Montessori-Pädagogik. Menschenbild, Unterrichtsgestaltung und Kosmische Erziehung


Hausarbeit, 2015

14 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Menschenbild Maria Montessoris

3. Sensible Phase
3.1 Entwicklungsstufen

4. Unterrichtsgestaltung bei Montessori

5. Kosmische Erziehung

6. Fazit

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Maria Montessori ist einer der wichtigsten Pädagogen des 20. Jahrhunderts. Sie gehört mit ihrer Pädagogik international zu den bekanntesten Frauen, die einen wichtigen Beitrag zur Pädagogik geleistet haben.[1] In vielen Ländern auf der Welt gibt es Einrichtungen, in welchen die Pädagogik Montessoris ausgeübt wird, das bedeutet auch in den Industriestaaten und Entwicklungsländern, aber auch in anderen Kulturen, Völkern und Religionen. Dazu gehören vor allem Kindergärten, sogenannte „Kinderhäuser“, Grundschulen und Sekundarschulen. Dabei kommt die Montessori-Pädagogik bei Kindern aus allen Gesellschaftsschichten, bei Kindern mit unterschiedlichen Fähigkeiten, bei Lernschwachen, aber auch Hochbegabten, bei Behinderten und Nichtbehinderten zur Anwendung. Dabei wird der Pädagogik Montessoris eine besondere Anerkennung zuteil, weil im Rahmen ihrer Pädagogik behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam und miteinander erzogen und unterrichtet werden.[2]

Dabei ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass Montessori mit ihrer Pädagogik nicht nur eine neue Erziehungsmethode entwickeln wollte. Sie wollte vor allem ein neues Bild vom Kind etablieren. Montessori vertrat nämlich die feste Überzeugung, dass eine grundlegend neue Methode der Erziehung und des Unterrichts nicht durch eine Verbesserung der Schule und der Erziehung allein herbeigeführt werden könne. Sie war der Überzeugung, dass man sich vor allem eine neue Vorstellung in Bezug auf das Kind machen solle und dass eine neue Denkweise im Blick auf die Erziehung entwickelt werden solle.[3] Das Kind wird dabei bei Maria Montessori in den Mittelpunkt gerückt. Sie entwickelte einen anthropologischen Ansatz, welcher die gesamte Entwicklung des Kindes von seiner Geburt an beinhaltet. Montessori vertritt die Ansicht, dass jedes Kind selbst die Kraft in sich hat, seine eigene Persönlichkeit selbst zu entwickeln. Diese Fähigkeit wird laut Montessori durch die erzieherischen Hilfen der Erwachsenen in vielen Bereichen eingeschränkt. Deshalb heißt es bei Montessori:[4] „«Hilf mir, es selbst zu tun!» Diese Bitte eines Kindes kann als Leitmaxime ihrer pädagogischen Forderungen gelten.

Das Kind soll in seiner spontanen Selbstentfaltung respektiert und unterstützt werden.“[5]

Wieso ist die Montessori-Pädagogik weltweit so sehr verbreitet und beliebt? Welche Merkmale und Besonderheiten diese Pädagogik in sich vereint , werden wir hier in dieser Arbeit näher kennenlernen. In dieser Arbeit wird zunächst auf das Menschenbild bei Montessori eingegangen. Anschließend werden die sensiblen Phasen detailliert erläutert, welche für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes wichtig sind. Dabei wird im letzten Teil näher auf die Entwicklungsstufen eingegangen, indem der genaue Verlauf der Entwicklung des Kindes in den verschiedenen Phasen beschrieben wird.

Im Anschluss daran wird auf die Unterrichtsgestaltung eingegangen, indem die Besonderheiten der Montessori-Pädagogik im schulischen Bereich erklärt werden. Das letzte Kapitel soll die kosmische Erziehung näher erläutern.

2. Menschenbild Maria Montessoris

Maria Montessori geht in ihrer Pädagogik von einem christlich-personalen Menschenbild aus, aus dem resultiert, dass der Mensch von Anfang an ein denkfähiges Wesen ist. Nach Montessori entsteht durch Geist und Leib eine maßvolle Einheit, die sich gegenseitig beeinflussen. Dabei richtet sich Montessoris erzieherisches Interesse in erster Linie auf dem menschlichen Geist. Der Grund dafür ist, dass dem menschlichen Geist bei der Persönlichkeitsbildung die „Oberherrschaft“ zukommt.[6] „Wenn das Werk des Menschen auf dieser Erde mit seinem Geist, seiner schöpferischen Intelligenz verbunden ist, müssen (laut Montessori) Geist und Intelligenz den Mittelpunkt der individuellen Existenz [...]bilden“.[7]

Nach Montessori repräsentiert der Mensch in der Schöpfung ein Sonderwesen. Dabei ist der Mensch durch einen hohen Grad an Nichtspezifität und Weltoffenheit gekennzeichnet. Im Vergleich zu den Tieren, die ihre Entwicklung durch ihre Instinkte steuern, entwickelt sich der Mensch, der weniger durch Instinkte gesteuert wird, vor allem durch zwischenmenschliche Dialoge und durch die Beziehung zu der gegenständlichen Umwelt.

Den Hauptpunkt in Montessoris Anthropologie bildet die Ansicht hinsichtlich der Selbstverwirklichungskraft des Menschen. Nach Montessori verläuft die Entwicklung eines Menschen innerhalb eines geistigen Raumes. Dabei bildet die Geistigkeit des Menschen den Quellpunkt der persönlichen Existenz und wird als die zentrale und anordnende Instanz der gesamten menschlichen Funktionsbereiche charakterisiert.[8]

Nach Montessori hängt „[b]eim Menschen [...] das Leben des Leibes vom Leben des Geistes ab“.[9] Mit dieser Haltung vertritt sie nicht die Ansicht Darwins. Sie ist der Meinung, dass die menschlichen Merkmale, wie zum Beispiel das Fehlen artspezifischer Verhaltensweisen, die mit der hohen Unbeholfenheit des Säuglings und einer langen Kindheit verbunden sind, auf einen biologischen Rückschritt hinweisen. Doch gerade deshalb werden laut Montessori dem Menschen überhaupt die Chance eröffnet und die Aufgabe gegeben, frei und moralisch zu handeln. Das bedeutet, dass dem Menschen die Möglichkeit gegeben wird, eigene Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und die notwendigen Entscheidungen zu treffen. Nach Montessori ist die Freiheit, die ihre Wurzeln in der Geistigkeit hat, die Ursache für die Unterschiedlichkeit der Menschen.[10]

Für Montessori gilt die gesamte Kindheit als ein Raum, in welchem der Mensch sich an seine Umgebung anpasst. Dabei sind vor allem die ersten beiden Lebensjahre des Kindes von hoher Relevanz. In dieser Zeit vollziehen sich nämlich sehr entscheidende Entwicklungsvorgänge.[11]

3. Sensible Phase

Nach Montessoris Auffassung kommt das Kind mit einem inneren Antrieb auf die Welt, welcher das Kind zu dem Aufbau seiner eigenen Persönlichkeit veranlasst.[12]

[...]


[1] Vgl. Böhm, Winfried; Fuchs, Brigitta: Erziehung nach Montessori, Bad Heilbrunn 2004, S.7.

[2] Vgl. Ludwig, Harald (Hrsg.): Erziehen mit Maria Montessori, Freiburg im Breisgau 1997, S.7f.

[3] Vgl. Böhm, Winfried; Fuchs, Brigitta: Erziehung nach Montessori, S.7.

[4] Vgl. Esser, Barbara; Wilde, Christiane: Montessori-Schulen. Grundlagen,Erziehungspraxis, Elternfragen, Oktober 1989, S.7f.

[5] Esser, Barbara; Wilde, Christiane: Montessori-Schulen. S.8.

[6] Vgl. Klein-Landeck, Michael (Hrsg.): Frei Arbeit bei Maria Montessori und Peter Petersen, Berlin 2009, S.10.

[7] Montessori, Maria: Das kreative Kind, 5. Auflage, Freiburg 1984, S. 56.

[8] Vgl. Klein-Landeck, Michael: Frei Arbeit bei Maria Montessori, S.11.

[9] Montessori, Maria: Schule des Kindes, Freiburg 1976, S.33.

[10] Vgl. Klein-Landeck, Michael: Frei Arbeit bei Maria Montessori, S.11.

[11] Vgl. Klein-Landeck, Michael: Frei Arbeit bei Maria Montessori, S.12.

[12] Vgl. Ela Eckert, Hans-Dietrich Raapke: Welche Erziehungsangebote in welcher Phase?, in: Klein-Landeck, Michael (Hrsg.) Fragen an Maria Montessori, Breisgau 2015, S. 18.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Montessori-Pädagogik. Menschenbild, Unterrichtsgestaltung und Kosmische Erziehung
Autor
Jahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V351777
ISBN (eBook)
9783668384842
ISBN (Buch)
9783668384859
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
montessori-pädagogik, menschenbild, unterrichtsgestaltung, kosmische, erziehung
Arbeit zitieren
Tülin Öneri (Autor), 2015, Montessori-Pädagogik. Menschenbild, Unterrichtsgestaltung und Kosmische Erziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/351777

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