Im Laufe der letzten Jahre ist das allgemeine sportliche Interesse stark gewachsen. Vor allem Trend- und Randsportarten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Ein Beispiel zeigt der Deutsche Alpverein auf. Wenn im Jahr 2004 lediglich 18% der rund 730 000 Mitglieder des DAV regelmäßig in den Kletterhallen aktiv gewesen sind, waren es im Jahr 2013 von inzwischen über 1 Millionen Mitgliedern 25%, weitere 11% bevorzugten die Möglichkeiten in den Sportanlagen zu bouldern. In der Summe sind das 360.000 Mitglieder, die diesen Indoorsport aktiv in Kletterhallen betrieben haben.
Bezieht man diese Zahlen nicht nur auf den Klettersport, sondern betrachtet dabei auch die anderen Trendsportarten, lässt sich erkennen, dass im Bereich Trendsport auch zukünftig noch großes Entwicklungspotential steckt.
Viele Unternehmen nutzen schon jetzt den Sport als Mittel, um ihre Zielgruppen zu erreichen. Sie betreiben Marketingmaßnahmen sowohl im Trendsport als auch in den klassischen Sportarten. Ein beliebtes Mittel um mit Sport Marketing zu betreiben, sind Sportevents. Diese groß angelegten Veranstaltungen haben vor allem eine emotionale Wirkung auf die Zielgruppe, da die Wirkungen von Emotionen bewusst mit eingebunden werden. Dadurch wird beim Rezipienten eine emotionale Verbundenheit mit dem Unternehmen hergestellt.
In dieser Arbeit fallen im Besonderen zwei Fragestellungen auf, die im Verlauf weiter beschrieben und anschließend erörtert werden:
1. Ist es sinnvoll seine Marketingstrategie auf den Sport auszulegen?
2. Welche Vor- oder Nachteile bringt Eventmarketing mit Sport mit sich?
Zu Beginn werden zum besseren Verständnis die wichtigsten Begrifflichkeiten erläutert. Im Anschluss werden die oben genannten Fragestellungen am Beispiel der Red Bull GmbH analysiert.
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2 Eventmarketing
2.1 Marketing
2.2 Event
2.3 Event-Marketing
3 Red Bull
4 Marketingstrategie von Red Bull
4.1 Stärken und Schwächen im Vergleich zur Konkurrenz
4.2 Chancen und Risiken des Absatzmarktes
4.3 Langfristige Ziele
4.3.1 Getränke
4.3.2 Extremsport
4.3.3 Motorsport
4.3.4 Fußball
4.4 Zielgerichtete Marketingstrategien
4.4.1 Klassische Marketingmethoden
4.4.2 Nicht-Klassische Marketingmethoden
5 Die Kehrseite des Red Bull „Extremmarketing”
6 Zwischenfazit
7 Messbarkeit des Erfolgs
7.1 Zielgruppendefinition
7.2 Eventmarketing Kontrollsystem
7.2.1 Effektivitätskontrolle
7.2.2 Erfolgskontrolle
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Eventmarketing im Sportsektor und analysiert kritisch, inwiefern eine auf Sport ausgerichtete Marketingstrategie zum Unternehmenserfolg beitragen kann. Dabei wird insbesondere die Strategie der Red Bull GmbH als zentrales Fallbeispiel betrachtet, um Wirkungsweisen und Zielerreichung sowie potenzielle Risiken dieser Kommunikationsform zu beleuchten.
- Grundlagen des Eventmarketings und dessen Bedeutung als Kommunikationsinstrument
- Analyse der Marketingstrategie von Red Bull mit Fokus auf Sport- und Event-Engagement
- Einsatz verschiedener Marketingmethoden (klassisch vs. nicht-klassisch) im Kontext von Red Bull
- Kritische Auseinandersetzung mit der "Extremmarketing"-Strategie
- Methodische Messbarkeit von Marketingerfolgen im Eventkontext
Auszug aus dem Buch
3 Red Bull
Die Red Bull GmbH wurde 1984 von Dietrich Mateschitz in Fuschl am See gegründet. Der Ursprung der Marke liegt in Südostasien. Dietrich Mateschitz war dort 1982 auf einer Geschäftsreise im Auftrag von Blendax Deutschland. Blendax Deutschland kooperierte damals mit dem thailändischen Unternehmen T.C. Pharmaceuticals, die neben Mundhygieneartikeln auch Energydrinks produzierten. Nachdem Mateschitz einen dieser Energydrinks getrunken hatte, beschloss er in Zusammenarbeit mit dem Gründer von T.C. Pharmaceuticals, Herr Yovidhya, diesen Energydrink in Europa auf den Markt zu bringen. Mit einem Markenanteil von 49% hält Mateschitz nur die Minderheit an der Firma Red Bull. Weitere 49% sind Eigentum der Firma T.C. Pharmaceuticals, die restlichen 2% wurden an den Sohn des Eigentümers von T.C. Pharmaceuticals übertragen.
1987 wurde in Österreich die erste Dose Red Bull verkauft. Seitdem hat sich das Unternehmen in 167 Ländern etabliert, beschäftigt über 10.410 Mitarbeiter und verkauft rund 5,6 Milliarden Dosen jährlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in das Thema der steigenden Bedeutung des Sports als Marketingmittel und Formulierung der Forschungsfragen.
2 Eventmarketing: Definition und theoretische Grundlagen der Begriffe Marketing, Event und Eventmarketing im Kontext der Kommunikationspolitik.
3 Red Bull: Überblick über die Unternehmensgründung, die Hintergründe der Markenentstehung und die globale Expansion.
4 Marketingstrategie von Red Bull: Detaillierte Analyse der strategischen Ausrichtung, inklusive Stärken-Schwächen-Profil, Zielsetzungen und spezifischer Marketingmethoden.
5 Die Kehrseite des Red Bull „Extremmarketing”: Kritische Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der aggressiven Eventstrategie und den damit verbundenen Unfallrisiken.
6 Zwischenfazit: Erste Bewertung der Sinnhaftigkeit von sportbezogenen Marketingstrategien für das Unternehmen.
7 Messbarkeit des Erfolgs: Erläuterung, wie der Erfolg von Marketingevents durch Zielgruppendefinition und Kontrollsysteme messbar gemacht wird.
8 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage und Ausblick auf die zukünftige Strategie von Red Bull.
Schlüsselwörter
Eventmarketing, Red Bull, Sportmanagement, Kommunikationspolitik, Marketingstrategie, Extremsport, Sponsoring, Image, Markenbindung, Zielgruppenanalyse, Effektivitätskontrolle, Erfolgskontrolle, Sportevent, Wettbewerbsvorteil, Reichweite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch das Eventmarketing als Instrument der Kommunikationspolitik am Beispiel der sportorientierten Strategie der Red Bull GmbH.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Eventmarketings, die Marketingstrategien von Red Bull sowie die Erfolgskontrolle und ethische Kritik an Extremmarketing-Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob es für Unternehmen sinnvoll ist, ihre Marketingstrategie auf Sportevents auszurichten, und welche Vor- bzw. Nachteile sich daraus ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und führt eine Fallstudienbetrachtung der Red Bull GmbH durch, um die Wirksamkeit von Eventmarketing zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung des Eventmarketings, die detaillierte Darstellung der Strategien von Red Bull (einschließlich Fußball, Motorsport und Extremsport) sowie die Darstellung von Kontrollinstrumenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Eventmarketing, Sportmanagement, Sponsoring, Markenbindung und Erfolgskontrolle.
Warum wird Red Bull als Fallbeispiel gewählt?
Red Bull gilt als Vorreiter im Bereich des Sportmarketings und hat durch ein eigenes Medienhaus und eine konsequente Ausrichtung auf Extremsport ein einzigartiges Markenimage aufgebaut.
Was sind die ethischen Kritikpunkte an der Strategie von Red Bull?
Die Arbeit thematisiert die Kritik, dass Red Bull den Marketingerfolg über die Sicherheit der gesponserten Sportler stellt, insbesondere nach schweren Unfällen im Extremsport.
Wie wird der Erfolg von Marketingevents gemessen?
Der Autor führt ein Eventmarketing-Kontrollsystem an, das sich in Prämissen-, Ablauf- und Ereigniskontrolle unterteilt, um sowohl ökonomische als auch außerökonomische Ziele zu bewerten.
Welches Fazit zieht der Verfasser zur Sport-Marketingstrategie?
Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass der Imagetransfer durch Sportevents für Red Bull hochgradig vorteilhaft ist, mahnt jedoch an, dass die damit verbundenen Risiken und ethischen Fragen das Markenimage gefährden können.
- Arbeit zitieren
- Manuel Stoll (Autor:in), 2016, Kritische Würdigung des Eventmarketing mit Sport als Kommunikationsinstrument, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352314