Im Rahmen dieser Hausarbeit wird ein Einblick in die Piraterie und ihre Folgen am Horn von Afrika gegeben. Dafür wird der Begriff der Piraterie zunächst historisch eingeordnet und mit Hilfe des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen (SRÜ) von 1982 definiert. Es folgen eine Abgrenzung und ein kurzer Vergleich zum maritimen Terrorismus, der zwar eine ebenso gefährliche Bedrohung des Seeverkehrs darstellt, sich jedoch in der Zielsetzung seines Handelns von der Piraterie unterscheidet.
Anschließend werden die Ursachen, die für die Bedrohungssituation durch Piraten am Horn von Afrika verantwortlich sind, untersucht. Zu diesen Untersuchungsobjekten zählen die geographische Lage, sowie die politische Entwicklung und die gesellschaftliche Situation in der Region. Weiterhin stehen die angewandten Instrumentarien zur Pirateriebekämpfung im Fokus. Denn es soll untersucht werden, wie diese zum aktue-len Erfolg der Eindämmung der Piraterie beigetragen haben. Führen diese nur zu einem temporären Erfolg? Oder sind die ergriffenen Maßnahmen in der Lage, die Si-cherheit für die Schiffe auf See dauerhaft wiederherzustellen? Es wird nach dem richtigen Instrument im Kampf gegen die Piraterie gesucht, um im Fazit eine Handlungsempfehlung für eine weitere und dauerhafte Bekämpfung der Piraterie geben zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bedrohungen der maritimen Sicherheit
2.1 Geschichte der Piraterie am Beispiel Europas
2.2 Definition des Pirateriebegriffs
2.3 Definition des maritimen Terrorismus
3 Der Golf von Aden
3.1 Geographie, wirtschaftliche Bedeutung und politische Situation
3.2 Piraterie am Horn von Afrika
4 Zivile, militärische, technische und juristische Maßnahmen
4.1 Djibouti Code of Conduct
4.2 Militärische Operationen und technische Möglichkeiten zur Abwehr
4.3 Möglichkeiten der Strafverfolgung
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen durch die Piraterie am Horn von Afrika für die internationale Gemeinschaft. Ziel ist es, die Ursachen der Bedrohungslage zu analysieren sowie die Wirksamkeit aktueller ziviler, militärischer und juristischer Gegenmaßnahmen zu bewerten, um Handlungsempfehlungen für eine dauerhafte Bekämpfung abzuleiten.
- Historische Einordnung und Begriffsdefinition von Piraterie und maritime Terrorismus.
- Analyse der geopolitischen und wirtschaftlichen Bedeutung des Golfs von Aden.
- Evaluierung von Security Governance am Beispiel des "Djibouti Code of Conduct".
- Untersuchung internationaler militärischer Operationen zur Sicherung der Seewege.
- Diskussion der juristischen Problematiken bei der Strafverfolgung von Piraten.
Auszug aus dem Buch
3.2 Piraterie am Horn von Afrika
Die Piraterie am Horn von Afrika ist, vom Ausmaß der Gewalt und der Anzahl der Übergriffe, wie sie in den letzten Jahren in den Medien auftaucht, eine relativ junge Erscheinung. Zwar hat es bereits in den 1980er und 1990er Jahren gewalttätige Übergriffe auf Schiffe gegeben, allerdings begrenzten sich diese eher auf die lokale Schifffahrt, in denen es um Streitigkeiten zwischen Fischern ging (vgl. Petretto 2011: 21) und von der die internationale Schifffahrt demzufolge weniger betroffen war. Der Zerfall des Barre-Regimes führte allerdings dazu, dass sich auch die Küsten und Hoheitsgewässer des Landes durch eine fehlende Kontrolle durch staatliche Akteure zu einem rechtsfreien Raum entwickeln konnten.
Dies ermöglichte ausländischen Schiffen, frei von strafrechtlicher Verfolgung und Sanktionierung, die Meeresressourcen zu plündern oder durch Verklappung von Giftmüll zu verseuchen (vgl. Ceska; Ashkenazi 2009: 34). Folglich wurde den örtlichen Fischern so die Lebensgrundlage entzogen. Die daraus resultierende Entwicklung der Piraterie vollzog sich nach Ansicht von Petretto und Petrovic in 3 Phasen:
Die erste Entwicklungsstufe ist die Phase der „Low Scale Piracy“, die zeitlich zwischen 1991 bis ca. 2002 angesetzt wird. Sie ist gekennzeichnet durch einen allgemeinen Gewaltanstieg. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen somalischen und internationalen Fischern, bei denen es zu ersten Entführungen kam, in deren Folge „Zoll“ oder „Fischereigebühren“ als Lösegeld erhoben wurden. Es gründeten sich private Küstenwachen, die Fischereilizenzen verkauften und die gewaltsam gegen Fischer ohne Lizenz vorgingen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die hohe Bedeutung des Seeverkehrs für die moderne Weltwirtschaft und identifiziert die Störung der Handelsrouten durch die Piraterie als akute Bedrohung.
2 Bedrohungen der maritimen Sicherheit: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Piraterie und maritimen Terrorismus völkerrechtlich und grenzt sie voneinander ab, um die unterschiedlichen Motivationslagen der Akteure aufzuzeigen.
3 Der Golf von Aden: Hier werden die geographischen Gegebenheiten sowie die politische Instabilität Somalias als Nährboden für die Entwicklung der Piraterie am Horn von Afrika untersucht.
4 Zivile, militärische, technische und juristische Maßnahmen: Das Kapitel evaluiert verschiedene internationale Lösungsansätze, darunter politische Rahmenabkommen, militärische Schutzeinsätze und die Herausforderungen einer effektiven Strafverfolgung.
5 Fazit: Das Fazit resümiert, dass aktuelle Gegenmaßnahmen zwar kurzfristig erfolgreich sind, eine nachhaltige Lösung jedoch nur durch die Etablierung staatlicher Strukturen und wirtschaftlicher Stabilität in Somalia erreicht werden kann.
Schlüsselwörter
Piraterie, Somalia, Golf von Aden, Maritime Sicherheit, Security Governance, Operation Atalanta, Djibouti Code of Conduct, Seerechtsübereinkommen, Terrorismus, Strafverfolgung, Schifffahrt, Weltwirtschaft, Warlords, Failed State, internationale Gemeinschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Piraterie vor Somalia als sicherheitspolitische Herausforderung und analysiert deren Auswirkungen auf den globalen Schiffsverkehr.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Abgrenzung von Piraterie und Terrorismus, die Untersuchung der politischen Lage am Horn von Afrika sowie eine Bewertung internationaler Gegenmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, ob die bisherigen internationalen Interventionen ausreichen, um die Piraterie dauerhaft einzudämmen und welche politischen Voraussetzungen dafür in Somalia notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse basierend auf akademischen Aufsätzen, offiziellen Berichten und völkerrechtlichen Dokumenten, um den aktuellen Stand der Pirateriebekämpfung wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedrohungsanalyse, die regionale Untersuchung des Golfs von Aden sowie die detaillierte Vorstellung ziviler, militärischer und juristischer Gegenmaßnahmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Security Governance, Operation Atalanta, der Djibouti Code of Conduct und die Problematik des Failed State Somalias.
Welche Rolle spielt das Seerechtsübereinkommen von 1982 für die Arbeit?
Das Abkommen liefert die entscheidende Legaldefinition für Piraterie und bildet die völkerrechtliche Basis für die Befugnisse zur Festnahme und Strafverfolgung der Piraten auf hoher See.
Warum ist die Strafverfolgung von Piraten in der Praxis so schwierig?
Die Schwierigkeit liegt in den fehlenden nationalen Straftatbeständen in betroffenen Staaten, mangelnden Kapazitäten der lokalen Justiz sowie dem Mangel an einheitlichen Standards für eine rechtskonforme und menschenrechtsorientierte Strafverfolgung.
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- Kai Wolfs (Author), 2014, Piraterie vor Somalia. Eine Herausforderung für die internationale Gemeinschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352068