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Die zentralen Grundannahmen der Jugendstudie 'Die skeptische Generation' von Helmut Schelsky

Title: Die zentralen Grundannahmen der Jugendstudie 'Die skeptische Generation' von Helmut Schelsky

Term Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: gut

Autor:in: Heike Kellner-Rauch (Author)

Sociology - Children and Youth
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Schelsky verwertete die empirischen Jugendstudien seiner Zeit, die er im Vorwort der „Skeptischen Generation“ benennt (S. 6f.). Ihn leitete die Frage nach einem Gesamtbild der deutschen Jugend, soweit sie dem Soziologen zugänglich sei und überhaupt als Einheit vorhanden. Er verfolgt einen dezidiert jugendsoziologischen und keinen pädagogischen Ansatz. Dies scheint mir einer der Gründe für das spätere Kreuzfeuer der Kritik zu sein, in das Schelsky mit dieser Studie geriet.
Schelsky kritisiert die Vormachtstellung der Oberschüler als darstellungsleitendes Modell von Jugend in vielen Jugendstudien und stellt in seiner Studie eine „Analyse der berufstätigen Jugend zwischen 14 und 25 Jahren“ dagegen, „und zwar nicht nur aus dem Grunde, daß die repräsentativen sozialwissenschaftlichen Erhebungen die Masse des Durchschnitts der Generation stärker zur Geltung bringen, sondern weil (... ihm) der junge Arbeiter und Angestellte, und nicht der Oberschüler und Hochschüler, die strukturleitende und verhaltensprägende Figur dieser Jugendgeneration darzustellen scheint.“ (Schelsky 1958, S. 8)

Gegenstand der Studie sind diejenigen, die zwischen 1945 und 1955 in Deutschland jung gewesen sind, ungefähr also die Geburtsjahrgänge 1920 und 1940. Schelsky folgt damit zunächst einer qualitativ-jahrganghaften Abgrenzung des Jugendalters: Zur Jugend zählen junge Menschen zwischen 15 und ca. 25 Jahren. Dieser jahrganghaften Abgrenzung liegt jedoch eine deutliche soziologische Definition zu Grunde: Jugend, das sind die jungen Menschen die die Schulpflicht erfüllt haben und somit NICHT MEHR KIND sind, die aber auch NOCH NICHT ERWACHSEN sind, im Sinne, dass sie noch nicht die vollgültigen und vollverantwortlichen Träger der Gesellschaft sind (vgl. Schelsky 1958, S. 16).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Um wen geht es in Schelskys Jugendstudie?

2. Schelskys Grundhypothese: Jugend ist Übergang

3. Das Verhalten der Jugendlichen wird durch drei verschiedene Faktorengruppen bestimmt

4. Die epochale Sozialstruktur – in den ersten 50 Jahren des 20. Jahrhunderts auch ein Übergang. Oder: Das Grundproblem an der Türe zur Moderne

5. Das Grundbedürfnis der Jugend ist Verhaltenssicherheit. Drei zeitgeschichtliche Lösungsversuche des Sicherheitsproblems

6. Zur Kritik an Schelskys Jugendstudie

7. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die zentralen Grundannahmen von Helmut Schelskys Jugendstudie „Die skeptische Generation“ (1957) aus soziologischer Perspektive. Dabei wird untersucht, wie Schelsky die Lebensphase Jugend im Kontext der modernen Sozialstruktur definiert, welche Faktoren das Jugendverhalten bestimmen und inwieweit die Suche nach Verhaltenssicherheit als zentrales Motiv verschiedener Generationen fungiert.

  • Soziologische Definition der Jugend als Übergangsphase
  • Determinanten des Jugendverhaltens (soziale Grundstrukturen, Epoche, zeitgeschichtliche Situation)
  • Das Problem der Verhaltensunsicherheit in modernen sekundären Systemen
  • Typisierung der „skeptischen Generation“ als Nachkriegsphänomen
  • Auseinandersetzung mit der fachlichen Kritik durch Wolfgang Fischer

Auszug aus dem Buch

Die politische Jugend: Jugend zwischen 1920 und 1945

Zur politischen Jugend rechnet Schelsky die Jugendlichen, die sich seit Beginn der 20er Jahre im ganzen Spektrum der politischen Jugendverbände organisierten. Hier herrscht eine enge Verbindung zu den Anliegen der Erwachsenenwelt, die politischen Jugendverbände sind häufig die Nachwuchsorganisationen des politischen Erwachsenenvereins und tendieren so zu einer Massenorganisation. Das ist ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu den Bünden der Jugendbewegung. Deutlich ist auf dem Hintergrund der von Schelsky festgeschriebenen Grundbedingungen der Jugendbewegung, dass die Befassung mit tagespolitischen Themen der Jugendbewegung und ihrem „eigenständigen Jugendreich“ ein Ende setzen musste: „Der Schritt in die politische Wirklichkeit des Tages ist immer der Schritt aus der Jugendbewegung heraus“ (Schelsky 1958, S. 73). Schlussendlich „gipfelt diese Generationsgestalt in der Hitlerjugend des Dritten Reiches, also im staatsjugendlichen Monopol eines dieser politischen Jugendverbände“ (Schelsky, 1958, S. 67).

Die Generationsgestalt der politischen Jugend entstand in der zeitgeschichtlichen Situation der Enttäuschung über die Freiheiten der Moderne, die eben auch die Seite des Krisenhaften und Riskanten hat. Die Situation in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg war eine der wirtschaftlichen Unsicherheit, der Arbeitslosigkeit und der Ent-Täuschung von der Idee der sozialen Gerechtigkeit. Diese Zeitverhältnisse politisierten alle Menschen im Staat und brachten bei allen das Bedürfnis nach „Stabilität, nach sozialen Frieden, nach Ordnung“ (Schelsky 1958, S. 75) hervor. In dieser allgemeinen Bedürfnislage führt das „jung sein“, das per se die Suche nach Verhaltenssicherheit in sich trägt, zu einer großen Bereitschaft Verantwortung zu tragen und die Gesellschaft neu zu planen und neu zu gestalten. Und so zog sich die politische Jugend nicht wie die Generationsgestalt vor ihr in das autonome Jugendreich zurück, sondern wollte Verantwortung tragen für die Gestaltung einer – neuen – Gesellschaft – und das radikaler als es in jener Zeit die Älteren erstrebten. Verhaltenssicherheit gewannen diese Jugendlichen im radikalen Zugriff auf die Welt der Erwachsenen (vgl. Schelsky 1958, S. 74).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Um wen geht es in Schelskys Jugendstudie?: Das Kapitel definiert den Untersuchungsgegenstand der Studie, wobei Schelsky einen dezidiert jugendsoziologischen Ansatz verfolgt und die „berufstätige Jugend“ als strukturleitend identifiziert.

2. Schelskys Grundhypothese: Jugend ist Übergang: Hier wird dargelegt, dass Jugend soziologisch als Übergangsphase zwischen Kindheit und Erwachsensein verstanden wird, wobei das Bedürfnis nach einem eigenständigen „Jugendreich“ als zeitlich nachhinkendes Bewusstsein gewertet wird.

3. Das Verhalten der Jugendlichen wird durch drei verschiedene Faktorengruppen bestimmt: Schelsky unterscheidet für die Verhaltensanalyse zwischen zeitlosen sozialen Strukturen, epochalen Sozialstrukturen und der zeitgeschichtlich-politischen Situation.

4. Die epochale Sozialstruktur – in den ersten 50 Jahren des 20. Jahrhunderts auch ein Übergang. Oder: Das Grundproblem an der Türe zur Moderne: Dieses Kapitel erläutert die Anonymität und Funktionalisierung moderner Gesellschaftssysteme, die den Jugendlichen vor die Herausforderung stellen, die Kluft zwischen primären (Familie) und sekundären (Arbeitswelt) Systemen zu überwinden.

5. Das Grundbedürfnis der Jugend ist Verhaltenssicherheit. Drei zeitgeschichtliche Lösungsversuche des Sicherheitsproblems: Es wird die Suche der Jugend nach Orientierung analysiert, wobei drei Generationsgestalten – Jugendbewegung, politische Jugend und skeptische Generation – als idealtypische Lösungsmodelle für Verhaltenssicherheit gegenübergestellt werden.

6. Zur Kritik an Schelskys Jugendstudie: Hier wird die fachliche Auseinandersetzung, insbesondere die Kritik von Wolfgang Fischer am quantitativen Ansatz Schelskys, thematisiert und als methodische Kontroverse zwischen Soziologie und Pädagogik eingeordnet.

7. Literatur: Das Verzeichnis der in der Hausarbeit verwendeten Quellen und Referenzliteratur.

Schlüsselwörter

Jugendsoziologie, Helmut Schelsky, Die skeptische Generation, Verhaltenssicherheit, Übergangsphase, Generationsgestalt, Moderne Sozialstruktur, Idealtypus, Nachkriegsjugend, Jugendbewegung, Politische Jugend, Primäre und sekundäre Systeme, Jugendforschung, Soziale Rolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einer soziologischen Analyse der zentralen Grundannahmen, die Helmut Schelsky in seinem Werk „Die skeptische Generation“ (1957) über die deutsche Jugend der Nachkriegszeit getroffen hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Jugend als Übergangsphase, der Bestimmung von Jugendverhalten durch gesellschaftliche Faktoren und der Suche der Generationen nach Verhaltenssicherheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Schelskys jugendsoziologische Thesen und seine Typisierung der Nachkriegsjugend als „skeptisch“ nachzuvollziehen und kritisch vor dem Hintergrund fachwissenschaftlicher Gegenpositionen zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse. Sie greift Schelskys eigene soziologische Methodik auf und stellt diese der qualitativen Kritik von Wolfgang Fischer gegenüber.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die soziologische Herleitung der Jugendphase, die Unterscheidung von drei spezifischen Generationsgestalten des 20. Jahrhunderts und die Analyse des Sicherheitsproblems in modernen Gesellschaftsstrukturen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Begriffe sind Verhaltenssicherheit, Übergangsphase, Generationsgestalt, moderne Sozialstruktur und die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Lebensbereichen.

Warum unterscheidet Schelsky drei verschiedene „Generationsgestalten“?

Schelsky nutzt die Idealtypen (Jugendbewegung, politische Jugend, skeptische Generation), um aufzuzeigen, wie Jugendliche in unterschiedlichen historischen Phasen auf die jeweilige gesellschaftliche Verhaltensunsicherheit reagierten.

Wie begründet die Autorin die Kritik an Schelskys Studie?

Die Kritik wird vor allem mit der mangelnden Berücksichtigung individueller biographischer Faktoren sowie dem starren, quantitativen Ansatz Schelskys begründet, der nach Ansicht von Kritikern wie Wolfgang Fischer die Komplexität menschlichen Verhaltens nicht vollständig erfassen kann.

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Details

Title
Die zentralen Grundannahmen der Jugendstudie 'Die skeptische Generation' von Helmut Schelsky
College
University of Hagen
Grade
gut
Author
Heike Kellner-Rauch (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V35199
ISBN (eBook)
9783638351935
ISBN (Book)
9783640442201
Language
German
Tags
Grundannahmen Jugendstudie Generation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heike Kellner-Rauch (Author), 2002, Die zentralen Grundannahmen der Jugendstudie 'Die skeptische Generation' von Helmut Schelsky, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35199
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