"Amores Perros" von Alejandro González Iñárritu. Eine Analyse des Films in Bezug auf die Gewalt in der Stadt Mexiko City


Hausarbeit (Hauptseminar), 2016
28 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe des Films Amores Perros
2.1 Octavio und Susana (1. Geschichte)
2.2 Daniel und Valeria (2. Geschichte)
2.3 Chivo und Maru (3. Geschichte)
2.4 Gutstavo und Luis (3. Geschichte)

3. Die Großstadt Mexiko City

4. Der Regisseur Alejandro González Iñárritu und sein "Blockbuster” Amores Perros

5. Die Analyse des Films: Amores Perros
5.1 Die Opferrolle der Frauen
5.2 Die Hoffnungen der Männer
5.3 Der Verrat in Amores Perros

6. Die Protagonisten des Films
6. 1. Die Hunde
6. 2. Octavio und Susana (1. Geschichte)
6. 3. Daniel und Valeria (2. Geschichte)
6. 4. Chivo und Maru (3. Geschichte)

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Literatur

Internetquellen

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit beschreibt die städtische Gewalt in Mexiko City anhand des Films Amores Perros von Alejandro González Iñárritu, der im Jahr 2000 in Mexiko City gedreht wurde. Die Hauptstadt von Mexiko ist sowohl für ihre Gewalt auf den Straßen, als auch für ihre Filme über diese problematische Thematik auf der ganzen Welt bekannt. Doch entspricht das, was in dem Film gezeigt wird denn überhaupt der Realität?

Das zweite Kapitel fasst den Inhalt des Filmes Amores Perros kurz zusammen. Dabei wird deutlich, dass sich der Film aus drei unterschiedlichen Geschichten zusammensetzt (siehe Kapitel 2.1-2.3), die durch das Schlüsselereignis, dem Autounfall, miteinander verbunden werden. Im dritten Kapitel wird das Land Mexiko und seine Hauptstadt Mexiko City beschrieben. Dabei wird sowohl auf die Realität, als auch die Darstellung im Film Amores Perros eingegangen. Es wird deutlich, dass Alejandro González Iñárritu das wahre Mexiko in seinem Film wiederspiegeln will, ohne dabei die Gewalt und das Chaos der Stadt zu verharmlosen.

Das Kapitel vier beschäftigt sich mit dem mexikanischen Regisseur Alejandro González Iñárritu und seinem „Blockbuster“. Sein Film Amores Perros gewann auf der ganzen Welt Preise für den besten nicht Englisch sprechenden Film. Unter anderem gewann er den Filmpreis von Cannes. Weiter beschäftigt sich das Kapitel damit, wie die mexikanische Bevölkerung den Film auffasst. Einerseits ist sie Stolz auf den Erfolg des Films, anderseits schämt sie sich dafür, wie ihr Land in Amores Perros dargestellt wird.

Eine Analyse des Films kann man dem fünften Kapitel entnehmen. Bei Amores Perros handelt es sich um ein modernes Drama, das viele Details der Gewalt der mexikanischen Hauptstadt umfasst. Für die Analyse wird eine Differenzierung in die Unterkapitel 5.1-5.3 vorgenommen. Während 5.1 die Opferrolle der Frau behandelt, werden in 5.3 die Hoffnungen der Männer thematisiert. 5.3 beschreibt den Verrat als einen zentralen Aspekt im Film.

Auf die Protagonisten des Films wird in dem sechsten Kapitel eingegangen. Die Protagonisten sind, wie anhand von 6.1 deutlich wird, nicht nur menschliche Personen, sondern auch Hunde. In den Unterkapiteln 6.2-6.4 werden, wie bereits in Kapitel 2, die einzelnen Geschichten und ihre Protagonisten genauer beschrieben.

Das Fazit am Ende fasst die wichtigsten Themen noch einmal zusammen. Dabei wird deutlich, dass Alejandro González Iñárritu in seinem Film die Stadt Mexiko City in einer sehr drastischen Sichtweise darstellt. Gleichzeitig will er es dem Zuschauer überlassen, ob er den Film als eine Fiktive Darstellung oder als die Realität des Lebens in Mexiko City ansehen will.

2. Inhaltsangabe des Films „Amores perros“

Der Film „ Amores Perros “ wurde 1999 gedreht und spielt in Mexiko City. Er beginnt mit einem Autounfall, der den Kern des Films bildet. Nach Solomianski werden drei voneinander getrennte Geschichten durch den Autounfall miteinander verbunden. Die Protagonisten jeder Geschichte sind ein Mann, eine frau und ein Hund. In die letzte Geschichte können allerdings zwei Geschichten interpretiert werden, weshalb in diesem Kapitel eine Differenzierung zwischen der Geschichte von Chivo und Maru in 2.3 und der von Gustavo und Luis in 2.4 vorgenommen wird. Alle Geschichten schildern das Leben von Personen mit unterschiedlichem sozialen Status und ermöglichen dadurch einen Perspektivwechsel (vgl. Solomianski, 2006, S. 21). Die Gemeinsamkeit der Geschichten ist, das sie alle in Mexiko City leben. Weiter werden alle drei Teile des Films durch Hunde miteinander verbunden: Kofi von Octavio, Richi von Valeria und die Hunde von Chivo (Smith, 2005, S. 29). “Es una película que trata sobre el dolor humano, el amor y la muerte, que no distinguen clases sociales” (González Vargas, 2006, S. 188).

2.1 Octavio und Susana (1. Geschichte)

Octavio lebt zusammen mit seinem Bruder Ramiro, sowie dessen Ehefrau Susana und ihrer kleinen Tochter bei seiner Mutter in einer kleinen Mietwohnung. Ramiro arbeitet in einem Supermarkt an der Kasse, doch weil ihm sein Einkommen nicht ausreicht, begeht er gemeinsam mit einem Freund Raubüberfälle. Ramiro träumt von einem Banküberfall, um an das große Geld zu gelangen. Octavio hat sich in Susana, die Frau seines Bruders, verliebt. Er muss mit anschauen, wie sein aggressiver Bruder Ramiro sie schlägt und demütigt, wenn sie seinen Anweisungen und Befehlen nicht gehorcht. Octavio weiß von Ramiro, dass er Susana nicht aus Liebe geheiratet hat, sondern nur weil sie schwanger von ihm war. Als Susana ein zweites Kind von Ramiro erwartet, vertraut sie sich Octavio an, da sie große Angst vor Ramiros aggressiven Reaktion darauf hat. Octavio drängt Susana dazu mit ihm ein neues Leben anzufangen und Ramiro zu verlassen. Susana betrachtet Octavios Wunsch und Vorstellung auf ein gemeinsames besseres Leben zunächst als unrealistisch, doch als Octavio beginnt immer mehr Geld für die gemeinsame Flucht zu besorgen, lässt sie sich auf Octavio ein. Sie hat Sex mit ihm und ist bereit ein neues Leben außerhalb von Mexiko City zusammen mit Octavio zu beginnen. Octavio beauftragt daraufhin Freunde eines Bekannten, seinen Bruder zusammen zu schlagen.

Um für die Flucht und für das zukünftige bessere Leben Geld aufzutreiben, nimmt Octavio mit seinem Hund Kofi an illegalen Hundekämpfen teil. Kofi beißt alle seine Gegner tot und Octavio kommt schnell zu viel Geld. Das gewonnene Geld versteckt er im Kosmetikkoffer von Susanna. Jarocho, der sein Geld wie Octavio auch durch illegale Hundekämpfe „verdient“, war der unangefochtene Meister der Hundekämpfe und sieht in Octavios Erfolgen seinen Status gefährdet.

Er findet sich mit den zuletzt erlittenen Niederlagen in den Hundekämpfen gegen Octavios Hund Kofi nicht ab. Daraufhin besorgt sich Jarocho einen besonders starken Hund und fordert Octavio zu einem entscheidenden Kampf heraus. Der Wetteinsatz soll 40.000 Peso betragen. Octavio und sein Freund können jedoch nur 20.000 Peso aufbringen, weshalb beide letztendlich nur um 20.000 Peso wetten. Sie hetzen ihre Hunde aufeinander. Als Kofi wieder den Kampf zu gewinnen scheint, zieht Jarocho einen Revolver und schießt auf Kofi. Davon erschrocken gibt der „Schiedsrichter“ (gleichzeitig auch der Chef des Wettbüros der illegalen Hundewettkämpfe) Jarocho und Octavio die Wetteinsätze zurück und erklärt den Kampf für beendet bzw. nie stattgefunden (vgl. http://www.dieterwunderlich.de/Gonzales_amores_perros.htm).

Octavio schnappt sich seinen stark blutenden Hund, legt ihn auf die Rückbank seines Autos und gibt seinem Freund die Anweisung, mit laufendem Motor auf ihn zu warten. Er geht noch einmal zu Jarocho, rammt ihm ein Messer in den Bauch und rennt zum Wagen zurück. Auf ihrer Flucht vor den Freunden von Jarochos, übersehen sie eine rote Ampel und stoßen mit einem anderen Auto zusammen. Der Film kehrt wieder zum Anfang des Filmes zurück und der Autounfall wird erneut aus der Perspektive von Octavio gezeigt (vgl. Sánchez, 2010, S. 162).

Später wird Ramiro bei einem versuchten Banküberfall erschossen. Seine durch den Schock verstörte Witwe will nun nichts mehr von ihrem Schwager und dessen Plänen über ein neues Leben wissen. Octavio, der nach dem Autounfall noch auf Krücken angewiesen ist, wartet vergeblich am Busbahnhof auf sie. Statt in den Bus zu steigen, humpelt er weinend zurück.

2.2 Daniel und Valeria (2. Geschichte)

Im anderen Wagen des Autounfalls sitzt das berühmte Model Valeria. Diese verletzt sich bei dem Autounfall schwer. Zuvor hatte ihr Liebhaber, der Verleger Dr. Daniel Estrada, seine Frau und seine beiden Töchter verlassen und für sich und Valeria eine Luxuswohnung in Mexico City gemietet. Valeria erholt sich schnell von dem Unfall, so dass sie das Krankenhaus schon recht schnell wieder verlassen kann. Jedoch ist sie wegen ihres geschienten und genagelten rechten Beins auf einen Rollstuhl angewiesen. Aufgrund der Verletzungen und der Narben am Bein, hat die Firma "Enchant" keine Verwendung mehr für sie als Model und kündigt ihre Werbeverträge (vgl. http://www.dieterwunderlich.de/Gonzales_amores_perros.htm).

Während Valeria mit ihrem geliebten Schoßhündchen Ricci spielt, springt dieser dem Ball hinterher und fällt in ein Loch im Parkett. Alleine kommt Ricci nicht wieder heraus. Es kommt zwischen Valeria und Daniel zu heftigen Streitszenen, da sie Richi tagelang bellen hören, es ihnen aber nicht gelingt, ihn wieder herauszulocken. Am Ende muss Valeria das rechte Bein aufgrund einer Thrombose amputiert werden (vgl. Smith, 2005, S. 28).

2.3 Chivo und Maru (3. Geschichte)

Der Stadtstreicher Chivo beobachtet den Verkehrsunfall zwischen Octavio und Valeria. Er half, den schwer verletzten Octavio aus dem Autowrack zu ziehen - und stahl ihm dabei unbemerkt die 20.000 Peso aus der Hosentasche. Während Octavio den Unfall überlebte, war Octavios Freund sofort tot. Chivo geht anschließend zum angeschossenen Kofi und nimmt ihn mit. Eigentlich ist Chivo ein Auftragskiller, doch durch den Verkehrsunfall wurde sein geplanter Mordanschlag vereitelt. Früher war Chivo unter dem Namen Martín Professor gewesen, schloss sich dann aber den Guerilleros an und saß dafür zwanzig Jahre im Gefängnis. Nach seiner Freilassung war seine inzwischen geschiedene Frau Norma mit einem anderen Mann verheiratet. Seine Tochter Maru, die er zuletzt gesehen hatte als sie zwei Jahre alt gewesen war, hielt ihn für tot. Durch eine Todesanzeige in der Zeitung erfuhr Chivo, dass Norma im Alter von einundfünfzig Jahren gestorben war. Bei der Beerdigung Normas tauchte Chivo im Hintergrund auf, wurde von Normas Schwester aber wiedererkannt und weggeschickt. Daraufhin bricht Chivo in die Wohnung seiner Tochter Maru ein und nimmt ein Familienfoto mit. Er macht Passbilder und überklebt sein Gesicht von damals mit seinem heutigen Passbild (vgl. http://www.dieterwunderlich.de/Gonzales_amores_perros.htm).

Chivo lebt mit einem halben Dutzend Hunden in einer leerstehenden Baracke. Trotz des verwahrlosten Anscheins, verfügt Chivo durch seinen „Job“ als Auftragskiller sehr viel Geld. Ihm gelingt es Kofi gesund zu pflegen. Als er eines Tages wieder in seine Baracke zurückkommt, wundert er sich über das blutige Maul des Hundes. Kofi hat während Chivo in der Stadt war, alle anderen Hunde totgebissen. Chivo trauert um seine Hunde, hält Kofi seinen Revolver an den Kopf, bringt es aber nicht fertig, ihn zu töten (vgl. Koebner & Vossen, 2009, S. 19).

Am Ende des Films duscht sich Chivo, rasiert sich den Vollbart ab, schneidet sich die Haare und die Nägel und zieht einen sauberen Anzug an. Chivo verlässt mit Kofi die Baracke und macht neue Passbilder von sich. Anschließend bricht er wiederholt in die Wohnung seiner Tochter Maru ein, legt ein von ihm bearbeitetes Familienfoto zurück und spricht ihr auf den Anrufbeantworter. Weinend erzählt er Maru, dass ihr Vater noch lebt und sie über alles liebt. Danach verlässt Chivo mit seinem Hund die Stadt (vgl. Sánchez Prado, 2006, S. 3).

2.4 Gustavo und Luis (3. Geschichte)

Einige Tage vor dem Verkehrsunfall beauftragte Gustuvo, ein junger Geschäftsmann, Chivo für die Ermordung seines Partners Luis. Dieser hat ihn angeblich hintergangen. Für den Auftragsmord soll Gustavo 150.000 Peso erhalten. Während Chivo sein neues Opfer Luis observierte, geschah der Autounfall.

Nachdem der 1. Mordanschlag vereitelt wurde überrascht Chivo Luis in einer Parkgarage und zwingt ihn mit vorgehaltener Waffe, in seinen Mercedes zu steigen. Er fährt mit ihm zu seiner Behausung. Doch statt ihn zu erschießen, kettet er ihn mit Handschellen fest und fragt ihn, ob er sich vorstellen könnte, wer den Mordauftrag gegeben hat. Seine Geliebte Martha? Deren Ehemann? Oder vielleicht seine Ehefrau? Schlussendlich verrät Chivo seinem Opfer Luis, dass Gustavo ihn beauftragt hat. Luis ist fassungslos, denn Gustavo ist nicht nur sein Geschäftspartner, sondern auch sein Halbbruder.

Am darauffolgenden Morgen verspricht Luis Chivo viel Geld für seine Freilassung und die Ermordung Gustavos. Allerdings geht Chivo nicht auf dieses Angebot ein. Vielmehr verkauft er zunächst den Mercedes von Luis und fordert anschließend Gustavo per Telefon auf, die noch ausstehende Summe des vereinbarten Honorars zu zahlen. Bei der Übergabe des Geldes konfrontiert Chivo Gustavo mit seinem Halbbruder. Er schlägt Gustavo nieder und fesselt ihn ebenfalls. Später bindet er die gefangenen Halbbrüder zwar los, befreit sie jedoch nicht von ihren Hand- und Fußfesseln. In die Mitte zwischen den beiden legt er seinen Revolver auf den Fußboden und fordert sie auf, miteinander zu reden. Verzweifelt versuchen beide an die Waffe zu kommen, um sich gegenseitig zu töten (vgl. http://www.dieterwunderlich.de/Gonzales_amores_perros.htm).

3. Die Großstadt Mexiko City

Die städtische Gewalt in Mexiko ist in letzter Zeit immer mehr in den Fokus geraten. In den 90er Jahren litt das Land unter einer schweren Wirtschaftskrise, sowie politischen und kulturellen Veränderungen. Dies führte zu einer großen Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung der mexikanischen Städte. Das im Film dargestellte Viertel bildet dabei keine Ausnahme, sondern repräsentiert die Veränderungen zu einem gefährlichen und wilden Ort voller Gefahren (vgl. Aviña, 2004, S. 123 oder auch Sánchez Prado, 2006, S. 12 oder auch Mora, 2005, S. 240 oder auch Sánchez, 2010, S. 167).

Nach mehreren Jahrzehnten der Korruption sind Veränderungen und Reformen in der mexikanischen Hauptstadt als Schlüsselwörter für die 2000er Jahre zu sehen. Vermehrt prägten nationale Künstler, eine Art neue kulturelle Ära. In diesen kulturellen Veränderungen kommt der Regisseur Alejandro González Iñárritu zum Vorschein. Das dargestellte Bild der mexikanischen Hauptstadt in Amores Perros zeigt eine traurige Realität: den Alltag einer chaotischen Stadt, in der Betrug, Hass, Gewalt und Bitterkeit untereinander an der Tagesordnung stehen (vgl. Avina, 2004, S. 122 oder auch González Vargas, 2006, S. 188 oder auch Smith, 2005, S. 11).

Der Film zeigt ein bisher unbekanntes Bild von Mexiko City: eine Stadt mit einer "modernidad 7 traumatizada", die in den Straßen der Hauptstadt zu erkennen ist (Sánchez, 2010, S. 173). Aber nicht nur die Stadt ist traumatisiert. Das post-revolutionäre Mexiko wird als ein Land dargestellt, das nach wie vor von einer Ungleichheit der Geschlechter und der Rassen geprägt ist. Weiter wird Mexiko immer noch von politischer Korruption beherrscht.

Iñárritu wählt für seinen ersten Film die Mexikanische Hauptstadt als Ort der Handlungen. Mexiko City soll die sozialen Kontraste und die extreme Modernität des späten zwanzigsten Jahrhunderts darstellen.

Die Hauptstadt Mexikos wird nicht nur als eine moderne Stadt, sondern auch als ein gewalttätiger und brutaler Ort oder gar als Teil der Hölle dargestellt. Die Menschen dort leben in ständiger Gefahr, sie müssen kämpfen, um in einer so chaotischen Stadt zu überleben (vgl. Avina, 2004, S. 122 oder auch Mora, 2005, S. 240). Ayala Blanco beschreibt Mexiko City als “Espacios sin lugares y lugares sin espacios“ (Ayala Blanco, 2001, S. 486). Iñárritu gelingt es mit der mexikanischen Hauptstadt, die als filmtechnischen Raum dient, Kommerz mit Kunst miteinander zu mischen.

Mexikanische Filme, die die Gewalt im Land behandeln, können die Thematiken, die Schauspieler oder auch das Genre ändern, jedoch kann kein anderer Handlungsort anstelle von Mexiko City gewählt werden. In Amores Perros wird Mexiko City als groteske Stadt präsentiert, in der verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Zielen leben. Mehrere Kritiker sind der Ansicht, dass der Film die mexikanischen Hauptstadt in einem Bild darstellt, wie es zuvor noch nie gezeigt wurde, ohne dabei den Sinn für die Realität zu verlieren. Es scheint, als würden die Straßen, die Nachbarschaften und die Orte so dargestellt werden, als wäre die Stadt eine unbekannter Ort (vgl. Smith, 2005, S. 12; 23; 57; 59-60).

González Inarritu sagte dazu:

„Ciudad de México es un experimento antropológico del cual formo parte. Soy sólo uno de los veintiún millones de habitantes de la ciudad más grande y más poblada del mundo. En el pasado, nadie hubiera podido vivir (o, mejor dicho, sobrevivir) en una ciudad con semejantes índices de contaminación ambiental, violencia y corrupción; sin embargo, por increíble y paradójico que parezca, se trata de una ciudad bella y fascinante, precisamente lo que Amores Perros es para mí: un producto de esta contradicción, una breve reflexión sobre el mosaico barroco y complejo que es la Ciudad de México“ (González Inarritu in Smith, 2005, S. 57).

Zwar wurde der gesamte Film im gleichen Viertel gedreht, jedoch zeigt sich jede einzelne Geschichte ist in einer ganz anderen Art und Weise. Dadurch wird die Illusion erzeugt, als seien im Film drei völlig verschiedene Städte zu sehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
"Amores Perros" von Alejandro González Iñárritu. Eine Analyse des Films in Bezug auf die Gewalt in der Stadt Mexiko City
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Romanische Sprachen und Literaturen)
Veranstaltung
Violencia en Hispanoamérica y Brasil
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V351343
ISBN (eBook)
9783668373310
ISBN (Buch)
9783668373327
Dateigröße
668 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Amores Perros, Alejandro González Iñárritu, Mexiko City, Film, Gewalt, Hunde, Liebe
Arbeit zitieren
Andreas Burkart (Autor), 2016, "Amores Perros" von Alejandro González Iñárritu. Eine Analyse des Films in Bezug auf die Gewalt in der Stadt Mexiko City, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351343

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