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Das lateinische Deponens und seine romanischen Nachfolger

Das Nachleben einer syntaktischen Bedeutungsnuance

Title: Das lateinische Deponens und seine romanischen Nachfolger

Term Paper (Advanced seminar) , 1967 , 47 Pages , Grade: sehr gut minus

Autor:in: Klaus Bahners (Author)

French Studies - Linguistics
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Die bekannte Metapher "Mutter Latein und ihre Töchter" sagt nichts darüber aus, wie unterschiedlich sich diese "Töchter" entwickelt und welche Nachkommen sie selbst geboren haben. Viele Wesensmerkmale der "Mutter" haben sich trotz einer 2000jährigen Entwicklung bis auf den heutigen Tag erhalten; andere waren schon bald so sehr verblasst, dass sie keine Chance einer "Renaissance" hatten und mit ziemlicher Sicherheit auch in Zukunft nicht haben werden. Dazu gehört auch das Deponens.

Deponentien, also jene Verbgruppe, die morphologisch dadurch bestimmt ist, dass sie nur passive Formen keknnt, und syntaktisch, dass diese Verben eine aktive Bedeutung haben gibt es heute in den romanischen Sprachen nicht mehr. Von da aus ergeben sich zahlreiche Fragen wie z.B.: Seit wann gibt es keine Deponentien mehr? Was ist an ihre Stelle getreten? Sind sie durch andere syntaktische Formen ersetzt worden? Haben sich wenigsten ihre Wortstämme erhalten? Mit anderen Worten: Es gibt zwar kein "conari" und keine "minari" mehr, aber gibt es vielleicht - z.B.im Französischen - einen von einem Infinitiv "conare" bzw. "minare" abgeleitete Form?

Diesen Fragen will die vorliegende Arbeit nachgehen, indem sie chronologisch vom klassischen über das Spätlatein, über Alt- und Mittelfranzösisch bis hin zum aktuellen Französisch anhand von Texten und Wörterbüchern eine akribische und detailreiche Untersuchung über das Nachleben der lateinischen Deponentien anstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

1) Definition des Deponens und Aufgabenstellung

2) Deponens und verwandte Genera

3) Ein Verb – zwei Aktionsarten – viele Genera

4) Das –to-Partizip: aktiv und passiv

B) Hauptteil

I. Zum Verbalsystem im klassischen Latein

1) Finite und infinite Verbformen am Beispiel der „Germania“

2) Das Genus der Partizipien

3) Die Bedeutung des –to-Partizips

4) Syntax und Stilistik. Ausblick aufs Spätlatein

II. Zur Entwicklung im Spätlatein

1) Sermo vulgaris latinus

2) Systematisierung des spätlateinischen Deponens und seiner Nachfolge-konstruktionen

III. Zum alt- und neufranzösischen „Deponens“

1) Straßburger Eide, Eulalia-Sequenz und methodische Folgerungen

2) Grenzen der Interpretation altfranzösischer Texte – aufgezeigt am Vergleich zweier Varianten

3) Hätte an dieser Stelle im Lateinischen ein Deponens gestanden? Untersuchung dreier Verben

4) Das Nachleben einer syntaktischen Bedeutungsnuance ?

C) Schluss: Das lateinische Deponens in der Romania

D) Nachträge

(I.) Weitere Literatur

(II.) Hauptpunkte aus der Gamillscheg-Hatcher-Diskussion

1) Zur Hatcher-Gamillscheg-Kontroverse:

2) Zu Dubois’ strukturaler Grammatik

3) Zu Tesnières strukturaler Syntax

4) Zu Herzogs –to-Partizip

5) Zu Hanssens spanischem Passiv

(III.) Lateinisches Deponens, neufranzösisches Reflexiv und das Nachleben einer syntaktischen Bedeutungsnuance

1) Einige ergänzende Bemerkungen zum Diminutiv „-ul[l]us“, „-iculari“

2) Inwiefern können die neufranzösischen VEP als Deponentien angesehen werden?

(IV.) Untersuchungen von Ludwig Schauwecker

E) Anhang: Verbes essentiellement pronominaux (VEP)

I. Chronologische Anordnung

1) Rolandslied und übrige Literatur des 12. Jahrhunderts

2) 13. – 15. Jahrhundert

3) Ende 15. bis Anfang 17. Jahrhundert

4) 17. und 18. Jahrhundert

5) 19. und 20. Jahrhundert

II. Zusammenstellung der 24 gebräuchlichen reziproken VEP:

III. Anmerkungen zur Tabelle des Anhangs

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Schicksal der lateinischen Deponentien auf ihrem Weg über das Vulgär- und Spätlatein bis hin zur Entwicklung des französischen Verbalsystems. Ziel ist es, den syntaktischen Wandel und das Fortbestehen funktionaler Bedeutungsnuancen in den romanischen Sprachen, insbesondere im Französischen, nachzuweisen.

  • Struktureller Wandel von Deponentien zu reflexiven und pronominalen Verben
  • Analyse des Tempus- und Genussystems im klassischen und spätlateinischen Latein
  • Untersuchung der Syntax von Verben der Bewegung, Affekte und des persönlichen Interesses
  • Bedeutung der Analytisierung für die Entwicklung romanischer Sprachstrukturen
  • Kritische Auseinandersetzung mit romanistischen Debatten (Gamillscheg-Hatcher-Kontroverse)

Auszug aus dem Buch

1) Finite und infinite Verbformen am Beispiel der „Germania“

Rhenus Raeticarum Alpium inaccesso ac praecipiti vertice ortus (jaillissant) modico flexu in occidentem versus (s’infléchissant) sepentrionali Oceano miscetur (se mêle à). Danuvius molli et clementer edito montis Abnobae iugo effusus (épanchant) pluris populos adit (rend visite), donec in Ponticum mare sex meatibus erumpat (se précipite); septimum os paludibus hauritur (se perd).

Die beiden Subjekte, die hier beschrieben werden, sind geographische Gebilde, deren Handeln ein sich dauernd wiederholender Vorgang darstellt. Für die verbale Beziehung solcher Verhältnisse, Charakteristiken und Wahrheiten verwendet man in der Regel das Präsens, wie es auch hier mit den vier finiten Verbformen geschieht, von denen zwei im Passiv, die anderen in der intransitiven Form des Aktiv stehen. Die Stoßkraft dieser Verben scheint uns so auf ein Minimum beschränkt zu sein. Die beiden Flüsse agieren weit mehr aus sich heraus als dass sie auf anderes wirken. Die französische Übersetzung kennzeichnet diesen Umstand durch Verwendung dreier Pronominalverben und des Ausdrucks „rendre visite à“.

Was die infiniten Verbformen betrifft, so liegen drei Perfektpartizipien vor, von denen „ortus“ von einem echten Deponens herrührt. Die Umgebung durch finite Verbformen im Präsens und der ganze Kontext lassen aber nicht zu, dass diese Partizipien ihrem perfektischen Charakter gerecht werden, d.h. dass sie generell eine abgeschlossene Handlung und einen erreichten Zustand ausdrücken.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Definiert das Deponens morphologisch und syntaktisch und formuliert die Leitfrage nach dessen Untergang und Transformation in der Romania.

B) Hauptteil: Untersucht das lateinische Verbalsystem, die spätlateinischen Entwicklungen und die Entwicklung des „Deponens“ im Alt- und Neufranzösischen unter Berücksichtigung verschiedener sprachwissenschaftlicher Theorien.

C) Schluss: Das lateinische Deponens in der Romania: Fasst die verschiedenen Schicksalswege des lateinischen Deponens zusammen, von der Übernahme in das Pronominalsystem bis hin zur morphologischen Anpassung.

D) Nachträge: Ergänzt die Arbeit um neuere Literatur und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Gamillscheg-Hatcher-Kontroverse sowie strukturalistischen Grammatik-Ansätzen.

E) Anhang: Verbes essentiellement pronominaux (VEP): Bietet eine chronologische Auflistung der VEP vom 12. bis zum 20. Jahrhundert und eine Zusammenstellung reziproker Verben.

F) Literaturverzeichnis: Listet die für die Untersuchung herangezogene Fachliteratur zur historischen Syntax und romanischen Sprachwissenschaft auf.

Schlüsselwörter

Lateinisches Deponens, Romania, Spätlatein, Pronominalverben, Verbalsystem, Syntax, Reflexiv, Medialität, Französische Sprachgeschichte, Analytisierung, Gamillscheg, Hatcher, Aktionsart, Diathese, Verbvalenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das historische Verschwinden der lateinischen Deponentien und ihre syntaktische Transformation hin zu den reflexiven und pronominalen Verben in den romanischen Sprachen, speziell im Französischen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Morphologie und Syntax lateinischer Verbgruppen, die Entwicklung vom synthetischen zum analytischen Passiv sowie die Funktion des Reflexivums und der Pronominalverben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu zeigen, dass sich das Deponens zwar als morphologische Kategorie auflöste, seine syntaktische Funktion der Subjektbezogenheit jedoch in Form von Pronominalverben in der Romania fortlebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet einen diachronen sprachwissenschaftlichen Ansatz an, der durch den Vergleich lateinischer Texte (wie Tacitus' Germania) mit alt- und neufranzösischen Sprachzeugnissen gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entwicklung vom klassischen Verbalsystem über das Spätlatein bis hin zum Alt- und Neufranzösischen und setzt sich kritisch mit Theorien zur Valenz und Diathese auseinander.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Deponens, Pronominalverben, Syntax, romanische Philologie, Analytisierung, Reflexivität und Diathese.

Wie unterscheidet der Autor zwischen den verschiedenen Arten von Pronominalverben?

Der Autor unterscheidet zwischen verbes essentiellement pronominaux (VEP), die immer pronominal gebraucht werden, und verbes accidentellement pronominaux (VAP), bei denen das Reflexivpronomen nur eine Variante der Objektkonstruktion darstellt.

Welche Bedeutung haben die angeführten Anhänge für das Gesamtverständnis?

Die Anhänge liefern das empirische Fundament der Arbeit, indem sie die chronologische Entwicklung der VEP-Bildung über Jahrhunderte hinweg dokumentieren und so die theoretischen Thesen des Hauptteils belegen.

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Details

Title
Das lateinische Deponens und seine romanischen Nachfolger
Subtitle
Das Nachleben einer syntaktischen Bedeutungsnuance
College
Ruhr-University of Bochum  (Romanisches Seminar)
Course
Hauptseminar
Grade
sehr gut minus
Author
Klaus Bahners (Author)
Publication Year
1967
Pages
47
Catalog Number
V351534
ISBN (eBook)
9783668382527
ISBN (Book)
9783668382534
Language
German
Tags
deponens nachfolger nachleben bedeutungsnuance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Klaus Bahners (Author), 1967, Das lateinische Deponens und seine romanischen Nachfolger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351534
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