Yves Klein und seine Performance der Anthropometrien


Facharbeit (Schule), 2016
16 Seiten, Note: 12,0

Leseprobe

Inhalt

Inhalt

Einleitung

Der Künstler Yves Klein

Beschreibung der Anthropometrien

Analyse

Interpretation

Fazit und eigene Stellungnahme

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der folgenden Arbeit werde ich den Künstler Yves Klein und seine Performance der Anthropometrien vorstellen, analysieren und interpretieren. Hiermit hoffe ich einen besseren Zugang zu der Aktion erzeugen zu können, die oft als „Antikunst“ bezeichnet und abgewertet wird. Fakt ist aber, dass hinter Kleins Aktion vielmehr steckt, als ein paar Abdrücke auf einer Wand, die heute eine Menge Geld wert sind, was bei den meisten Menschen in unserer Gesellschaft für Entsetzen sorgt. Warum die Bilder von Klein aber zurecht den heutigen Preis erreichen, und als „Kunst“ bezeichnet werden, werde ich in den folgenden Seiten vermitteln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Künstler Yves Klein

Der französische Bildhauer, Maler, Fotograf und Mitbegründer des Nouveu Réalisme Yves Klein, wurde am 28. April 1928 in Nizza geboren. Er gilt als der erste Performance Künstler und Wegbereiter der Pop-Art. Künstler wollte er zuerst nicht werden, da beide Elternteile das schon waren.

Sein Leben lang war der Franzose auf der Suche nach der Perfektion und Unendlichkeit[1]. Diese fand er kurz nach seiner Schulzeit im Judo. Um sein Talent unter Beweis zu stellen, wanderte Klein nach Tokyo aus und schrieb sich am berühmten Judo-Institut Kodokan ein. 15 Monate später kam Yves Klein mit einer der höchsten Auszeichnungen in diesem Sport zurück und eröffnete eine Judoschule, welche allerdings nicht den Erfolg erreichte den er sich erhofft hatte. In dieser Zeit fand er einen neuen Weg seine Ideen und seine Suche nach der Perfektion zu realisieren. Er nutze die Malerei, um die Unendlichkeit zu visualisieren[2]. Zuerst malte er mit mehreren Farben, bevor er sich auf einen ganz bestimmten Blauton spezialisierte. Schon mit 18 Jahren faszinierte ihn das Blau des Himmels. Als er im Gras lag sah er in der Farbe des Kosmos‘ die Unsterblichkeit und damit verbundene Unendlichkeit. Heute ist, die von ihm patentierte Farbe Ultramarineblau, welche der Färbung des Himmels, seinem Empfinden nach, ähnlichsehen soll, nach ihm benannt und auch unter dem Namen „International Klein Blue (IKB 191)“ bekannt. Mittlerweile werden seine Werke im Millionenbereich gehandelt, so ist 2012 das Bild FC1 für 36 Millionen Dollar verkauft worden[3].

Neben der Malerei komponierte er 1949 seine monotone Symphonie, die allein aus einem monotonen D-Dur Akkord besteht[4]. Klein selbst beschrieb sein Werk als das, was er aus seinem Leben machen wollte[5]. Am 6. Juni 1962 starb Yves Klein in Paris an den Folgen eines Herzinfarkts.

Beschreibung der Anthropometrien

Am 9. März 1960 fand die Performance „Anthropometries de l’epoque bleu“, von Yves Klein in der angesehenen Galerie „International d’art contemporain de Paris“, in Paris statt. Die Aktion wird in einem großen, einfach gestaltetem Raum durchgeführt. Eine große Leinwand steht senkrecht zu einer Weiteren, welche den Boden bedeckt. Auf der einen Seite ist das Orchester positioniert auf der anderen sitzt ein Publikum, aus mehreren Reihen, auf Stühlen, welche in die Richtung der senkrecht stehenden Leinwand gedreht ist, sodass die Blickrichtung jedes einzelnen Zuschauers in Richtung dieser zeigt. Drei nackte Damen streichen sich auf Anweisungen mit blauer Farbe ein. Klein selbst trägt einen schwarzen Anzug und weiße Handschuhe. Die Frauen bestreichen ihren ganzen Körper mit der Farbe, die aus Eimern entnommen wird. Auf Kommando, nämlich das Anheben eines Taktstocks des Künstlers, beginnt das Streichorchester aus 10 Personen einen monotonen Ton zu spielen. Das Zeichen gibt Yves Klein vor einem blauen, monochromen Bild, dass hinter ihm an einer Wand hängt. Anschließend beginnen die Frauen sich, wie „lebende Pinsel“[6], wie der Künstler sie beschreibt, auf Leinwänden zu drehen, setzen, drücken, legen und gegenseitig zu ziehen. Durch die Bewegungen der Frauen entstehen Spuren auf den weißen Flächen, die mehr und mehr blau werden. Zu erkennen sind verschiedenste Formen. Es lassen sich, vor allem auf der Bodenfläche, große dicke Streifen, welche durch das gegenseitige Ziehen zustande kommen, aber auch kleine Punkte, die durch vom Körper abfallende Farbtropfen entstehen, erkennen. Auf der stehenden Wand gibt es weniger unterschiedliche Formen. Dort lässt Klein die Frauen sich nebeneinander an die Fläche drücken, was zu ähnlichen Strukturen führt. Eine Figur lässt sich grob in drei Teilabschnitte unterteilen.

Der obere Teil sind zwei, eng aneinander liegende, Kreise, welche die Brüste der Frau repräsentieren. Der Mittelteil hat eine oval ähnliche Form, welche nach unten hin breiter wird. Diese Formung spiegelt die Taille und die Hüfte der Person wieder. Der unterste Part zeigt die Beine. Diese sind auf dem Bild als zwei nebeneinanderliegende, längliche, ovale Körper zu sehen. Ihre Arme strecken sie in die Luft um die Wand nicht zu berühren. Auf dem fertigen Bild sind fünf Abrücke zu sehen, welche alle nach diesem Muster aufgebaut sind. Die drei Frauen, schmieren sich langsam und gemütlich mit der strahlenden Farbe am ganzen Körper ein. Die anschließende Performance dauert 20 Minuten, genauso lang wie der Ton des Orchesters, welches nach dieser Zeit abrupt aufhört zu spielen. Die ersten 20 Minuten sind als die Aufführung einer Produktion von Aktgemälden zu verstehen[7]. Daraufhin herrscht die gleiche Zeit lang Stille, damit die Zuschauer die Performance und das Werk auf sich wirken lassen können[8]. Die Aktion wurde gefilmt. Der Betrachter sieht die Performance seitlich. Hin und wieder schwenkt der Kameramann auf das Publikum, das Hauptziel sind aber die Darstellerinnen. Yves Klein bewegt sich die ganze Zeit im Raum, geht also auch mehrmals durch das Kamerabild. Er schaut sich jede Bewegung der Damen genau an und korrigiert sie gegebenenfalls. Jede kleinste Bewegung der Frauen wird registriert.

Analyse

Die Idee mit nackten Körpern zu „malen“ kam Yves Klein beim Judotraining. Dabei lag sein Gegner auf dem Boden und Klein registrierte den Körperabdruck den er hinterließ[9]. Alle drei, nie namentlich erwähnten, Damen sind von Beruf französische Modelle, welche Yves Klein engagiert hat[10]. Ihre langsamen und seichten Bewegungen, beim Einstreichen der Haut erinnern an einen Waschvorgang, obwohl eigentlich genau Gegenteiliges erreicht wird. Anstatt die Haut zu reinigen, verschmutzen sie diese mit blauer Farbe, welche das für den Künstler charakteristische und von Klein selbst gemischte „international Klein blue“ (IKB) ist. Das Ultramarineblau hat eine besonders starke Leuchtfähigkeit, da Yves Klein ein chemisches Mittel dazu gegeben hat, welches diesen Effekt herausstechen lässt[11]. Außerdem bekamen die Zuschauer während der Performance blaue Cocktails serviert. Diese färbten sogar den Urin des Betrachters in Kleins Ultramarineblau[12].

Dazu spielte das zehnköpfige Orchester die monotone Symphonie Yves Kleins bei einer der ersten Aufführungen, in der heute sehr angesehenen Galerie Internationale d’Art Contemporain[13].

[...]


[1] Internetquelle 1

[2] Internetquelle 2

[3] Internetquelle 3

[4] Internetquelle 4

[5] Internetquelle 5

[6] Internetquelle 6

[7] Gilleßen 2012, S.2-4

[8] Internetquelle 7

[9] Thompson 2006, S.262

[10] Internetquelle 8

[11] Internetquelle 9

[12] Internetquelle 10

[13] Internetquelle 11

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Yves Klein und seine Performance der Anthropometrien
Hochschule
Max-Planck-Gymnasium München
Note
12,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V352131
ISBN (eBook)
9783668385610
ISBN (Buch)
9783668385627
Dateigröße
1009 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
yves, klein, performance, anthropometrien
Arbeit zitieren
Peter Steuer (Autor), 2016, Yves Klein und seine Performance der Anthropometrien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352131

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