Die Knowledge-Gap-Hypothese. Wachsende Wissenskluft durch Medien?


Hausarbeit, 2016
10 Seiten, Note: 1,7
Anonym

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Was besagt die Wissenskluft-Hypothese? ... 1
2. Ursachen und Charakteristika der Wissenskluft ... 2
2.1 Wissenskluft durch Zugangsdifferenzen: Der Access Gap ... 2
2.2 Wissenskluft durch Nutzungsdifferenzen: Der Usage Gap ... 3
3. Chancen der Forschung: Möglichkeiten zur Homogenisierung des Wissens ... 4
4. Aktueller Forschungsstand und Fazit ... 6
5. Literaturverzeichnis ... 7
6. Anhang ... 9

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1. Einleitung: Was besagt die Wissenskluft-Hypothese?
Die Bedeutung von Massenmedien für unsere Gesellschaft wird immer größer. Es wäre gut
vorstellbar, dass durch das wachsende Medienangebot auch immer mehr
Gesellschaftsgruppen informiert werden können ­ oder anders formuliert, dass der Zuwachs
an verschiedenen Medien auf die Informiertheit der Bevölkerung homogenisierend wirkt.
Doch gerade das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Je mehr verschiedene Medien und
Informationsangebote es gibt, desto mehr scheint der Wissensunterschied in den
verschiedenen Gesellschaftsgruppen auseinanderzudriften. Dieses Phänomen wird als
Wissenskluft-Hypothese bezeichnet. Hierzu gibt es seit einigen Jahrzehnten so viele
Forschungsarbeiten, dass die Hypothese bereits als ,,neues Paradigma der
Medienwirkungsforschung" bezeichnet wird (Bonfadelli, 1994, S. 14).
Wie lässt sich diese Wissenskluft erklären? Ausgangssituation ist, dass die Gesellschaft durch
das immer stärker und schneller wachsende Informationsangebot der Massenmedien eine
Informationsüberflutung erleidet. Dies führt zu einem gewissen Anteil nichtbeachteter
Informationen vom großen Informationsangebot. Welcher Anteil des Informationsangebots
beachtet wird und welcher nicht, scheint stark vom sozioökonomischen Status der
Gesellschaftsgruppen abzuhängen. Der sozioökonomische Status einer Person wird in der
Regel über den Beruf, das Einkommen und das Bildungsniveau definiert (Ditton & Maaz,
2011, S. 193).
Erstmals wurde die Wissenskluft-Hypothese durch ein Forscherteam der Minnesoata-
University formuliert. Donohue et al. stellten die Hypothese auf, dass ein Zusammenhang
zwischen dem sozioökonomischen Status bzw. dem Bildungsniveau einer Person und dem
Wissensstand über öffentliche Themen besteht: eine Wissenskluft. Außerdem postulierten sie,
dass die Wissenskluft sich bei ansteigendem Informationszufluss durch immer mehr
verschiedene Medien verstärkt:
As the infusion of mass media information into a social system increases, segments of the
population with higher socioeconomic status tend to acquire this information at a faster
rate than the lower status segments, so that the gap in knowledge between these segments
tend to increase rather than decrease (Donohue, Tichenor & Olien, 1973, S. 658).
Was wurde bereits über die Ursachen sowie die genauen Charakteristika der Wissenskluft
herausgefunden? Darauf soll diese Arbeit näher eingehen. Schließlich soll die Frage behandelt
werden, wie sich die wachsende Wissenskluft einebnen lässt.

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2. Ursachen und Charakteristika der Wissenskluft
Es sind prinzipiell zwei Teilprozesse voneinander abzugrenzen (Bonfadelli, 1994, S. 179):
Access-Gap: Wissensklüfte entstehen einerseits wegen der bildungsspezifisch
unterschiedlichen Intensität der Mediennutzung. Weil in den höheren Bildungssegmenten die
informationsreichen Printmedien häufiger und intensiver genutzt werden, entsteht mit der Zeit
ein Informationsvorsprung.
Usage-Gap: Wissensklüfte entstehen andererseits, weil bei gleichem Medienkontakt mit
höherem sozioökonomischem Status mehr Information aufgenommen wird.
2.1 Wissenskluft durch Zugangsdifferenzen: Der Access-Gap
Eine beispielhafte Studie, die den Access-Gap deutlich macht, ist von Bonfadelli (1978).
Durch die Analyse einer Volksabstimmung zum Thema Schwangerschaftsabbruch konnte
Bonfadelli zeigen, dass die Wissenskluft bei den Bürgern am größten war, für die nur das
Fernsehen, aber nicht die Zeitung die wichtigste Informationsquelle war. Umgekehrt war die
Wissenskluft, also die Korrelation zwischen Bildung und Informiertheit, am geringsten bei
den Zeitungslesern. 30% der Befragten aus dem tiefsten Bildungssegment (Befragte mit
Volksschulbildung) waren minimal über das Thema Schwangerschaftsabbruch informiert,
wenn die Zeitung kaum gelesen wurde, doch 80% waren minimal informiert, wenn die
Zeitung als wichtigste Informationsquelle angegeben wurde. Bei der Gruppe der Zeitungsleser
war die Wissenskluft nur sehr gering: 83% der Berufsschüler und 89% der Befragten mit
Mittel- und Hochschulbildung verfügten über ein minimales Wissen. Regelmäßige
Zeitungslektüre scheint also Bildungsnachteile auszugleichen. Aber nur bei denjenigen, die
aus einem tieferen Bildungssegment kommen und trotzdem Zeitung lesen. Das Problem
besteht allerdings darin, dass im tieferen Bildungssegment signifikant weniger Printmedien
genutzt werden als AV-Medien ­ das ist mit dem Begriff ,,Access Gap" gemeint. Denn nur
bei 57% der Volksschüler, aber bei 74% der Mittel- und Hochschulabsolventen wurde die
Zeitung als wichtigste Informationsquelle angegeben (S. 185-187).
Studien wie diese wurden viele durchgeführt, und fast alle kamen zu dem Ergebnis, dass die
Häufigkeit der Zeitungslektüre im Vergleich zur Fernsehnutzung einen deutlichen Einfluss
auf das (Nicht-)Vorhandensein einer Wissenskluft hat.
Aufgrund von 273 Telefon-Interviews bei Erwachsenen in Madison, Wisconsin ermittelten
McNelly, Rush und Bishop (1968) bereits vor der Einführung des Begriffs ,,Wissenskluft-

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Hypothese" starke bildungsspezifische Unterschiede bezüglich kosmopolitischer
Mediennutzung: 74% der Gruppe mit College-Bildung gab an, regelmäßig ein
Nachrichtenmagazin zu lesen und / oder eine überregionale Tageszeitung zu abonnieren. In
der Gruppe mit High-School-Bildung gaben dies nur 28% der Befragten an (S. 329-332.).
Zwischen 1968 und 1989 wurden 18 große Studien zur Abhängigkeit des Wissensstandes von
medialen Faktoren (wie Zeitungs- und Fernsehkonsum) und nichtmedialen Faktoren (wie
Alter, Geschlecht und Bildung) durchgeführt (Bonfadelli, 1994, S. 181-182). 17 von ihnen
stellten Wissensklüfte, also eine signifikant bildungs-/sozialstatusspezifische Verteilung des
Wissens fest. Mit steigender Bildung werden die informationsreichen Printmedien deutlich
häufiger genutzt. Bei fast allen Untersuchungen korreliert regelmäßige Zeitungslektüre mit
Informiertheit, auch wenn der Bildungsstand derselbe ist. In der Mehrheit der Untersuchungen
konnte kein positiver oder sogar ein negativer Zusammenhang des Fernsehens mit der
Informiertheit festgestellt werden.
Häufige Printmediennutzer aus den unteren Bildungsschichten profitieren von der
Medieninformation am meisten und können so ihren Bildungsnachteil bis zu einem gewissen
Grad ausgleichen, während die Gebildeten quasi unabhängig vom Ausmaß ihrer
Mediennutzung immer relativ gut informiert sind.
2.2 Wissenskluft durch Nutzungsdifferenzen: Der Usage-Gap
Doch nicht nur aufgrund von unterschiedlicher Mediennutzung, sondern auch aufgrund von
verschieden ausgeprägter Aufnahme der Informationen entstehen Wissensklüfte. Hier ist der
Grundgedanke, dass Menschen, die bereits sehr gebildet sind, einfacher und mehr
Informationen aufnehmen und diese besser einordnen können. Durch diese ausgeprägten
Fähigkeiten haben sie auch mehr Motivation und Eigeninteresse, Informationen gezielt zu
suchen.
Risopatron und Spain führten 1980 eine Studie zur Wirksamkeit eines Radioprogrammes zur
Sexualhygiene-Aufklärung durch. Das tägliche Radioprogramm ,,Dialogo" beantwortete
Fragen der Sexualität und Familienaufklärung in Costa Rica. Sie stellten den Zuhörern neun
Wissensfragen zu Physiologie, Anatomie, Sexualbeziehungen, Fruchtbarkeit und
Familienplanung. Danach suchten sie nach Korrelationen mit dem sozioökonomischen Status,
den sie aufgrund von Bildung, Einkommen und Beruf bestimmten. Das Ergebnis der Studie
war, dass der informierende Einfluss von Dialogo in der tiefsten Bildungsgruppe bedeutend
größer war als in der höchsten Bildungsgruppe. Ihr Fazit lautete: ,,Thus, Dialogo has not only

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reached the low SES Population, but it has reached it effectively. The usual gap between rich
and poor on these measures of innovation in the area of human sexuality has not been found."
(Risopatron & Spain, 1980, S. 87.).
Das bedeutet, dass es eine geringere oder keine Wissenskluft gibt, wenn das Thema das
tiefere Bildungssegment persönlich betrifft oder die Art der Informationsvermittlung gut auf
den Bildungsstand der Zielgruppe zugeschnitten ist.
3. Chancen der Forschung: Möglichkeiten zur Homogenisierung des Wissens
Was sind die Ursachen für den Zusammenhang zwischen Wissenskluft und
sozioökonomischem Status? Gebildetere Menschen verfügen über mehr interpersonale
Kontakte und eine breitere Sphäre von verschiedenen Alltagsaktivitäten. Dies wurde
beispielsweise durch Bonfadelli und Hättenschwiler (1985) empirisch nachgewiesen.
Menschen mit höherem sozioökonomischem Status besuchen öfter Kulturveranstaltungen wie
Theater-, Konzert- und Museumsbesuche. Sie bekommen mehr Besuch, besuchen andere
häufiger und nehmen mehr am Leben in der Gemeinde teil, gehen regelmäßiger zur Wahl und
versuchen öfter, andere von ihrer politischen Meinung zu überzeugen. So haben sie mehr
kommunikativen Austausch mit disperseren sozialen Gruppen und erfahren mehr
Informationsaustausch. Wichtig ist auch, dass diese Informationen durch direkten,
persönlichen Kontakt vermittelt werden, was oft effektiver ist als die Informationen zu lesen,
da eine zwischenmenschliche Komponente mit hineinspielt (Bonfadelli & Hättenschwiler,
1985, zit. nach Bonfadelli, 1994, S. 145-146).
Durch eine erhöhte Medienkompetenz, die aus einer höheren Bildung und mehr
interpersonalem Austausch resultiert, besitzen die Menschen mit höherem soziökonomischem
Status im Durchschnitt eine besser ausgeprägte Lese- und Verstehensfertigkeit. Sie lesen
signifikant mehr als das tiefere sozioökonomische Segment (ebd.). Sie besitzen einen
Vorsprung an Vorwissen, zum einen durch die erleichterte Mediennutzung und zum anderen
durch die höhere Schulbildung. Es fällt ihnen leichter, vor allem komplexere Informationen
aus Printmedien zu verstehen. So entsteht ein Kreislauf, denn durch die aktivere
Informationssuche bleiben sie ,,trainierter" bei der Informationsaufnahme.
Hinzu kommt als weiterer Aspekt, dass die Hauptbezugsquelle vor allem für politische,
wirtschaftliche und andere komplexe Gesellschaftsthemen die Printmedien sind. Daher

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orientieren sich diese wiederum stärker an den Interessen und Ausdrucksweisen der
statushöheren Gruppen ­ und wieder entsteht ein sich verstärkender Kreislauf.
Um eine Homogenisierung des Wissens zu erzielen, müssen beide genannten Kreisläufe
durchbrochen werden.
Zum einen kann dies durch einen gezielteren Zuschnitt der Informationsvermittlung auf die
unteren sozioökonomischen Gruppen erreicht werden. Wie die Studie mit der Radiosendung
,,Dialogo" in Costa Rica gezeigt hat, verringert sich die Wissenskluft deutlich, sobald das
Thema alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen betrifft und persönlich interessiert
(Risopatron & Spain, 1980, S. 81-89). Auch Donohue et al. postulieren in ihrer überarbeiteten
Wissenskluft-Hypothese von 1975, dass die Wissenskluft sich verringert, sobald ein Thema
einen sozialen Konflikt für die ganze Gesellschaft darstellt (Donohue et al., 1975, S. 5). Da
dies aber vor allem bei komplexeren, beispielsweise außenpolitischen Thematiken nicht
immer der Fall ist, könnte mehr Wert darauf gelegt werden, die persönliche Relevanz für das
einzelne Individuum in der Medienberichterstattung hervorzuheben. So würden alle Schichten
gleichmäßiger angesprochen werden. Vor allem in den Printmedien wäre eine persönlichere
Ansprache der Leserschaft effektiv, denn wie viele Studien gezeigt haben, profitieren die
Menschen mit weniger Bildung und geringerem sozioökonomischen Status am stärksten von
der Lektüre von Printmedien. Die Herausforderung ist, sie dazu zu bringen, diese überhaupt
erst aufmerksam zu lesen.
Eine weitere Möglichkeit zur Einebnung der Wissenskluft bestünde in einem Angleich des
Informationsgehalts von Print- und AV-Medien. Printmedien vermitteln mehr und
komplexere Informationen als AV-Medien. Würde in Printmedien der Fokus stärker auf
einfachere Unterhaltungslektüre und in AV-Medien stärker auf Informationsvermittlung
liegen, dann würden vielleicht auch gesellschaftliche Vorurteile wegfallen, dass nur die
Zeitung wirklich bildet und das Fernsehen ,,verdummt". Für viele Menschen mit geringerem
sozioökonomischem Status ist dieses gesellschaftliche Vorurteil aus psychologischer Sicht
sicher eine Demotivation, die Zeitung zu lesen. Sie könnten sich durch ihren hohen
Fernsehkonsum ungebildet fühlen und aus dieser Resignation heraus gar nicht erst anfangen,
die Zeitung zu lesen. Umgekehrt gibt es beispielsweise eine Studie von McCombs und
Poindexter (1983), die belegt, dass Menschen aus der höheren sozioökonomischen Gruppe
sich signifikant stärker verpflichtet fühlen, die Printmedien zu lesen und sich zu bilden (S. 88-
96). Diese gefühlte Verpflichtung entsteht sicher auch daher, weil die Printmedien momentan

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als einziges Medium zur vollumfänglichen politischen Bildung in unserer Gesellschaft
angesehen werden.
Außerdem könnte beim Aspekt der Bildungsunterschiede angesetzt werden. Wenn Kindern in
der Schule, unabhängig vom Bildungsgrad, das Lesen von Printmedien nähergebracht werden
würde und sie mit den politischen Themen vertrauter gemacht würden, könnte vor allem den
Kindern mit niedrigerem Bildungsgrad die Aversion gegen Zeitungen genommen werden. Die
positiven Seiten von einer guten Allgemeinbildung könnten deutlicher vermittelt werden. Es
könnte trainiert werden, Informationen aus Printmedien herauszuschreiben und in einfacher
Sprache zusammenzufassen ­ ohne, dass die schwächeren Schüler durch schlechte Noten
entmutigt werden. Zwar ist auf dem deutschen Lehrplan das Lesen und Analysieren von
Texten ein wesentlicher Bestandteil des Deutschunterrichts, doch es handelt sich hierbei
selten um aktuelle Texte oder politische Themen. Wenn man sich mehr den aktuellen
Ereignissen und Printmedien statt fast ausschließlich den Schulbüchern zuwenden würde,
könnte das den Schülern unabhängig vom Bildungsgrad dabei helfen, sich den komplexen
Themen und der anspruchsvollen Sprache in Printmedien besser gewachsen zu fühlen.
4. Aktueller Forschungsstand und Fazit
Aufbauend auf der Wissenskluft-Hypothese existiert heute der Begriff Digital Divide, der sich
nur auf den Access Gap beruft. Digital Divide ist die Bezeichnung für ,,die Kluft, die sich aus
den unterschiedlichen Zugangschancen von Bevölkerungssegmenten zu den neuen Medien
[...] ergibt." (Gleich, 2004, S. 233).
Das Forschungsinteresse gilt vor allem dem Internet. Auf der Grundlage von Daten der
Internetforschung der AG für Werbemedienforschung (WEMF) in der Schweiz ging man der
Frage nach, welche Zugangs- und Nutzungsklüfte im Hinblick auf das Internet zu beobachten
sind. Nach den Ergebnissen werden die Zugangsklüfte zwischen verschiedenen sozialen
Segmenten nicht geringer, sondern wachsen weiter an. So driften die Wahrscheinlichkeiten,
dass Angehörige des niedrigsten und des höchsten Bildungssegments das Internet nutzen,
auseinander, statt zusammenzuwachsen. Die 20- bis 29-Jährigen nutzen das Internet häufiger
als die 50-Jährigen. Männer, gut gebildete und einkommensstarke Gruppen nutzen das
Internet häufiger als die Vergleichsgruppen (Marr, 2003, S. 19-26).
Bei der bisherigen Forschung lässt sich kritisieren, dass viele der bisher durchgeführten
Studien die Wissenskluft-Hypothese anhand von Themen untersuchen, die eher für die
privilegierten sozialen Segmente von Bedeutung sind. Neutraler untersuchen ließe sich das

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Phänomen, wenn nur Themen gewählt würden, die alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen
betreffen. Dies gestaltet sich aber schwierig, da in den Printmedien die Themen überwiegen,
die für die höheren sozialen Segmente von Interesse sind, und daher Informationsaufnahme
und Bildungsstand automatisch mit den relevanten Themen für die privilegierteren sozialen
Gruppen verknüpft sind.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Wissenskluft ein gesellschaftliches
Phänomen ist, an dem sich nicht viel verändern lässt. Sie resultiert aus verschiedenen
Faktoren: Unterschiedlichem Bildungsgrad, unterschiedlichem sozioökonomischem Status,
unterschiedlichem Interesse an den Themen und vielen anderen. Wir können die Wissenskluft
nicht verhindern, so wie sich beispielsweise die Differenz zwischen arm und reich in unserer
pluralistischen Gesellschaft nicht verhindern, sondern nur eindämmen lässt. Umso mehr
können wir uns darüber freuen, wenn es zum Beispiel Radioprogrammen wie ,,Dialogo"
gelingt, alle Gesellschaftsschichten zu interessieren und zu bilden. Wann immer sich eine
Möglichkeit bietet, das Wissen zu einem gewissen Thema oder Medium (z.B. Internet) in der
Gesellschaft zu homogenisieren, sollte diese ergriffen und gefördert werden.
5. Literaturverzeichnis
Bonfadelli, H. (1994). Die Wissenskluft-Perspektive: Massenmedien und gesellschaftliche
Information. (1. Aufl.). Konstanz: Ölschläger.
Ditton, H. & Maaz, K. (2011). Sozioökonomischer Status und soziale Ungleichheit. In H.
Reinders, H. Ditton, C. Gräsel & B. Gniewosz (Hrsg.), Empirische Bildungsforschung.
(S. 193-208). Wiesbaden: Springer.
Donohue, G., Tichenor, P. & Olien, C. (1973). Mass media functions, knowledge and social
control. Journalism & Mass Communication Quarterly, 50(4), 652-659.
Donohue, G., Tichenor, P. & Olien, C. (1975). Mass Media and the Knowledge Gap. A
Hypothesis Reconsidered. Communication Research, 2(1), 3-23.
Gleich. (2004). Digital Divide. Führen Internet und Digitales Fernsehen zu einer neuen
Wissenskluft?. Media Perspektiven, (5), 233-238.
Marr, M. (2003). Soziale Differenzen im Zugang und in der Nutzung des Internet. Aktuelle
Befunde aus der Schweiz. Medienheft, (19), 19-26.

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McCombs, M. & Pointexter, P. (1983). The Duty to Keep Informed. News Exposure and
Civic Obligation. Journal of Communication, 33(2), 88-96.
McNelly, J., Rush, R. & Bishop, M. (1968). Cosmopolitan Media Usage in the Diffusion of
International Affairs News. Journalism Quarterly, 45(2), 329-332.
Risopatron, F. & Spain, P. (1980). Reaching the Poor. Human Sexuality Education in Costa
Rica. Journal of Communication, 30(4), 81-89.
Zillien, N. & Haufs-Brusberg, M. (2014). Wissenskluft und Digital Divide. (1. Aufl.). Baden-
Baden: Nomos.
10 von 10 Seiten

Details

Titel
Die Knowledge-Gap-Hypothese. Wachsende Wissenskluft durch Medien?
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Medienwissenschaft)
Note
1,7
Jahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V352061
ISBN (Buch)
9783668394865
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Knowledge Gap Wissenskluft
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Die Knowledge-Gap-Hypothese. Wachsende Wissenskluft durch Medien?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352061

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