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Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Was ist Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und wie entsteht sie?

Title: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Bachelor Thesis , 2016 , 52 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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„Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden“ (GG Artikel 3 Absatz 3), ein Artikel aus dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, der die sachgrundlose Diskriminierung von Menschen verbietet und die Gleichberechtigung aller im staatlichen Rahmen festschreibt. Ginge damit eine entsprechende Wertschätzung im gesellschaftlichen Miteinander einher, sollte ein friedliches Zusammenleben mit Menschen verschiedener Ethnien, mit verschiedenen Lebensstilen und Anschauungen möglich sein. Trotzdem werden Menschen diskriminiert und abgewertet, weil sie „anders“ scheinen. Zumeist beziehen sich diese abwertenden Einstellungen nicht auf eine Person, sondern auf eine Gruppe von Menschen. Diese Menschen werden z. B. aufgrund ihrer biologischen Verschiedenheit diskriminiert (Rassismus) oder, weil sie eine sexuelle Neigung zu gleichgeschlechtlichen Partnerinnen oder Partnern haben, ausgegrenzt (Homophobie) oder erleben geschlechterfeindliche Einstellungen (Sexismus). Die Vorurteile haben verschiedene Namen und sind an verschiedene Adressatengruppen gerichtet, denn sie beziehen sich nicht auf die Einstellung oder den Charakter eines Menschen, sondern diese unterliegen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit Diskriminierungen und Vorurteilen und werden als minderwertig angesehen. Zu fragen ist aber, wie diese Vorurteile und die abwertende Haltung der Menschen entstehen und wie sie sich im Laufe der Zeit verändern.

Eine Sonderauswertung der GMF, durch die verschiedene Altersgruppen zu ihren Einstellungen gegenüber anderen Gruppen befragt wurden, zeigte, dass auch jüngere Menschen abwertende Einstellungen besitzen. Leider wurden keine weiteren Erhebungen mit Minderjährigen gemacht, obwohl mutmaßlich viele Jugendliche rechtsradikale oder -extremistische Einstellungen aufweisen, anfälliger für Gewalttaten sind und Minderheiten diskriminieren; darüber wird jedenfalls öfter in den Medien berichtet und ist im schulischen Umfeld zu sehen. Daher sollte der Frage nachgegangen werden, ob, warum und in welchem Maß Heranwachsende ohne Migrationshintergrund menschenfeindlich eingestellt sind und auch, wie diesen Einstellungen vorgebeugt werden kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist GMF

2.1 Das GMF-Syndrom

2.2 Elemente des Syndroms GMF

2.2.1 Rassismus

2.2.2 Fremdenfeindlichkeit

2.2.3 Antisemitismus

2.2.4 Etabliertenvorrechte

2.2.5 Sexismus

2.2.6 Islamfeindlichkeit

2.2.7 Homophobie

2.2.8 Abwertung von Obdachlosen

2.2.9 Abwertung von Behinderten

2.2.10 Abwertung von Langzeitarbeitslosen

2.2.11 Abwertung von Asylbewerbern

2.2.12 Abwertung von Sinti und Roma

2.2.13 Zusammenhang

2.3 GMF in sozialen Gruppen

2.4 Entwicklung GMF seit 2002

3 Jugend und GMF

3.1 Desintegrationsängste

3.2 GMF-Prävalenzen bei Jüngeren

3.2.1 Häufigkeit

3.2.2 Vergleich mit Älteren

3.2.3 Zusammenhänge von Desintegrationsrisiken und GMF

4 Wie Schule mit GMF umgeht

4.1 Prävention und Intervention

4.2 Konzept zum Umgang mit ethnischen Vorurteilen in der Schule

4.2.1 Konzept der Interkulturellen Pädagogik

4.2.2 Konzept der Antirassistischen Pädagogik

4.2.3 Verknüpfung Interkultureller und Antirassistischer Pädagogik

4.3 Methoden in der Sekundarstufe

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit untersucht, welche Maßnahmen und Methoden im schulischen Kontext eingesetzt werden können, um Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) bei Schülerinnen und Schülern vorzubeugen und negativen Einstellungen entgegenzuwirken. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Schule als Institution zur Etablierung eines toleranten Miteinanders und zur Prävention von Diskriminierung beitragen kann.

  • Definition und systemische Einordnung des GMF-Syndroms
  • Analyse der GMF-Prävalenzen und Desintegrationsängste bei Jugendlichen
  • Vergleich der Auswirkungen von GMF auf unterschiedliche soziale Gruppen
  • Darstellung von Ansätzen der Interkulturellen und Antirassistischen Pädagogik
  • Bewertung praktischer Methoden und Präventionsprogramme im Schulalltag

Auszug aus dem Buch

2.1 Das GMF-Syndrom

Mit dem Begriff Syndrom ist nicht eine einzelne Einstellung gemeint, die Menschen abwertet, wie Rassismus, sondern, dass das betrachtete ‚ego‘ mehrere Einstellungen zum ‚alter‘ hat, die nach der gleichen Logik funktionieren. Wenn jemand der Auffassung ist, dass Frauen weniger wert als Männer seien und schwule weniger als heterosexuelle Männer, steckt immer die gleiche Logik dahinter, die Abwertung einer Gruppe. Es ist davon auszugehen, dass Menschen, die in der Regel eine Gruppe abwerten, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch andere Gruppen abwerten (vgl. Zick et al. 2012, 68). Somit kann von einem Einstellungssyndrom gesprochen werden; so hängen die verschiedenen Elemente der GMF eng miteinander zusammen. Denn „äußert eine Person Zustimmung zur Abwertung einer bestimmten Gruppe, dann neigt sie mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit dazu, auch andere Gruppen zu diskriminieren“ (vgl. Zick et al. 2012, 65). Menschen, die allgemein rassistisch orientiert sind, sind es oftmals auch antisemitisch oder sexistisch. Es kann auch von einer Ideologie der Ungleichwertigkeit gesprochen werden, dem Kern des Syndroms (vgl. Groß et al. 2012, 12).

Die Elemente des Syndroms sind nicht fest verankert, sie können sich im Laufe der Zeit verändern. Neue Elemente könnten hinzukommen, bestehende entfallen. Beides hängt mit der aktuellen politischen Situation, dem gesellschaftlichen Diskurs und der biografischen Entwicklung zusammen (vgl. Zick et al. 2012, 65).

Im Folgenden werden die Elemente des Syndroms näher erläutert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit ein und begründet die Relevanz des Themas für den schulischen Kontext.

2 Was ist GMF: Dieses Kapitel definiert GMF als sozialpsychologisches Konzept, erläutert die verschiedenen Facetten des Syndroms und analysiert die Entwicklung der Abwertungstendenzen seit 2002.

3 Jugend und GMF: Das Kapitel beleuchtet GMF bei jungen Menschen, den Einfluss von Desintegrationsängsten auf dieses Verhalten und vergleicht Prävalenzen zwischen Altersgruppen.

4 Wie Schule mit GMF umgeht: Hier werden pädagogische Konzepte wie Interkulturelle und Antirassistische Pädagogik vorgestellt und konkrete Methoden für die schulische Präventionsarbeit diskutiert.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer Verknüpfung verschiedener pädagogischer Ansätze, um GMF im Schulalltag effektiv zu begegnen.

Schlüsselwörter

Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, GMF, Desintegration, Interkulturelle Pädagogik, Antirassistische Pädagogik, Schule, Prävention, Intervention, Vorurteile, Diskriminierung, Jugend, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, soziale Ungleichwertigkeit, Einstellungssyndrom.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition, den Entstehungsursachen und der Verbreitung von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) sowie mit Möglichkeiten, diesen feindseligen Einstellungen durch pädagogische Maßnahmen im Schulkontext vorzubeugen.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Hintergründe und praktischer Ansätze aufzuzeigen, wie Schulen als Institution dazu befähigt werden können, Vorurteilen und Diskriminierung bei Schülerinnen und Schülern aktiv entgegenzuwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind das Einstellungssyndrom der GMF, die Bedeutung von Desintegrationsängsten für abwertende Einstellungen, der Einfluss des sozialen Umfelds sowie die Wirksamkeit interkultureller und antirassistischer pädagogischer Konzepte.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender Langzeitstudien und Daten des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, ergänzt durch eine Literaturanalyse pädagogischer Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Facetten von GMF, die Untersuchung der Situation Jugendlicher im Kontext von Desintegration sowie die Darstellung und kritische Reflexion schulischer Präventionsmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Desintegration, Schulklima, Präventionskonzepte und interkulturelle sowie antirassistische Bildung charakterisiert.

Welche Rolle spielen Desintegrationsängste bei der Entstehung von GMF?

Desintegrationsängste bilden laut der Arbeit den Nährboden für eine Ideologie der Ungleichwertigkeit; insbesondere Ängste vor Arbeitslosigkeit und sozialem Abstieg führen dazu, dass Gruppen zur Eigenaufwertung abgewertet werden.

Warum wird eine Verknüpfung von Interkultureller und Antirassistischer Pädagogik empfohlen?

Die Autorin argumentiert, dass beide Konzepte für sich genommen Schwachstellen aufweisen (z.B. Kulturalisierung bei der Interkulturellen oder mangelnder Praxisbezug bei der Antirassistischen Pädagogik), deren Kombination jedoch ein umfassenderes Konzept gegen ethnische Vorurteile bietet.

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Details

Title
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
Subtitle
Was ist Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und wie entsteht sie?
College
University of Duisburg-Essen
Grade
2,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
52
Catalog Number
V352463
ISBN (eBook)
9783668390102
ISBN (Book)
9783668390119
Language
German
Tags
GMF Menschenfeindlichkeit Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Rassismus Fremdenfeindlichkeit Syndrom Desintegrationsängste Prävention Interkulturelle Pädagogik Antirassistische Pädagogik Sexismus Antisemitismus Asylbewerber Jugendliche ethnische Vorurteile in der Schule ethnische Vorurteile Vorurteile Abwertung abwerten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352463
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