichen Ehrenamts sind vielfältig: Es umfasst Jugendarbeit, Erwachsenenbildung oder auch religiöse Aufgaben. Seine inhaltlichen Aspekte im Gesamten zu erfassen ist besonders schwierig. Daher zählt alles zur Kategorie des kirchlichen Ehrenamts, das entweder in direktem Zusammenhang mit der Kirche steht, dessen Organisationsstruktur des freiwilligen
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Pfadfinderbewegung und des kirchlichen Ehrenamts ein und definiert das Ziel, die Auswirkungen dieses Engagements auf die Jugendphase zu untersuchen.
2 Theoretische Einbettung: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe, den aktuellen Forschungsstand zum Thema und leitet die für die empirische Analyse notwendigen Hypothesen ab.
3 Daten, Variablen und Methoden: Hier wird der Datensatz des Freiwilligensurveys 2014 vorgestellt, die Auswahl der relevanten Variablen begründet und das methodische Vorgehen mittels Chi²-Tests erläutert.
4 Empirische Analyse: In diesem Kapitel werden die aufgestellten Hypothesen statistisch geprüft und die Ergebnisse der verschiedenen Korrelationen präsentiert.
5 Diskussion: Die Diskussion vergleicht die gewonnenen empirischen Ergebnisse mit den theoretischen Arbeitshypothesen und reflektiert die Aussagekraft der Studie.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse und zieht ein Fazit über die Bedeutung des kirchlichen Ehrenamts für Jugendliche.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.
8 Anhang: Dokumentation der für die statistische Auswertung verwendeten Syntax.
Schlüsselwörter
Kirchliches Ehrenamt, Jugendphase, Jugendarbeit, Freiwilligensurvey 2014, Soziale Fähigkeiten, Gesellschaftliche Verbundenheit, Religiöse Verbundenheit, Bildungsniveau, Kompetenzerwerb, Wertebildung, Nächstenliebe, Empirische Sozialforschung, Statistik, Chi-Quadrat-Test, Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der verschiedenen Einflüsse, die das kirchliche Ehrenamt auf die Jugendphase (14 bis 21 Jahre) ausübt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Definition von kirchlichem Ehrenamt, die Lebensphase Jugend, die Rolle der Jugendarbeit sowie den Einfluss religiöser und gesellschaftlicher Verbundenheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen der aktiven Teilhabe am kirchlichen Ehrenamt und verschiedenen Entwicklungsaspekten von Jugendlichen mittels statistischer Variablen aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen Sekundäranalyse des Datensatzes „Freiwilligensurvey 2014“ und nutzt Chi²-Tests sowie Phi-Koeffizienten zur statistischen Überprüfung der Hypothesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach der theoretischen Einbettung die Datenaufbereitung erläutert, die Hypothesen empirisch getestet und die Ergebnisse kritisch diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kirchliches Ehrenamt, Jugendphase, Soziale Fähigkeiten, Freiwilligensurvey und Wertebildung sind zentrale Begriffe, die die Forschung leiten.
Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf das ehrenamtliche Engagement laut der Studie?
Die Analyse zeigt, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Geschlechterzugehörigkeit und der Aktivität im kirchlichen Ehrenamt gibt.
Wie korreliert religiöse Verbundenheit mit dem ehrenamtlichen Engagement?
Es besteht ein signifikanter und mittelstarker bis starker Zusammenhang: Jugendliche mit einer starken religiösen Verbundenheit sind deutlich häufiger im kirchlichen Ehrenamt aktiv.
Welche Bedeutung hat das Ehrenamt für den Kompetenzerwerb?
Die Studie belegt, dass Jugendliche, die sich kirchlich engagieren, häufiger angeben, soziale Fähigkeiten erworben zu haben, was für ihre persönliche Entwicklung bedeutsam ist.
- Arbeit zitieren
- Johanna Seibert (Autor:in), 2016, Verschiedene Einflüsse des kirchlichen Ehrenamts auf die Jugendphase, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351240