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Mechthild von Magdeburgs "Das fließende Licht der Gottheit". Geheimnis wie Schweigen

Titel: Mechthild von Magdeburgs "Das fließende Licht der Gottheit". Geheimnis wie Schweigen

Seminararbeit , 2014 , 16 Seiten

Autor:in: Mechthild Lütjen-Podzeit (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Proseminararbeit behandelt Mechthild von Magdeburgs "Das fließende Licht der Gottheit". Interpretiert wird das Werk gemeinsam mit Literaturzitaten zu Schweigen und Stille von Aichinger, Eckhart, und vielen mehr.

Ob Geheimnisse poetogen wirken? Diese Frage kann bejaht werden, wenn Texte als geheimnisvoll entstanden gezeichnet sind. Das kann man am „Beiwerk eines Buches“ erkennen, den so genannten Paratexten. Sie bilden mit Rezeptionsanweisungen zwischen Text und Nicht-Text oder Ankündigungen im Prolog die Mosaiksteine eines Entstehungsmythos, der einem Text von Anfang an eine mysteriale Aura verleiht. Bereits Titel teilen mit, dass die Genese der Texte auf besonderem, übernatürlichem Weg erfolgt ist. Wie bei allen Einweihungsschriften hängt die Aura mit Schwellenüberschreitung zusammen, die eine private Offenbarung darstellt von üblicherweise nicht Wißbarem.

Zur poetogenen Kraft der Geheimnisse gehört das ebenso wirksame mysteriogene Moment der Poesie (Mertens). Ihm ist vielleicht zu verdanken, dass ein mittels Texten offenbartes Geheimnis, das ja im Grunde kein Geheimnis mehr ist, es im mystischen Sinne doch bleibt: die Unverfügbarkeit der Erfahrung ist nicht aufzuheben durch die Publikation.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A) Allgemeines zur Textinterpretation

Mehr als nur der Text: Verschwiegene Gottesrede

Betrachtung und Beobachtung

Zur Wort- und Begriffsgeschichte

Die Kunst der Interpretation – Enthistorisierung des Texts?

B) Fliessendes Licht fliessende Stille

Theodor Fontane

Søren Kierkegaard

Angelus Silesius

Dorothee Sölle

Ilse Aichinger

John Cage

Thomas Bernhard

Karlfried Graf Dürckheim

Meister Eckhart

Jiddu Krishnamurti

Deepak Chopra

Laotse

Gerhard Kofler

C) Annäherung an Stille in der Literatur

Peter Rosegger

Anton Tschechow

Ilse Gräfin von Bredow

Arno Surminski

I Verschmelzung versus Zweiheit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die mystische Sprachwelt der Begine Mechthild von Magdeburg, wobei das Spannungsfeld zwischen der Unaussprechlichkeit göttlicher Erfahrung und deren literarischer Vermittlung im Fokus steht. Es wird analysiert, wie Konzepte von Geheimnis, Stille und Erotik als poetogene Prinzipien fungieren und wie die mystische Tradition die Identitätsbildung in der Beziehung zwischen Gott und der Seele durch das Konzept der "Heimlichkeit" thematisiert.

  • Die Funktion von Paratexten und Geheimnissen als literarische Inszenierungsformen.
  • Die Verbindung von Mystik, Erotik und religiöser Identitätsbildung.
  • Die Bedeutung der Stille als Voraussetzung für das Hören des göttlichen Wortes.
  • Vergleichende Analyse mystischer Diskurse anhand zeitgenössischer und literarischer Beispiele.
  • Die Rolle der "Heimlichkeit" als zentraler Leitbegriff im „Fließenden Licht der Gottheit“.

Auszug aus dem Buch

A) Allgemeines zur Textinterpretation

„Ob Geheimnisse poetogen wirken? Diese Frage kann bejaht werden, wenn Texte als geheimnisvoll entstanden gezeichnet sind. Das kann man am „Beiwerk eines Buches“ erkennen, den so genannten Paratexten. „Sie bilden mit Rezeptionsanweisungen zwischen Text und Nicht- Text oder Ankündigungen im Prolog die Mosaiksteine eines Entstehungsmythos, der einem Text von Anfang an eine mysteriale Aura verleiht.“ Bereits Titel teilen mit, dass die Genese der Texte auf besonderem, übernatürlichem Weg erfolgt ist. „Wie bei allen Einweihungsschriften hängt die Aura mit Schwellenüberschreitung zusammen, die eine „private Offenbarung“ darstellt von üblicherweise nicht Wißbarem.“

„Zur poetogenen Kraft der Geheimnisse gehört das ebenso wirksame mysteriogene Moment der Poesie (Mertens). Ihm ist vielleicht zu verdanken, dass ein mittels Texten offenbartes Geheimnis, das ja im Grunde kein Geheimnis mehr ist, es im mystischen Sinne doch bleibt: die Unverfügbarkeit der Erfahrung ist nicht aufzuheben durch die Publikation.“

„Mystische Sprache überdauert nur als Text, und sie ist daher ein Datum der Literatur, das gerade darin besonders interessant ist, dass es in Form von Sprache die Sprachlosigkeit innerer Erfahrung thematisiert und problematisiert.“ Mystisch heißt: immer übertragen denken! Wenn mystische Erfahrungen in einer erotischen Sprache ausgedrückt werden können oder gar müssen, dann offenbart die Mystik einen inneren Zusammenhang von Religion und Erotik. Das Hohelied mag als Beispiel fungiert haben, sicher aber schöpft Mechthild als Adelige aus der Minnelyrik ihrer Zeit. Zum Wesen der Erotik: Die Überschreitung im Doppelgesicht Lebensverheißung und Todesdrohung verbindet wiederum Mystik und Erotik.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Allgemeines zur Textinterpretation: Dieses Kapitel erläutert die literaturwissenschaftliche Herangehensweise an mystische Texte, insbesondere die Rolle von Paratexten, die Entstehung mysterialer Aura und die sprachliche Thematisierung der mystischen Erfahrung.

B) Fliessendes Licht fliessende Stille: Hier werden unterschiedliche literarische und philosophische Ansätze zur Stille analysiert, um aufzuzeigen, wie Schweigen als Voraussetzung mystischer Wahrnehmung verstanden wird.

C) Annäherung an Stille in der Literatur: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand konkreter literarischer Beispiele von Autoren wie Rosegger oder Tschechow, wie Stille in der erzählenden Literatur atmosphärisch und inhaltlich greifbar gemacht wird.

I Verschmelzung versus Zweiheit: Das letzte Kapitel untersucht die Dialektik der Gottesbeziehung bei Mechthild von Magdeburg und diskutiert die Metaphorik des Spiegels sowie die Identitätsbildung innerhalb der mystischen Identifikation mit der Brautfigur.

Schlüsselwörter

Mechthild von Magdeburg, Frauenmystik, Das fließende Licht der Gottheit, Heimlichkeit, Mystik und Erotik, Schweigen, Stille, Unio mystica, Paratexte, Poetogen, Sprachspiel, Gottesrede, Literarische Interpretation, Spiegelmetaphorik, Gotteserfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frauenmystik der Mechthild von Magdeburg und untersucht, wie mystische Erfahrungen sprachlich gefasst und literarisch inszeniert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das Verhältnis von Sprache und Sprachlosigkeit, die Funktion des Geheimnisses, die Bedeutung der Stille und die enge Verflechtung von religiöser Mystik und Erotik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die literarische Konzeptionierbarkeit mystischer Erfahrungen bei Mechthild von Magdeburg zu analysieren und deren Bedeutung innerhalb eines größeren literaturhistorischen Kontexts zu verorten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die interdisziplinäre Bezüge zur Philosophie, Theologie und Sprachwissenschaft herstellt, um die Strukturen mystischen Sprechens offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zur Interpretation mystischer Texte, eine phänomenologische Untersuchung der Stille in verschiedenen Werken und eine spezifische Analyse des "Fließenden Lichts" hinsichtlich der Identitätsbildung in der Gottesbeziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Heimlichkeit", "Unio mystica", "Poetogenese", "Brautmystik" und "Spiegelmetaphorik".

Wie definiert die Autorin den Begriff der "Heimlichkeit" bei Mechthild?

Die Autorin betrachtet "Heimlichkeit" als einen zentralen Leitbegriff, der die intime Beziehung zwischen Gott und der Seele sowie die Vertrautheit zwischen Beichtiger und Beichttochter als geteiltes Erfahrungsgeheimnis beschreibt.

Warum spielt die Spiegelmetaphorik im Kontext von Mechthild von Magdeburg eine Rolle?

Die Spiegelmetaphorik dient dazu, die Differenz und Identität in der Gottesbeziehung zu veranschaulichen, wobei sie die Identitätsbildung als einen Prozess der Spiegelung und relationalen Begegnung hervorhebt.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mechthild von Magdeburgs "Das fließende Licht der Gottheit". Geheimnis wie Schweigen
Autor
Mechthild Lütjen-Podzeit (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V351767
ISBN (eBook)
9783668382411
ISBN (Buch)
9783668382428
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mechthild von Magdeburg „Das fließende Licht der Gottheit“ Geheimnis wie Schweigen „So geschihet da ein selig stilli nach ir beider willen“ Mit Literaturzitaten zu Schweigen und Stille von Aichinger Eckhart Kierkegaard Sölle Aichinger Gott Gottheit Schweigen Stille Gerhard Kofler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mechthild Lütjen-Podzeit (Autor:in), 2014, Mechthild von Magdeburgs "Das fließende Licht der Gottheit". Geheimnis wie Schweigen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351767
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Leseprobe aus  16  Seiten
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