Ziel dieser Arbeit ist es, die verschiedenen Systematisierungsansätze von nationalstaatlichen CG-Systemen zu untersuchen. Dazu werden die wesentlichen in der betriebswirtschaftlichen Forschung und Praxis entwickelten Typologien vorgestellt. Hierbei wird insbesondere die von Weimer und Pape entwickelte Typologie untersucht sowie in kritischer Weise Stellung zu den dort aufgestellten Unterscheidungskriterien von CG-Systemen genommen.
In Kapitel 2 werden zunächst die Grundlagen zum Verständnis der Thematik gelegt. Hierzu werden insbesondere der Begriff Corporate Governance und die zentralen Aufgaben von CG erklärt. Anschließend wird kurz auf die relevanten Interessensgruppen (Stakeholder) eines Unternehmens eingegangen. In Kapitel 3 werden die wesentlichen in der Literatur zu findenden Systematisierungsansätze von CG-Systemen vorgestellt. Der Fokus liegt hier auf der von Weimer und Pape entwickelten Typologie, welche in Abschnitt 3.3 erläutert und kritisch betrachtet wird. Kapitel 4 bildet mit einer kritischen Reflexion den Abschluss dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung in das Thema
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau dieser Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Begriffserklärung und Aufgaben von Corporate Governance
2.2 Die Interessensgruppen eines Unternehmens
3 Systematisierung und Vergleich von Corporate Governance Systemen
3.1 Interessensorientierte Ansätze
3.2 Fokussierung der Organisations- und Kontrollproblematik
3.2.1 Varianten der Führungsorganisation
3.2.2 Muster der Unternehmensfinanzierung
3.3 Markt- versus netzwerkorientierte CG-Systeme nach Weimer / Pape
3.3.1 Erläuterung und Unterscheidungskriterien
3.3.2 Kritische Stellungnahme
4 Zusammenfassung und kritische Reflexion
5 Quellenverzeichnis
5.1 Literaturverzeichnis
5.2 Verzeichnis der Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Systematisierungsansätze für nationalstaatliche Corporate Governance (CG) Systeme. Ziel ist es, die in der betriebswirtschaftlichen Forschung entwickelten Typologien vorzustellen, mit besonderem Fokus auf die Klassifikation von Weimer und Pape, und diese kritisch hinsichtlich ihrer Unterscheidungskriterien zu reflektieren.
- Grundlagen und Aufgaben der Corporate Governance
- Systematisierung nationalstaatlicher CG-Systeme
- Vergleich von interessen-, organisations- und finanzierungsbezogenen Ansätzen
- Kritische Analyse der Typologie von Weimer und Pape
- Unterscheidung zwischen markt- und netzwerkorientierten Systemen
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Erläuterung und Unterscheidungskriterien
Die von Weimer und Pape entwickelte Typologie von markt- versus netzwerkorientierten CG-Systemen gilt als eines von vier ganzheitlichen Analysekonzepten. Weitere ganzheitliche Analysekonzepte sind „Common Law versus Civil Law“, „Systeme der Unternehmenskontrolle“ sowie „Kontrollphilosophien als Paradigmen (Exit, Voice, Loyalty)“, welche in diesem Assignment aber nicht näher betrachtet werden.
Nach Weimer und Pape gelten CG-Systeme als mehr oder weniger länderspezifische Rahmenbedingungen für rechtliche, institutionelle und kulturelle Faktoren, welche den Einfluss von Stakeholdern auf Management-Entscheidungen bedingen. Weimer und Pape betrachten und differenzieren CG-Systeme somit länderspezifisch. Diese länderspezifische Klassifizierung basiert auf vier Typen von CG-Systemen, welche unter anderem durch Scott (1985), De Jong (1989) und Moerland (1995) aufgestellt wurden. Diese sind: Das anglo-amerikanische System (USA, Großbritannien, Kanada und Australien), das deutsche System (Deutschland, Niederlande, Schweiz, Schweden, Österreich, Dänemark, Norwegen und Finnland), das romanische System (Frankreich, Italien, Spanien, Belgien) und das japanische System.
Ausgehend aus diesen länderspezifischen Klassifikationen haben Weimer und Pape acht interessen-, organisations- und finanzierungsbezogene Kriterien aufgestellt, welche als Grundlage für die endgültige Einordnung der länderspezifischen CG-Systeme in marktorientierte und netzwerkorientierte Systeme dienen:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung in das Thema: Einleitung in die Relevanz der Corporate Governance durch aktuelle Wirtschaftsskandale und Vorstellung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 Grundlagen: Definition des Begriffs Corporate Governance sowie Einordnung der relevanten Interessensgruppen (Stakeholder) innerhalb eines Unternehmens.
3 Systematisierung und Vergleich von Corporate Governance Systemen: Vorstellung verschiedener Ansätze zur Klassifizierung von CG-Systemen, darunter interessensorientierte Ansätze sowie Organisations- und Finanzierungsmodelle, mit Fokus auf die Weimer/Pape-Typologie.
4 Zusammenfassung und kritische Reflexion: Synthese der Untersuchungsergebnisse und kritische Würdigung der Aussagekraft sowie der Grenzen der betrachteten Systematisierungsansätze.
5 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur sowie der Internetquellen zur wissenschaftlichen Untermauerung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Unternehmensführung, Stakeholder, Shareholder, Marktorientierung, Netzwerkorientierung, Weimer und Pape, Unternehmenskontrolle, Unternehmensfinanzierung, Interessenmonismus, Interessenpluralismus, Aufsichtsrat, Vorstand, Führungsorganisation, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Einordnung und dem Vergleich verschiedener nationalstaatlicher Corporate Governance Systeme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ausgestaltung von Führungsorganisationen, Finanzierungsmuster von Unternehmen sowie der Einfluss unterschiedlicher Stakeholdergruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorstellung und kritische Analyse bestehender Typologien, insbesondere des markt- versus netzwerkorientierten Ansatzes nach Weimer und Pape.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und einen systematischen Vergleich bestehender betriebswirtschaftlicher Forschungsergebnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert interessenorientierte Ansätze, die Organisations- und Kontrollproblematik sowie die spezifischen Unterscheidungskriterien der Weimer/Pape-Typologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Corporate Governance, Shareholder-Ansatz, Stakeholder-Ansatz, marktorientierte und netzwerkorientierte Systeme sowie Unternehmenskontrolle.
Was unterscheidet das Trennungsmodell vom Vereinigungsmodell?
Das Trennungsmodell (Two-Tier-Board) teilt Führung und Überwachung auf zwei Organe auf, während das Vereinigungsmodell keine formale Trennung vorsieht und das Board of Directors sich selbst kontrolliert.
Warum wird das anglo-amerikanische System als marktorientiert bezeichnet?
Es zeichnet sich durch einen aktiven Markt für Unternehmenskontrolle und eine starke Ausrichtung auf die Interessen der Anteilseigner (Shareholder-Value) aus.
Was ist eine zentrale Einschränkung der Typologie von Weimer und Pape?
Die Typologie konzentriert sich primär auf börsennotierte Unternehmen und basiert auf einer starren "entweder/oder"-Kategorisierung, die der komplexen Realität oft nur bedingt gerecht wird.
- Quote paper
- Dennis Kraft (Author), 2017, Corporate Governance Typologien. Merkmale und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352646