[...] Der Verfasser dieses Gedichtes spricht hier ziemlich schonungslos ein Tabuthema an. Früher oder später bricht der Tod – sozusagen als übermächtiger Spielverderber – in seiner ganzen Radikalität in jedes menschliche Leben ein. Spätestens dann drängen sich existenzielle Fragen auf. Was kommt danach? Ist mit dem Tod alles endgültig aus und vorbei? Ist letzten Endes nicht alles sinnlos?
Christen aller Konfessionen glauben „…an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben“. Begründet wird diese Glaubensüberzeugung mit der Botschaft von der Auferstehung Jesu, die seit rund 2000 Jahren, zusammen mit der Botschaft vom Kreuz, den Kern christlicher Verkündigung bildet. Von Anfang an gab und gibt es aber auch Unverständnis, Zweifel und kritische
Nachfragen, denen z. T. Fehldeutungen und Missverständnisse der
Osterbotschaft zugrunde liegen.
Um befriedigende Antworten für sich selbst und andere zu erhalten, ist es notwendig, sich mit den einzigen existierenden Zeugnissen, den Texten des Neuen Testamentes, auseinanderzusetzen und herauszuarbeiten, was diese Schriften eigentlich aussagen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Alle Wege führen in den Tod
2. Schwierigkeiten mit dem Auferstehungsglauben
2.1. Frühe Zweifel an der Auferstehung Jesu
2.2. Spätere Erklärungsversuche
2.3. Die Ursachen für Unverständnis und Zweifel
3. Die Zeugnisse des NT
3.1. Die Paulinischen Briefe
3.2. Die Apostelgeschichte
3.3. Die Evangelien
3.4. Die Offenbarung des Johannes
4. Der Gehalt der Auferstehungsbotschaft
4.1. Die Glaubensformeln
4.2. Die Erscheinungsgeschichten
4.3. Das leere Grab
4.4. Die Heilsbedeutung der Auferstehung Jesu
5. Schlusswort - Osterglaube heute?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den Zweifeln und dem Unverständnis auseinander, die dem Glauben an die Auferstehung Jesu entgegengebracht werden. Ziel ist es, den zentralen Gehalt der neutestamentlichen Auferstehungsbotschaft herauszuarbeiten und die Bedeutung dieses Glaubens für die heutige Lebensgestaltung zu verdeutlichen.
- Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Zweifeln an der Auferstehung.
- Analyse der verschiedenen neutestamentlichen Zeugnisse, von Paulus bis zur Offenbarung.
- Untersuchung der Struktur und des Gehalts der Osterbotschaft, insbesondere Glaubensformeln und Erscheinungsgeschichten.
- Reflexion der Heilsbedeutung der Auferstehung Jesu.
- Existenzielle Relevanz des Osterglaubens in der heutigen Zeit.
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Erscheinungsgeschichten
Von den kurzen, nüchternen Angaben über die Erscheinungen in den ältesten Zeugnissen des Neuen Testamentes unterscheiden sich die ausführlichen Erzählungen in den Evangelien und der Apostelgeschichte. Darin variieren allerdings die Angaben über Ort, Zeit, Personen und Hergang ganz erheblich, z. T. widersprechen sie einander sogar.
Die Ursache hierfür liegt zum einen in der Eigenart der Texte begründet, die keine historischen Dokumentationen mit protokollarischer Wiedergabe der Ereignisse sind, sondern Glaubenszeugnisse, deren Verfasser aus unterschiedlichen Traditionen ausgewählt und sie entsprechend der Situation ihrer ersten Adressaten in den Gemeinden bearbeitet haben. Zum anderen erzählen die biblischen Autoren von Erfahrungen, die an der Grenze menschlicher Ausdrucksfähigkeit liegen. In den vielfältigen Schilderungen findet sich eine Dialektik von Vertrautheit und Fremdheit, Nähe und Distanz, Berührbarkeit und Unberührbarkeit (vgl. z. B. Joh 20, 11-18; Joh 21,1-14; Joh 20, 24-29). Einerseits erscheint der Auferstandene als der ganz andere, der nicht mehr von dieser Welt ist, der durch verschlossene Türen geht, plötzlich aus dem Nichts erscheint und sich ebenso unvermittelt zurückzieht. Auf der anderen Seite ist er der Vertraute, den sie aus seinem irdischen Leben kennen, der sie beim Namen nennt, mit ihnen isst und seine Wundmale zeigt.
So lässt sich anhand der Texte das „Wie“ der Erscheinungen auch nicht nachvollziehen, dafür tritt das „Dass“ und „Was“ umso deutlicher hervor, nämlich die ganz neue und außergewöhnliche Erfahrung der personalen Begegnung und Offenbarung des Auferweckten selber, in welcher er sich seinen Jüngern erschloss, die in ihm den irdischen Jesus in seiner neuen Seinsweise erkannten. In den Erscheinungserzählungen wird die urchristliche Überzeugung, dass der gekreuzigte Jesus nicht im Tod geblieben, sondern auferweckt und erhöht ist, er sich seinen Jüngern offenbart, sie zu Zeugen berufen und ihnen seine bleibende Gegenwart zugesichert hat, narrativ entfaltet und für den Glauben erschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Alle Wege führen in den Tod: Das Kapitel thematisiert die existenzielle Endlichkeit des menschlichen Lebens und führt in die christliche Glaubensüberzeugung von der Auferstehung ein.
2. Schwierigkeiten mit dem Auferstehungsglauben: Es werden sowohl historische als auch moderne Zweifel an der Auferstehung Jesu sowie deren Ursachen und Erklärungsversuche beleuchtet.
3. Die Zeugnisse des NT: Dieses Kapitel bietet einen Überblick darüber, wie die Auferstehungsbotschaft in den unterschiedlichen Schriften des Neuen Testaments, von den paulinischen Briefen bis zur Offenbarung, bezeugt wird.
4. Der Gehalt der Auferstehungsbotschaft: Hier wird der Kern der Osterbotschaft analysiert, wobei zwischen Glaubensformeln, Erscheinungsgeschichten und der Bedeutung des leeren Grabes sowie der allgemeinen Heilsbedeutung differenziert wird.
5. Schlusswort - Osterglaube heute?: Abschließend wird reflektiert, was es bedeutet, heute den Osterglauben zu leben und welche Auswirkungen dieser auf die Lebensführung und Hoffnung des Einzelnen hat.
Schlüsselwörter
Auferstehung, Jesus von Nazaret, Neues Testament, Osterglaube, Glaubensformeln, Erscheinungsgeschichten, leeres Grab, Heilsbedeutung, christliche Verkündigung, Paulus, Evangelien, Auferweckung, Glaube, Erlösung, Hoffnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der christlichen Botschaft von der Auferstehung Jesu, den damit verbundenen Zweifeln und dem tieferen theologischen Gehalt dieser Überzeugung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die kritische Auseinandersetzung mit Zweifeln, die biblischen Zeugnisse zur Auferstehung, die Analyse der neutestamentlichen Texte und die existenzielle Bedeutung des Osterglaubens für das moderne Leben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch die Untersuchung neutestamentlicher Schriften den eigentlichen Gehalt der Auferstehungsbotschaft freizulegen und verständlich zu machen, warum dieser Glaube trotz kritischer Nachfragen tragfähig bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theologische und exegetische Analyse der biblischen Texte des Neuen Testaments, unter Einbeziehung theologischer Fachliteratur und historischer Kontexte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Schwierigkeiten mit dem Auferstehungsglauben, eine Übersicht über die neutestamentlichen Zeugnisse und eine tiefgehende Analyse des inhaltlichen Gehalts der Osterbotschaft anhand von Glaubensformeln, Erscheinungserzählungen und der Grabesgeschichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Auferstehung, Osterglaube, Heilsbedeutung, Erscheinungsgeschichten, Glaubensformeln und neutestamentliche Zeugnisse.
Wie bewertet die Arbeit die Historizität des leeren Grabes?
Die Arbeit betont, dass das leere Grab keinen direkten Beweis für die Auferstehung darstellt und in den ältesten Schichten des Neuen Testaments (wie bei Paulus) keine Erwähnung findet. Es wird als bestätigendes Zeichen innerhalb der Ostererzählungen verstanden, nicht als Begründung des Glaubens selbst.
Warum ist die Unterscheidung zwischen „Auferweckung“ und „Auferstehung“ wichtig?
Die Arbeit erläutert, dass „Auferweckung“ betont, dass Gott das Handeln an Jesus vollzogen hat, während der Begriff „Auferstehung“ den daraus resultierenden Tatbestand und die neue Seinsweise Jesu beschreibt.
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- Andrea Adam (Author), 2004, Der christliche Auferstehungsglaube, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35186