Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Bildungsmigration von Studenten in der Frühen Neuzeit am Beispiel der Universität Rostock. Sie soll näher erläutern, ob die Universität Rostock von Beginn ihrer Gründung 1419 bis etwa 1800 als eine beliebte Anlaufstelle für Studenten gelten kann. Aus dieser zentralen Fragestellung ergeben sich weitere Fragen, die beantwortet werden müssen und auf die im Laufe der Arbeit auch Antwort gegeben wird. Es stellt sich beispielsweise die Frage, welche Universitäten im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation eine Konkurrenz zur Rostocker Universität darstellten und welche weiteren beliebten Anlaufstellen es in Europa in der Frühen Neuzeit gab. Welche Veränderungen gab es in der Verteilung der Studenten im Laufe der Zeit? Was zog Studenten überhaupt nach Rostock und wann und warum war die Universität beliebter oder unbeliebter als zu anderen Zeitpunkten? Schließlich stellt sich auch die Frage, was über das Leben der migrierten Studenten in Rostock bekannt ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zur Situation der Studenten in der Frühen Neuzeit
3 „Peregrinatio academica“ - die Studienreise
4 Die Konkurrenz der Universität Rostock
5 Universität Rostock
5.1 Entwicklung der Immatrikulationszahlen
5.2 Soziale Herkunft der Rostocker Studenten
5.3 Regionale Herkunft der Rostocker Studenten
5.4 Die Rolle der Fakultäten
5.5 Gründe für die Auswahl des Studienortes Rostock
5.6 Studentischer Alltag der migrierten Studenten
6 Fazit
7 Quellen- und Literaturverzeichnis
7.1 Literatur
7.2 Quellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bildungsmigration zur Universität Rostock zwischen ihrer Gründung 1419 und dem Jahr 1800. Das Ziel besteht darin, zu analysieren, inwiefern Rostock in diesem Zeitraum eine attraktive Anlaufstelle für Studierende war, welche Konkurrenz durch andere Universitäten bestand und welche sozio-ökonomischen Faktoren die Mobilität der Studenten prägten.
- Entwicklung des Rostocker Universitätswesens und der Immatrikulationszahlen
- Struktur der Studentenschaft nach sozialer und regionaler Herkunft
- Einfluss der verschiedenen Fakultäten auf die Attraktivität der Hochschule
- Studentisches Leben, Alltag und rechtliche Rahmenbedingungen
- Wettbewerb mit anderen Universitäten im Heiligen Römischen Reich
Auszug aus dem Buch
3 „Peregrinatio academica“ - die Studienreise
Der Begriff „peregrinatio academica“ entstand mit der Entwicklung der ersten Züge des Universitätswesens ab etwa dem 11. Jahrhundert. Er umfasst die Reisen von Studenten ins Ausland oder zu inländischen Orten, welche vor allem dem gelehrten Studium dienen sollten. Der wesentliche Unterschied einer Studienreise zu einer Gelehrtenreise bestand in der Immatrikulation an der jeweiligen Universität. Damit verbunden war somit eine angestrebte Entwicklung von zusätzlichen akademischen Qualifikationen für das spätere Berufsleben. Ein Anstieg der Studentenzahlen und damit verbunden auch ein Anstieg der Studienreisen konnte bereits im späten Mittelalter verzeichnet werden, da immer mehr Universitäten gegründet wurden und sich im 16. und 17. Jahrhundert auch zentrale, konfessionelle Landes- und Provinzuniversitäten etablierten.
Zu einer „peregrinatio academica“ gezwungen waren solche studierwilligen Männer, deren Herkunftsgebiete bzw. -länder keine geeigneten Bildungseinrichtungen aufzuweisen hatten, sodass zur Wissensaneignung eine Reise in eine andere Stadt oder in ein anderes Land notwendig war. Andererseits galt die „peregrinatio academica“ als Möglichkeit, das bereits angeeignete Wissen zu erweitern und um den Bildungsidealen vom Adel und dem gelehrten Bürgertum zu entsprechen. Ziele einer solchen Bildungsreise waren dementsprechend vor allem Universitäten und andere geistige Zentren wie zum Beispiel Bibliotheken. Wie genau sich eine Studienreise gestaltete und wie lange sie andauerte, war abhängig von den heimischen Bildungsmöglichkeiten und der finanzielle Lage der Studenten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage zur Bildungsmigration an die Universität Rostock ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2 Zur Situation der Studenten in der Frühen Neuzeit: Dieses Kapitel beschreibt die allgemeinen Bedingungen für Studierende, inklusive der sozialen Schichtung und der Bedeutung akademischer Bildung.
3 „Peregrinatio academica“ - die Studienreise: Hier wird der historische Kontext der Studienreisen als notwendiges Instrument der Wissenserweiterung und Qualifizierung analysiert.
4 Die Konkurrenz der Universität Rostock: Dieses Kapitel beleuchtet das universitäre Umfeld und die Konkurrenten Rostocks, insbesondere die großen europäischen und reichsinternen Universitäten.
5 Universität Rostock: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Entwicklung der Rostocker Hochschule in den Bereichen Immatrikulation, Herkunft der Studierenden und Fakultätswesen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet abschließend, ob Rostock eine beliebte Anlaufstelle für Studenten war.
7 Quellen- und Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Sekundärwerke und Primärquellen zur Untersuchung aufgelistet.
Schlüsselwörter
Bildungsmigration, Universität Rostock, Frühe Neuzeit, Peregrinatio academica, Immatrikulation, Studentenschaft, Studienreise, Landesuniversität, Universitätswesen, Sozialgeschichte, Wissensaneignung, Bildungsreise, Konfessionalisierung, Studentischer Alltag, Hochschulgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bildungsmigration von Studenten zur Universität Rostock während der Frühen Neuzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der Universität Rostock, die Motive der Studierenden, die soziale und regionale Herkunft sowie den studentischen Alltag.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist zu erläutern, ob die Universität Rostock von 1419 bis 1800 als eine beliebte Anlaufstelle für Studierende im Heiligen Römischen Reich gelten konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Sekundärliteratur, Matrikeldaten und Archivalien des Rostocker Stadtarchivs basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Konkurrenzsituation, der Immatrikulationsfrequenzen, der sozialen und regionalen Herkunft sowie der Rolle einzelner Fakultäten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Bildungsmigration, Peregrinatio academica, Universität Rostock und der soziale Wandel der Studentenschaft.
Welche Auswirkung hatte die Gründung der Bützower Universität auf Rostock?
Die Gründung im Jahr 1760 führte zu einem starken Rückgang der Immatrikulationen an der Universität Rostock und stellt eine direkte Konkurrenz dar.
Welchen Einfluss hatte der Dreißigjährige Krieg auf das studentische Leben?
Die Stadt Rostock war kaum von Kampfhandlungen betroffen, weshalb sie als Ausweichuniversität fungierte, was vorübergehend zu einer sehr hohen Immatrikulationsfrequenz führte.
- Arbeit zitieren
- Marc Damrath (Autor:in), 2016, Bildungsmigration in der frühen Neuzeit. Die Universität Rostock, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351576