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Streitpunkt Mensch. Grundlagen, Differenzen und aktuelle Betrachtung der Rolle des Menschen in der Rechtfertigungslehre

Titel: Streitpunkt Mensch. Grundlagen, Differenzen und aktuelle Betrachtung der Rolle des Menschen in der Rechtfertigungslehre

Hausarbeit , 2014 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Die Rechtfertigungslehre war und ist einer der Streitpunkte in der Reformation, die die abendländische Kirche in zwei Teile spaltete. Dies war bei der Rechtfertigung besonders gravierend, da sie das zentrale Thema der Heilslehre behandelt und die Frage zu beantworten versucht, wie die Beziehung Mensch-Gott geartet ist. Somit werden ebenfalls fundamentale Annahmen über den christlichen Glauben generell aufgestellt.

Es ergaben sich zwei Grundpositionen: Auf reformatorischer Seite vertrat man, dass die Zueignung des Heils durch das Wort, auf welches sich der Glaubende stützt, richtig ist. Auf katholischer Seite hingegen vertraute man auf die sakramentale Erneuerung, bei der Liebe und Glaube als Tugenden eingeschlossen wurden. An diesem Punkt schieden sich die Wege scheinbar zu Recht und auch die dogmatischen Sätze, die die Reformation und das gegenreformatorische Konzil zusammentrugen, bestätigten dies. Doch im Jahre 1997 verfassten der Lutherische Weltbund (LWB) und der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen ein Dokument, das eben jene Wogen als vergangen darzustellen versuchte. Dieses Dokument, die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GE), zeigt den bis heute bestehenden Höhepunkt einer Bewegung, die mit dem zweiten Vatikanischen Konzil einsetzte.

Die große Anzahl der hin und wieder widersprüchlichen Äußerungen bezüglich der GE unterstreichen nicht nur die Differenzen zwischen katholischen und reformierten Lehren, sondern auch innerhalb der Konfessionen kam es zu unterschiedlichen Haltungen. Aufgrund dieser vielfältigen kleineren „Spaltungen“ der GE gegenüber, versucht diese Arbeit noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, auf welche Grundlage die Rechtfertigungslehre baut und wo die einstigen Unterschiede lagen, sowie die Überwindung selbiger. Hierfür widmet sich die Arbeit zuerst dem, was den Menschen unmittelbar betrifft, nämlich der Menschen selbst und seine Beziehung zur Rechtfertigung, um anschließend die sich ergebenden Teilaspekte abzudecken, die für die Spaltung mitverantwortlich waren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegendes Verständnis der Rechtfertigung

2.1 Erhalt oder Fehlen des freien Willen als Lehrunterschied

2.2 Differenz zwischen einer aktiven und einer passiven Rolle des Menschen

2.3 Einstufung der Konkubiszenz als Sünde oder Makel

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die fundamentalen Unterschiede und die historische Entwicklung der Rechtfertigungslehre zwischen der katholischen und der reformatorischen Konfession, mit besonderem Fokus auf das Menschenbild und das Verständnis der Gnade, um die Möglichkeiten und Grenzen einer ökumenischen Annäherung aufzuzeigen.

  • Analyse der lutherischen gegenüber der katholischen Rechtfertigungslehre
  • Untersuchung des freien Willens und der menschlichen Rolle bei der Rettung
  • Bedeutung der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" (GE)
  • Theologische Einordnung der Konkubiszenz als Sünde oder Makel
  • Diskussion des Verhältnisses von Gesetzeserfüllung und Gnadenempfang

Auszug aus dem Buch

2.1 Erhalt oder Fehlen des freies Willens als Lehrunterschied

Die nachstehenden Lehraussagen befassen sich mit der Frage, wie der Mensch nach dem Sündenfall beschaffen ist. Dabei fallen Punkte um Erhalt oder Verlust des freien Willens besonders interessant aus, also ob der Mensch generell oder erst danach von Sünde besetzt ist. Außerdem geht es um die Rolle des Menschen bei seiner Rettung, sowohl allgemein als auch besonders bei der Rechtfertigung.

Von Luthers Seite hierzu:

„So ist der menschliche Wille in der Mitte hingestellt wie ein Lasttier; wenn Gott darauf sitzt, will er und geht, wohin Gott will [...] Wenn der Satan darauf sitzt, will er und geht, wohin der Satan will. Und es liegt nicht in seiner freien Wahl, zu einem von beiden Reitern zu laufen und ihn zu suchen [...]“ 6

und von Seiten des Konzils von Trient:

„Wer behauptet, der freie Wille des Menschen sei nach der Sünde Adams verloren oder ausgelöscht worden, oder es handle sich nur um ein Wort, ja sogar um einen Namen ohne Inhalt, schließlich um ein Machwerk, das vom Satan in die Kirche eingeführt wurde, der sei ausgeschlossen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Spaltung der abendländischen Kirche durch die Rechtfertigungslehre und führt die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre als Versuch einer theologischen Annäherung ein.

2. Grundlegendes Verständnis der Rechtfertigung: Dieses Kapitel erörtert die unterschiedlichen dogmatischen Positionen zum Menschenbild, zum freien Willen sowie zur Rolle des Menschen im Rechtfertigungsgeschehen.

2.1 Erhalt oder Fehlen des freien Willen als Lehrunterschied: Hier werden die gegensätzlichen Ansichten von Luther und dem Konzil von Trient bezüglich der Willensfreiheit und der menschlichen Beschaffenheit nach dem Sündenfall gegenübergestellt.

2.2 Differenz zwischen einer aktiven und einer passiven Rolle des Menschen: Dieser Abschnitt analysiert die Debatte darüber, ob der Mensch aktiv an seiner Rettung mitwirkt oder passiv durch die göttliche Gnade erneuert wird.

2.3 Einstufung der Konkubiszenz als Sünde oder Makel: Das Kapitel behandelt die theologische Definition der Konkubiszenz und untersucht, inwieweit diese in den verschiedenen Konfessionen als sündhaft eingestuft wird.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Gemeinsame Erklärung als wichtigen Schritt, der die Rechtfertigung wieder in ein gemeinsames Blickfeld rückt, ohne die konfessionellen Profile aufzugeben.

Schlüsselwörter

Rechtfertigungslehre, Reformation, Katholizismus, Freier Wille, Gnade, Konkubiszenz, Sünde, Gemeinsame Erklärung, Erlösung, Menschenbild, Christus, Luther, Konzil von Trient, Ökumene, Rechtfertigung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen und theologischen Kontroverse zwischen der katholischen Kirche und den reformatorischen Lehren hinsichtlich der Rechtfertigung des Menschen vor Gott.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Willensfreiheit des Menschen, die Rolle der Gnade, das Verständnis von Sünde (speziell der Konkubiszenz) und die Frage der Werkgerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen der konfessionellen Spaltung im Kontext der Rechtfertigungslehre zu analysieren und zu prüfen, wie die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre diese Unterschiede theologisch zu überbrücken versucht.

Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?

Die Autorin/der Autor wendet eine vergleichende Analyse dogmatischer Quellentexte (z.B. Luthers Schriften vs. Dekrete des Konzils von Trient) sowie moderner ökumenischer Konsenstexte an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Menschenbildes, die Rolle des freien Willens, die aktive versus passive Rolle des Menschen bei der Bekehrung sowie die Einordnung der Konkubiszenz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sola Fide, Rechtfertigung, Gnade, freier Wille, Konkubiszenz, Sünde und ökumenischer Dialog definiert.

Wie unterscheidet sich die lutherische Auffassung vom freien Willen von der katholischen Sicht?

Luther betont die Unfähigkeit des Menschen, aus eigener Kraft zum Heil beizutragen, während die römische Lehre eine Kooperation zwischen göttlicher Gnade und menschlicher Zustimmung vorsieht.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zur "Gemeinsamen Erklärung"?

Die Arbeit schlussfolgert, dass die Gemeinsame Erklärung zwar keinen vollständigen Konsens erzielt hat, aber eine wichtige Grundlage zur Versachlichung und gemeinsamen Auseinandersetzung mit der Rechtfertigungsthematik geschaffen hat.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Streitpunkt Mensch. Grundlagen, Differenzen und aktuelle Betrachtung der Rolle des Menschen in der Rechtfertigungslehre
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V352200
ISBN (eBook)
9783668386068
ISBN (Buch)
9783668386075
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Katholische Religionslehre Ökumene Konkubiszenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2014, Streitpunkt Mensch. Grundlagen, Differenzen und aktuelle Betrachtung der Rolle des Menschen in der Rechtfertigungslehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352200
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Leseprobe aus  12  Seiten
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