Berlin Alexanderplatz. Die räumlichen Änderungen nach seinem Umbau


Essay, 2014

16 Seiten, Note: 2,0

Markus Schmidt (Autor:in)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründe für den Umbau
2.1 Das Image des Umbaus

3. Vor dem Umbau

4. Die Veränderungen
4.1 Freie Flächen
4.2 Vorteile des Entwurfes
4.3 Das neue Gesicht des Platzes

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Arbeit wird besprochen, wie sich der Alexanderplatz nach seinem Umbau in den 2000er Jahren überirdisch verändert hat, wie es zu den Umbauarbeiten gekommen ist und welche Folgen diese für die Stadt und für die Stadtbewohner bedeutet haben. Berlin ist eine Stadt die sich im Laufe der Zeit häufig Veränderungen hingegeben hat, seien diese durch politische oder ästhetische Gründe motiviert worden. Veränderungen in der Architektur führen so wie Veränderungen anderer Art zu einer anderen Wahrnehmung des Umfeldes, so wie auch zu inneren Umschichtungen.

Durch die im Jahr 1993 beschlossene Neuplanung des Alexanderplatzes, wurde ebenfalls ein Imagewandel des Platzes, der Stadt und der Bewohner veranlasst. Die Neuplanung der freien Flächen des Platzes, so wie auch die Neubauten der letzten zehn Jahre, haben die Sicht der Menschen auf ihre Stadt verändert. Aus einer großen unbebauten Fläche wurde ein Platz, an dem sich die Menschen der unterschiedlichsten Stadtteile gemeinsam bewegen, um Einkäufe zu tätigen, sich unterhalten zu lassen oder ihren Arbeitsweg anzutreten. Des Weiteren konnte ein Ort geschaffen werden, an dem zahlreiche Touristen ihre Erkundungstour durch Berlin beginnen.

Um dieses Thema adäquat zu diskutieren werden im ersten Schritt, sprich im zweiten Kapitel, die Gründe für den Umbau erforscht und festgehalten. Dabei ist ein Augenmerk auf den historischen Zusammenhand der Arbeiten mit der Wiedervereinigung Deutschlands zu richten, da dieser Aspekt den Anstoß zu einer neuen städtebaulichen Ausrichtung des Platzes geliefert hat. Ebenfalls wird betrachtet, wie das Vorgehen und die Planung der Verantwortlichen in der Bevölkerung aufgenommen worden sind und welches Image der Umbau genossen hat. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob der Umbau und das neue Gesicht eines der zentralsten und meist frequentiertesten Plätze Berlins in der Öffentlichkeit positiv oder negativ aufgenommen worden ist. Des Weiteren wird der im Jahr 1993 ausgerufene städtebauliche Ideenwettbewerb erläutert, sowie die aus ihm entstandenen Nachwirkungen erläutert.

Das dritte Kapitel beschreibt, welche Grundzüge der Alexanderplatz vor seinem umfassenden Umbau des letzten Jahrzehnts getragen hat. Im viertel Kapitel werden die bis zum heutigen Tag durchgeführten Neubauten, sowie auch die Gestaltung der Freiflächen besprochen. Durch die starke Veränderung, hat sich ebenfalls das Wesen des Platzes von einem wenig besuchten Ort, zu einem der zentralsten Plätze der Stadt gewandelt. Abgesehen, dass der Alexanderplatz heute als ein Verkehrsknotenpunkt für Autos und öffentliche Verkehrsmittel dient, ist er ebenfalls zu einem der beliebtesten Besuchsziele für Touristen avanciert. Abschließend werden noch in Kürze die Vorteile des ausgewählten Umbauplanes erwähnt, die eine vorteilhafte und schrittweise Umstrukturierung des Alexanderplatzes ermöglicht haben.

2. Gründe für den Umbau

Der im Jahr 1993 ins Leben gerufene Wettbewerb zur Umgestaltung des Alexanderplatzes hatte zum Ziel, die vorhandenen Entwicklungs- und Flächenpotenziale des Platzes und der Bereiche rund um den Platz auszuschöpfen. „ Der Alexanderplatz soll – neben den Bereichen Breitscheidplatz, Dorotheen- und Friedrichstadt – als bestehender Zentrumskern mit Gebäuden des Einzelhandels und des Wohnens verdichtet und städtebaulich gefasst werden. 1

Neben den vorhergesehenen räumlichen Vorteilen der Umbauten, leiteten ebenfalls ideologische Ziele das Vorhaben. Eines der Ziele des Senates in Berlin war es, den Alexanderplatz zu einem „ Symbol für die innere und identifikatorische Vereinigung der Berliner 2 zu avancieren. Der Alexanderplatz ist auf der einen Hand mustergültig für Berlin, auf der anderen Hand ist er aufgrund seiner Geschichte ein einzigartiger Platz. Die Besonderheiten des Platzes äußern sich nicht nur über seine bewegte Geschichte, sondern unter anderem auch durch die außergewöhnliche Strukturierung seines Umfeldes. Aus sozialen Aspekten der Strukturierung gefolgert, bestehen nach wie vor hohe Widersprüchlichkeiten in Bezug auf das Vorhandensein von armen, sowie wohlhabenden Anrainern um den Platz.

Ebenfalls macht der Alexanderplatz stellvertretend für Berlin klar, dass er sich einer eindeutigen Identität nicht bewusst ist. Dies wird vor allem über die häufig stattfindenden Umbauten der letzten Jahre deutlich, die sein Aussehen oft grundlegend verändert haben. Seine Einzigartigkeit entsteht „ mit der Radikalität, mit der er sein städtebauliches und architektonisches Gesicht in den letzten hundert Jahren immer wieder wandelte [...] 3 Damit „ [...] steht er symptomatisch für eine Stadt, deren einziges Kontinuum die Transformation zu sein scheint.4

So wie sich die gesamte Stadt Berlin in ihrer Äußerlichkeit häufig verändert, so kann der Alexanderplatz und seine Umgebung als Vorzeigebeispiel dieses Charakterzuges der Hauptstadt hergenommen werden. Die stetige Neuerfindung der Stadt, sowie die Umstrukturierungen in der Architektur, suggerierte Neuanfänge. Sie gehören zu der Berlin, wie der Fernsehturm selbst. Vor allem nach der Wende wurde es zu einem kalkulierten Stilmittel, demonstrativ Großbaustellen zu betreiben, um den Anschein von Aufbruch und Modernität zu vermitteln. „ Je spektakulärer die Baugrube, desto greifbarer konnte der Topos der „Metropolengeburt“ vermittelt werden. 5

In der Beschreibung der Ziele des Ideenwettbewerbes, wurden die vorgesehenen Veränderungen in Form von einer Potential -beschreibung für die Architekten bereitgelegt. „ Die Entwicklungspotentiale liegen überwiegend in den untergenutzten Flächen rund um den Alexanderplatz selbst, in dem überdimensionierten Straßenraum der Memhardstraße, der Karl-Liebknecht-Straße, der Mollstraße, der Hans-Beimler-Straße, der Karl-Marx-Allee, der Grunerstraße, deren Knotenpunkten und der städtebaulichen Brache an der Alexanderstraße zwischen Alexanderplatz und Jannowitzbrücke. 6 Über den Wettbewerb erhofften sich die Verantwortlichen eine städtebauliche Neuordnung des Platzes, sowie ein lebendigere und metropolitane Atmosphäre.

2.1 Das Image des Umbaus

Nach der Wende wurde als erstes größeres Bauvorhaben der Potsdamer Platz realisiert, welcher in der Nähe des Mauerstreifens auf einem Brachland errichtet wurde. Als der Umbau des Alexanderplatzes im Jahr 1993 begann, erschwerte sich die reibungslose Durchführung der Arbeiten, da die wirtschaftliche Entwicklung von Berlin Mitte der neunziger Jahre stagnierte. Des Weiteren musste die Planung des Umbaus an die vorhandene architektonische und soziale Prägung des Alexanderplatzes angepasst werden. „ Alle Projektionen eines neuen Alexanderplatzes müssen sich entweder konstruktiv oder destruktiv mit diesen Prägungen auseinandersetzen. 7

[...]


1. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/staedtebau-projekte/alexanderplatz/de/planungen/wettbewerb_93/anlass_und_ziel/index.shtml

2. Strieder, Peter: Alexanderplatz Berlin. In: Alexanderplatz Berlin. Geschichte. Planung. Projekte. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Berlin 2001, S. 3.

3. Sigel, Paul: Projektionen und Spurensuche am Berliner Alexanderplatz, in: Imaginationen des Urbanen. Konzeption, Reflexion und Fiktion von Stadt in Mittel- und Osteuropa, Berlin 2009, S. 82.

4. Ebd., S. 82.

5. Ebd., S. 83.

6. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/staedtebau-projekte/alexanderplatz/de/planungen/wettbewerb_93/anlass_und_ziel/index.shtml

7. Sigel, Paul: Projektionen und Spurensuche am Berliner Alexanderplatz, in: Imaginationen des Urbanen. Konzeption, Reflexion und Fiktion von Stadt in Mittel- und Osteuropa, Berlin 2009, S. 83.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Berlin Alexanderplatz. Die räumlichen Änderungen nach seinem Umbau
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
16
Katalognummer
V352353
ISBN (eBook)
9783668389397
ISBN (Buch)
9783668389403
Dateigröße
720 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
berlin, alexanderplatz, änderungen, umbau
Arbeit zitieren
Markus Schmidt (Autor:in), 2014, Berlin Alexanderplatz. Die räumlichen Änderungen nach seinem Umbau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352353

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